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Filme von EuroVideo auf Video und DVD

 

 

EuroVideo Sonderseite

Videos und DVDs des Filmverleihs EuroVideo.

Meeresfrüchte

Eine nette Komödie mit mehreren schwulen Hauptrollen

Darunter der schnuckelige Jean-Marc Barr (trotz des französischen Namens in Bitburg gebürtig und mit einer amerikanischen Mutter, ein wahrer Multikulti)

Familienurlaub einmal anders

Ein nettes, aber renovierungsbedürftiges Häuschen an der Küste soll Familie Biancheri als Urlaubsdomizil dienen. Und selbige Familie hat so einige Charaktere.

Da ist zunächst Papa Marc (Gilbert Meci) der etwas entfernt wirkt und eher in der Vergangenheit lebt. Auf der anderen Seite die Tochter Laura (Sabrina Seyvecou), die flügge wird und mit ihrem Freund eigentlich andere Pläne hat als den Urlaub am Meer unter der Gluckenbeobachtung zu verbringen.

Tja, und dann ist dann der Sohnemann Charly (Romain Torres), der seinen Vater auf die Palme bringt, weil er ständig, in jedem Falle zu oft und zulange duscht. Schließlich könne man doch keine Resourcen vergeuden. Und was macht er da eigentlich?

Nun ja, dass er mit seiner Vermutung, der Sohn könne unter dem Wasser selbst zum Spritzer werden, richtig liegt, weiß indes zunächst nur der Zuschauer. Prompt gerät die Familie in Grübelpanik: ist Sohnemann am Ende noch schwul?

Und dann kommt auch schon der erste offen schwule Charakter: Charlys bester Freund Martin (Edouard Collin). Besonders der Vater kriegt Panik - und erst später wissen wir warum. Mutter Beatrix (Valeria Bruni-Tedeschi) sieht das Ganze lockerer und will ihrem Charly mit allen Mitteln helfen und ihn bewegen, seine Homosexualität doch öffentlich zu machen. Ist sie doch der felsenfesten Überzeugung, ihr Sohn sei schwul und Martin sei sein Freund.

Papa Marc indes hat fortan ein verschärftes Auge auf Martin. Dies um so mehr, als eines Morgens die Wasserversorgung dank nächtlichen Duschens kaputt ist und der überaus geile - und schwule - Klempner Didier (Jean-Marc Barr; der geile der beiden BRÜDER bei ) gerufen werden muss. Papa kriegt die Tür nicht zu, als sich die beiden begegnen, ist Didier doch niemand anders als Marcs verflossener Liebhaber, den er vor Jahren verlassen hat, weil er Angst hatte, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen. Und nun hat er nicht nur Angst, dass Didier seinen (nicht schwulen) Sohnemann verführt - nein, alte Gefühle werden wach.

Aber auch Mutter Beatrix wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, als ihr jahrelanger Favorit Mathieu (Jacques Bonnaffe) auf der Szenerie erscheint. Kaum dass sie ihn vom Zug abholt, geht es hinter dem ersten Baum zur Sache. Und das noch mehrere Male. Dazu will Mathieu nunmehr nach vielen Jahren, eigentlich ein Traum jeder Frau, diesmal Nägel mit Köpfen machen und Beatrix endlich ganz für sich haben ...

Nun hab ich ja fast schon zu viel verraten. Der ganze Film kommt sehr locker, spritzig und humorvoll rüber und schließt mit geistreichem Humor an die lange Tradition trotz allem niveauvoller französischer Fernsehunterhaltung an - und sei allen nur ans Herz gelegt.

Das Label EUROVIDEO sorgt auch dafür, dass es nicht zu teuer wird

:-)

DIE DVD

Bildformat: Dolby, PAL, Surround Sound
Bildseitenformat: 16:9
Sprache:
+ Deutsch (Dolby Digital 5.1)
+ Französisch (Dolby Digital 5.1)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Euro Video

Offizielle Homepage des Films

Drama

Originaltitel:  Crustacés et coquillages

Regie: Olivier Ducastel Jacques Martineau
Drehbuch: Olivier Ducastel Jacques Martineau

Frankreich 2005

VÖ: 13.04.2006

Darsteller und Rollen:

Valeria Bruni Tedeschi .... Béatrix
Gilbert Melki .................. Marc
Jean-Marc Barr .............. Didier
Jacques Bonnaffé .......... Mathieu
Edouard Collin .............. Martin
Romain Torres ............. Charly
Sabrina Seyvecou ......... Laura
Yannick Baudin ............. Michaël
Julien Weber ................ Sylvain
Sébastien Cormier ........ Laura's neuer "Mann"
Marion Roux ................ Billiard Player

                                                            

© 2006 D. Carius, GayStation

Ein Zuhause am Ende der Welt

Dreiecksgeschichte um einen Schwulen, einen reizenden Hetero und deren gemeinsame Freundin Clare. Nach dem gleichnamigen Roman des Pulitzer-Preis-Gewinners Michael Cunningham ("THE HOURS", "LAND'S END").

Vorgeschichte Cleveland 1974

Bobby und Jonathan (Harris Allan, der Ziehsohn von Michael und Ben in Queer as Folk US, Staffel 4) sind Schulfreunde, rauchen zusammen Pott und hängen 'rum. Und sie gehen einer beim anderen zuhause ein und aus. Das ändert sich, als Bobby erst seine Mutter, dann seine Schwester und schließlich auch noch seinen Vater mutiert.

