GayWatch |
Video-Tipps von Kinowelt / Arthaus |
Kreuz und queergeht es zu in dieser WG. Zwei Schwule - einer mehr der schüchterne, unauffällige Typ (links im Bild), der andere die extravagante Obertucke
Darren (rechts im Bild) mit
SM-Ambitionen - bewohnen ein Appartement in der Londoner City. Mit dabei ist noch eine Stewardess (Saftschubse,
ihr wisst schon). Das trio infernale bekommt noch reichlich Zuwachs durch die schrillste "Männergruppe" jenseits des
"Bewegten Mannes". Ja, Jungs und Mädels: SOOOOO stell' ich mir die psychoanalytische Hölle vor! :-)
Kreuz und que(e)r |
(Bedrooms and Hallways) Regie: Rose Troche GB 1998 |
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Darsteller und Rollen: Kevin McKidd ... Leo |
Get Real - Von Mann zu MannWas uns "In & Out" vorexerziert hat, spielt dieser Film nun nach. Steven (Ben Silverstone Baujahr '79) ist im Film süße 16 und damit beschäftigt zu vertuschen, dass er schwul ist. Denn außer seiner "besten Freundin" Linda (einer Fag Hag, wie sie im Buche steht und mit gnadenlos sarkastischem Humor gesegnet; dargestellt von Charlotte Brittain) kennt niemand sein Geheimnis. Viel Erfahrung hat er indes noch nicht, die einzigen, auf die er zurückgreifen kann, hat er auf einer Klappe im Park gesammelt. Und eines schönen Tages bändelt er dort, ohne es zu wissen, mit dem Supersportler und Mädchenschwarm der Schule "Sex on Legs" - John Dixon (Brad Gorton) an. Der ist auch noch Schulsprecher, bei allen beliebt und zumindest eine Art Respektsperson bei der Clique um Kevin (Tim Harris), die unseren süßen Steven regelmäßig malträtiert. Pöbeleien, Anrempeleien, aufs Dach geschossene Taschen und auch mal Handgreiflichkeiten gehören zum Pensum, das Steven über sich ergehen zu lassen hat. Eigentlich hat er nur einen Freund, oder besser Kumpel, von dem er gelegentlich schon mal 'ne Hausaufgabe abschreiben kann: Mark (Patrick Nielsen). Dieser allerdings hat seit geraumer Zeit nur ein Ziel vor Augen: wie er die Schönheit der Schule, Wendy, auf sich aufmerksam machen kann. (Da kann man sich sogar für die Schülerzeitung, die sie bislang als Soloprojekt betreibt, engagieren. Und aus Solidarität macht auch Steven mit, da kann er seine heimlichen Schreibambitionen vielleicht doch in was Nützliches fließen lassen.) Durch die Schülerzeitung findet Steven auch eine andere Freundin: Jessica (Stacy A. Hart), die, nachdem sie Schürzenjäger Kevin zum Teufel gejagt hat, ziemlich niedergeschlagen ist und die Stevens verständnisvolles Zuhören fehlinterpretiert. Nun ja, das erste Treffen von Steven und John geht jedoch mächtig in die Hosen, vor allem, da John nicht nur irritiert ist, sondern insbesondere noch nicht akzeptieren kann oder will, dass er "einer von denen" sein soll. Folgerichtig flüchtet er nach einem hastigen, fast schon groben Küsschen kopflos von Steven. Die nächsten Tage tut er in der Schule so, als würde er ihn nicht kennen und geht jedem neuen Annäherungsversuch von Steven aus dem Wege. Erneuten Anlauf nehmen die beiden eigentlich erst nach einer Schuldisko, auf der sie sich anschmachten und John, nachdem er sich Mut angetrunken hat, einfach Steven hinterherläuft. Und siehe da: die beiden kommen sich näher, John kann sich - in Stevens Arme - fallen lassen und auch erstmals darüber reden, was ihn seit langem umtreibt: eine flüchtige Begegnung mit einem Schüler einer anderen Schule bei einer Schulexkursion ... Nun, so John, habe er einen Freund, der ihn versteht, gefunden. Allerdings
dürfe keiner davon wissen. Das schließe ein, dass man sich in der Schule auch
weiterhin nicht kennt und allenfalls nach der Schule geheim miteinander was
machen kann. Bei diesen Anlässen kann John auch richtig aus sich rausgehen, sich
fallen lassen; im Beisein oder mehr noch vor anderen indes nicht. Schließlich
hat er ein Image zu wahren und soll, der Familientradition entsprechend, i ein
paar Monaten nach Oxford gehen. Trotz aller Nähe und Glücksmomente, die die
beiden mit- und beieinander finden, tut John Steven, aus eben diesen
Imagegründen, immer wieder weh. Zum Showdown kommt es, als nach einem Wettkampf
Steven seinem Freund in der Umkleidekabine
gratuliert: als Kevin und andere Cliquemitglieder hinzukommen stößt er
