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Video-Tipps von Edition Salzgeber


Edition Salzgeber Kino- und Video-Tipps
von Dieter Herchenbach



Sonderseite Edition Salzgeber

Neuerscheinungen:  

 

Ein leben lang kurze Hosen tragen

Der Metzgergehilfe Jürgen Bartsch hat in den Jahren von 1962 bis 1966 im Ruhrgebiet vier schulpflichtige Jungen missbraucht und ermordet. Bei der ersten Tat war er 15 Jahre alt. Er war 19, als man ihn fasste. In der Landesheilanstalt Eickelborn gibt der von Krankheit gezeichnete, mittlerweile 26-jährige Kindermörder während einer (fiktiven) Therapiesitzung, die mit einer Videokamera aufgenommen wird, Auskunft über sein Leben.

Bartsch fesselnde Beichte während einer Therapiesitzung 1972 in der Landesheilanstalt Eickelborn bildet den Rahmen für szenische Rückblenden, die die Morde und seinen Lebensweg nachzeichnen - eine Reise in die Abgründe einer kranken und geschundenen Seele. Bartschs kaltherzige und strenge Adoptiveltern, die unmenschlichen Erziehungsmethoden, unter denen er in einem katholischen Internat zu leiden hatte, der Moment, als ihm klar wurde, dass er sich von kleinen Jungen sexuell angezogen fühlte, seine Sehnsucht niemals erwachsen zu werden - Schlüsselerlebnisse und Mosaiksteine, die den jungen Jürgen zur „Bestie von Langenberg“ machen sollten, wie die Presse ihn später titulierte.

Das bezwingende Psychogramm eines Unscheinbaren als beklemmende Reise ins Dunkel.

Dieser Video-Monolog, der auf veröffentlichten Aufzeichnungen und Briefen basiert, wird durch eine Reihe von szenischen Rückblenden unterbrochen, die das Erzählte - Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren sowie die einzelnen Morde - illustrieren. Versprengt finden sich auch Einblendungen von Bartschs Tagebucheintragungen mit Selbstreflexionen wieder.

Mit Hilfe diverser Montagetechniken nähert sich der Film der Persönlichkeit Bartschs ausschließlich aus dessen Perspektive an, ohne Kommentar von außen.


Doku / Drama

Deutschland 2002

Regie: Kai S. Pieck

 

 

Darsteller & Rollen:

Tobias Schenke .... Jürgen Bartsch
Sebastian Urzendowsky .... Jürgen Bartsch als Junge
Ulrike Bliefert .... Gertrud Bartsch
Walter Gontermann .... Gerhard Bartsch
Jürgen Christoph Kamcke .... Pater Seidlitz
Sebastian Rüger .... Junger Diakon
Stephan Szasz .... Junger Priester
Roland Riebeling .... Kaplan Herles

Bulgarian Lovers

Daniel ist Spanier. Und Anwalt. Und reich. Und schwul. Und nicht mehr der Jüngste. Daher sucht er sich sein Vergnügen in der Madrider Stricherszene, die inzwischen - vereintes Europa sei Dank - von ehemaligen Ostblock-Männern überflutet wird. So gerät er an Kyril; einen Bulgaren. Unser Hauptdarsteller verliebt sich in ihn. Und der geneigte Zuschauer beginnt zu ahnen, dass das gar nicht gut sein kann. Man sollte tunlichst keinem Hetero verfallen, der dazu noch ein wandelndes Obermacho-Klischee ist. Und pleite. Und illegal.

Kyril ist hetero (sowieso klar...) und hat eine Freundin, mit der er die Distanzbeziehung Madrid-Berlin lebt. So weit käme Daniel wohl noch zurecht. Aber als die Dame immer häufiger anruft - und das nicht immer in den passendsten Momenten - zieht sich die Schlinge enger. 
Aber Daniel ist sowieso schonhoffnungslos in den Fängen des Bulgaren-Hengstes (und dabei haben Hengst keine Fänge). Selbst sein tuckigen Freunde vermögen ihm nicht mehr die Augen zu öffnen. Immer tiefer verstrickt sich Daniel in die illegalen Machenschaften seines Gelegenheitslovers. Selbst bei der Hochzeit von Kyril und seiner Freundin bekommt Daniel nicht die Kurve. Ein bisschen Zuckerbrot in Form eines geraubten Tanzes hält ihn bei der Stange (mein Gott, muss der Hetero gut ficken können...).

Der Zuschauer hat sein diebisches Vergnügen dabei; zu beobachten, wie der Hase läuft; die zum Schmunzeln anregenden Versuche Daniels, vom Objekt seiner Begierde loszukommen; Kyrils strategisch platzierten Zugeständnisse und vor allem die geniale Kammeraführung und der pointierte Schnitt.

Leider nur als spanischsprachiges Original mit deutschen Untertiteln.

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Komödie

Spanien 2002/3

Originaltitel: Los Novios Búlgaros

Regie: Eloy de la Iglesia

 

Darsteller & Rollen:

Fernando Guillén Cuervo (Daniel)
Ditrán Biba (Kyril)
Pepón Nieto (Anwalt) 
Anita Sinovic (Kalina) 
                                                          

Ich kenn' Keinen - Allein unter Heteros

Jochen Hicks Kinoerfolg bekam zu Recht den Teddy auf der Berlinale 2003 sowie weitere Auszeichnungen.

Dokumentarisch aber dennoch spannend erzählt der Film die Geschichten vierer Männer aus der Provinz - fernab der schwulen Metropolen - eben Allein unter Heteros.

Besonders interessant sind die Gegenüberstellungen der schließlich doch geouteten Homos mit dem heterosexuellen Freundeskreis, den Kollegen, dem Stammtisch, dem Pfarrer, dem Arzt usw. Den Menschen, die den schwulen Mitmenschen schon seit Jahren und Jahrzehnten kennen, aber eben nicht als Schwulen.

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn dem Zuschauer aus den Mündern der betroffen reagierenden Heteros die unglaublichsten Äußerungen entgegen kommen. Vielen gemeinsam ist "Nein, sie kennen keinen Schwulen"; selbst wenn der Homo direkt gegenüber sitzt. Die Verdrängung funktioniert perfekt. Die interviewten Dorfbewohner haben oftmals die wunderbare Gabe, sich vor der Kamera selbst zu entlarven. Ihre Borniertheit, ihr Beharren auf 'Natürlichkeit' oder 'Gott', ihre gänzliche Weigerung, Homosexualität in ihrem Umfeld überhaupt nur wahr zu nehmen.

Hartmut Alber (57) ist HIV-positiv und hatte ein spätes Coming Out in Onstmettingen auf der Schwäbischen Alb. Jahrelang konnte er nur im Urlaub - fernab der Heimat, vorzugsweise in Thailand - schwul sein. Hick macht sich die Mühe und zeigt ihn nicht nur im schwäbischen Ländle sondern auch mit seinen Thaiboys.

Stefan Braun (26) aus Michelwinnaden bei Bad Waldsee ist Forstwirt. Seine Mutter hat sich inzwischen nicht nur mit der Homosexualität ihres Sohnes abgefunden, nein, sie hat einen Selbsthilfeverein für Eltern homosexueller Kinder gegründet: "Als ich bemerkte, dass mein Hund schwul ist, habe ich ihn erschlagen." erzählte eine Frau am Telefon. "Bei meinem Sohn kann ich das ja wohl nicht auch tun, oder?"
Das zeigt wohl die Daseinsberechtigung dieses Vereins überdeutlich... Und dabei hatten die Försterkollegen auf Stefans Outing noch recht cool reagiert.

Im Gegensatz zu den Erfahrungen von Richard, der - inzwischen in fortgeschrittenem Alter - Nazideutschland überlebt hat. Er zeigt uns mit seinem Freund in Zürich die Stätten, an denen Homos damals Feste feiern konnten. Und dabei sind die Schwulen gar nicht so anders als die spießigen Landei-Heten. Hat er doch beispielsweise seinen Fernseher hinter einer Bücherwandattrappe versteckt.

Uwe Furtwängler ist Uniform-Fetischist. Seine Klamotten kauft er inzwischen im einschlägigen Fachgeschäft in Berlin unter fachkundiger Beratung. Die Großstadtszene ist für ihn fremd; dass vor 12 Uhr nachts in den Kneipen nichts los ist verwundert ihn wie mich bei meinem ersten Berlinbesuch. Denn - hey - ich bin aus Freiburg und das ist ja schließlich Deutschlands größte Kleinstadt ;-)

Eine humorvolle und zugleich beklemmende Bestandsaufnahme über das Leben 'Allein unter Heteros'.  Eine Analyse, die sicher nicht nur auf den deutschen Südwesten zu beschränken ist..

Ein klares "Must See!" für diesen Film



Produktinfo:

VHS:
Sprache: deutsche Originalfassung

DVD:
Extras: Original Kino-Trailer, Regisseursbio, Audiokommentar des Regisseurs
im Gespräch mit Wieland Speck, Premiere in Stuttgart und Berlin, Previews,
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: Deutsche Originalfassung

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Doku

Deutschland 2003

Regie: Jochen Hick

 

Darsteller: 

Hartmut Alber, Stefan Braun, Uwe Furtwängler, Erika Micale, Richard, Eduard, Robert Rapp, Ernst Ostertag, Felicitas Furtwängler, Käte Braun, Martin Braun, Anne Lang, Claudio Micale

Söhne

Wieder einmal profiliert sich die "Edition Salzgeber" als Herausgeber anspruchsvoller Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Und mehrfach preisgekrönt sind sie dazu. Auf der DVD "Söhne" sind 2 Filme vereint, deren Laufzeit zusammen knapp 90 Minuten ausmacht, die aber miteinander nichts gemein haben, außer, dass sie jeweils einen schwulen Sohn als Hauptfigur und einen dazugehörigen Vater in einer Nebenrolle haben.

Ein Sohn (Un Fils)
Selim ist ein junger arabischstämmiger Franzose, der sein Auskommen mit seiner exotischen Schönheit und sinnlichen Ausstrahlung verdient. Zusammen mit einer älteren Freundin gabelt er in Nachtclubs von Paris Männer auf, mit denen das Duo oder auch er alleine ins Geschäft kommen. Mit Betonung auf "kommen"...

Selim führt ein Doppelleben, denn sein Vater darf nichts davon wissen. Für ihn arbeitet er in einem Hotel als Portier. Und das darf man ruhig wörtlich nehme, denn ein Großteil seiner Ersparnisse sind für des Vaters Operation gedacht. Ein schweres Leiden hat ihn arbeitslos gemacht und dazu ist auch noch seine Frau gestorben. Ganz schlechte Karten also für eine entspannte Vater-Sohn-Beziehung. Der Vater ist unfähig, mit seinem Sohn mehr als nur Oberflächlichkeiten auszutauschen. Fast hat es den Anschein, als ob sich Selim bei seinem Kontakt zu seinen Kunden auch teilweise nach der väterlichen Zuneigung sehnt.

Erst durch die dramatischen Entwicklungen gegen Ende des Films, finden Vater und Sohn wieder zueinander. Allerdings nicht so, wie man es ihnen gewünscht hätte.

Mohamed Hicham betört in seiner Rolle nicht nur die Liebhaber bronzefarbener Epheben; seine Ausstrahlung und Bildschirmpräsenz ist wirklich beeindruckend.

Auch ohne Französischkenntnisse kann man der Handlung gut folgen, zumal ja deutsche Untertitel zur Verfügung stehen.

 

Der kleine Tod (La Petite Mort)

So nennen unsere französischen Nachbarn ihren Orgasmus. OK, vielleicht nicht alle jeden, aber immerhin ist es ein feststehender Begriff.

Und genau darum geht es. Der schwule Paul hat sich darauf spezialisiert, die Gesichter von Männern während des Orgasmus fotografisch festzuhalten. Auch eine Passion. Sein Freund und Mitbewohner Martial findet das ganz in Ordnung, während sich seine Schwester Camile darüber echauffiert. Sie besucht den Bruder Paul, weil es ihrem gemeinsamen Vater gesundheitlich nicht gut geht und er im Krankenhaus liegt.

Paul hat kein besonders gutes Verhältnis zu seinem Erzeuger, weil dieser mit ihm zeitlebens nicht viel anfangen konnte. Die tieferen Hintergründe mag ich jetzt hier nicht beleuchten... Lassen wir also im Dunkeln, was sich der schwule Kult-Regisseur François Ozon dabei gedacht hat. Paul lässt sich jedenfalls zu einem Besuch am Krankenbett überreden, bereut es aber sogleich wieder, als er dem verwirrten Vater gegenübersteht.

Bei einem erneuten, heimlichen Besuch rächt sich Paul an seinem schlafenden Vater, indem er ihn fotografiert. Und wie! Doch diese Tat bleibt nicht unbemerkt...

Auch dieser Film ist in der französischen Originalfassung mit zuschaltbaren Untertiteln auf der DVD.

Was allerdings der Untertitel " Er hat sie pg7inhopg 9[]bronvermeldingbijsch" bedeuten soll, bleibt das süße Geheimnis der Untertitler ;-)

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Drama

Ein Sohn
Un Fils (2003), Frankreich
Regie: Amal Bedjaoui
Drehbuch: Amal Bedjaoui, Isabelle Pichaud
Laufzeit 58 min.

Der kleine Tod
La Petite Mort (1995), Frankreich
Regie: François Ozon
Drehbuch: Didier Blasco, François Ozon
Laufzeit: 26 min.

 

Darsteller und Rollen (Ein Sohn):

Mohamed Hicham .... Selim
Hammou Graïa .... Omar
Isabelle Pichaud .... Louise
Aurélien Recoing .... Max
Licino Da Silva .... Gérant de l'hôtel
Olivier Rabourdin .... Captain Lopez
Philippe Carta .... Agresseur 1
Walid Afkir .... Agresseur 2
Hervé Blanc .... Le client des toilettes
Xavier Maly .... Le client de Louise
Benouar Habibi .... Agresseur 3
Rachid Saïd .... Agresseur 4
Bruno Bordas .... Policier en civil
Antoine Coudère .... Policier en tenue
Christelle Dagron .... Interne Samu

 

Darsteller und Rollen (Der kleine Tod):

François Delaive .... Paul
Camille Japy .... Camille
Martial Jacques .... Martial
Michel Beaujard .... Le père

 

Tarik el Hob – Straße der Liebe

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der junge Karim, ein Franzose algerischer Herkunft, studiert Soziologie in Paris. Für eine studentische Hausarbeit über "Homosexualität im arabischen Kulturkreis" ist er auf der Suche nach nordafrikanischen Schwulen, die sich für Interviews zur Verfügung stellen. Doch die Gesprächspartner sind an weit mehr als geisteswissenschaftlicher Konversation interessiert... Anfangs kann der fest liierte Hetero sich seiner Haut noch gut erwehren. Doch ganz allmählich, nicht zuletzt weil der verführerische Steward Farid kunstvoll um ihn wirbt, beginnt er zu verstehen und zu fühlen, was ihn an seinem Hausarbeitsthema wirklich interessiert…

Die "Recherchen" führen ihn sogar bis nach Marokko. Dort geht's dann ans Eingemachte :-)

Regisseur Rémi Lange hat sich tief in die Welt und Kultur der orientalischen Männerliebe gewagt. So ganz en passant bekommt der Zuschauer Historisches zum Thema Mann-Mann-Beziehung im Orient präsentiert. Aber auch die aktuelle Lage der Schwulen in Nordafrika und der Emigranten in Frankreich wird dargestellt. 
Und als Sahnehäubchen beobachten wir über die Hohe Kunst der Verführung ("Hetenknacken"). 

Die jungen Schauspieler, die sich zum Teil auch selbst spielen, zeichnen sich durch Natürlichkeit und Authentizität vor der Kamera aus. Diese ist übrigens extrem mobil, die Schnitte hart und das erzeugt einen frischen Dokumentarfilmcharakter.


Kaufen als DVD bei Amazon oder als VHS.

Die VHS enthält die französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, die bei der DVD ausblendbar sind. Dazu gibt es noch eine Standbildshow, die Biografie des Regisseurs und nicht verwendete Szenen.

Roadmovie

Frankreich 2001

Regie: Rémi Lange
Drehbuch: Rémi Lange, Antoine Parlebas 

 

 

Darsteller & Rollen:

Karim Tarek .... Karim 
Sihem Benamoune .... Sihem 
Abdellah Taia .... Abdellah 
Mustapha Khaddar .... Mustapha 
Farid Tali .... Farid 
Mehdi Jouhar .... Junge 
Roschdy El Glaoui .... Exhibitionist/Künstler 

Relax, It's Just Sex

FRIENDS auf schwul-lesbisch mit messerscharfen Dialogen und klasse SchauspielerInnen.

Eine Clique großstädtischer Thirtysomethings: Homos und Heteros, Singles und Paare, Einsame und Verlassene, Betrüger und Betrogene, Zyniker, Romantiker und gläubige Christen. Das beste an dieser Lifestyle-Comedy sind jedoch die Dialoge: so scharf, dass sie hinter Gitter müssen! Was soll man auch anderes erwarten von einem Film, dessen Schlüsselszene sich der existentiellen Frage widmet: "Soll man beim Blasen ausspucken oder runterschlucken..."