Doch die Nachbarsfamilie, allen voran Jonathans Mutter Alice (super: Sissy Spacek), hat - wie eigentlich jeder, dem der bescheidene, aber auf die Menschen zugehende Bobby begegnet, hat einen wahren Narren an Bobby gefressen und nimmt ihn, sehr zur Freude von Jonathan bei sich auf.

Neben Bobby schlafend versucht Jonathan, der mehr für ihn empfindet als nur Freundschaft, scheinbar im Schlaf sich an Bobby heranzumachen, der auch darauf eingeht. Und diese Szene und auch wie sich die beiden einen runterholen ist schon ein schauspielerischer Höhepunkt im Film.

Doch zu größerer Nähe kommt es nicht.

SCHNITT

New York 1982 (?)

Acht-zehn Jahre später: Bobby (wirklich nett anzusehen: Colin Farrell) ist inzwischen 24 und wohnt immer noch bei Jonathans Eltern. Der jedoch ist schon flügge geworden und hat sich nach New York abgemeldet. Da Johnnys Vater inzwischen sehr krank ist, wollen die Eltern umziehen - und Vater Ned gibt Bobby den dringenden Rat, sich nunmehr von ihnen abzunabeln und ein eigenes Leben zu leben.

Ganz so eigen wird dies indes nicht, er geht nach New York zu Jonathan (Dallas Roberts). Klar, dass der ihn gern bei sich aufnimmt. Bislang lebte Jonathan mit Clare (Robin Wright Penn), einer sehr guten Freundin, die - wie wir später erfahren - ihn abgöttisch liebt, zusammen. Unerhört in ihrer Liebe zu Jonathan fängt sie nunmehr Feuer an Bobby, lässt ihn typ- wie frisurmäßig endlich in den 80ern und in der Großstadt ankommen. Und sie landen nicht nur im Bett, wo Bobby sein nunmehr mit 24 seinen Jungfernstoß erfährt, sondern sie kommen auch wirklich zusammen.

Das natürlich sehr zum Ärger von Jonathan, der ja "seinen" Bobby immer noch, wenn auch genauso heimlich wie Clare Jonathan, abgöttisch liebt. So kommt er denn auch nicht mit der neuen Situation zurecht und flieht aus der gemeinsamen Wohnung.

Doch schon kurz darauf sind die drei durch einen weiteren Trauerfall vereint: Jonathans richtiger und Bobbys Adoptivvater erliegt seiner Krankheit. Dort in der Wüste von Arizona bei der Beerdigung kommt es zum klärenden Gewitter, bei dem der arme Bobby an den Kopf geworfen kriegt, dass er eben - zum Missfallen Jonathans - gleich wenn er auftaucht alle Herzen im Sturm erobert.

Die drei vertragen sich und ziehen zusammen in ein romantisches Landhaus ...

Ende gut, alles gut? Es scheint bald so, doch weiß nur der Zuschauer, dass die neu gefundene Harmonie schon bald durch eine nur für ihn in ihrer Fatalität zu verstehende Entdeckung Jonathans ein Ende finden wird.

Kein trauriger Film, aber auch mitnichten eine Komödie - eher eine nicht alltägliche Dreiecksgeschichte, niveauvoll erzählt. Eine gelungene Literaturverfilmung!

Großes Lob auch für die ganz andere darstellerische Leistung von Colin Farrell, der ja ansonsten eher als enfant terrible Hollywoods herhalten muss.

2004 erlebte der Film seine deutsche Erstaufführung (noch in englischer Fassung)  auf dem Verzaubert-Filmfestival schwullesbischer Kinematographie, kam dann im Dezember 2004 in Synchronfassung in die deutschen Kinos. Jetzt gibt es beide (englische Original- und deutsche Synchronkinofassung als Kauf-DVD von Eurovideo, leider auch hier ohne viele Extras, was sich aber andererseits positiv auf die Brieftasche auswirkt.


Die DVD

Bild:          16:9
Audio:       Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:  keine

Bonus
deutscher und englischer Kinotrailer
 

                © 2008 D. Carius, GayStation

Schwul/Hetero Dreiecksgeschichte

OT: A home at the end of the world

USA 2004

Buch: Michael Cunningham
Regie: Michael Mayer

DVD-Start 09.06.2005

Darsteller und ihre Rollen

Harris Allan ....... Jonathan Glover (1974)
Dallas Roberts ... Jonathan Glover (1982)
Erik Smith ......... Bobby Morrow (1974)
Colin Farrell ....... Bobby Morrow (1982)
Robin W Penn .... Clare
Sissy Spacek ..... Jonathans Mutter

Speer und er

Nach dem preisgekrönten DIE MANNS hat sich Heinrich Breloer wieder an ein gigantisches Doku-Spielfilm-Projekt gemacht und diesmal einen der größten Blender des 20. Jahrhunderts - Albert Speer, den Architekten Hitlers - beleuchtet. Und wieder ist eine Miniserie von 3 Spielfilmen á 90 Minuten sowie einer Bonusdokumentation daraus geworden.