Steven demonstrativ von sich und tritt gar nach ihm. Für einige ein bisschen störend, für mich durchaus nachvollziehbar und im Bereich des Möglichen das eher pathetische Ende, die Verständnis heischende, fast schon um Mitleid bittende Selbstoffenbarung Stevens vor der versammelten Schule, als er für einen bei einem Wettbewerb eingereichten Aufsatz einen Preis bekommt. Viel Mut gehört auf jeden Fall dazu, aber auch die Reife, einen derart pathetischen Monolog zu halten; aber schließlich haben wir ja mittlerweile ein neues Jahrtausend. Auf jeden Fall übertreibt die britische Produktion es nicht mit dem Pomp und gleitet nicht in den unwirklich-perfekten Glamour aus Hollywood, sondern zeigt mit wenigen Ausnahmen eine Geschichte, wie sie so ähnlich wirklich hätte passieren können; verliert aber dabei nicht die erfrischende Portion Witz, die vor allem durch Stevens und Lindas Unterhaltungen gespeist wird. Ein Beispiel: als Steve John anschmachtet, der ein Amt an der Schule innehat: "Er ist der Schulsprecher... Du glaubst nicht, wie sehr ich mir ein ' w ' dazwischen wünsche..." Ein Film in der würdigen Tradition des Coming-Out-Kultstreifens "Beautiful Thing"! Die nunmehr endlich als DVD vorliegende Produktion bietet neben dem deutschen und englischen Originalton auch zuschaltbare Untertitel. Als Extra wäre neben dem gut gemachten Kinotrailer und einigen anderen Kurzvorschauen das Interview mit dem Regisseur Simon Shoke hervorzuheben. Die DVD ist bei Kinowelt - Arthaus erscheinen und kann z. B. bei Amazon bestellt werden. © 2004 Dieter Herchenbach & Dirk Carius |
Regie: Simon Shore GB 1998 |
![]() s. a. Kinoposter |
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Darsteller & Rollen: Ben Silverstone...Steven Carter |
Oscar WildeDie Lebensgeschichte des skandalumwitterten Schriftstellers Oscar Wilde
(1854-1900), der zunächst von der viktorianischen Gesellschaft gefeiert und
hofiert wurde, die er gleichzeitig herausforderte und mit seinem Witz und Esprit
immer wieder aufs Korn nahm und schließlich von ihr
vernichtet wurde. In der Titelrolle erweist sich der britische Autor und
Schauspieler Stephen Fry, dessen Bücher sämtlich in Deutsch vorliegen und gerade
vom Aufbau-Verlag neu herausgebracht wurden, als Idealbesetzung. Der Film zeichnet nicht nur die äußere Lebensgeschichte, mit viel Aufwand in
die viktorianische Zeit versetzt, nach; er lässt auch die emotionalen Wallungen
zwischen Wilde und seiner Frau als Lebenspartnerin, Wilde und seinem Geliebten
Bosie sowie auch die zwischen Wilde und Bosies Vater lebendig vor die Augen des
Betrachters treten. Das wohl größte Verdienst des Films ist, dass er den
Zuschauer erstmals die damals grandiose Wirkung und den offensichtlichen Charme
des Salonhengstes Oscar Wilde erahnen lässt. Selbst weiß Gott keine Schönheit
zog er dennoch alle mit seiner Eloquenz, seinem Wortwitz und seinem Dandytum in
Bann. Viel mehr noch als in seinem Roman "Das
Bildnis des Dorian Gray" (auch verfilmt mit Helmut Berger in der Titelrolle)
tritt diese ganz besondere Wirkung vor allem in Wildes Theaterstücken "Lady
Windermeres Fächer" (bislang nur die britische Originalversion verfügbar), "Ein
perfekte Ehemann" sowie "Ernst
sein ist alles" zutage. Die dankenswerterweise nunmehr aus Erzählungen
ehemaliger Gesprächspartner in den Salons rekonstruierten "Tischgespräche" (in
deutscher Übersetzung bei Blessing erschienen) hingegen lassen beim reinen Lesen
nicht den redegewandten Charmeur vor Augen treten, wie in Stephen Fry
überzeugend in Szene setzt. Letzterer ist dem deutschen Publikum als
Schauspieler bislang eher wenig - allenfalls aus seinen Gastauftritten in Monty
Pythons "Blackadder" bekannt. Nachdem der Film ja schon seit 1998 als Video vorliegt, hat Arthaus-Kinowelt den Film nunmehr als DVD herausgebracht. Diese bietet neben der originalsprachlichen Audioversion als Extra eine Dokumentation "Simply Wilde", in der Stephen Fry, der Regisseur Brian Gilbert und Drehbuchschreiber Julian Mitchell ihren persönlichen Zugang zur Person und zum Werk Oscar Wildes ebenso wie Schwierigkeiten bei der filmischen Umsetzung schildern. Auch erfährt man noch einige Hintergründe, leider ist diese Doku jedoch nur 23 Minuten lang. Erschienen als DVD bei Kinowelt - Arthaus. Kaufen als DVD bei Amazon oder als VHS.