Im Mittelpunkt der rasanten Lifestyle-Comedy steht der attraktive Stückeschreiber Vincey, immer auf der Suche nach dem Mann des Herzens. Er verwechselt schon mal guten Sex mit Liebe und die existentielle Frage, die sich ihm gleich zu Beginn des Filmes stellt und die dann auch im Freundeskreis ausgiebig besprochen wird, ist "schlucken oder nicht?"
Seine beste Freundin Tara (brillant: Jennifer Tilly aus BOUND) ist das Herz der multikulturellen, multisexuellen Truppe. Im Spiel um Romantik, Sex und Liebe (nicht immer in dieser Reihenfolge) mischen außerdem mit: ein lesbisches Paar, das keinen guten Sex mehr hatte, seitdem Martina Wimbledon gewonnen hat, der Künstler Buzz, der ganz besondere Theorien zum Thema HIV und AIDS vertritt, und - äußerst sexy - Dwight und Diego, ein höchst konservativ-christliches schwules Paar.

RELAX, IT'S JUST SEX mischt mit großer Leichtigkeit die verschiedenen Handlungsstränge und meistert spielerisch die Gratwanderung zwischen atemberaubend witziger Komödie und intensivem Drama. Der Film lebt von komplexen Figuren, messerscharfen Dialogen und herausragenden Darstellern.

"Unglaublich witzig - ungeheuer berührend. "HOLLYWOOD REPORTER

"Wirklich einer der besten und emotional befriedigendsten Filme der letzten
Dekade. RELAX, IT'S JUST SEX balanciert politischen Anspruch, Humor, Tragik
und Menschlichkeit perfekt. FRONTIERS

"Großartig gespielt!" VARIETY

"Ein Muss" BLADE

"Ein Zeitgeist-definierender Film" SIDEWALK

VHS:
Sprache: engl. OF mit deutschen UT

DVD:
Extras: Picture Gallery, Trailer, Director's Bio
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: engl. OF mit deutschen UT

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Komödie

USA 1998, 110 Min., Farbe, FSK 16

Regie: P.J. Castellaneta

Produzenten: Steven J. Wolfe, Megan O’Neill, Harold Warren

 

Mit Jennifer Tilly (BOUND), Lori Petty (TANK GIRL), Mitchell Anderson (PARTY
OF FIVE), Seymor Cassel (STUCK ON YOU, THE ROYAL TENENBAUMS)

Früchte der Liebe - Food of Love

Ein Film von Ventura Pons nach dem Roman "The Page Turner" von David Leavitt.

Der 18-jährige Amerikaner Paul (Kevin Bishop in seiner ersten Rolle) ist ein hoffnungsvolles Pianistentalent. Und er ist außer sich vor Freude, als er die Möglichkeit bekommt dem berühmten Konzertpianisten Richard Kennington bei seinem Auftritt in San Francisco, die Noten umzublättern. Diese Aufgabe wird von einem "Page Turner" (zu Deutsch ungeschickt mit "Blätterer" übersetzt) erledigt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe; die dazu noch den ganz besonderen Reiz für Paul beinhaltet, dass er den Star schon seit Jahren verehrt. Nach dem Konzert beginnt es zwischen den beiden Männern schon ein wenig zu knistern; aber nur ein ganz klein wenig.... Mutter funkt unbeabsichtigt dazwischen.

Einige Zeit später - inmitten der Scheidung seiner Eltern - entdeckt der Junge in Barcelona zufällig ein Plakat des Maestros; und macht sich gleich auf die Such nach ihm. Tatsächlich kann er ihn aufspüren und sich mit ihm treffen. Über die Musik und eine Rückenmassage kommt man sich näher... Die nächsten Tage sind sehr aufregend für Paul: Heimliche Treffen, hemmungsloser Sex. Doch dann reist Richard plötzlich ab. Mag sein, dass der Tod des Hundes seines Lebensgefährten und Managers Mansourian dazu beitrug, mag sein, dass die "notgeile" Mutter Pauls ihren Teil dazusteuerte, sehr wahrscheinlich fühlte er sich vom verliebten Paul einfach bedrängt.

Und so trennen sich die Wege erst einmal. Paul besucht eine Musikschule in New York, seine Mutter versucht in San Francisco alleine zurecht zu kommen. Durch einen dummen Zufall, entdeckt Mama schließlich ein Schwulenmagazin in Sohnemanns Koffer; und dazu noch ein Bild Richard Kenningtons mit einer persönlichen Widmung. Da zählt sie 1 und 1 zusammen und kommt auf 3... Das "Unheil auf zwei Beinen" nimmt seinen Lauf.

Der Film begeistert durch seine brillant besetzten Schauspieler und die atmosphärische Stimmigkeit der Bilder. Der anfangs schüchterne Junge reift im Lauf der Monate über seinen Selbstzweifeln zu einem Mann, der weiß, was er will.

 

Die VHS ist untertitelt und die DVD enthält die englischsprachige Originalversion mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln. Daneben noch einige Standfotos, Trailer und die Biografie des Regisseurs. 


Erschienen als DVD und Video bei Edition Salzgeber

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Drama

D/Spanien 2001

Regie: Ventura Pons

 

Darsteller & Rollen:

Kevin Bishop .... Paul Porterfield
Paul Rhys .... Richard Kennington
Juliet Stevenson .... Pamela Porterfield
Allan Corduner .... Joseph Mansourian
Carlos Castañón .... Alden
Craig Hill .... Izzy
Leslie Charles .... Tushi
Pamela Field .... Diane
Naím Thomas .... Teddy
Geraldine McEwan .... Novotna
Mingo Ràfols .... Kellner
Roger Coma .... Portier
Pepa López .... Zigeunerin
Manu Fullola .... Stricher
Mauricio Cruz .... Hector (als Mauricio De La Cruz)

 

Lesbian Fun Shorts

Selten trifft ein Titel so genau den Inhalt. Es sind lesbische Filme, die Spaß machen und kurz sind; Kurzfilme eben. Ein ganzer Stall davon ist auf dieser DVD/VHS, die das Label beschreibt als "sexy, lesbisch, witzig, frisch! Eine mitreißende Sammlung preisgekrönter lesbischer Kurzfilme, die garantiert für gute Laune sorgt!"

D.E.B.S.
von Angela Robinson
USA 2002, 11 Min., Farbe, engl. mit dt. UT
Charlie's Angels auf lesbisch... Vier Schülerinnen, die zugleich bestens ausgebildete Geheimagentinnen sind, müssen gegen eine Ex-Kollegin kämpfen, die nach der Weltherrschaft strebt. Mitreissender Hochglanz-Kurzfilm, stylish und witzig. Der Langfilm gleichen Titels gewann gerade den Siegessäule LeserInnenpreis bei der Teddyverleihung der Berlinale 2004.
Ein handwerklich fantastisch gut gemachter Action-Thriller, der den Vergleich zu big-budget-Produktionen nicht zu scheuen braucht mit einer wirklich witzigen Story und hinreißenden Darstellerinnen.

Festivals und Preise:
Bester Kurzfilm BEARFEST 2003
Bester Kurzfilm CLEVELAND INTERNATIONAL FILM FESTIVAL
Publikumspreis L.A. OUTFEST
Bester Kurzfilm NEW YORK LESBIAN AND GAY FILM FESTIVAL
Bester Kurzfilm PHILADELPHIA INTERNATIONAL GAY & LESBIAN FILM FESTIVAL
Panorama BERLINALE 2003

Hartes Brot
von Nathalie Percillier
D 1999, 7 Min., Farbe, DF
Mensch und Maschine funktionieren perfekt in der Brotfabrik. Die Mädels sind auf Trab. Die Stückzahl stimmt. Nur die Neue, Nr. 423, kämpft einen ungleichen Kampf gegen die Maschinen. Aber wer am Ende gewinnt, wird sich erst noch zeigen.
Die Hauptdarstellerin Anna Böttcher brillierte bereits in "Wie die Karnickel" als verstörte Gattin. Die Atmosphäre in der Brotfabrik ist durch  die Symbolkraft der Bilder in Anlehnung an Fritz Langs "Metropolis" genial veranschaulicht.

Festivals und Preise:
Teddy bester Kurzfilm BERLINALE 2000
Panorama Award of the New York Film Academy BERLINALE 2000
Best Short Film AMIENS INTERNATIONAL FILM FESTIVAL 2000
Bester Kurzfilm FIRST STEPS AWARD 2000
Tiger für den besten Kurzfilm FILMFEST MÜNCHEN 2000
Nominierung GERMAN CAMERA AWARD 2001
Nominierung bester Kurzfilm DEUTSCHER KURZFILMPREIS

Die zehn Regeln
(The ten rules)
von Lee Friedlander
USA 2002, 27 Min., Farbe, englisch mit dt. UT
Neu im Lesbenland oder schon ein alter Hase? Dieses selbstironische Überlebenshandbuch hilft in allen Zweifelsfällen lesbischer Benimmfragen auf dem Weg zur Angebeteten.
Es ist für mich überraschend gewesen, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen Lesben und Schwulen doch zu geben scheint. Diese 10 Regeln des Lesbisch-Seins treffen fast 1:1 auch auf die Schwulenszene zu :-) Ein echtes Vergnügen!

Festivals und Preise:
Publikumspreis Bester Kurzfilm BOULDER GAY AND LESBIAN FILM FESTIVAL 2002
Publikumspreis Bester Kurzfilm PHILADELPHIA INTERNATIONAL GAY & LESBIAN FILM
FESTIVAL 2002
Bester Kurzfilm VERZAUBERT 2002
Lesben Film Festival Berlin 2002

Weihnachten zu Haus
(Home for Christmas)
von Frank Mosvold
Norwegen 2000, 4 Min., Farbe, norwegisch mit dt. UT
Mutter stopft den Truthahn und Annie muss es endlich sagen. Und dann entwickelt das Fest sich ganz unerwartet...
Surprise someone this Christmas, tell them you are a Lesbian!
Wunschträume... Ach, wenn doch nur alles so einfach wäre. Der Film karikiert die traurige Realität und stellt die Frage: Was wäre wenn...
Er macht Mut.

Festivals und Preise:
Publikumspreis Bester Kurzfilm L.A. OUTFEST 2000
Publikumspreis PIKES PEAK LAVENDER FILM FESTIVAL 2000
Bester Kurzfilm FRESNO REEL PRIDE GAY AND LESBIAN FILM FESTIVAL

4 P.M.
von Sam Bakhurst & Lea Morement
UK 2000, 13 Min., Farbe, englisch mit dt. UT
Was tust du, wenn du bis 16 Uhr die Wohnung deines One-night-stand verlassen haben musst, aber die Tür verschlossen ist?
Durch einen dummen Zufall ist Jessica Watson "gefangen" in einer fremden Wohnung. Ihre Bettgenossin für 1 Nacht hat die Türe mit dem Schlüssel verschlossen (London ist aber auch eine unsichere Gegend und sie ist eine Prominente...) und der ist für Jessica nicht mehr auffindbar. Sie muss also warten, bis die Gespielin um 16 Uhr wiederkommt. Das tut sie auch, sie ist aber nicht allein...

Festivals und Preise:
Bester Kurzfilm AUSTIN GAY & LESBIAN INTERNATIONAL FILM FESTIVAL
Publikumspreis Bester Kurzfilm BARCELONA INTERNATIONAL GAY AND LESBIAN FILM
FESTIVAL
Publikumspreis Bester Kurzfilm SEATTLE LESBIAN & GAY FILM FESTIVAL
Mona D'Oro LESBEN FILM FESTIVAL BERLIN 2001

Breaking up really sucks
von Jennifer McGlone
USA 2001, 10 Min., Farbe, englisch mit dt. UT
Hot Dogs, Poesie und Vibratoren spielen wichtige Rolle in dieser hochamüsanten lesbischen Beziehungskomödie.
Zwei Mädels verknallen sich, rammeln wie die Karnickel (vgl. "Hartes Brot"...), ziehen zusammen und der Haussegen hängt schief. Hat die Freundin eine Andere? Nein, einen Anderen.... Einen Vibrator! Drama ist angesagt...

Festivals und Preise:
Classic Cinema Award MELBOURNE QUEER FILM FESTIVAL
Finalist PLANET OUT
Special Mention TURIN INTERNATIONAL GAY & LESBIAN FILM FESTIVAL

Selma & Sofie
von Mia Engberg
Schweden 2001, 18 Min., Farbe, schwedisch mit dt. UT
Die jugendliche Selma verliebt sich in ihre exotische Schwimmlehrerin Sofie und denkt die ganze Zeit nur an Sex mit ihr. Darum gibt sie vor, immer noch nicht schwimmen zu können, nur damit sie von Frau Lehrerin angefasst wird. Ganz schön schlau... Aber was sagt ihr Loverboy dazu? Der denkt doch nur an Autos. Ja, so sind die Männer... Die Hetero-Männer... Der film enthält Unterwasser-Sexszenen und echte Gefühle. Denn die Schauspielerinnen sind auch im wirklichen Leben ein Paar. Der erste schwedische lesbische Erotik-Film mit komplett weiblicher Crew.

Festivals und Preise:
Göteborg Filmfestival 2002
San Francisco International Lesbian & Gay Film Festival 2002
Lesben Film Fest Berlin 2002
Pikes Peak Lavender Film Festival, Colorado Springs 2002
Schwul-Lesbische Filmtage Hamburg 2002
Sydney Mardi Gras Film Festival 2003
London Lesbian & Gay Filmfestival 2003
NewFestival, New York 2003

Bei der DVD sind die Untertitel bei den fremdsprachigen Filmen fakultativ zuschaltbar. Bei der VHS sind sie logischerweise obligatorisch.


Produktinfo:

LESBIAN FUN SHORTS
FSK 16

VHS:
Best.-Nr.: 144
EAN: 40 40592 001 593
Sprache: je nach Film: dt. OF; norw./schwed./engl. OF mit deutschen UT

DVD:
Best.-Nr. D144
EAN: 40 40592 001 609
Extras: Picture Gallery, Trailer, Directors' Bios, Infos zu den Filmen
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: je nach Film dt. OF.; norw./schwed./engl. OF mit ausblendbaren dt.
UT

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Mein Bruder Leo

Das Idyll einer französischen Familie zerbricht, als der älteste Sohn - Leo - seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern mitteilt, dass er HIV-positiv ist. Man beschließt, dem jüngsten Kind - Marcel (12) - die drohende Krankheit und den wahrscheinlich rasch eintretenden Tod Leos zu verheimlichen. Doch der "aufgeweckte" Junge belauscht das Komplott. Er fühlt sich aus dem Familienkreis ausgeschlossen und kann mit seinen in ihm tobenden Gefühlen kaum umgehen. Einerseits verängstigt vom Coming Out und der Krankheit des großen Bruders, andererseits wütend über die Geheimniskrämerei und das Zurücksetzen. 

Auch die Mutter ist nun leicht reizbar und der Vater bemüht sich auffallend - aber auch aufdringlich - um den infizierten Sohn. Die beiden mittleren Brüder rücken mit ihren Sorgen und Nöten weit in den Hintergrund angesichts des "Todesurteils" für Leo. Und alle schweigen gegenüber dem kleinen Marcel. Er wird sogar zu Freunden abgeschoben, weil er unbequeme Fragen stellt. 

Schließlich kommt es zum Ausbruch. Zum Ausbruch Leos, der die Enge der Familie und des Heimatorts verlassen will, um in Paris seine ehemalige große Liebe wiederzusehen. Und zum Ausbruch Marcels, der die Gelegenheit wahrnimmt, Leo zu begleiten, um den Mauern des Schweigens zu entfliehen. Unterwegs nähern sich die beiden Brüder einander an und fassen Vertrauen zueinander. Vertrauen, das über ihr bisheriges Verhältnis weit hinausgeht und das ihnen ein Gespräch über und einen Umgang mit AIDS ermöglicht. Dennoch spitzt sich die Situation unaufhaltsam zu, als Marcel die zunehmende Ohnmacht seines große, starken, souveränen Bruders erlebt...

Der Film brilliert durch seine ungeschminkte und nicht theatralische Darstellung eines HIV-Infizierten. Und dessen Erfahrungen mit der Umgebung und seinen eigenen Gefühlen. Er lebt von der nüchternen Darstellung eines kleinen, aber immer wichtiger werdenden Details des Menschen Leo. Seiner HIV-Infektion. Diese entwickelt sich schließlich zum Faktor Nr. 1, der sein Leben final bestimmt.

Die für französische Filme typischen ausgeprägten Dialoge werden bei der VHS deutsch untertitelt. Bei der DVD sind die UT abschaltbar. So können sich Frankophile dem ungetrübten Genuss hingeben.

Produktinfo:
VHS:
Sprache: Französisch mit dt. UT

DVD:
Extras: Picture Gallery, Trailer, Director's Bio
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: Französisch mit ausblendbaren dt. UT


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Tipp mit AIDS

(Tout contre Leo)
Regie: Christophe Honoré
F 2002, ca. 88 Min., Farbe

 

Darsteller & Rollen

Yannis Lespert .... Marcel 
Pierre Mignard .... Léo 
Marie Bunel .... Mutter 
Rodolphe Pauly .... Tristan 
Jérémie Lippmann .... Pierrot 
Dominic Gould .... Vater 

 

Mein wahres Leben in der Provinz

"Vom Zauber des Erwachsenwerdens" lautet der Untertitel. Und damit ist des Pud... äh - Filmes Kern genau getroffen. 