Wieso "einer der größten Blender"? Nun, weil Speer es blendend verstand, sich nach dem Krieg als Unschuldslamm bzw. Unwissender par excellence hinzustellen, einen wahren Mythos um sich herum aufzubauen und mit seinen Memoiren ein Heidengeld zu verdienen.

Besonders interessant in dieser Hinsicht ist sicher der erste Spielfilm, der sich um den jungen Speer dreht und um seine eigentliche Kariere unter Hitler. Wie er nicht zu dessen Stammarchitekten wird und die gewaltige neue Staatskanzlei oder die riesige Aufmarschanlage für die Reichparteitage der NSDAP in Nürnberg entwirft, sondern auch immer mehr zu einem der wenigen Freunde Adolf Hitlers wird. Er hat immer Zugang zu ihm, die beiden verstehen sich - und wenn denn Lothar Machtan mit seiner These Recht haben sollte, dass der (Ver)Führer der Deutschen homosexuelle Neigungen verspürt haben mag, dann wird es wohl am ehesten für dieses Band zwischen den beiden größen- und reichspolitisch Gleichgesinnten zutreffen.

SPEER UND ER ist eine Produktion der Bavaria Film GmbH in Koproduktion mit dem WDR, NDR, BR, Degeto, ORF, gefördert von der Filmstiftung NRW, FilmFernsehFonds Bayern und Media Programm der Europäischen Union.

Was dem Rezensenten beim Betrachten des Films durch den Kopf ging: Hitler wie er hier gezeichnet und besetzt ist (Tobias Moretti), hätte in der Form wohl niemals ein ganzes Volk beeindrucken und einlullen können. Da spielt die Besetzung und Zeichnung Hitlers durch Bruno Ganz in "Der Untergang" in einer ganz anderen Liga.

Ähnliches ist die persönliche Meinung des Rezensenten auch zu der Figur des Hitler-Architekten und späteren Rüstungsministers Albert Speer. Den Doku-Aufnahmen aus der Zeit, als selbiger noch "nur" Architekt war, wird Sebastian Koch zwar durchaus gerecht, aber als Kriegsminister wirkt er einfach nur blass und wenig überzeugend. Und doch hat der echte Speer doch gerade als Rüstungsminister gleichsam ein Rückgrat Hitlers gebildet. Auch hier kommt der Welt- und Dunkelmann sehr gut verkörpernde Heino Ferch im "Untergang" einfach überzeugender 'rüber.

Insofern: die Besetzung mag vielleicht nicht ideal sein, dennoch ist es das Verdienst dieses Films, einen der mächtigsten Männer im Dritten Reich und seine zweifelhafte "Karriere" nach 1945 in dem gewohnten Mix aus Spielfilm- und Original-Dokuszenen, in Spielfilmform zu dokumentieren, ohne hin zu heroisieren. Die Kanten und insbesondere seine gezielte Blendung aller nach dem Zweiten Weltkrieg werden gar vordergründig thematisiert.

Nun eine Zusammenfassung des Inhaltes der drei Spielfilmteile und der Bonusdokumentation.



Teil 1. Germania - Der Wahn

Teil 1 erzählt den Aufstieg und Fall des Architekten, der zu Hitlers Kriegsorganisator wurde und als Spitzentechnokrat die Dauer des Krieges wesentlich verlängerte. Die Geschichte des "Dritten Reichs", beginnend an seinem Ende: Albert Speer sitzt in einer Nürnberger Gefängniszelle und wartet darauf, dass die Alliierten ihm den Prozess machen.

In assoziativen Reminiszenzen zeigt Teil 1 den Architekten und Rüstungsminister Speer, der dabei ist, Bauten für ein 1000-jähriges Reich zu entwerfen und für seinen "Führer" Europa zu erobern. Er zeigt Speer von der Höhe der Macht bis zum tiefen Sturz in die Zelle von Nürnberg. Einen Mann, der am Ende seinen Freund Hitler verrät und die neue Persönlichkeit "Speer" inszeniert. Damit lässt sich überleben: Speer reklamiert die Verantwortung im Ganzen, will aber im Einzelnen nichts gewusst haben. Er malt einen sympathischen Künstler, der politisch ahnungslos ist und dieses Bild mit den passenden Mosaiksteinen aus dem Geröll der Geschichte stützt.

Der junge Architekt Albert Speer sieht sich als Statthalter einer Jugend-Revolution. Er bedient Hitlers Sehnsucht nach geschichtlicher Größe und dekoriert seine maßlose Erlöserrolle mit opernhaft-gigantischen Bauvorhaben. Hitler wiederum gibt Speers Fantasien vom Bauen jedes nur denkbare Geld, gibt ihm Raum und Steine. Ohne Rücksicht darauf, ob Juden vertrieben und ermordet werden, ob Kriegsgefangene aus ganz Europa tödliche Sklavenarbeit verrichten müssen, arbeitet Speer an seinem perversen Traum von neuen Tempelstädten - den heiligen Bezirken des Nationalsozialismus. Die beiden Männer werden süchtig nach den Berlin-Modellen, die ihnen eine rauschhafte Zeitreise in eine triumphale Zukunft erlauben - GERMANIA ist das Sinnbild der neuen Stadt.