©
2004 Dieter
Herchenbach & Dirk Carius |
Regie: Brian Gilbert |
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Darsteller & Rollen: Stephen Fry........Oscar Wilde
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Erdbeer und SchokoladeErdbeer und Schokolade gibt's in Kuba... Als Eis... Auch wenn es weder nach dem einen, noch nach dem anderen so richtig schmeckt, scheiden sich die Geister, welche Sorte "Mann" nun wählen soll. Der eine nimmt Schokolade, der andere
Erdbeer. Der eine ist ein junger, heißsporniger Hetero, der andere ein intellektueller und nicht mehr ganz so junger Schwuler. Und diese beiden Menschen finden trotz (oder vielleicht gerade wegen) ihrer Gegensätze zu einer Freundschaft. Ach ja: trotz der Tatsache, dass David nicht schwul ist und auch nicht wird, sind beide zum Schluss beste Freunde und wollen sich nicht voneinander trennen. Diese gute Freundschaft zeigt sich auch nicht zuletzt dadurch, dass Diego selbstlos seiner Freundin und Nachbarin Nancy (Mirta
Ibarra) den noch unerfahrenen, jungfräulichen David zur Einführung in die Freuden des heterosexuellen Sex zuführt. Technische Angaben ©
2004 Dieter
Herchenbach & Dirk Carius |
Cuba, Mexiko, Spanien 1993
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Rollen & Darsteller
Diego Jorge Perugorría
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Jeffrey - It's just SexJeffrey (Steven Weber) ist ein Möchtegern-Schauspieler, der öfter kellnert, als dass er vor der Kamera steht, meistens in zweitklassigen Fernsehproduktionen. Angesichts der vielen Aids-Opfer unter seinen Freunden und Bekannten beschließt er, Sex zu meiden und künftig enthaltsam zu leben. Was er braucht ist eine Ersatzbetätigung. Warum nicht Sport? Doch schon bei seinem ersten Training im Fitnessstudio trifft Jeffrey den ebenso charmanten wie geilen Steve
(Michael T Weiss), was seinen gerade gefassten Beschluss auf eine harte Probe stellt. Als Jeffrey dann auch noch erfährt, dass Steve HIV-positiv ist, versucht er, ihm aus dem Weg zu gehen, doch sein väterlicher Freund Sterling
(Patrick Steward) arrangiert ein gemeinsames Abendessen. Jeffrey ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Steve und seiner Angst vor Ansteckung. Er begibt sich auf die Suche nach Antworten. Auf den schrillen Show-Seminaren der selbstherrlichen New-Age-Missionarin Debra (Sigourney Weaver) findet Jeffrey nicht die Hilfe, die er braucht. Noch weniger bringen ihm die Ratschläge des fidelen Priesters Dan
(Nathan Lane), der lieber ein Musicalstar wäre, Sex nicht als Werk des Teufels erachtet und sich sogar an ihn ranmacht. Zwar bewundert er die Haltung von Mrs. Marcangelo
(Olympia Dukakis), die sich stolz hinter ihren transsexuellen, lesbischen Sohn stellt, doch auch dies bringt ihn nicht weiter. Erst als Sterlings HIV-positiver Freund Darius
(Bryan Batt) stirbt und aus dem Jenseits zu ihm spricht, versteht Jeffrey, dass er Aids hassen soll und nicht das Leben... Technische Angaben © 2004 Dieter Herchenbach & Dirk Carius |
USA 1995 |
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Rollen und Darsteller: Jeffrey: Steven Weber |
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© 2010 Dieter Herchenbach