Etienne, ein Sechzehnjähriger in der französischen Provinz. Gutaussehend, witzig, Eiskunstläufer. Und stolzer Besitzer einer DigiCam. Jene immer kleiner werdenden Wunderwerke der Technik, die inzwischen mit einer Bildqualität aufwarten können, die vor wenigen Jahren noch dem Profi-Equipment vorbehalten war. Die kleine Kamera kann überall mit hin; kann versteckt in der Schultasche auch im Unterricht aufzeichnen, kann auf das Fahrrad montiert ungewöhnliche Perspektiven einfangen.
Genau das macht Etienne damit. Er hält drauf. Auf sein alltägliches Leben. Auf Kleinigkeiten und auf besondere Momente. Und besonders gern nimmt er seinen besten Freund Ludovic auf's Korn. Kein Wunder, ist er doch ein blendend aussehender Junge in Etiennes Alter. 
So nach und nach beschleicht den Zuschauer das Gefühl, dass der junge Filmemacher mehr für seinen Freund empfindet. Mehr, als der sich jemals vorzustellen wagt. Denn er entwickelt sich zu einem ausgesprochenen Womanizer. 

Im Laufe der Monate sammelt Etienne eine Menge Motive; authentische Zeugnissee seines kleinen Lebens in der Provinz - seines wahren Lebens in Rouen. In einer Art Video-Tagebuch-Collage filmt er sich, seine Mutter, ihren neuen Freund, seine Oma, Freunde. Scheinbar beliebige, banale und manchmal redundante Aufnahmen. Aber diese fügen sich langsam aber sicher zu einem Mosaikbild eines Jugendlichen bei der Entdeckung seines Schwulseins zusammen. 

Wir werden Zeugen der ersten Coming-Out-Schritte des Jungen; Selbsterkenntnis, vorsichtiges Outing in seinem Umfeld und schließlich das beglückende Erlebnis der ersten, schwulen Nacht mit einem Mann.

Wir werden im wahrsten Wortsinne Zeugen, denn die wackelige Kameraführung, die teilweisen Fehlbelichtungen und Unschärfen, die laienhaften Zoomfahrten, all' das suggeriert uns, dass die Aufnahmen tatsächlich von Etienne, Ludovic und Anderen mit der DigiCam gemacht worden sind. Was natürlich bei einem professionellen Filmdreh nicht der Fall gewesen sein dürfte. Wir werden also von Ducastel und Martineau "irregeführt". Anders formuliert: Die beiden Macher von "Felix" legen hier eine so überzeugende Arbeit vor, dass wir ihnen den dokumentarischen Charakter des Filmes problemlos abkaufen. Ein interessanter Ansatz also. Und ein interessanter Film, der viel fürs Auge, Gemüt und bei ausreichenden Französischkenntnissen auch fürs Ohr ist.

Die Originalfassung ist gut verständlich deutsch untertitelt (bei der DVD abschaltbar).


Mein wahres Leben in der Provinz bestellen bei Alphamusic als DVD

Mein wahres Leben in der Provinz bestellen bei Alphamusic als VHS

(Ma vraie vie à Rouen)
Ein Film von Olivier Ducastel & Jacques Martineau
F 2002, ca. 100 Min., FSK: o. A.

 

Darsteller & Rollen: 

Jimmy Tavares .... Etienne 
Lucas Bonnifait .... Ludovic 
Ariane Ascaride .... Caroline 
Jonathan Zaccaï .... Laurent 
Hélène Surgère .... Großmutter 

Nicolas Pontois .... Le copain patineur 
Frédéric Sendon .... Kunde in der Buchhandlung 
Marcelle Lamy .... Madame Langrune 
Frédéric Voldman .... L'entraîneur 
Aliette Langolff-Colas .... La jeune femme de la fête foraine (as Aliette Colas) 
Hanako Bron .... Vanessa 
Camille Dumalanède .... Elise 
Magali Hervieu .... La copine d'été de Ludo 
Frédéric Gorny .... L'homme de la falaise 
                                                                            

L.I.E.

Am Anfang war die Autobahn... Ja, "die Autobahn"... Nach einer anderen Quelle "das Wort"... Hier aber eben die Autobahn. Um genau zu sein die "Long Island Autobahn" oder eben der "Long Island Expressway" - abgekürzt: L.I.E.

Auf dieser Strecke ist Howies Mutter verunglückt. Howie ist 15 und Mitglied einer "Freizeit-Gang" um den charismatischen Gary, die spontane Einbrüche in der Gegend verüben.

Bei einem Solchen eindeckt Howie, dass der Macho mit den Gesichtspiercings auch eine "feminine Seite" hat. Es bleibt ihr Geheimnis. Angeregt probiert Howie Mutters Lippenstift ;-)

Gary plant einen Bruch, der ordentlich 'was einbringen soll. Ein gewagtes Unternehmen, denn er schafft es nicht alleine. Nur zu gerne hilft Howie seinem Freund. Doch der Plan geht schief. Der Besitzer der geraubten Waffen ist ein alter Kriegsveteran und Päderast. Und er ist ihnen bald auf der Spur...

In der Zwischenzeit kommen sich die beiden Jungs näher; mental wie körperlich. Doch dann gerät Howies Leben aus den Fugen, als auch noch sein Vater verhaftet wird und Gary verschwindet. Und der Pädo kommt ihm immer näher...

Nicht ohne Grund wurde der Streifen mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft.

Preise:
Bester Film des Jahres L.A. Society of Filmcritics
Bester Schauspieler Brian Cox - Beste Regie
Boston Society of Film Critics
Spezialpreis der Jury in Deauville
Bester Film - Beste Regie - Bester Darsteller
Filmfestival Fantasporto / Portugal 2003


Extras: Picture Gallery, Original Kinotrailer, Previews, Cast & Director’s Bios, Audiokommentare von Michael Cuesta und Brian Cox
Ton: Dolby Digital Stereo in Deutsch und Englisch


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Drama

Regie: Michael Cuesta
USA 2001, ca. 97 Min., FSK 16

 

Mit Brian Cox, Paul Franklin Dano, Billy Kay

Alles wegen Benjamin

Ein Blick auf das Cover verspricht die "Erste schwule Liebe"... Es ist ein Coming-Out-Film aus Frankreich. Ursprünglich fürs Fernsehen produziert ist er in Deutschland aber als DVD/Video-Premiere zu haben.

Der Protagonist ist der 16jährige Vincent Molina, ein sensibler, hübscher Junge, der anscheinend keinerlei Probleme hat. Mit seinen Eltern lebt er in einer Pariser Vorstadt. Er ist ein guter Schüler, der beste Schwimmer der Region Schwimmer und zusammen mit der hübschen Noemie.

Dumm ist nur, dass Vincents Leben eine einzige Lüge ist.

Noemie mag er zwar schon ganz gern, doch in Wirklichkeit fühlt er sich zu Jungs hingezogen. Er hat auch einen heimlichen Freund für's Grobe, aber glücklich ist er nicht. Bei seinem einmaligen Besuch in der städtischen Schwulen-Szene, in den Bars, fühlt er sich wie Frischfleisch und flieht. 

Sein Umfeld - Freunde, Freundin, Eltern - wissen nichts von Vincents Geheimnis. Doch dann kommt ein neuer Schüler an die Schule: Benjamin heißt er wohl. Mir ist der Name im Film allerdings nicht aufgefallen... Der Junge schon. Er wird dargestellt von Jérémie Elkaïm,  der schon u.a. in "Sommer wie Winter" in einer schwulen Rolle glänzte. Benjamin gibt sich intellektuell, mit schloddrigem Anzug, Drei-Tage-Bart, goutiert surrealistische Poesie im Stile Verlaines und Baudelaires und übt natürlich sofort eine unglaubliche Anziehungskraft auf Vincent aus. Ausgetauschte tiefe, schmachtende Blicke und offensichtliches Interesse lassen Vincent annehmen, einen anderen, attraktiven Schwulen gefunden zu haben. 

Doch nach dem ersten Kuss, zieht Benjamin sich merkwürdigerweise zurück... Aber das Techtelmechtel der beiden ist dummerweise den Schulkameraden nicht verborgen geblieben, plötzlich ist Vincent durch eine unbedachte Bemerkung Benjamins unfreiwillig geoutet. Am nächsten Tag findet sich ein Riesen-Graffiti in der Schule, das Vincent eine Schwuchtel nennt. Besonders die (arabischen) Schwimmer seines Schwimmvereins, wollen ihn nicht mehr mittrainieren lassen. Einzig sein bester Kumpel  Stéphane hält zu ihm. Schließlich erfahren auch die Eltern davon, und Vincent muss lernen, mit dieser völlig neuen Situation umzugehen ...

Er findet schließlich Unterstützung auch von Seiten, von denen er es nicht erwartet hätte. Aber er trifft auch auf Schwierigkeiten, mit denen er nicht gerechnet hätte. Ein Film aus dem prallen Leben gegriffen, also.

Die deutschen Untertitel sind leider teilweise etwas fehlerhaft. Bezüglich der Übersetzung aber auch in technischer Hinsicht. So ist der Umgang mit Umlauten teilweise "kreativ"...  Aber das tut dem Verständnis des eher ruhigen Films trotz einiger Dialoge keinen Abbruch. Die beiden schwulen Jungs sind sorgfältig ausgesuchte Schauspieler; aber auch die Nebenrollen brauchen sich nicht zu verstecken.


Erschienen als DVD und Video bei Edition Salzgeber

Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 

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Coming Out Film

Frankreich, 2002 
86 min.
Originaltitel: À Cause d’un Garçon (aka You'll Get Over It)

Regie: Fabrice Cazeneuve
Buch: Vincent Molina 
Kamera: Stephan Massis
Schnitt: Jean-Pierre Bloc
Musik: Michel Portal 

 

Darsteller & Rollen:

Julien Baumgartner .... Vincent
Julia Maraval .... Noémie
François Comar .... Stéphane
Jérémie Elkaïm .... Benjamin
Patrick Bonnel .... Bernard, Vincents Vater
Christiane Millet .... Sylvie
Antoine Michel .... Régis, Vincents Bruder
Nils Ohlund .... Bruno
Bernard Blancan .... Der Schwimmtrainer
Eric Bonicatto .... Der Literaturlehrer
Paco Boublard .... Junge im Schwimmteam 1
Vincent Billouin .... Junge im Schwimmteam 2
Adrien Saint-Joré .... Junge im Schwimmteam 3

Klassiker:

 

Erstes Mal - vier Kurzfilme

Vier Episoden über schwule Liebe

Frühstück?
Boris ist ein Frischling, jung, bebrillt und ein wenig bleich. Und eben neu in Berlin. Aber schon hat er Till kennen gelernt und sich ihn den rattigen Jungen verliebt. Seinen Traumtyp in der grauen Großstadt. Sein Herz-Bube. Doch Till ist eine Punze, eine Schlampe. So sieht er sich selbst. Er liebt Boris auch, aber ihm macht die Vorstellung, sich nur an einen Mann zu binden, Angst. Till will alles andere als sich festlegen. Mit seiner beste Freundin Giselle pflegt Till zu frühstücken. Und dabei will er nicht einmal seinen Freund Boris dabeihaben. "Frühstück ist nur für uns" sagt er zu ihr. Sie jedoch möchte nicht zwischen den beiden Liebenden stehen und lädt auch Boris ein. Doch dazu kommt es erst einmal nicht.

Ein gemeinsamer Ausflug ins Freibad steht auf dem Programm. Das gemischte Trio vergnügt sich auf individuelle Weise. Giselle bräunt sich, Boris vermeidet dies und kann auch mit der Anmache eines Mannes im Duschraum nicht umgehen. Ganz anders Till. Der schnappt sich den Hengst...

Derweil unterhalten sich Giselle und Boris über das Früchtchen: "Till ist wie ein Hund, er ist neugierig und macht, was ihm gefällt. Oft läuft er weg, aber er kommt immer wieder zurück". Keine tröstlichen Aussichten, die Giselle dem still leidenden Boris da vorhält.

Am Abend sind die Jungs unter sich und haben die Dächer und Lichter der Stadt ebenfalls unter sich. Ein kleinwenig Romantik keimt auf, doch Till kratzt die Kurve und schleppt Boris in eine Schwulendisko. Sie tanzen oben ohne und werden heiß aufeinander. Die Abkühlung soll im Freien stattfinden. Doch ein Zuschauer irritiert Boris; Till ist davon eher angetan und so verzieht sich der schüchterne Junge. 

Am Morgen danach ist wieder Frühstück bei Giselle angesagt. Sie redet dem Freund ins Gewissen und der zieht schließlich los, um nach Boris zu sehen. Der wiederum ist nur mäßig begeistert, als sein Lover vor der Türe steht und die beiden streiten sich wegen der Vorkommnisse der vergangenen Nacht. Im Durcheinander lässt Till sein Handy liegen und zieht von dannen. Einige Minuten später klingelt dieses. Boris geht dran und Till ist in der Leitung. Er springt über seinen Schatten und macht Boris eine Art Liebeserklärung. Auf seine Art. Boris ist gerührt und macht sich mit dem Handy am Ohr auf die Suche nach seinem Freund. Als sie sich finden, kommt es zu einer herzerweichenden Szene. Sie endet mit der Frage... "Frühstück?"

Deutsche Fassung

 

Freunde
geht auf die Kurzgeschichte "The Whiz Kids" der amerikanischen Autorin A.M. Homes zurück und ist eine Diplomarbeit an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM). 

Ein blonder Junge rennt im Regen mit einer Taschenlampe in der Hand über Land. Schnitt. Zwei Jungs balgen sich im Matsch. Schnitt, Rückblende. Im Schul-Labor. Der coole Marco nennt den blonden Johannes einen Schwanzlutscher. Der reagiert nicht darauf. Marco nimmt Johannes in den Schwitzkasten. Erst eine Lehrkraft trennt die beiden. Schnitt. Wieder die Rauferei. Schnitt. Auf dem Sportplatz rauchen die Freunde Zigaretten und Johannes quatscht mit andern Bekannten. Schnitt. Die Jungs sind Freunde, OK, so weit haben wir's kapiert. Und in ihren ständigen Raufereien entladen sich angestaute Sehnsüchte nach Berührung und Zärtlichkeit. 

Marco wirft den Videorekorder an und legt einen Hetero-Porno ein. Johannes ist wenig begeistert. Marco will ihn provozieren. Er fragt, ob es Johannes stört, dass eine Frau mitspielt. Johannes antwortet nicht, sondern geht. 

Tags darauf in der Schule schmachtet Johannes Marco an. Der reagiert gelassen. Später suchen sie Unterschlupf vor dem Regen in einem verlassenen Gehöft und vertreiben sich die Zeit mit Spielchen. Sie verbringen gerne ihre Zeit miteinander. Auch in der Badewanne, wo es zu ersten eindeutigen Zärtlichkeiten kommt. Marco liebt die Gefahr und wichst, während Johannes Mutter nebenan staubsaugt. Marco liebt die Macht, die er über Johannes hat, wenn er sich dann vor ihm aufbaut und befiehlt: Ablecken! Marco überschreitet Grenzen. In der sturmfreien Bude kommt es zu Zärtlichkeiten, die mit der Verwendung von Gleitcreme enden <räusper>. Später schlägt er Johannes vor, dabei zuzusehen, wie er mit einem Mädchen schläft. Doch als die sich weigert, kommt es zum Eklat.

Krügers Film verstört. Die Schnitttechnik macht es nicht leicht, dem Inhalt zu folgen, aber sie veranschaulicht auch die Zerrissenheit der Gefühle der Jugendlichen.

„Silberner Löwe“ für den Besten Kurzfilm auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 2001
‚Prix UIP Venice 2001’ (Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis)
1. Preis der „Short Cuts Cologne“, Internationales Kurzfilmfestival Köln 2001
Prix Canal+ des Int. Filmfestivals Angers / Frankreich

Deutsche Fassung

 

Das Sommerkleid 
Der schnuckelige Schwule Sébastien fährt mit seinem gutaussehenden Lover in Urlaub. Durch die Extrovertiertheit dessen entnervt, packt er seine Sachen und geht an den Strand zum Nacktbaden. Dort fällt er ins Beuteschema einer Fremden, er geht auf die Anmache des Mädchens ein und schiebt mit ihr im Wäldchen am Strand eine Nummer. Danach ist seine Kleidung gestohlen. Sie bietet ihm - leihweise - ihr Kleid an. Widerwillig streift er es sich über und radelt schnellstmöglich zurück. In dem Ferienhäuschen angekommen, trifft er auf seinen Freund und angeregt durch dieses Kleid und das allfällige Rollenspiel fallen die beiden übereinander her. Das Kleid wird in Fetzen gerissen, und... ;-)
Am Morgen danach muss Sébastien es dem abreisenden Mädchen zurückgeben.

Der Kurzfilm wurde 1997 in Locarno mit dem Nachwuchspreis "Leoparden von morgen" ausgezeichnet.

Französisch mit (bei der DVD abschaltbaren) deutschen Untertiteln.