Die sechs Speer-Kinder erleben eine märchenhafte Kindheit auf dem Obersalzberg an Hitlers "Hof", überschattet aber von der Abwesenheit des Vaters, der in der Ferne einen schrecklichen Krieg steuert. Die grausame Realität des Krieges allerdings liegt buchstäblich hinter den Bergen. Speers filmisches Porträt scheint auf in Pracht und Apokalypse - Speers machtvollste Momente als Rüstungsminister und die letzten Monate des 'Dritten Reichs'.

Der Vater und der "Führer" - das seltsam verknüpfte Paar - sind für die Speer-Kinder wie Phantome. In eindringlichen Gesprächen, bei denen auch die unangenehmen Wahrheiten zur Sprache kommen, macht sich der Film mit ihnen auf die Reise in die Welt des Vaters: Ihr Bild des freundlichen Vaters, der dann und wann zu Besuch kommt, kollidiert dabei mit dem Bild eines machtbesessenen und gewalttätigen Reichsministers. Auf machtbeglänzten Höhen zeigt sich Speer als Hitlers sympathischer Architektenfreund, sodann als der mächtigste und einflussreichste (Rüstungs-) Minister bis hin zur Endzeit - seinem tiefen Fall und der Stunde der Wahrheit in der Nürnberger Zelle - der Aufmarsch der Opfer als Zeugen im Nürnberger Prozess und die Angst vor dem drohenden Tod durch den Strang...


Teil 2. Nürnberg - Der Prozess

Teil 2 von Heinrich Breloers Filmwerk "Speer und Er" lässt das gesamte Personal der Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse in einem spannungsvollen Nebeneinander aus authentischen Filmprotokollen und Nachinszenierungen auftreten. Im Zentrum steht der als Haupt-Kriegsverbrecher angeklagte Speer. Schon vor seinem Ende konnte, so zeigt sich, Speer über Hitler hinaus denken. Nun distanziert er sich erfolgreich vom Pöbel des "Dritten Reichs", von der "Führer"clique, und gestaltet im Inneren und nach Außen die so erfolgreiche neue Figur des einsichtigen Büßers, der nur eine Art Gentleman-Nazi war. Er will ein mutiges, männliches Bild von sich bieten und die Deutschen in ihrer Gesamtheit mit seinem umfassenden, zugleich sehr speziellen Schuldbekenntnis entlasten: "im Einzelnen" habe er keine Kenntnis gehabt.

Er schafft sich Feinde unter den alten Parteigenossen und gewinnt an Sympathie beim amerikanischen Chefankläger Robert Jackson wie auch bei der deutschen Presse und ihrem Publikum. Die Deutschen sollen sich durch sein Bekenntnis zur allgemeinen Mitverantwortung und durch seine Kritik am autoritären Staat und an dessen "Führer" Adolf Hitler entlastet fühlen. Wie viele andere, so seine Behauptung, hatte auch er vom Völkermord nichts gewusst. So tritt im Nürnberger Prozess Albert Speer in einer neuen Rolle auf: Er wird hier - und vor allem mit seinen späteren Büchern - zu einer wesentlichen Entlastungsfigur bei der immer wieder aufbrechenden Diskussion über die Verbrechen dieser Generation.

Im Kreuzverhör des Nürnberger Prozesses gelingt es Speer, seine tiefe Verstrickung in das "Dritte Reich" und seine reale Beteiligung an verbrecherischer Planung zu verschleiern und stattdessen glaubhaft zu machen, dass er der beste Freund Hitlers war und dennoch vom Genozid nichts wusste. Dies gelingt ihm durch Stilisierung seiner Person zum Künstler und unpolitischen Technokraten, der einzig sachbezogen seine quasi "neutrale" Arbeit geleistet habe. So hat er sich bis heute erfolgreich ins Geschichtsbuch der Deutschen eingetragen.

Im 2. Teil des groß angelegten Filmprojekts von Heinrich Breloer werden Dokumente zusammengetragen, die dahinter ein anderes Bild von Speer sichtbar werden lassen. Er beteiligt sich aktiv an der Vertreibung der Juden aus Berlin, in seinem Machtbereich und unter seiner Verantwortung entstand in Zusammenarbeit mit Himmler das Konzentrationslager "Dora" für den Bau der V2-Rakete. Diese Informationen hätten in Nürnberg den Tod bedeutet.


Teil 3. Spandau - Die Strafe

Der dritte Teil konzentriert sich auf Speers 20 Jahre im Spandauer Gefängnis. Ein wilhelminischer Gebäudekomplex im Herzen Berlins, Hunderte von Zellen standen leer. Nur ein Flur war belebt - sieben Zellen waren besetzt von ehemaligen Nazi-Größen, die noch einmal die Intrigen des untergegangenen Reichs nacherleben lassen. Diese sieben Männer werden zu Nummern. Nr. 1: Baldur von Schirach, Reichsjugend"Führer" und Gauleiter von Wien; Nr. 2: Karl Dönitz, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und von Hitler zu seinem Nachfolger ernannt; Nr. 3: Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren; Nr. 4: Erich Raeder, Großadmiral; Nr. 5: Albert Speer; Nr. 6: Walter Funk, Reichsbankpräsident; Nr. 7: Rudolf Hess, bis 1941, vor seinem Flug nach England, Hitlers Stellvertreter. Die Kleidung kommt anfangs aus dem Fundus der Konzentrationslager.

Wir sehen Speer, wie er Techniken des Überlebens entwickelt und sich auf seine Rückkehr vorbereitet. Wir erleben ihn beim Umgestalten des Spandauer Gefängnisgartens, beim Verfertigen von Kassibern, mit denen er das Leben seiner sechs Kinder mit Hilfe seiner Frau Margarete aus der Haft steuern will. Das Land "da draußen" konstituiert sich als erfolgreicher Staat, eine soziale Marktwirtschaft, eine nach Westen orientierte Bundesrepublik, wobei die Kontinuität der handelnden Personen zu ihrer Rolle im "Dritten Reich" erfolgreich verdrängt wird.

Das Bild einer neuen, hochmodernen Gesellschaft wird in seinen auftrumpfenden Bauten maßgeblich geprägt von Speers Architekten-Kollegen und Managern. Dieser einflussreiche Kreis wartet auf Speers Entlassung und spendet derweil jeden Monat Geldbeträge auf ein "Schulgeldkonto", über das Speer aus der Zelle verfügen kann. Speers 20-jährige Haft ist die Zeit einer weiteren Verpuppung, in der ein neuer Schmetterling - der intelligente, weltläufige Bestseller-Autor Speer - entsteht. Speer distanziert sich von Hitler, indem er ihn dämonisiert und verspottet. Die Raupe "Hauptkriegsverbrecher" frisst unendlich viele Bücher in sich hinein und geht immer wieder in die eigene Geschichte zurück, um sie zu einer strahlenden Legende zu verdichten - eine Legende, die von einem fast unentwirrbaren Geflecht aus Lügen, Auslassungen und Wahrheit genährt wird.

Dieser "innere" Prozess wird reflektiert am Beispiel der Familie Speer, der Kinder des Kriegsverbrechers, die alle mit mehr oder weniger Wissen, mit widersprüchlichsten Gefühlen zu ihrem Vater, mit Ahnungen und Nicht-wissen-Wollen ihren Weg durchs Leben angetreten haben und als Arzt, Politiker, Architekt, Wissenschaftler oder Ingenieur ihre gesellschaftliche Rolle bei der Mitgestaltung und Entwicklung dieser neuen Demokratie der Bundesrepublik gefunden haben.
 

(Teil 4:) Nachspiel - Die Täuschung
Dokumentation

Das Leben nach der Haft
Die begleitende Dokumentation erzählt die Lebensgeschichte Albert Speers dort weiter, wo das dreiteilige Filmprojekt endet: am Gefängnistor von Spandau, dem Tag der Haftentlassung des Hauptkriegsverbrechers. In Gesprächen mit Speers Kindern, Biografen, Zeitzeugen und Historikern wird der Versuch unternommen, die Selbsttäuschung und Konstruktion von Lügen und Legenden Speers nachzuzeichnen. Wie war es möglich, dass einer der einflussreichsten Mittäter Hitlers mit einem Bestseller in der Bundesrepublik so viel freundliche Zuwendung, Aufmerksamkeit und Einfluss auf die Geschichtsschreibung gewinnen konnte?

Die Entfremdung von der Familie
Am 1. September 1966, 24.00 Uhr, wird der ehemalige Architekt und Reichsminister für Bewaffnung und Munition nach 20 Jahren Haft entlassen. Vor dem Spandauer Gefängnistor wartet seine Frau Margarete Speer, die ihre sechs Kinder alleine großgezogen hatte. Nach der Entlassung zeigte sich bei einem Familientreffen, dass die aus dem Gefängnis herbeidirigierte Nähe mit der Familie dem Alltag nicht standhält. Das Treffen offenbart die Entfremdung. Sein Sohn Albert, der nach zwei Tagen vor der Familienzusammenführung flüchtet, sagt: "Jeder war gehemmt. Es war Stress!"

Der Bestseller-Autor Albert Speer
Der Mann, der Adolf Hitler aus nächster Nähe erlebt hat, einer der mächtigsten Männer des 'Dritten Reichs', wird seine Erinnerungen schreiben. Jeden Schritt zum Bestseller-Erfolg hatte Speer aus seiner Zelle heraus vorbereitet. Etwa 20 000 Blatt Papier waren als Kassiber aus dem Gefängnis zu seinem Freund Rudolf Wolters geschmuggelt worden. Als Architekt und Rüstungsminister war er gescheitert. Nun will er sich mit seiner Autobiografie in das Buch der Geschichte einschreiben. Diese Rechnung ist aufgegangen: Albert Speer veröffentlicht 1969 seine "Erinnerungen". 1975 folgen die "Spandauer Tagebücher". Beide Bücher werden Welterfolge, die Speer zu einem reichen Mann machen.

Alte und neue Wegbegleiter
Sein Freund Rudolf Wolters, der für ihn während der Haft mit einem eigenen Büro in Coesfeld die Geschäfte geführt hatte, wurde zum "Coburger Freund" anonymisiert. Friederich Wolters, der Sohn, blättert im Gespräch mit Heinrich Breloer die Geschichte dieser seltsamen Freundschaft auf. Mit dem Verleger Wolf Jobst Siedler, der den jungen Joachim Fest als Lektor ins Spiel brachte, hatte Speer sein Team für den internationalen Erfolg gefunden. Siedler berichtet, wie er Albert Speer selber die Sympathie der Leser erklärte: "Sie sind der Engel, der aus der Hölle kam".