 

Hormone und andere Dämonen
Alles fängt mit einem Arztbesuch an. Der verweigert der androgynen Eddi die gewünschten Hormone. Dabei möchte sie doch so gerne Brüste haben. Eigentlich. Als ihr großer Bruder im Ferienhäuschen beiläufig erwähnt, dass ihre Mutter Östrogene schluckt, fasst Eddi einen Entschluss. Nach einem Sprung in den See gerät sie an den Angelhaken eines blonden, jungen Mannes, dessen Namen wir erst später erfahren werden. Er befreit das Mädchen behutsam aus seiner misslichen Situation. Dabei empfindet Eddi seine Berührung als sehr angenehm. Doch sie rennt davon. Im Haus schnappt sie sich Muttis Schminkköfferchen, um den Plan in die Tat umzusetzen. Sie hat kein Interesse an Kajal oder Rouge, nein sie hat es auf die Pillen abgesehen, und schnell ist eine davon eingeworfen.

Zurück zum Angler, denn die Wunde, die der Haken verursacht hat, will versorgt werden. Der Mann erzählt Eddi u.a. von seinem Psychiater und macht ein bei ihm gelerntes Spielchen mit ihr. Ich sage Dir ein Wort, und Du sagst mir sofort ein Anderes, was Dir dazu einfällt. Mit "Sommer" fängt es an und endet bei "Sex". Ups. Beim Wort. Denn außer ein paar vorsichtigen Küssen läuft nichts. In der geliehene Uniform geht Eddi nach Hause.

Ihr Bruder Kai hat Geburtstag und er hat den Angler Lukas eingeladen. Zur Überraschung von Edvarda, die nun einander endlich vorgestellt werden. Sie probiert heimlich Mutters Spitzenunterwäsche an, weil sie dem Mann gefallen möchte und schluckt gleich mehrere Pillen. Denn sie ist Feuer und Flamme für ihn. Offensichtlich findet ihre Mutter den Fremden auch attraktiv, denn sie tanzt zärtlich mit ihm. Er jedoch tauscht mit Kai vielsagende Blicke aus. Eddi ist entsetzt. Durch einen Trick schafft sie es, die Mutter loszueisen, doch gerade als sie mit dem Objekt aller Begiereden tanzen will, funkt ihr Bruder dazwischen. Mitternachtsschwimmen.  Doch auch hier versaut die Mutter Eddi die Tour. Die beiden Jungs verschwinden... Am Morgen dann sucht Eddi in Lukas' Bootshaus und findet die beiden Männer Arm in Arm eng umschlungen. Geschockt rennt sie nach hause. Nicht ohne dabei dem folgenden Lukas einen Kinnhaken zu verpassen...

Unter vier Augen rät sie ihrem Bruder, er solle doch auch 'mal die Tabletten der Mutter - und besser noch - deren Höschen probieren. Sie braucht eine Weile, bis sie das Schwulsein ihres Bruders akzeptieren kann. Schließlich geht sie zu Lukas, um die Uniform zurückzubringen; im strömenden Regen. Sie findet ihn in der Hängematte und bekommt etwas ganz Besonderes...

Norwegisch mit (bei der DVD abschaltbaren) deutschen Untertiteln.

Die vier Kurzfilme zum Thema "Schwule Liebe - Das erste Mal" sind hervorragend ausgewählt und von überdurchschnittlicher Qualität.


Erschienen als DVD und Video bei Edition Salzgeber

Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 

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Deutschland, 2002 Kurzfilm, 14 min.

Buch und Regie: Alexander Pfeuffer, Kamera: Martin Hoffmann, Ton: Susy Wehrli, Schnitt: Broderick Fox, Martin Hoffmann, Musik: Karim Sebastian Elias, Szenenbild: Peter Ulrich und Susanne Dietze, Produzenten: Thomas Grube, Uwe Dierks

Rollen und Darsteller: Till (Tobias Schenke), Boris (Nico Link) und Giselle (Anna Thalbach)

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland 2001, 21 min


Kamera: Oliver Schwabe
Montage: Rita Schwarze
Sound: Uwe Dresch
Buch und Regie: Jan Krüger
nach einer Idee von A.M. Homes

Darsteller: Marlon Kittel, Martin Kiefer

 Tipp für Transen

(Une robe d’été)
Spielfilm, Frankreich 1996, 16 Minuten
Regie: François Ozon

Mit Frédéric Mangenot, Lucia Sanchez, Sébastien Charles

Musik: (Sonny Bono »Bang Bang«) 

Norwegen

Regie: Sara Johnsen

 

Kostbare Augenblicke - Norwegische Kurzfilme 

 

Ein Kuss im Schnee
Der "tee-nagende" Stian ist gerade in einem Wohnblock frisch eingezogen. Er klingelt bei Peder, um sich eine Zange für die Fahrrad-Reparatur zu leihen. Nichtahnend, dass Peders Freundin Cecilie schon ein Auge auf ihn geworfen hat. Dei beiden beobachten den Neuen und das Mädchen gesteht, dass sie sich ihn verliebt hat. Doch auch Peder hat seltsame Gefühle im Bauch. 

Auf einer Party bei viel Bier macht sich das Mädchen an Stian heran. Peder bleiben nur traurig-sehnsüchtige Blicke auf das tanzende Paar. Doch sie werden von Stian erwidert...

Als die Jungs wieder unter sich sind, fragt Stian vorsichtig nach, ob Peder und Cecilie miteinander gingen. Die Antwort ist ausweichend. Und auch sonst erwidert Peder Stians Angebot, etwas miteinander zu unternehmen erst einmal nicht.
Später jedoch geht er zusammen mit dem Pärchen im Schnee spazieren. Es kommt zu einer kleinen Balgerei (...aha...) und dann klopfen sich die Jungs gegenseitig den Schnee von den Klamotten (...aha!...) unter den kritischen Blicken des Mädchens (...oho...). Und letztlich kommt es zum Titelgebenden Kuss (...AHA!!!...).

Wie's weitergeht...? Film gucken! :-)

Die unruhige Handkamera mit Schärfefahrten wird dem jugendlichen Lebensgefühl gerecht.

 

Sommerblues
Arbeiter in einer Fleischwarenfabrik. "Männer-Themen" in der Umkleide. Mädchen und Schlampen. Dummerweise ist diese "Schlampe" die Freundin eines der Jungen, Mads... Fettnäpfchen in der Fleischfabrik. Ein nettes Bild...

Es folgt eine Aussprache zwischen Mads und besagter Freundin, die versichert, es sei "nichts passiert". Hernach machen zwei Jungs mit ihren Freundinnen Urlaub am Meer. Die Mädchen sitzen etwas abseits, als die alten Freunde Mads und Christian sich im Wasser vergnügen.

Unter angemessenem Alkoholpegel kommt es in geselliger Runde dann zum Drama... Mads und seine Freundin trennen sich.

Liebevoll kümmert sich Christian um Mads, dem es nicht nur wegen des übermäßigen Alkoholgenusses nicht gut geht. Zärtlich streichelt er den Schlafenden, und ....

Stilistisch vergleichbar mit "Ein Kuss im Schnee" spricht der Film jugendlichen Schwulen aus dem Herzen.

 

Entsagung
behandelt das Verhältnis von Glauben und sexueller Orientierung. Ein junger Mann namens Jonathan möchte Priester werden. Als er die Beichte ablegt, muss er sich mit seinem Schwulsein auseinandersetzen. Er erinnert sich an ein Erlebnis mit einem Jugendfreund am Strand. 

In Rückblenden lässt er sein Leben und insbesondere seine schwule Beziehung noch einmal Revue passieren. Denn die steht ja im diametralen Gegensatz zu seinem Wunsch, katholischer Priester zu werden. 

Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen zwischen Jonathan und David.

 

Wellen
Zwei Halbwüchsige machen einen Ausflug in die Schären. Sie erinnern sich wehleidig an ihre gemeinsame Jugend, die sie auch schon in dieser Gegend verbracht haben. 

In der Nacht machen sie es sich am offenen Kamin gemütlich und sprechen über ihre Gefühle. Der Eine hat mit einem Mädchen geschlafen, aber es war nicht so ganz "das Wahre". Ihm steht sonst wohl mehr der Sinn nach dem "Ei des Kolumbus".  Der Freund will nur Liebe machen, mit jemandem, mit dem er über alles reden kann. Wie z.B. mit seinem derzeitigen Gesprächspartner...

Ein sehr ruhiger Film, vielleicht ein wenig dialoglastig, fast "französisch".

 

Kostbare Augenblicke
Ein Teenager meldet sich 1997 auf die Kontaktanzeige eines Mittdreißigers. Ausgehend von einem tatsächlichen Gerichtsverfahren in Norwegen wird hier die Frage gestellt, ob Sex mit Minderjährigen zwangsläufig ein Verbrechen sein muss. 

Doch erst einmal beobachten wir besagten Teenie Olav dabei, wie er seine Schulkameraden bei neckischen Spielchen im Duschraum beobachtet. Die Szenerie wird durch den Anruf des "Onkels" unterbrochen, mit dem sich Olav in einem Hotel treffen soll. Der Junge macht sich auf den Weg zum Zimmer 353.

Seine innerliche Unsicherheit überspielt der 15-Jährige gekonnt mit aalglatter Coolness. Der Erwachsene ist sichtlich begeistert, als der Junge über ihn "herfällt"...

Bei der Zigarette danach entdecken die Beiden, dass zwischen ihnen mehr ist als nur Sex. Doch dann steht plötzlich die Polizei im Zimmer...

In einer Rückblende sehen wir vor den Worten des Gerichtsprotokolls den Besuch im Hotelzimmer noch'mal aus einer anderen Perspektive. Weil Olav erst in 2 Monaten 16 geworden wäre, steht sein Liebhaber nun vor Gericht.

 

Zusammenfassung:
Fünf schwule Kurzfilme aus Norwegen, über die erste Liebe, mal provokant, mal poetisch und ohne Scheu.

Gleich mit vier Filmen vertreten ist Frank Mosvold (Jahrgang 1965): Ein Kuss im Schnee, Entsagung, Wellen und Sommerblues. In seinen anrührenden und sensiblen Filmen erzählt der Regisseur von Unsicherheiten der Gefühle und Verwirrungen erster Liebe und wurde dafür auf diversen internationalen Filmfestivals mehrfach ausgezeichnet. 
Zusätzlich komplettiert Precious Moments die Sammlung, ein meisterliches filmisches Kleinod des enfant terrible im norwegischen Queer-Film Lars Daniel Krutzkoff Jacobsen. Frisch ausgezeichnet mit dem Teddy für den besten Kurzfilm auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin und mit seinem deutschen Titel Namensgeber dieser schönen Sammlung ­ Kostbare Augenblicke.


Erschienen als DVD und Video bei Edition Salzgeber

Originalfassungen mit deutschen Untertiteln. 

Kaufen als DVD bei Amazon oder als VHS.

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Ein Kuss im Schnee - Kysset som fikk snøen til å smelte
Norwegen 1997 • 22 Min. • O.m.U.
Regie: Frank Mosvold
Buch: Tor Fretheim

Darsteller: Kristian Dale Hakkelberg, Stian Barsnes Simonsen, Silje Andresen 

 

 

Sommerblues - Summerblues
Norwegen 2002 • 25 Min. • O.m.U.
Regie: Frank Mosvold
Buch: Frank Mosvold
Kamera: Brian Harding
Schnitt: Frank Mosvold 

 Darsteller: Kristoffer Berre Alberts, Hanne Backe Hansen, Tord Vandvik Haugen, Julia Elise Schacht

 

 

Entsagung - Forsaken
 Norwegen 1994 • 12 Min. • Englisches O.m.U.
Regie: Frank Mosvold 

 

 

Wellen - Bølgene
 Norwegen 1998 • 10 Min. • O.m.U.
Regie: Frank Mosvold
Buch: Øyvind Ellenes, Frank Mosvold
Kamera: Brian Harding 

Darsteller: Erik Ferguson, Stian Barsnes Simonsen

 

 

Kostbare Augenblicke - Fremragende Timer - Precious Moments
Norwegen 2002 • 17 Min. • O.m.U.
Regie: Lars Daniel Krutzkoff Jacobsen, Jan Dalchow
Buch: Lars Daniel Krutzkoff Jacobsen, Jan Dalchow nach einer Idee von Wiggo Farberg
Kamera: Frank Alvegg
Schnitt: Jan Dalchow
Musik: Tom Erik Ingvaldsen

Teddy-Award 2003 für den besten Kurzfilm Berlin 2003 

Darsteller: Even Rasmussen, Tord Vandvik Haugen, Toril Martinussen, Wiggo Farberg

 

 

 

 

Not Angels But Angels /  Mandragora

Not Angels But Angels
Wer hat nicht schon von den (billigen) Strichern in Prag gehört? Sie haben Namen und Gesichter. Und die unterschiedlichsten Geschichten zu erzählen.

Sehr einfühlsam schildert der Film die Situation dieser Jungs und ihre Einstellung zu ihrem Job. Einige sind schwul, andere tun es nur zum Überleben. Im Laufe der Dreharbeiten tauten die jungen Männer langsam auf und ließen ihre wahren Gefühle erkennen, ihre innersten Gedanken und Empfindungen. Es fehlt auch nicht der Seitenblick auf die Typen, die an der Vermittlung der Jungs Geld verdienen. Und auch den Sex ohne Kondom gutheißen.

Der Film ist auf Tschechisch mit deutschen Untertiteln und bewahrt so seine Authentizität. Einzig ein Junge spricht Englisch. Er ist gebürtiger Amerikaner und mit seiner Familie in Prag hängengeblieben. Da er von zuhause fortgelaufen ist, hält er sich mit Diebstahl und Prostitution über Wasser.
Überhaupt scheint das die große Gemeinsamkeit in den einzelnen Schicksalen zu sein. Weg vom Elternhaus, aus unterschiedlichen Gründen, hin zu der großen Stadt, und dann der Versuch, schnell an Geld zu kommen. Meist von Touristen, Ausländern, die oft nur zu diesem Zweck in die Stadt kommen.
Ehrlich, wenn ich mir diese Freier vorstelle, schäme ich mich, schwul zu sein.

Mandragora
ist die botanische Bezeichnung für Nachtschattengewächse. Und tatsächlich bietet der Streifen einen Einblick in die Prager Stricherszene, wie man sie in solcher Brutalität und Realitätsnähe bisher noch nicht zu sehen bekam. 

Der 16-jährige Marek hat die Schule und das tristen Leben mit seinem Vater in der Kleinstadt satt und nimmt sich eine Auszeit in Prag. Doch kaum auf dem Bahnhof angekommen, gerät er unter die Räder. Noch eh' er sich's versieht wird er von dem brutalst-möglichen Zuhälter Honza als Frischfleich an einen Kunden verscherbelt, der ihn - nachdem Honza ihn unter Drogen gesetzt hat - vergewaltigt. Verstört versuchte er nochmals zuhause Fuß zu fassen, doch er landet wieder im Sumpf des hauptstädtischen Strichermilieus. Immer tiefer rutscht der Junge ab. Selbst seine in ähnlicher Situation steckenden "Kollegen" beuten ihn aus. 

Regisseur Wiktor Grodecki setzt mit diesem Spielfilm die Thematik seiner Dokumentation "Not Angels But Angels" gelungen fort.

Erschienen auf DVD in tschechisch / englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln und einer Spielzeit von 130 min.

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Drama / Doku

Tschechische Republik 1994

Regie: Wiktor Grodecki

 

Drama / Doku

Tschechische Republik 1997

Regie: Wiktor Grodecki

 

Not Angels But Angels Darsteller & Rollen:

 

Mandragora Darsteller & Rollen:

Miroslav Caslavka .... Marek
David Svec (I) .... David
Pavel Skripal .... Honza
Kostas Zerdolaglu .... Krysa
Miroslav Breu .... Libor
Jirí Kodet .... Olec
Karel Polisensky .... Sascha
Richard Toth .... George
Jiri Pachman .... Pan Franta
Pavel Koci .... Rudy
Jitka Smutná .... Krysas Frau
Jiri Kaftan 
Bretislav Farsky 
Michell Turchetti 
Tomas Petrak 

 

 The Fluffer

Eine Geschichte um Obsession, Unterwerfung, Geld und Sex. Johnny ist der Traum eines jeden schwulen Pornokonsumenten: geil, muskulös und dumm. Das findet auch Sean und glaubt seinen Traumjob ergattert zu haben, als ihn Johnnys Produzent als Fluffer anstellt, um Johnny während der Drehpausen auf Touren zu bringen. Doch erstens ist Johnny hetero und zweitens kommt sowieso alles anders.

Der junge Schwule Sean McGinnis kommt nach L.A. um Karriere beim Film zu machen. Aus einer Videothek leiht er sich ständig Filmklassiker aus, um diese zuhause zu gucken. Als in einer vermeintlichen "Citizen Kane"-Cassette nicht Orson Welles erscheint, sondern Johnny Rebel in "Citizen Cum" ist Sean zuerst erstaunt. Die vertausche Cassette entpuppt sich als schwuler Porno und Sean verguckt sich aus dem Stand in den attraktiven, muskulösen Hauptdarsteller mit dem großen Schwanz. Nach weiteren Sichtungen von Videos der Janus-Pornoproduktion, deren Star Johnny Rebel ist, steht für Sean fest, dass er diesen Kerl kennen lernen muss. Der junge Schwule verliebt sich Hals über Kopf in den solariengebräunten Hauptdarsteller des Films, Johnny Rebel (Scott Gurney). 