Speers Rolle im Nachkriegsdeutschland
Seine Rolle als "Entlastungsnazi" war deshalb so erfolgreich, weil viele sich sagten: wenn der von den Verbrechen der Nazis nichts gewusst hat, mussten wir es auch nicht wissen. Seine scheinbar bußfertige Formel, dass er hätte wissen können, wenn er gewollt hätte, bedeutet indirekt, dass er nichts wusste. Auch Speer-Biograf Joachim Fest zeigt sich im Interview nachdenklich über die Leerstellen in Speers Autobiografie.

Die Auseinandersetzung mit dem Mythos Speer
1980 gibt Rudolf Wolters dem jungen Historiker Matthias Schmidt zum ersten Mal Hinweise auf Fälschungen in Speers Chronik und lässt ihn Originaldokumente lesen. Es wird offenbar, dass Speer an der Vertreibung der Berliner Juden einen maßgeblichen Anteil hatte. In seinem Buch "Albert Speer - Das Ende eines Mythos" kann Schmidt weitere von Speer ausgeblendete schmerzhafte Wahrheiten seines Lebens veröffentlichen. Dieser erste große Versuch, sich mit den Lügen und Legenden Albert Speers auseinanderzusetzen, erreicht den Bestsellerautor nicht mehr. In den letzten Lebensjahren verliebte sich Speer in eine junge Frau, die ihn bewunderte. Am 1. September 1981 brach Albert Speer auf einer Interviewreise in London in seinem Hotelzimmer bewusstlos zusammen. Seine Freundin alarmierte den Arzt. Einige Stunden später verstarb Speer im Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls.

Das selbst gebaute Denkmal stürzt
"Die Dokumentation zeigt, dass vieles anders gewesen sein muss, als der Bestseller-Autor Speer es in seinen Erinnerungen dargestellt hat. Einer der engsten Vertrauten Adolf Hitlers hat die eigene Familie, die Leser seiner Bücher und wahrscheinlich teilweise auch sich selbst getäuscht. Hitlers Lieblingsarchitekt und Rüstungsminister gelang es oft, seine Haltungen zu ändern und den jeweiligen Situationen anzupassen. Sein ehrgeiziges Ziel war es spätestens während der Spandauer Haftzeit, sich selber ein Denkmal zu bauen - wenn schon aus seinen größenwahnsinnigen Architekturplänen und der Weltherrschaft

© Inhalte der einzelnen Teile: www.ard.de

Eine vorbildliche, ansprechende und umfassende Dokumentation rund um den Film, die Hintergründe und die einzelnen Figuren samt umfangreichen Pressestimmen findet sich auf den Internetseiten des WDR.


Das DVD-Set

3 DVD in dekorativer Klappmappe im Pappschuber

DVD 1
Teil 1 + 2 á 90 Min = 180'

DVD 2
Teil 3 sowie die Bonusdokumentation "Nachspiel - Die Täuschung" á 90 Min = 180'

DVD 3
Making of (89 Min)
Interviews (28 Min)
Entfallene Szenen (32 Min)

Bildformat: 2,35:1 (16:9 anamorph codiert)
Ton: Dolby Digital 5.1

Audio:      nur Deutsch
Untertitel: keine

             © 2008 D. Carius, GayStation

Geschichtsdrama

D 2005

Buch: Heinrich Breloer und Horst Königstein
Regie: Heinrich Breloer

DVD-VÖ 12.05.2005

 

 

 

 

Darsteller und ihre Rollen

Albert Speer .... Sebastian Koch
Adolf Hitler ... Tobias Moretti
Margarete Speer ... Dagmar Manzel
Annemarie Kempf ... Susanne Schäfer
Rudolf Wolters ... Axel Milberg
Rudolf Hess ... André Hennicke

 
 

Schiller

Dichterbiografie um den jungen Friedrich Schiller.

1782: Schillers erstes Dramas 'Die Räuber' wird am Mannheimer Hof- und Nationaltheater aufgeführt und schlägt ein wie eine Bombe. Sehr zum Leidwesen von Schillers Dienstherren, den Fürsten von Württemberg, der seinem Regimentsmedicus daraufhin auch erst einmal gefangensetzt und nur unter der Maßgabe wieder auf freien Fuß lässt, dass er sich fortan der "Schreibereien" enthalten möge.

Doch der zwangsweise an der Karlsschule des Landesherrn Ausgebildete hatte die Lunte schon gerochen, und nichts konnte für ihn verlockender sein, als sich fortan völlig dem Autorenleben hinzugeben. In einer Nacht- und Nebelaktion plant er zusammen mit seinem Freund, dem Musicus Andreas Streicher, die Flucht nach Mannheim. Überhaupt erwies sich der junge Schleicher für Schiller als ein echter Freund. Nicht nur dass er ihm bei der Flucht half, nein, er opferte für Schiller auch sein ganzes Geld und wich trotz der Chance in Hamburg bei Phillip Emanuel Bach zu studieren nicht von der Seite seines Freundes.