OmU

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USA 2000

Regie: Richard Glatzer, Wash West

 

 

Scott Gurney, Roxanne Day, Michael Cunio, Deborah Harry


Marlene Dietrich - Her Own Song

Am 10. Februar 2003 erscheint in der Edition Salzgeber MARLENE DIETRICH - HER OWN SONG auf DVD und Video. Marlenes Enkelsohn J. David Riva hat ein äußerst intimes Porträt des Superstars gezeichnet. 

MARLENE DIETRICH - HER OWN SONG: 100 Minuten Faszination und neue Einsichten über einen der berühmtesten und missverstandensten Stars des 20. Jahrhunderts. Der Film ist Marlene Dietrichs politischem Anliegen während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit auf der Spur. Nahezu unbekannt blieben bisher die Hintergründe, die den Star dazu bewegten, sein bequemes Leben in Hollywood zeitweise aufzugeben und sich mit Auftritten und Konzerten auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu engagieren. Zum Vorschein kommt die bisher unbekannte Seite eines Stars im Wechselbad politischer Intrigen, künstlerischen Könnens und kompromissloser Emotionen - fernab der Hollywood-Herrlichkeit. 

Bisher unveröffentlichtes Dokumentarmaterial und noch nie gezeigte Filme aus Marlenes Privatsammlung lassen ein einzigartiges Porträt entstehen. In exklusiven Interviews: Volker Schlöndorff, Hildegard Knef (in ihrem letzten Interview), Beate Klarsfeld und die Tochter der Dietrich, Maria Riva. 

Produktinfo: 
FSK o.A. 

VHS: 
Best.-Nr. 211 

DVD: 
Best.-Nr. D211 
Bildformat: 4:3 
Tonformat: Dolby Digital Stereo 
Sprachen: Kommentierte dt. Fassung, Originalfassung mit ausblendbaren dt. 
und engl. UT 
Extras: Bewegtmenü, ungekürzte Zusatzinterviews, Slideshow 

 

 

 

Das Ende des Regenbogens

von Uwe Frießner auf DVD und VHS. Erstmals erschienen im Jahre 1979 ist der schwule Kultfilm der Achtziger nun endlich käuflich erhältlich. 
Besonderes Bonbon der DVD: Ein Audiokommentar des Regisseurs im Gespräch mit Wieland Speck

Pressetext:
West-Berlin, Ende der 1970er Jahre. Jimmi, 17 Jahre alt, lebt von Strich und Kleinklau so mager, dass er immer wieder davon redet, sich Arbeit zu suchen. 
Aber wie geht man das an, wenn man es nie gelernt hat? Er befindet sich weit von jenen Spielregeln entfernt, nach denen bürgerliches Leben funktioniert. 
Verspielt, verwirrend natürlich, naiv und androgyn bezaubert Jimmi mit seiner sinnlichen Ausstrahlung. Der Zufall führt ihn in eine studentische Wohngemeinschaft in Berlin, die seinen Sprüchen den nötigen Ernst entgegenbringt und ihm bis zur Beschaffung von Papieren und Arbeit 
Unterkunft gewähren will... 
Ein radikaler, ungehobelter Film, der durch Vitalität und authentische Dichte überzeugt. Gedreht an Originalschauplätzen mit Laiendarstellern direkt aus der Szene. 
Preisgekrönt mit 2 Bundesfilmpreisen 1980, Film des Monats 1979 der Jury der Evangelischen Filmarbeit, Prädikat: besonders wertvoll. 

Produktinfo VHS: 
Best.-Nr.: 138 
EAN: 40 40592 001425 

Produktinfo DVD: 
Best.-Nr. D 138 
EAN: 40 40592 001 432 
Extras: Audio-Kommentar des Regisseurs im Gespräch mit Wieland Speck, Cast- und Crew-Biografien 
Bild: 1:1,37 
Ton: Dolby Digital Stereo 

Kaufen als DVD bei Amazon oder als VHS.

Tipp für Schwule

D 1979, Farbe, 107 Min., FSK 12 

Regie: Uwe Frießner
Drehbuch: Uwe Frießner
Kamera: Frank Brühne
Musik: Alexander Kraut, Klaus Krüger, Michael Nuschke, Matthias Kaebs

 

Mit Thomas Kufahl, Slavica Rankovic, Henry Lutze, Udo Samel, Heinz Hoenig u. a.

 

Iron Ladies

Kaum zu glauben...! Die Geschichte des Filmes um ein überwiegend homosexuelles Volleyball-Team aus Thailand beruht tatsächlich auf einer wahren Begebenheit.

Der Reiskuchenverkäufer Jung macht im Provinzstädtchen Lampang gute Geschäfte auf dem Markt mit seinen - oder besser: ihren - Spezialitäten. Zusammen mit dem alten Freund Mon, der bei einem Vorspiel (nein, das ist jetzt ausnahmsweise 'mal nicht sexuell gemeint...) nicht in eine Volleyballmannschaft aufgenommen wurde, weil er schwul ist, bewirbt sich Jung bei Trainerin "Coach Bee", einer kleinen Lesbe. Sie stellt gerade das Team der Stadt für die nationalen Meisterschaften zusammen.
Wie die geneigten Zuschauer schon wissen, hat sie es mit einem grobschlächtigen Haufen homophober Sportler zu tun. Und nachdem sie die zwei Schwulen im Team haben will, sprengt der Anführer Mann seinen "Mann"schaft. So kommt Coach Bee auf die Idee, um den einzigen verbliebenen Hetero Chai und die beiden Schwulen, eine neue Mannschaft zu suchen. Da kommen die Freunde und Bekannten der Homos ins Spiel. Im wahrsten Wortsinne.
Nong, ein Büffel von Gestalt, aber mit zentimeterlangen Fingernägeln und sehr femininer Gestik spielt noch bei der Armee und wird dort abgeworben. Sein Aufschlag ist so hart, dass schon 'mal ein Ball zerplatzt...
Pia, ein Star der Travestieshow von Pattaya, dank Silikon und Chirurgie aussehend wie die letzte Miss Thailand...
Wit, der bis dato ungeoutet ist, wird direkt von seiner Verlobungsfeier mit einer Chinesin, bei der auch schon Hochzeitspläne geschmiedet werden, weggefischt...
Und dann wären da noch April, Mai und Juni, die Transen-Drillinge, Ex-Schüler Coach Bees, die das Team komplettieren.

Zunächst beobachten wir sie beim Training. Und auch die Bevölkerung der Umgebung nimmt Anteil an der "Lachnummer". Denn sind sie nichts weiter als das. Doch dann, als sie ein Spiel nach dem anderen gewinnen und schließlich als Vertreter des 5. Bezirks in die Landesmeisterschaften einziehen, nimmt auch die Presse und das Fernsehen Notiz von ihnen. Die Anzahl ihrer Fans wächst beträchtlich. Aber auch die Zahl ihrer Feinde nimmt zu.
Man(n) kann sich nicht vorstellen, dass Homos mit ihrem weibischen Gehabe, beim Sport "echte" Männer schlagen.

Vor dem Einzug ins Quartier bei den Meisterschaften kommt es auch zu einer Eskalation der Spannungen innerhalb des Teams. Mon und Chai geraten aneinander. Aber schließlich besinnen sich beide auf ihr gemeinsames Ziel: Volleyball-Meister zu werden. Und sie gehen auch in persönlichen Dingen aufeinander zu, lernen den Anderen zu respektieren und legen auch ihre Abneigung gegen den jeweils Andersartigen ab.
Die Sportfunktionäre versuchen mit allen Mitteln, die Teilnahme der Iron Ladies (wie sich das Team genannt hat) zu verhindern. Dann der Showdown in der Sporthalle...

Die temporeiche, charmante Komödie war der absolute Knaller auf den internationalen Festivals, spielte sich in die Herzen der ZuschauerInnen und heimste zahlreiche Preise ein (unter anderem den LeserInnenpreis der Siegessäule und eine Special Mention der Berlinale Teddy-Jury 2001). IRON LADIES wurde der kommerziell zweiterfolgreichste Film Thailands.

Eine durchweg gelungene Mischung aus Drama und Komödie, voller schwuler Lebensart und überschäumendem, fröhlichem Temperament.


Erscheint als DVD und Video bei Edition Salzgeber

Thailändische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Unter uns Betschwestern: Ich glaube nicht, dass man diese charmanten Damen synchronisieren hätte können. :-)

Kaufen als DVD bei Amazon oder als VHS.

Tipp für SchwuleTipp für TranssexuelleTipp für TransenTipp für LesbenDer besondere Tipp

Komödie, Drama

Thailand 2000

Regie: Yongyooth Thongkonthun

 

Darsteller und ihre Rollen:

Chaicharn Nimpulsawasdi .... Jung 
Jesdaporn Pholdee
.... Chai 
Sahaphap Tor .... Mon 
Ekachai Buranapanit .... Wit 
Giorgio Maiocchi .... Nong 
Kokkorn Benjathikoon .... Pia 
Shiriohana Hongsopon .... Coach Bee
Phomsit Sitthijamroenkhun .... April 
Sutthipong Sitthijamroenkhun .... Mai 
Anucha Chatkaew .... Juni

 

Anders als die Anderen

ist "Mann", wenn "Mann" schwul ist... Und dann kommt "Mann" in Schwulitäten...

Inhalt:
Paul Körner, die Hauptfigur in dem semidokumentarisch aufgebauten Film, fühlt sich schon zu Schulzeiten zu einem Klassenkameraden hingezogen. Zu sehr, wie der Lehrkörper befindet. Und so wird er von der Schule verwiesen. 
Dennoch vermag er ein Studium aufzunehmen, welches ihn aber auch nicht befriedigt. Seine Kommilitonen drängen ihn ständig, mit Mädchen anzubandeln. Doch danach steht Pauls Sinn nicht...
Er gibt das Studentenleben auf und sich seiner Begabung hin, als Violinvirtuose sein Geld zu verdienen. Als gefeierter Star, niemand weiß um seine Homosexualität. Nach einem seiner Konzerte erscheint sein treuester Fan - ein junger Mann -  und bittet um Privatunterricht. Romantisch. Doch auf einem Schwulenball nimmt Paul einen Fremden mit nach Hause. Ein fataler Fehler, denn er wird nun das Opfer eines Verbrechers -  eines Erpressers. Dieser droht, ihn wegen Verstoßes gegen den § 175 anzuzeigen. Paul zahlt, bis ihm der Besuch eines Vortrags von Magnus Hirschfeld und die wissenschaftliche Betrachtung der Homosexualität neues Selbstbewusstsein geben. Er zeigt Bollek an, der zwar wegen Erpressung verurteilt wird - doch nun ist auch Körners Veranlagung bekannt und er wird gesellschaftlich geächtet. Körner begeht Selbstmord.

Fazit:
Ein filmhistorisches Dokument, ein Stück lebendige Schwulengeschichte.
Richard Oswald schuf unter der Beratung Magnus Hirschfelds einen Film, der 1919 seiner Zeit weit voraus war und folgerichtig von den Behörden zensiert wurde. Den Restauratoren gelang es, aus einer in der Ukraine aufgefundenen Filmrolle, die Originalfassung wiederherzustellen.

Pressetext: 
Am 2. September 2002 erschien bei der Edition Salzgeber ein wahres schwulenhistorisches Monument auf Video: ANDERS ALS DIE ANDERN.

Mit ANDERS ALS DIE ANDERN hat Richard Oswald den ersten Homosexuellen-Film der Filmgeschichte geschaffen. Der Film wurde am 18.08.1920 verboten "mit der Maßgabe, dass die Vorführung zugelassen wird vor bestimmten Personenkreisen, nämlich Ärzten und Medizinalbeflissenen, in Lehranstalten und wissenschaftlichen Instituten."



Zu beziehen im Buchhandel oder direkt bei der Edition Salzgeber www.salzgeber.de

D 1919
41 Minuten
sw, stumm
Regie: Richard Oswald

 

Mit:
Conrad Veidt, Fritz Schulz, Magnus Hirschfeld

Paragraph 175

ist ein mehrfach ausgezeichneter Film (Berlinale: Teddy Award, Sundance: Directing Award) über ein schon fast "vergessenes", aber nichtsdestotrotz immer noch brennendes Thema: Schwulenverfolgung im Dritten Reich.

Kurz-Info
Etwa 100.000 Homosexuelle sind während der NS-Herrschaft in Deutschland inhaftiert und gefoltert worden. Zu Tausenden wurden Schwule und Lesben in Konzentrationslagern ermordet. Die Autoren und Regisseure Epstein und Friedman, die bereits mit ebenfalls preisgekrönten Dokumentationen wie "The Celluloid Closet" und "The Times Of Harvey Milk" Furore machten, zeichnen mit diesem Film das Schicksal der Homosexuellen im Dritten Reich nach - einer lange Zeit totgeschwiegenen Opfergruppe. Zeitzeugen der Gräueltaten des Nazi-Regimes stellen sich vor der Kamera ihrem Schmerz. Oft bitter, aber auch mit Ironie und Humor erzählen sie ihre Lebensgeschichten, die von Nichtanerkennung, Ausschließung und dem unbedingtem Willen zu überleben bestimmt sind.
Der Film gibt Einblicke in die Lebenswege schwuler Männer im Dritten Reich - und dies ohne dokumentarische Bilder aus KZs. Es ist die alleinige Vorstellungskraft des Zuschauers, der das Grauen noch intensiver macht.

Schicksale
Fünf schwule Männer - mittlerweile hoch in den 90ern - waren bereit, über ihre Erlebnisse und traumatischen Erinnerungen zu berichten. Anfangs die lockeren "Goldenen Zwanziger" in Berlin, mit Homokneipen und schwulem Nachtleben; dann die ersten Repressalien unter der Nazi-Diktatur. Für viele endet der real gewordenen Albtraum mit einem rosa Winkel im KZ.
Der Film ist durch die Einzelschicksale des Fotografen Albrecht Becker, der Autoren Gad Beck ("Und Gad ging zu David") und  Heinz Dörmer ("Alles nur wegen der Jungs") und des nach der Annektierung Frankreichs inhaftierten Pierre Seel geprägt.

Hintergrund
1997 waren die Regisseure anlässlich der Premiere von The Celluloid Closet in Amsterdam und trafen dort auf den deutschen Historiker Dr. Klaus Müller, der als European Project Director für das US Holocaust Memorial Museum tätig war. Er schlug vor, die Nazi-Verfolgung der Homosexuellen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Davon überzeugt, dass dieser Teil der Geschichte der Menschheit unwiederbringlich verloren gehen würde, wenn nicht rasch die Berichte der Überlebenden in Bild und Ton festgehalten würden, begannen im Oktober 97 die Dreharbeiten in Deutschland, Spanien, Frankreich und England.

Der Paragraph
Der § 175 stammt übrigens aus dem Allgemeinen Landrecht von 1794, in dem von Preußen damals zwar die Todesstrafe abgeschafft wurde, jedoch die "Sodomiterei und dergleichen unnatürlichen Sünden" mit Zuchthaus belegten.
1871 wurde der Paragraph Bestandteil des deutschen Reichsstrafgesetzes.
1935 wurde er von den Nazis verschärft, indem der Straftatbestand über die "beischlafähnlichen Handlungen" hinaus erweitert und die Strafen heraufgesetzt wurden.
1969 erfolgte die Aufhebung des Strafe bei Handlungen unter erwachsenen Männern (über 21 Jahre).
1973 wurde das Schutzalter auf 18 Jahre gesenkt.
In der ehemaligen DDR fiel das dortige Äquivalent § 151 schon 1989.
Bei der deutschen Wiedervereinigung wurde 1994 der § 175 gestrichen und durch den omnisexuellen § 182 ersetzt.

Mehr Infos bei GayStations GayHistory.

Diese Doku ist ein Zeitzeugnis um "5 vor 12". Die Interviewten sind schon in hohem Alter und teilen ihre Erinnerungen nun mit der Nachwelt. Auch eine lesbisch Frau kommt zu Wort

Als VHS mit OmU (will heißen, die Deutschen sprechen meist Deutsch und was an Infos aus dem Off kommt oder in einer Fremdsprache gesprochen wird, ist untertitelt) von Salzgeber ab 5.8.2002

Doku
USA 1999

Regie: Rob Epstein & Jeffrey Friedman

 

 

 

Mitwirkende:
Gad Beck
Heinz Dörmer
Pierre Seel
Heinz F.
Albrecht Becker
Rupert Everett
(als Erzähler)
                                                   

 

Kurt Weill

Pressetext:
Am 23. September erscheint der Dokumentarfilm KURT WEILL von Sven Düfer bei der Edition Salzgeber auf Video und DVD. Die DVD wie immer mit besonderen Leckerbissen wie Soundtrack, Regisseursinfo, Interviews mit Blixa Bargeld und Teresa Stratters und das alles im Tonformat Dolby 5.1.

KURT WEILL - kaum einer hat den Rhythmus der zwanziger Jahre, vielleicht des gesamten 20. Jahrhunderts, so genau eingefangen wie er. Jüdische Traditionen, Jazz-Rhythmen und Gershwin-Melodien verbinden sich zu einem unverwechselbaren Werk innerhalb der modernen Musik.

Mit dem Weill-Kenner und -Biographen Dr. Jürgen Schebera als Tour Guide macht sich Regisseur Sven Düfer auf die Suche nach den Lebensspuren des großen Komponisten. Eine Collage aus historischen Dokumenten und heutiger Sicht, aus Vergangenem und Gegenwärtigem entsteht. Bisher nicht gehörte Freunde und Mitarbeiter Weills erzählen in Anekdoten und Geschichten über
Leben und Sehnsüchte des Komponisten. Interpreten wie Milva, Blixa Bargeld, Kathrin Angerer, Udo Lindenberg, Stefanie Wüst, das Willem Breuker Kollektief und Jocelyn B. Smith liefern an den historischen Schauplätzen herausragende Interpretationen von Weill-Songs und thematisieren ihre musikalischen Beziehungen zu Weill und seinem Werk.

 

 

 The Girl

Girl meets girl. In einem Pariser Nachtclub begegnet eine junge Malerin - aus deren Perspektive der Film als Ich-Erzählung gestaltet ist - einer rothaarigen Sängerin - Femme fatale, begehrenswert und geheimnisvoll, wunderschön und gefährlich. Die geneigte Zuschauerin erfährt ihren Namen nicht. Denn anfangs ist das Treffen als One-Night-Stand gedacht. Und da sind Namen offensichtlich auch in Lesbenkreisen Nebensache <tief-duck>. Eine amour fou um Sex, Liebe und Erotik beginnt, die keinen Raum für abweichende Gefühle zulässt. Heißblütig fallen die Frauen übereinander her. Der Gier gehorchend und dem eigenen Triebe...

Die Malerin bleibt weiterhin mit ihrer langjährigen, schwarzen Freundin zusammen, die Sängerin trifft sich auch noch mit Männern. Das Chaos der Leidenschaft ist vorprogrammiert. Die Rollenverteilung wird langsam klar. Wer ist die Femme und wer die Butch? Die Haarlänge lässt Rückschlüsse zu. Doch allzu innig soll die merkwürdige Beziehung zwischen den beiden Frauen nicht werden. Die Sängerin drängt auf Abstand. Als dann ein zwielichtiger Fremder auftaucht, der die Sängerin zu bedrohen scheint und mit ihr verschwindet, gerät alles aus dem Ruder. Die Malerin wird nach heftiger Gegenwehr zusammengeschlagen, als sie versucht Licht ins Dunkel der Geschichte zu bringen, die Sängerin taucht in den Armen des Fremden wieder auf. 
Die zerstörende Logik der Begierde nimmt ihren Lauf...

Die Handlung hat ein wenig etwas von einer Brandung: 'mal plätschert sie gemächlich vor sich hin, 'mal braust sie auf und verspritzt Gischt. Und ab und zu spült sie Treibgut an Land

Die DVD enthält neben der englischen Originalfassung auch zuschaltbare deutsche Untertitel.

Bestellen bei Amazon als VHS.

 

Drama
Frankreich/USA 1999

Regie: Sande Zeig

 

Darsteller und Rollen:
Claire Keim.... The Girl
Agathe De La Boulaye....
The Artist/Narrator
Cyril Lecomte.... The Man
Sandra Nkake....
Bu Savè
Ronald Guttman.... Bartender
Cyrille Hertel....
Bodyguard
Pascal Cervo....
Hotel Clerk
Franck Prévost....
Piano Player
                                                                 

Bavo Defurne - Kurzfilme

Bavo Defurne ist ein 1971 (in Gent geborener) belgischer Regisseur und die DVD vereinigt einige seiner Kurzfilme in der Originalfassung (teilweise mit englischsprachigem Erzähler) mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln:

Am Lagerfeuer (21 min. 1999) 
Schonungslose Jugendromantik - abgefilmt in bezaubernden Bildern - im Pfadfinderlager: Es fing so harmlos an... Der sportliche Wout und der sensible Tijl sind befreundet und teilen sich ein Zelt. Und Ineke ist mit Tijl ebenfalls befreundet (Stichwort "beste Freundin..."). Allerdings hat sie die Hoffnung auf ihn nicht aufgegeben. Wout beneidet Tijl um seine vermeintliche "Freundin im engeren Sinne". Was er nicht weiß: Tijl schwärmt für Wout, und so nehmen die Entwicklungen ihren Lauf. Im nächtlichen Zelt kommt es "zum Äußersten", jedoch kann nur einer der beiden notgeilen Jungs damit richtig umgehen. Es kommt zum Showdown beim Flaschendrehen...

Darsteller und Rollen:
Circé Lethem.... Ineke
Joram Schurmans....
Tijl
Koen Van Heule....
Wout
Maarten Verbeuren....
Carl

 

Gerade jetzt im Frühling (s/w 8 min. 1995) 
Eine Gruppe siebzehnjähriger Jungs in der Umkleidekabine eines Schwimmbades und auf einem Sportplatz. Das ist ja schon eine schwule Fantasie schlechthin. Der Protagonist des Filmes erzählt von seinen Träumen und Wünschen. Er will den engen Grenzen seines jugendlichen Seins entfliehen und ein berühmter Filmstar werden. Die Ankündigung eines französischen Filmproduzenten bestärkt diese Sehnsucht. Er sinniert über sein bisheriges Leben, seine Freundschaft zu seinen Sportskameraden und seine Zukunft nach. Unterlegt ist das Ganze von ästhetischen Schwarz-Weiß-Filmschnipseln, die mich ein wenig an die berühmten Olympiade-Filme von Leni Riefenstahl erinnern.

Darsteller:
Werner De Smedt
Olaf Nollen
Alain Van Goethem

 

Matrosen (17 min. 1998) 
Parabel über die Liebe eines Jungen zu einem Matrosen, in der Realität und Wunschtraum miteinander verschmelzen. Er bewundert den etwas älteren jungen Mann, sucht seine Nähe, bleibt in seinen Sehnsüchten jedoch unerfüllt. Die Balgerei am Strand, das Anschmiegen auf dem Motorrad und der flüchtige Blickkontakt müssen genügen. In der Fantasie jedoch ist die Romanze recht ausbaufähig. In bonbonfarbenen Bildern malt Defurne schwule Wunschträume wortlos auf den Bildschirm. Stilistisch ein wenig an Pierre & Gilles erinnernd verzaubert die Geschichte den Betrachter und entführt ihn in die Träume und die Ungewissheiten der ersten Liebe... 

Darsteller:
Jason Nardone
Tim Peters
Joram Schurmans
Hilde Wils

 

Der Heilige (s/w 10 min. 1996) 
Martialische Verfilmung des Mythos des Heiligen Sebastian in authentischer Atmosphäre. In düsteren Bilder wird die Verhaftung und Vorbereitung der Hinrichtung des bildschönen Sebastian gezeigt. Beobachtet von einigen, herbeigeeilten jungen Männern. In hocherotischen und dennoch jugendfreien Einstellungen fesselt man den entblößten Körper an einen Baum. Die fliegenden Pfeile nehmen ihm das Leben, aber seine Liebe bleibt.

Darsteller:
Moenen Erbuer
Olaf Nollen
Emile Ringoot
Alex Van Stratum

 

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El Mar - Das Meer

Beim Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges auf Mallorca im Jahre 1936 geraten einige Kinder - darunter Manuel und Ramallo in traumatische Ereignisse. Sie beobachten die Hinrichtung einiger Dorfbewohner durch die Faschisten. Kurz darauf greifen auch die Kinder zu Gewalt und verletzen das Mädchen Francisca und töten den Sohn eines der Mörder. Das Verhängnis aus Gewalt und Leidenschaft nimmt seinen Lauf.

Zwölf Jahre später treffen sich die drei Protagonisten "zufällig" wieder. Allerdings unter gänzlich anderen - wenn auch nicht minder tragischen - Bedingungen.

In einem Sanatorium für Tuberkulose-Patienten. Die beiden Jungs als Patienten und das Mädchen als Nonne, die sie pflegt. Manuel ist schon länger dort und lebt zurückgezogen in einem Einzelzimmer. Der umtriebige Andreu - den alle nur Ramallo nennen - tritt als Großkotz auf. Dabei verschweigt er lange seine Vergangenheit als Stricher und Kleinkrimineller. Erst als sein "Mentor" (ein älterer Herr) als Besucher auftaucht und ihn so seine Vergangenheit wieder einholt, offenbart sich Ramallo seinem Freund aus Jugendtagen.

Dieses Wissen stürzt den inzwischen schon fanatisch religiösen Manuel in eine tiefe Zwickmühle. Einerseits sieht sein Glaube für die Fleisches-Sünde unter Männern nicht gerade das Paradies vor... Aber andererseits ist da die übermenschliche Gier nach dem jungen Körper des kerligen Freundes. 

Die Homoerotik in diesem St(r)eifen  ist unglaublich bedrückend; sie wird von der schon fast zu Wahnvorstellungen werdenden Religion tabuisiert und dennoch gefördert.
Eine immer enger werdende Spirale aus Gewalt, Abhängigkeit, unerfüllter Liebe und Tod beginnt sich immer schneller zu drehen...

Nichts für schwache Nerven, sondern für Freunde dichter Atmosphäre.

Katalanisches Original mit deutschen (und bei der DVD zusätzlich mit oder englischen) Untertiteln.

Drama
Spanien 1999/2000
Regie: Agustí Villaronga

 

Rollen & Darsteller:

Manuel Tur: Bruno Bergonzini
Andreu Ramallo: Roger Casamajor
Francisca: Antónia Torrens
Galindo: Hernán González
Alcántara:  Simón Ramallo
Eugeni Morell: Juli Mira
Carmen : Ángela Molina
                                                  

 


Sommer wie Winter - Presque Rien

Um es gleich vorweg zu nehmen... Der französische Originaltitel trifft besser... "Fast nichts".

Es geht um das Coming Out des 18-jährigen Mathieu, der während seines Sommerurlaubes mit seiner "Familie" (schwerkranker Mutter, Tante und nerviger Schwester) an der Atlantikküste den etwas älteren Cédric kennenlernt. Und nicht nur ihn, sondern auch den schwulen Sex. Und der ist recht heftig und auch 'was für's Auge :-)

Aus dem Urlaubsflirt wird schließlich mehr. Die Beiden beschließen nach diesem Sommer zusammen zu leben. Dass dies jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, bekommt der Zuschauer durch die verschiedenen Zeitebenen, die in dem Film zusammengewoben sind, deutlich zu sehen. Ihr erster Sommer ist in warmen, frischen Farben gehalten; junge Liebe, eben. Alle Szenen, die im zeitlichen Ablauf nach dem Sommer im Krankenhaus, in das Mathieu eingeliefert wurde, spielen, sind mit steriler Neonbeleuchtung illuminiert. Und der Winter hernach ist in den typischen, kalten Farben gehalten. Das hilft dem Zuschauer schon, den ständigen Zeitsprüngen zu folgen. Aber allen Fragen des "Warum/Wieso/Weshalb" ist der geneigte Betrachter völlig hilflos ausgeliefert.

Man verlässt das Kino mit gemischten Gefühlen. Schöne Bilder, tolle Stimmungen, süße Typen. Aber was war da jetzt die Story, die Message, der Sinn? Sind alle Schwule Stricher, Psychos, suizidgefährdet? Warum um alles in der Welt sucht Mathieu Kontakt zum Ex-Lover seines inzwischen Ex-Lovers, der ihn auch noch in eine Schlägerei verwickelt hatte? Aber ich sagte ja bereits... "Warum?" ist eine Frage, die man dem Film nicht stellen darf.

Keine 100 Minuten Laufzeit, aber irgendwie wirkt der Film wesentlich länger. "Fast nichts" wird zu Beginn gesprochen, "Fast nichts" an Gründen erkennt der Zuschauer für die Handlungsweisen der Akteure. Und "Fast nichts" haben die Jungs zu einem Großteil des Films an Kleidung an ;-)

Die DVD enthält neben der deutschen Synchronfassung zusätzlich das französische Original sowie deutsche und englische Untertitel.

Bestellen bei Amazon als VHS.

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Coming Out-Film, Drama
Frankreich 1999
Regie: Sébastien Lifshitz

 

Rolle / Darsteller: 

Mathieu: Jérémie Elkaim
Cédric: Stéphane Rideau


Am Rande der Stadt

In einer Art "Dokumentation" zeigt der Regisseur den knackigen Kasachen Sasha, den arbeitsscheuen Jugendlichen einer Einwandererfamilie in Griechenland. Mit seiner Clique hängt er rum, sie "philosophieren" über Drogenkonsum, ihre Abstammung, ethnische Zugehörigkeit und sexuelle Orientierung. Das ist auch dringend nötig, denn die ach-so-toughen und von Hormonen nur so gebeutelten Heteros verdienen sich ihr Geld als Diebe und Gelegenheitsstricher. 

Sie leben am Stadtrand von Athen und wollen die Metropole erobern, was natürlich zum Scheitern bestimmt ist. Da nützt auch alle Coolness nicht; z.B. die Sonnenbrille bei Nacht... Sasha macht Karriere vom Stricher zum Zuhälter, bis zum großen Showdown mit seinem Kumpel.

Für's Auge bietet die DVD wirklich viel. Nackte, sportgestählte Oberkörper mit Waschbrettbäuchen und den ein oder anderen - nach Eigenaussage langen und dicken - Dödel gibt's auch zu sehen.

Die Sprache ist Russisch oder Griechisch mit zuschaltbaren Untertitel in Deutsch, Englisch und Holländisch.

 

Drama

Originaltitel: Apo Tin Akri Tis Polis

Griechenland

Regie: Constantinos Giannaris

 


The Wolves Of Kromer

Wölfe sind Schwule und Schwule sind Wölfe. Das ist die Ausgangshypothese dieses wunderbaren, kleinen Films aus Großbritannien. Behält man dies im Hinterkopf, macht das Zuschauen richtig Spaß. 
Der frisch von Zuhause entlaufenen Seth trifft in der Nähe des klein(karierten) Dorfes Kromer in Wales auf den erfahrenen "Wolf" Gabriel. Der zeigt ihm, worauf man als Außenseiter der Gesellschaft achten muss, um zu überleben. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - geraten sie in die Mühlen der Diskriminierung und Verfolgung. Im parallel zu ihrer aufkeimenden Liebesgeschichte verlaufenden Handlungsstrang beobachten wir zwei herrlich böse, alte Damen, die ihre Herrin langsam aber sicher ins Jenseits befördern wollen. Als ihnen das schließlich gelungen ist, schieben sie den Mord den Wölfen in die Schu... - äh - Pfoten...
Unter der Führung des scheinheiligen Paters macht das ganze Dorf nun Jagd auf die beiden Liebenden. Es kommt zum Showdown in der Kirchenruine...

Kein Geringerer als Boy George gibt sich die Ehre und den Erzähler, der uns in dieses moderne Märchen einführt. Waren Grimms Märchen schon nicht für Kinder gedacht, so setzt diese vor Homoerotik geradezu knisternde Krimi-Liebes-Drama-Fabel noch einen drauf. Ein bildgewaltiger Hochgenuss.

Original mit dt. Untertiteln auf VHS

Bestellen bei Amazon: The Wolves of Kromer (OmU)



Tragikomödie
England 1999
82 min.

Regie: Will Gould
Drehbuch: Charles Lambert, Matthew Read
Kamera: Laura Remacha
Ausstattung Mark Larkin

Rollen und Darsteller: 
Seth: Lee Williams
Gabriel: Jamey Layton
Fanny: Rita Davies
Kester: Matthew Dean
Mrs. Drax: Rosemarie Dunham
Polly: Leila Lloyd-Evelyn
Priester: Kevin Moore
Mark: David Prescott
Mary: Angharad Rees
Doreen: Margaret Tower
Erzähler: Boy George
                                                        


The Watermelon Woman

Nicht zu Unrecht erhielt dieser Film schon mehrere Publikumspreise. Eine interessante Geschichte, und wie der Film sie erzählt. Die lesbische Videotheken-Mitarbeiterin (und Möchtegern-Filmemacherin) Cheryl macht sich auf die Suche nach der Darstellerin in einem alten Videofilm. Im Abspann heißt sie: Watermelon Woman. Sie übt einen magischen Bann auf die Betrachterin aus, und sie versucht, mehr über sie zu erfahren: Wie hieß sie wirklich, und was ist aus ihr geworden?   
Die Nachforschungen ergeben, dass sie auch eine Lesbe war, und dass die "Fae" hieß. Angespornt durch die ersten Ergebnisse, dringt Cheryl mit der geliehenen Kamera immer tiefer in das Geheimnis um die mysteriöse Schauspielerin und Sängerin ein. Sie besucht ein chaotisches Lesben-Archiv und Zeitzeuginnen. Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen trägt sie zusammen und entwickelt so in ihrem Videoprojekt ein Bild der komplexen Figur der Fae Richards, die sich zu beginn ihrer Kariere The Watermelon Woman nannte...