In Mannheim angekommen, ist Theaterintendant Freiherr von Dalberg nicht ganz so glücklich über die Ankunft des jungen Dichters. Natürlich war er ob der "Räuber" begeistert, aber den Dichter nun gleich hier zu haben - und dann noch als widerrechtlich dem Herzog Entflohenen, das ist bitte schön ganz etwas Anderes. Eben solch anderer Meinung ist indes Dalbergs Geliebte, die Schauspielerin Caroline Wiethoeft, die sich Chancen auf eine Hauptrolle in einem seiner kommenden Stücke ausmalt sowie noch vielmehr die junge Aktrice Katharina Baumann, in die sich Schiller verliebt.

Doch ist Schiller nicht der Einzige, der sich Chancen auf einen Posten am Mannheimer Theater ausrechnet: August Wilhelm Iffland, aufstrebender Theaterdichter und Schauspieler, will sich von Schiller nicht verdrängen lassen und hat es auch auf das Herz von Katharina Baumann abgesehen. Und nicht zu unterschätzen: Maestro Ifflands Stücke liegen im Trend, ecken nicht an und kommen somit auch bei der Landesherrin und Patronin des Theaters ganz anders an.

Und so lässt denn Schillers Erfolg und damit auch eine Aufbesserung seiner angeschlagenen monetären Situation erst einmal auf sich warten. Die Elendsbehausung und Mangelernährung hinterlassen immer deutlicher ihre Spuren an dem, wie wir heute wissen, an Tuberkulose leidenden jungen Schiller.

Schließlich fällt am Theater die Entscheidung: Schiller muss seinen Hut nehmen. Auch anderweitige Versuche, seine Stücke oder auch nur einzelne Gedichte an den Buchhändler Schwan zu verkaufen scheitern kläglich. Der Medicus und Dichter liegt finanziell und gesundheitlich am Boden, schon denkt er ernsthaft daran, wieder Mediziner zu werden und die Praxis eines Mannheimer Arztes zu übernehmen, da kommt die rettende Botschaft des Leipziger Juristen und Dichterförderers Friedrich Körner, bei dem Schiller einige Zeit verbringen wird und wo er unter anderem im heutigen Leipziger Schillerhaus, einer bescheidenen Bleibe im Vorort Gohlis, die "Ode an die Freude".

Aber mit dem Fortgang aus dem Mannheimischen ist er Film schon zu Ende. Er wurde an Originalschauplätzen in Baden-Würtemberg und mit der Situation angepasst unpompöser Ausstattung gedreht und kommt somit nicht als beeindruckender Historienschinken daher. Eher lässt er das ebenso Rebellische wie auch wenig Taktvolle, vielleicht sogar schon Eingebildete des "jungen Wilden" Schiller klar werden und ist insofern durchaus zu empfehlen.

Ein Interview zum Film mit Matthias Schweighöffer bei Arte.

Nun ist dieser Film nicht der erste, der sich mit Schillers Dichterjugend beschäftigte:

- Die restaurierte Fassung des Stummfilms von Kurt Görtz von 1923 (rekonstruiert aus der einzigen überlebenden Fassung bei der zentralen russischen Zensurbehörde) lief jetzt bei Arte (hier auch weitere Infos und Hintergründe über Schillers Jugend)

Siehe auch den Schwarz/Weiß-Tonfilm "Friedrich Schiller - Triumph eines Genies" von 1940, der jetzt ebenfalls auf DVD herausgekommen ist.
 

Die DVD

Bild:          16:9
Audio:       Deutsch (DD 2.0 und 5.1)

Bonus
+ Making of
+ Outtakes

          © 2008 D. Carius, GayStation

Dichterbiografie

D 2005

Buch und Regie: Martin Weinhart

DVD-Start 06.05.2005

Darsteller

Friedrich Schiller ............. Matthias Schweighöfer
August Wilhelm Iffland ...  Robert Dölle
Katharina Baumann ........ Teresa Weißbach
Wolfgang von Dalberg .... Jürgen Tarrach
Caroline Wiethoeft .......... Barbara Auer
Andreas Streicher ........... Christian Näthe
Buchhändler Schwan ....... Ulrich Noethen

Eine italienische Hochzeit

Sicher schwimmt der Film mit in dem seit Big Fat Greek Wedding anhaltenden Boom von Ethno-Filmen, auch wenn es keine solche Komödie ist, sondern ein eher trauriges Einwandererschicksal nacherzählt.

Es geht um Italiener, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien ausgewandert sind: die Brüder Donnini. Waisen, die sie durch den Krieg geworden sind, schließen sie sich Tante und Onkel an. Reichlich 10 Jahre später: aus den Knaben sind ausgewachsene Männer geworden, in der Blüte ihres Lebens, für die es langsam Zeit wird zu heiraten.

Nun hätte der eine der Brüder, der charmante und gutaussehende Gino (Adam Garcia, hier rechts), damit auch überhaupt kein Problem. Mühelos verdreht jeder Frau den Kopf und seine Stamm-Freundin Connie (Silvia de Santis) möchte ihn lieber heute als morgen heiraten. Doch hat er es damit nicht eilig. Als Entschuldigung dient die italienische Tradition, nach der erst der älteste Sohn der Familie geheiratet haben muss, bevor er, der jüngere Bruder, daran denken könne.