Bestellen als OmU VHS bei Amazon: The Watermelon Woman (OmU)



Pseudo-Doku
USA 1996
85 min.

Regie: Cheryl Dunye

 

Darsteller:

Guinevere Turner, Cheryl Dynye, Sarah Schulman, Camille Paglia, Cheryl Clarke, Brian Freeman, Douglas Crimp


Bishonen... Beauty

Endlich in Deutschland erhältlich: Die dramatische Liebesgeschichte aus dem Hong Kong von 1998. Basierend auf einem realen "Sittenskandal" drehte der auch als Modefotograf berühmte Regisseur diesen Film noch vor der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik China. Bei einem Schwulen wurden seinerzeit Tausende Fotos spärlich bekleideter junger Männer in Königlich-Hong-Kongschen Polizeiuniformen (oder eben nur Teilen davon - öhem...) gefunden. Daraus spann Yonofan den Hintergrund für eine fantastische Geschichte über Schwule, Stricher, Freier, Geld, Sex, Liebe und Sehnsucht.

Überflieger Jet
Jet ist der erfolgreichste Callboy, der für eine Begleitervermittlung arbeitet. Mit sinnlich langem Haar, figurbetonenden Klamotten, jungenhaftem Charme und kühler Professionalität macht er seinen Job so gut, dass ihm die Freier und Klemmschwestern reihenweise verfallen. Er jedoch empfindet nie so etwas für Mitmenschen. Bis er - per Zufall und in Zivil - den schönsten Polizisten der Stadt - Sam - sieht. Durch das Schaufenster einer Galerie und in Begleitung einer Frau (Kana). Er ist aufgewühlt und verwirrt. Er stellt den beiden nach, bekommt wieder ein Lächeln geschenkt, hat jedoch nicht genug Mut, den Kontakt herzustellen. Mit Flugzeugen im Bauch erzählt er seinem Mitbewohner und Kollegen Chin von diesem Erlebnis. 

Das Schicksal nimmt seinen Lauf
Dieser gibt daraufhin in einer Zeitung eine gestaltete Anzeige mit Jets Liebeserklärung und seiner Pager-Nummer auf. Jet ist empört. Als sich jedoch ein Anrufer meldet, trifft er sich hoffnungsvoll mit ihm. Es ist jedoch leider nur ein "Trittbrettfahrer".
Da kommt Jet einmal mehr der Zufall zu Hilfe und die beiden jungen Männer beginnen eine zarte aber intensive Freundschaft.

Kreuz und queer
Im Laufe des Filmes wird durch Rückblenden die schicksalhafte Entwicklung der Liebesgeschichte der beiden Protakteure und die Verwicklungen der Nebenfiguren in dieselbe für den Betrachter auch durch eine Erzählerin aus dem Off erläutert. So haben sich z.B. die Wege des jetzigen Polizisten und des Pop(p)-Stars K.S. (mit dem auch Jet im Bett - reimt sich... landet) schon vor Jahren einmal gekreuzt. 

Was Du sonnst noch über den Film wissen solltest
Die brillante Bildqualität der DVD vermittelt eindrucksvoll die laszive Ästhetik der Darsteller und der Geschichte. Man gewinnt interessante Einblicke in das Alltagsleben im damaligen Hong Kong, in die Stadt und in die asiatische Mentalität. Die Art, in der die vielsagenden Blicke der Männer füreinander durch die Kamera eingefangen wird, relativiert die Tatsache, dass es sich um die chinesische Sprachfassung mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln handelt. Man braucht in diesen Momenten einfach keinen Text, um die erotische Spannung knistern zu hören/sehen/spüren.

Erschienen auf DVD und VHS in Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Gleich bei Amazon bestellen:
VHS: Bishonen - Beauty (OmU)
DVD: Bishonen

 



Drama

Hong Kong / China 1998
Buch & Regie: Yonofan

101 min. OmU

 

Rollen und Darsteller:

Jet: Stephen Fung
Sam: Daniel Wu
Chin: Jason Tsang
K.S.: Terence Yin
Kana: Shu Qi
Sams Vater: Ken Tsang
Sams Mutter: Chio Chio
J.P.: James Wong
Gucci: Joe Junior
Tsu: Da Ming Cheung


Drôle de Felix - Felix

Französischer Film um einen HIV-positiven Einwanderer.
Felix lebt in Dieppe, einem Kaff an der Küste der Normandie. Sein Lover ist Engländer und wohnt auf der anderen Seite des Kanals. kurzfristig arbeitslos geworden, packt er die Gelegenheit beim Schopfe und beschließt nach Marseille zu reisen, um seinen Vater zu treffen, den er nicht kennt. Am Ende der Reise erwartet er noch seinem Freund. Zu Fuß, per Anhalter und in einem "entliehenen" Wagen durchquert er Frankreich.
Beeindruckende Landschaftsaufnahmen sind das eine, noch interessanter sind die Mitglieder der "Ersatzfamilie", die Felix auf seiner Reise ein kleines Stückchen des Weges begleiten. So trifft er einen 17-jährigen Schüler, der unbedingt mit ihm schlafen will, der aber für Felix mehr den Charakter eines Neffen hat. Oder eine in die Jahre gekommene Dame, die seine Großmutter sein könnte, aber dennoch so viel Leben und Energie versprüht, dass es eine wahre Freude ist. Daneben noch eine umtriebige "Schwester" und so weiter und so fort. Mit leichter Hand inszeniert, sehen wir ein Paar Tage aus dem Leben eines Schwulen, eines HIV-Positiven, eines Mannes, eines Liebenden, eines ganz normalen Menschen eben. Ein Roadmovie auf französische Art :-)

Erschienen als DVD und VHS 


Komödie, Roadmovie
Frankreich 1999 

Regie: Olivier Ducastel und Jacques Martineau

97 Minuten 

mit Sami Bouajila (Felix), Patachou (Mathilde), Ariane Ascaride (Isabelle), Pierre Loup Rajot (Daniel), Maurice Bénichou (Angler), Charly Sergue (Jules) 


François Ozon - Kurzfilme

 

1. Une Robe d'Été - Das Sommerkleid 
mit Frédéric Mangenot und Lucia Sanchez. 1995, 15 min. OmU

Der schnuckelige Schwule Sébastien fährt mit seinem gutaussehenden Lover in Urlaub. Durch die Extrovertiertheit dessen entnervt, packt er seine Sachen und geht an den Strand zum Nacktbaden. Dort fällt er ins Beuteschema einer Fremden, er geht auf die Anmache des Mädchens ein und schiebt mit ihr im Wäldchen am Strand eine Nummer. Danach ist seine Kleidung gestohlen. Sie bietet ihm - leihweise - ihr Kleid an. Widerwillig streift er es sich über und radelt schnellstmöglich zurück. In dem Ferienhäuschen angekommen, trifft er auf seinen Freund und angeregt durch dieses Kleid und das allfällige Rollenspiel fallen die beiden übereinander her. Das Kleid wir in Fetzen gerissen, und... ;-)
Am Morgen danach muss Sébastien es dem abreisenden Mädchen zurückgeben.

2. La Petit Mort - Der kleine Tod
mit François Delaive und Camille Japy. 1995, 26 min. OmU 

Der Fotograf Paul, der am liebsten Männer mit von Orgasmus gezeichneten Gesichtern verewigt, lebt zurückgezogen von seiner Familie mit seinem Freund zusammen. Als sein Vater in ein Krankenhaus eingeliefert wird, trifft er dort nach langer Zeit wieder auf seine Familie; genauer gesagt auf seine Schwester, die ihn ständig mit ihren Sticheleien nervt und seinen Vater eben, der im Sterben liegt. Er beginnt die Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit auf seine ganz persönliche Art und Weise, indem er den nackten Vater fotografiert...

3. Regarde La Mer - Besuch am Meer
mit Sasha Hails und Marina de Van. 1997, 67 min. OmU 

Die Mutter Sasha (öhem... Franzosen...) befindet sich alleine mit ihrem Baby in einem Ferienhäuschen. Dann taucht eine Herumtreiberein auf, die in ihrem Garten zeltet. Die Fremde ist seltsam unzugänglich, aber dennoch entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine erotische Spannung. Die Tramperin, die es nirgends länger als 4 Tage hält, verkörpert die Freiheit und Ungebundenheit, die Sasha für eine Familiengründung aufgegeben hat. Doch auch die Fremde beneidet ihr Gegenüber um etwas. Bei einem gemeinsamen Strandbesuch übrigens, beginnt Sasha zwischen den Schwulen im angrenzenden Wäldchen zu cruisen. Und hat Erfolg! Allerdings läuft es dann am letzten Abend mit der neunen "Freundin" nicht ganz so gut. Es wird der letzte Abend für eine von den Beiden...

Bei Amazon bestellen: VHS: François Ozons Kurzfilme

 

 

Erschienen als VHS in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln

 



Finding North

Travis Furlong steht auf einer Brücke in New York, nackt, mit Selbstmordabsichten. Dabei verursachte er einen Verkehrsstau, in dem auch Rhonda, eine noch-29-jährige Bankangestellte mit ihren Freundinnen steht. Als sie die Lage erkennt versucht den Mann von seinem Plan abzubringen. in einem kurzen, unbeobachteten Moment steigt Travis tatsächlich wieder in sein Taxi und verschwindet. Rhonda findet nur noch seinen grünen Schuh, einen Hush Puppie. In der Annahme des Todessprunges beginnt sie nachzuforschen.

Marotte
Zu ihrem 30. Geburtstag bestellt sich die bei den Eltern lebende Frau ohne Liebesleben bei einer Agentur einen Stripper in die Bank; und das nicht zum ersten Mal. Er soll muskulös sein - aber nicht wie Arnold, ein wenig hilflos wirken und - ganz wichtig - er soll Cowboystiefel tragen. 
"Pünktlich" erscheint Travis dort - unwissend, denn er will nur sein Konto auflösen - und wird von Rhonda in einer lustigen Verwechslungsszene genötigt, seine Hosen herunterzulassen... Letztlich klärt sich jedoch dieses Missverständnis. 

Tod 
Travis Laune ist auf dem Tiefpunkt. Sein langjähriger Freund ist an AIDS verstorben; der Nachlass soll auf einer Trauerfeier unter Freunden verschenkt werden. Rhonda - noch immer auf Travis' Fersen - schummelt sich in die Wohnung, verkennt eine Lesbe und findet im Kleiderschrank - Ähnlichkeiten zu Cinderella sind *rein zufällig* - den zweiten, grünen Hush Puppie, im Bad den Mann von der Bücke und - von Travis unsanft befördert - den Weg nach draußen. Eigentlich wollte sie Ihm das Geld zurückgeben, dass er ihr im Eifer des herunter-gelassenen-Hosen-Gefechtes an den Kopf geschmissen hatte. Darum stellt sie ihm weiter nach, verfolgt ihn auf den Flughafen und auch ins Flugzeug nach Dallas. Denn Travis bekam von seinem Lover posthum den Auftrag, in Texas einige Dinge für ihn zu erledigen, zu denen er nicht mehr gekommen ist. Dazu verwendet der kreative Tote MusiCassetten, die er kurz-vor-knapp noch in die Post gegeben hatte. Nach Manier einer Schnitzeljagd macht sich Travis nun - mit Rhonda im Schlepptau - auf die Mission gen Süden.

Schnitzeljagd
Immer wieder - zwischendurch mit der schönen Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes - geraten die Beiden in Streit; Rhonda hat ein ausgeprägtes Helfersyndrom und Travis geht sie schlichtweg auf die Nerven; andererseits braucht er ihren Beistand nun doch - hin und wieder. In einer dieser Sequenzen outet sich Travis und Rhonda fällt es wie Schuppen von den Augen: gutaussehend, gebildet, nett, trägt Hush Puppies... schwul!
Doch nun zur ersten Aufgabe: Stehlen einer Reklame-Tafel-Figur eines Motels. Denn das hatte Bobby - so der Name des Verstorbenen - in seiner Kindheit vergeblich versucht. Dies gilt es jetzt zu vollenden. Mittels einer Wimpernzange (! Er: "Ich brauche eine Zange." Sie: "Ich habe nur die hier. Ich dachte, Du hättest so 'was..." Er: "Ich bin schwul, keine Drag-Queen!") gelingt der Coup. Eingecheckt im Motel begegnen sie dem knackegeilen Hausboy Bud, dem sie später noch einmal auf dem anstehenden Halloween-Fest über den Weg laufen werden.

Schwul in Texas 
In dem kleinen Ort muss Travis die Stationen der Kindheit Bobbys aufsuchen - soweit noch vorhanden. Beim Einkauf "landesüblicher Kleidung" stellt Rhonda die neugierige Frage: "Wie ist das, schwul zu sein?" und bekommt eine schlagfertige Antwort. Was sie aber immer noch nicht weiß, ist, dass Bobby tot ist. Sie dachte bis dahin, er hätte Travis sitzen lassen. In einem Showdown klärt er sie auf. Nach dem ersten Schock hält sie dennoch weiter zu ihm. Apropos "aufklären", nach dem örtlichen Halloween-Fest, welches schon im Leben Bobbys eine große Rolle gespielt hat und auf dem es zu einem heftigen Streit kommt, sucht Travis die letzte lebende Verwandte Bobbys und klärt sie auf, während Rhonda mit Adonis Bud die Nacht verbringt.

Showdown
Die Situation spitzt sich an Bobbys leerem Grab dramatisch zu. Rhonda und Travis erkennen, dass das Schicksal sie zusammengeführt hat; sie scheinen für einander bestimmt; nur nicht in sexueller Hinsicht.
Auf dem Friedhof wird die Vergangenheit beerdigt und  die Zukunft in Angriff genommen: Nächste Aufgabe: Finde Norden...

Fazit
Tanya Wexler gelingt die einfühlsame Gratwanderung zwischen Komödie und Drama, zwischen köstlichem Wortwitz und Charakterstudie. 


Original mit deutschen Untertiteln als VHS und DVD.

Bei Amazon bestellen als DVD.





Regie: Tanya Wexler

Rolle & Darsteller:
Rhonda Portelli Wendy Makkena 
Travis Furlong John Benjamin Hickey
                                                     


 

Like It Is

New british cinema mit Roger Daltrey (ja, der von "The Who") und er mimt einen sehr geschäftstüchtigen Musik-Produzenten. Nett gemacht ist auch der Seitenhieb auf ein ?branchenübliches? Boygroup-Casting... Einer seiner Angestellten in London ist Matt (Ian Rose), der mit seinem Hauptarbeitsgebiet "Paula" (Dani Behr) zusammen wohnt. Er managt und promotet die Sängerin, die es genießt, einen gutaussehenden Mann an ihrer Seite zu haben. In diesem Zusammenhang tritt sie auch in einem Schwulen-Club in Blackpool auf. Man muss dazu sagen, dass Blackpool das Las Vegas Großbritanniens ist. Allerdings eine ziemlich heruntergekommene und "billig" Ausgabe von Las Vegas. Vor diesem Club nun steht der etwas unschlüssige Craig (Steve Bell), 21 Jahre jung, hübsch, der seinen Lebensunterhalt mit illegalen Boxkämpfen im Halbweltmilieu verdient. In der Gemeinschaft der rauen Sportler ist er akzeptiert, doch er weiß, dass er anders ist. Und so schleicht er Matt nach, der üblicherweise nichts anbrennen lässt. Sie landen in Craigs Zimmer und der Junge will aufs Ganze gehen. Das muss natürlich desaströs enden. Dennoch hinterlässt der ziemlich geplättete Matt seine Visitenkarte (wie Mann das halt so tut). Es dauert nicht allzu lange und "Blackpool" (wie in Matts Freunde nennen, weil er ihnen schon so viel von diesem merkwürdigen Typen erzählt hatte) steht vor der Tür. Er zieht bei Matt und Paula ein, was zu Reibereien zwischen den beiden um Matts Aufmerksamkeit buhlenden Bewohnern führt. Mit Matt lernt er die Club- und Musikszene Sohos kennen und auch fürchten; Drogenkonsum überall. Der auf Kampf gedrillte Junge kommt mit der Szene nicht zurecht und eckt ständig an. Als seine Liebe zu Matt zu zerbrechen droht, geht er nach einigen Verwicklungen (und seiner diesmal geglückten "Entjungferung" durch Matt, öhem...) zurück nach Blackpool, um sich in einem blutigen Kampf seinen Ängsten zu stellen. Matt indessen steht vor der Entscheidung seines Lebens: Erfüllung seines Traumes vom eigenen Gay-Club oder den bahnbrechenden Gefühlen für Craig nachgeben?

Der Film ist nichts für zartbesaitete Gemüter; damit meine ich die Faustkampfszenen. Insgesamt fand ich persönlich ihn sogar *so* "realistisch", dass ich mir danach erst einmal vergegenwärtigen musste: "Hey, das waren Schauspieler! Das war Fiktion, kein Dokumentarfilm!"
Dieser Film ist bei Salzgeber in der Originalversion als DVD mit deutschen Untertiteln oder als VHS-Video erschienen.

 




UK 1997, 93 Min, OV
Regie: Paul Oremland

 Steve Bell, Ian Rose, Roger Daltrey


Pierre & Gilles - Lovestories

Ein Jahr im Leben der beiden Zuckerwatte-Fotografen und Künstler. Die Dokumentation Mike Ahos zeigt die Ikonen bei ihrer Arbeit, öffentlichen Ereignissen und ganz privat. Promis geben sich ein Stelldichein und singen Lob; z.B. Rupert Everett, Jean Paul Gaultier, Cathérine Deneuve und sogar Nina Hagen. Der Film für Menschen, die Französisch beherrschen (Mädels, ich meine die SPRACHE!!!!), ein wahrer Genuss; aber es gibt auf der DVD auch deutsche Untertitel. 






Bent

Starker Toback, dieser Film. Mehrfach preisgekrönt (z.B. International Critics Award in Cannes '97), in atmosphärisch dichten und ergreifenden Bildern und Tönen erzählt er die letzten Lebensjahre von Max, einem deutschen Schwulen in der Nazizeit. 

Zu Beginn des Filmes finden wir uns in dem schwulen Nachtclub von Greta - grandios: Mick Jagger in dieser Fummel-Rolle mit Gesangseinlage - wieder, inmitten ausgelassener Stimmung, die schon fast in eine Orgie übergeht. Mit dabei: der Tänzer Rudi - Max' Freund - und ein junger SA-Offizier, der als Dessert mit zu Max und Rudi in die Wohnung genommen wird. Es ist die Nacht der Röhm-Putsches, die Nacht der langen Messer. Und so trampeln die Stiefel der SS ins Leben der drei Schwulen; der Offizier wird sofort getötet und die beiden anderen können fliehen. Über ein Jahr hinweg fristen sie ein Leben im Untergrund. Onkel Freddie versorgt sie mit dem nötigsten. Der Wunsch nach Ausreise aus Nazi-Deutschland ist nicht erfüllbar. Schließlich fallen sie in die Hände der Schergen und werden in einem Transportwaggon ins Konzentrationslager gebracht. 
Unterwegs verleugnet Max seinen Freund Rudi, damit er nicht als Homosexueller enttarnt wird. Die Schwulen tragen als Kennzeichen einen rosa Winkel; sie stellen die niedrigste Kaste in einem KZ. Max will überleben, um jeden Preis. Er "verbiegt" sich - daher wohl auch der Filmtitel - und wird so zum Juden. Noch während des Transportes wird sein Freund gefoltert und ermordet. Im KZ freundet er sich mit Horst an, den er schon im Waggon kennengelernt hat. Er arrangiert, dass sie die Tage zusammen verbringen können; beim Steine schleppen. Steine von einem Haufen auf den anderen und wieder zurück zu tragen ist ihre monatelange, täglich Beschäftigung. Die soll sie zermürben und in den Wahnsinn treiben. Doch die beiden kämpfen dagegen an. U.a. auch mit einer "unberührten" Sex-Szene. Telefon-Sex ohne Telefon, sozusagen. 
Ihre Nische wird zerstört, als ein Wachoffizier den "Perversen" unter Waffengewalt auffordert, in den Elektrozaun zu gehen und als er sich weigert, ihn erschießen lässt. Die Sinnlosigkeit des Todes seines neuen Freundes lässt auch Max verzweifeln und seine Anpassung vergessen und er entschließt sich zu einem letzten Signal... 

Englisches Original mit deutschen Untertiteln als VHS und DVD.

Drama 


Alive And Kicking

Der junge Tänzer Tonio (Jason Flemyng) ist aufstrebender Star der Tanzkompanie um die an Alzheimer erkrankte Luna. Seine leidenschaftliche Hingabe an die Kunst erlaubt es ihm, eigene Gefühle beiseite zu schieben. Doch er wird konfrontiert mit der Diagnose, HIV-positiv zu sein, und der fortschreitende Verfall Lunas führt zur Auflösung der Tanzgruppe, die als letztes Stück noch einmal Lunas Erfolgs-Choreographie "Indian Summer" inszenieren wird. Mit dem Tod Ramons, dem an AIDS erkrankten Vortänzer und Tonios bestem Freund, erfährt die Truppe weitere Umwälzungen. Tonio übernimmt den Part Ramons und trägt schwer an seiner wachsenden Verantwortung für die Inszenierung. In einem Nachtclub lernt er den um einiges älteren Jack (Antony Sher) kennen. Ihre Liebe bringt starke emotionale Kämpfe hervor, denn Tonio stößt durch seine Infektion an immer enger werdende Grenzen der Belastbarkeit und Jack, der AIDS-Kranke betreut, muss nun auch privat die Grenzen seiner Hilfe erkennen. Die Premiere von "Indian Summer" wird bereits stark durch Tonios Krankheit geprägt. Indian Summer ist der zweite Film Nancy Mecklers, die bisher hauptsächlich am Theater gearbeitet hat. Doch mit "Sister, My Sister" hat sie auf Anhieb Furore gemacht und mehrere Preise gewonnen. Ihren neuen Film beschreibt sie als "die zärtliche, lustige und leidenschaftliche Liebesgeschichte eines Schwulen, der mit AIDS leben muss und der die Wichtigkeit der Liebe für sein Leben und Überleben entdeckt". Trotz einiger Schwächen zu Beginn versteht es Indian Summer, einen mit dem Thema des frühen Todes und der Liebe in den Bann zu ziehen und starke Emotionen zu wecken! 

Diesen Film kann man bei BlackStar in der Originalfassung als VHS bestellen.

 

 

 

 

 

 

 

Komödien-Drama

AKA: INDIAN SUMMER 
Regie: Nancy Meckler 
UK, 1996; 100 Min. 

 

Tonio: Jason Flemyng
Jack: Antony Sher

 


The Art Of Cruising Men

 "Wie bekommt mann einen Mann ab?" Diese Frage stellt sich wohl jeder Schwule das ein oder andere Mal...

In diesem Video gibt es einige recht brauchbare aber auch einige ziemlich kuriose und auch reichlich belustigende Tipps von britischen "Fachleuten".

Durch das Programm führt ein virtuelles Sahneschnittchen mit Tunten-Alter-Ego. Die teilweise schon ins soft-pornografische reichenden Bebilderungen der Tipps rund ums Anmachen und den Sex sind der Grund dafür, dass das Band eine FSK-Freigabe ab 18 hat. 

Wir bekommen also zu Gesicht (und Gehör), wie sich Schwule seit der Steinzeit die Sexpartner suchen und wie sich die Methoden doch schon sehr verfeinert haben. Wie schon erwähnt, ist nicht alles so wirkliche ernst gemeint, aber genau das macht ja auch den Reiz dieses Pseudo-Ratgebers aus.

So beantwortet der Film drängende Fragen wie:
Was für schwule Typenklassen gibt es?
Was ist sicherer, Park oder Sauna?
Wie funktioniert Safer Sex?
Macht Telefonsex Spaß?
Was bedeuten die Hanky-Codes?
Wie funktioniert das Gaydar?

Spaßig und geil.

OmU


Pseudo-Doku

England 1995

 


2 by 4

Ein irischer Einwanderer erlebt in den nächtlichen Straßen der Bronx inmitten seiner sexuellen Identitätsfindung das Wachwerden alter Dämonen aus der Kindheit.

Jimmy Smallhorn, Regisseur, Hauptdarsteller und Co-Autor dieses  nordamerikanischen unabhängigen Films definiert mit "2 by 4 " die Beschreibung des Begriffes "roh" von Grund auf neu. 

Irland/USA 1998, 90 Min, 
Regie: Jimmy Smallhorne 
Drehbuch: Jimmy Smallhorne, Terrence McGoff, Fergus Tighe 
Produzenten: John Hall, Virginia Biddle 

Mit:

Jimmy Smallhorne, Chris O’Neill ("Fools Rush In", "Blown Away"), Bradley Fitts, Marian Quinn ("I Shot Andy Warhol") 


Before Stonewall

Before Stonewall ist eine wirklich gelungene Pseudodokumentation über die Zeit (1969) kurz vor der legendären Straßenschlacht vor der Schwulenbar. 
Aufgemacht als Mischung aus Spielfilm und Interview. Eine Unmenge Original-Material haben die Autorinnen gesammelt und zu einer Collage, ja einem Kunstwerk vereinigt.  

Und dazu noch mit erstklassigen Darstellern und Originalen. Ein Muss nicht nur für Bewegungsschwestern!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dokumentation 

USA 

Buch & Regie: Greta Schiller, Robert Rosenberg

 

 

Mit:

Rita Mae Brown (Erzählerin)


Burlesk King

Erinnert Ihr Euch an Midnight Dancers? Hier ist der legitime Nachfolger davon. Ein neuer Streifen des philippinischen Schwulen-Film-Regisseurs Mel Chionglo. Und wieder schildert er das Leben und Lieben eines jungen vom Lande, der in die Hauptstadt Manila kommt, um sein Glück zu machen. Er landet Vorstadt-Puff und macht seine ersten Bekanntschaften mit schwulen Männern. Eigentlich ist er ja hetero...

Dazu kommt noch ein weiteres schweres Schicksal dazu; als Kind von seinem amerikanischen Vater misshandelt und zur Prostitution gezwungen worden zu sein. Und nun ist er auch noch auf der Suche nach eben jenem Mann. Mit von der Partie ist sein bester Freund James, der auf der Flucht vor einer Gruppe Homophober im Handgemenge einen Angreifer erstochen hat. In einer Bar mit Macho Tänzern arbeitet Harry an der Bar und James versucht sich als Tänzer. 
Knisternde Erotik garantiert.

Etwas verwirrend ist auch das Liebesleben der diversen Akteure. Nicht nur die Jungs treiben's mit Männern wie Mädchen, nein auch Mädchen untereinander. Und dann  ist da nicht nur der Sex, sondern auch noch Gefühle, wie Liebe, die alles verkomplizieren.

Original mit deutschen Untertiteln. 

 

Drama

Philippinen  

Regie: Mel Chionglo

 

 


Caught Looking

Drei Kurzfilme der feinen, englischen Art über schwulen Sex, Anmache und Albträume. 

Eine britische Produktion mit "Relax", einem Film über das Warten auf das HIV-Test-Ergebnis.
Regie: Chris Newby

"Flames of Passion" erzählt die rätselhafte Begegnung zweier Männer bei einem Foto-Automaten. Dieser dient sozusagen als anonyme Kontaktbörse.
Regie: Richard Kwietniowski
Mit Richard Seymour und Donald Greig

"Caught Looking" selbst zeigt uns einen Blick in die virtuelle "Zukunft?", in der jegliche Sexphantasien dank interaktiver Videos befriedigt werden können.
Regie: Constantine Giannaris
Mit Louis Seldwyn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzfilme

England

 


Different for Girls - der kleine Unterschied 

ist ein Brits-Film um zwei Schulfreunde, die sich nach Jahren per Zufall wiedertreffen. Sie haben sich kaum etwas zu sagen. Kommt ja häufiger vor... Dass der eine aber jetzt eine "Frau" ist, das dürfte nicht alltäglich sein. 

Der zartbesaitete Karl war schon damals ein beliebtes "Opfer" seiner unsensibel Mitschüler. Einzig Paul stand ihm rettend zur Seite. Zwar erwiderte er nicht die erotischen Gefühle, aber dennoch verband sie beiden Jungen ein gewisses Außenseitertum. 

Schnitt.

Einige Jahre später - Karl ist inzwischen eine postopearive Transsexuelle namens Kim und Paul ein rasender Motorrad-Kurier- kreuzen sich ihre Wege zufällig wieder bei einem Verkehrsunfall... Straßenverkehrsunfall, meine Lieben... Entsetzt erkennt sie ihn und versucht, unerkannt zu entkommen. Doch der Motorrad-Macho riecht Lunte und bleibt dran. Fasziniert von der Verwandlung seines alten Bekannten Carl in die geheimnisvolle (und für ihn nunmehr attraktive) Kim will er alles über/von seinem ehemaligen Freund wissen. Er tappt dabei jedoch in sämtliche zur Verfügung stehenden Fettnäpfchen und schließlich landen die beiden als vermeintliches Schwulen-Pärchen bei der Polizei.

In Großbritannien dieser Zeit ein ziemliches Desaster. Insbesondere für Kim, die sich seit Jahren der Anpassung und Unauffälligkeit verschrieben hat. Hingegen ist der immer in Finanznöten steckende typische Hetero Paul auf Krawall aus, wenn er sich in seinem Gerechtigkeitsempfinden verletzt fühlt. Das hat sich seit der Schulzeit nicht geändert. Und nun steht Kim vor einer weiteren, großen Entscheidung ihres Lebens: Rettet sie mit ihrer Zeugenaussage ihren Freund vor dem Gefängnis und geht damit aus der Deckung?

Eine schöne Geschichte.

Erschienen als VHS in der deutschsprachigen Synchronfassung (auch wenn der Cover-Aufdruck "OmU" schreibt...)

 

 

 

 

 

 

 

Drama

England

Regie: Richard Spence

Rollen & Darsteller:

Karl/Kim: Steven Mackintosh
Paul Prentice: Rupert Graves
Pamele: Miriam Margolyes
Jean: Saskia Reeves
Neil: Neil Dudgeon
Alison: Charlotte Coleman
Angela: Nisha K. Nayar
Reconvery Agent: Ian Dury


Geschwister Pfister

Die legendären Geschwister Pfister (aus der Schweiz... oder war es Berlin...?) in einem Live-Programm zu bewundern. Der obertuckige Ursli ist der Glanzpunkt. Sein inzwischen im realen Leben angetrauter (bzw. partnerschaftlich eingetragener) Gatte Toni sind im Künstlerleben Brüder und letzterer mit dem göttlichen Fräulein Schneiderrrr verehelicht.

Die Live-Aufnahmen stammen aus der Berliner "Bar jeder Vernunft" und werden von pseudo-dokumentarischem material aus dem leben der Geschwister ergänzt.

Endlich bekommt man zu den super Texten und Liedern der Truppe auch die fantastische Bühnenshow ins heimische Wohnzimmer.

Macht süchtig... :-)

Mehr von den Geschwister Pfister...

Musik

Deutschland 1994

 

 


North of Vortex

Zugegeben, ich als alte Labor-Maus dachte bei "Vortex" an eine Art Quirl (Insider wissen, was ich meine...). Natürlich lag ich total daneben. Andererseits ist die Handlung dieses in Schwarz-Weiß gedrehten Road-Movies dermaßen verquirlt... 

Na ja, ich versuche kurz zusammenzufassen. Man nehme einen homosexuellen Dichter (erkennbar am Drei-Tage-Bart und der Intellektuellen-Brille), setze ihn in ein Auto, lasse einen Erzähler in kaum verständlichen Worten irgend'was brabbeln und den Fahrer einen - wie er wohl findet - strunz-geilen Matrosen am Straßenrand aufgabeln. Der macht zwar auf Hetero, hat aber anscheinend nichts dagegen, dass unser Dichter bei der Fahrt an seinem Oberschenkel fummelt. Na ja, *fast* nichts dagegen, denn sein Springmesser zückt er schon, setzt es aber nicht ein. In den Wunschvorstellungen des Schwulen geht es aber heftig zur Sache. Unterwegs gabeln sie auch noch eine Kellnerin auf, auf die der Matrose scharf ist, die aber etwas mit dem Schwulen anfängt, der sich durch eine neue Erfahrung bereichert sieht. Als Madame unter der Dusche steht, darf der Dichter doch noch an den Matrosen ran, der wehrt aber seine Kuss-Versuche ab und der einzige Weg zum Sex mit dem Mann führt für ihn über eine "Vergewaltigung" und einen gefühllosen Fick. Später wird der Schwule noch beschimpft und zusammengeschlagen von seinem Angebeteten.

Merke: Lass' Dich nie mit 'nem Hetero ein...

Roadmovie

Regie: Constantine Giannaris

 

 

Mit:

Stavross Zalmas, Valda Drabla, Howard Napper


Out! Stories of Lesbian and Gay Youth

Ein Film über das Coming Out in Kanada, mit allen Höhen und Tiefen. 

Adkin holt in knapp 80 Minuten viele verschiedene homosexuelle Jugendliche und damit "Schicksale" vor die Kamera, die über ihre Erfahrungen mit ihrem Anderssein und dem Coming Out berichten. Es wird aufgezeigt, dass es den "typischen Schulen" oder die "typische Lesbe" nicht gibt; dass die Klischees nicht alles sind, was schwul/lesbisches Leben - ja diesen Lebensstil - ausmacht. 

Aber auch die Schattenseiten eines offenen Homo-Lebens werden gezeigt. Recht ausgiebig wird das Thema Homophobie behandelt. Auch Eltern, Lehrer und Psychologen kommen zu Wort.

Nicht nur 'was für frische Coming-Outler.

 

Coming Out Doku

Kanada 1993

Regie: David Adkin

 



100 Tage, Genosse Soldat


Love Is The Devil

 
Westler


Paris Was A Woman 


Barracuda - Vorsicht  Nachbar


Blue 

 


 

 

 

 

 

 

WO kaufen?

Immer wieder werden wir gefragt, wo man/frau bestimmte schwul/lesbische Filme auf Video oder DVD kaufen könne.
Dazu hier nun gute Tipps.

Die neugestaltete Homepage bei Salzgeber.de lädt ebenfalls zum Besuch, Stöbern und Bestellen ein.

 

 


 

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