Und sein Bruder Angelo (Giovanni Ribisi) ist nun mal das volle Gegenteil von Gino: von der Natur reichlich weniger gesegnet, zurückgezogen, vielleicht gar ein wenig verbissen. Bodenständig in jedem Falle und ehrlich interessiert, eine Frau fürs Leben zu finden. Nur bislang leider ohne viel Erfolg. Schließlich muss es ja bitte auch eine Italienerin sein.

Die Heiratsvermittlerin vor Ort, die rührige Signora Carmellina (Eleanor Bron) zieht Kandidatin für Kandidatin aus dem fernen Italien aus dem Hut, doch auf die ernst gemeinten Heiratsanträge kommt stets nur Angelos Brief zurück samt Foto. Völlig desillusioniert, greift Angelo bei der neuesten Kandidatin - der schönen Rosetta (Amelia Warner) - zu einer List und schickt ihr statt seines ein Bildnis seines Bruders beizulegen. Und siehe da: das Mädchen aus Süditalien verliebt sich augenblicklich in das Bild des Unbekannten und nimmt den Antrag an!

Erst kurz vor der Ankunft gesteht Angelo seinem Bruder das "Versehen" und will alles absagen, doch entschließt sich auch Rosetta erst einmal zu bleiben. Doch die Fronten sind klar: sie will Angelo-Gino und der sie eigentlich auch, nur mag er sich das nicht eingestehen. Es muss ja auch ein bisschen Hickhack geben, bevor die Liebenden sich kriegen. Und der ist gar nicht so schlecht erzählt und in jedem Falle nett anzusehen.

Und wenn sie sich schließlich kriegen, lässt das schon im ganzen Film über immer wieder durchschimmernde Schiffsmotiv (aller Auswanderer) auch hier ein Titanic-HappyEnding auferstehen!

Eine Sehempfehlung in jedem Falle, abseits von der Liebesgeschichte geht es natürlich auch um Sehnsucht nach der Heimat, das Beibehalten der einheimischen Tradition und was für ein Verdienst es ist, wenn nach Jahres des Darbens endlich wieder eine Espresso-Maschine verfügbar und somit endlich wieder Kaffee wie daheim zu genießen ist! Dazu das bezaubernde Mona-Lisa-Lächeln von Rosetta und der ebenso charmante wie gut aussehende Gino.

Ein Feel- and Watchgood-Movie des OSCAR®-nominierten "Shine"-Regisseurs Jan Sardi.


Technische Angaben zur DVD

Format: Dolby Surround Sound, PAL
Sprachen:
- Deutsch (Dolby Digital 5.1)
- Englisch (Dolby Digital 5.1)
Keine Untertitel
Bildformat: 16:9

Extras:
- Making of
- Setting Sail
- Storyboard-Film-Vergleich
- Audiokommentar von Regisseur und Drehbuch-Autor Jan Sardi

Unter diesem Link kannst du die DVD sofort bei amazon bestellen.

                          © 2008 D. Carius, GayStation

Einwanderer-Feelgood-Movie

Originaltitel: Love's Brother
Australien 2003

Regie und Drehbuch: Jan Sardi

DVD-Start: 07.01.2005

 

 

Darsteller und ihre Rollen

Giovanni Ribisi ... Angelo
Adam Garcia ...... Gino
Amelia Warner ... Rosetta
Silvia De Santis .. Connie
Eleanor Bron ..... Carmelina
 

Wir

WIR heißt der Film, nur gehört der Rezensent nicht zum dargestellten Personenkreis. Und das aus zweierlei Hinsicht: erstens - und wohl am gewichtigsten - er ist nicht Mitte Zwanzig wie die Personen im Film. Und zweitens: er wohnt nicht in Berlin, sondern in Leipzig - wenn es denn daran liegt. Auf jeden Fall steht er erstens mit beiden Beinen im Leben und ist nicht frustriert wie doch viele der Personen im Film. Dennoch findet er den Film beachtenswert.

Woran liegt's? Was wird erzählt?

Wie schon gesagt: es geht um zehn Menschen, Mitte Zwanzig, im heutigen Berlin. Sie stammen aus der gut bürgerlichen Mittelschicht, haben Abitur gemacht und alle Möglichkeiten stehen ihnen offen. Sollte man meinen. Allen gemeinsam ist: sie haben allesamt noch nicht weder ihren Ruhepol, noch den Sinn des Lebens gefunden und sind auf der Suche: nach dem richtigen Lebensweg, dem Sinn im Leben (kann man ihn in Nepal finden?), nach dem richtigen Job (gelangweilter, Privatgespräche führender Call-Center-Agent ist auf Dauer doch nicht der Bringer), dem richtigen Studienfach (ja, ja, die Langzeitstudenten, die nach jeweils 2 Jahren von einem Fach ins andere wechseln) und natürlich auf der Suche nach Liebe ...

So weit so gut. Doch dass ihnen alle Möglichkeiten offen stehen, hilft ihnen eigentlich überhaupt nicht, im Gegenteil. Das Grundproblem: sich zu sehr zu verpflichten - das ist doch nun wirklich nichts, das ist Schnee von gestern. Also ab in die Unverbindlichkeit, in die Beliebigkeit. Das ganze Leben ist Party oder zumindest doch ein Spiel - der Song "Ich will doch nur spielen" würde hier wirklich selten gut passen, nicht nur in Bezug auf die Austauschbarkeit der Beziehungen. Dahin flüchten sie sich denn auch: in allenfalls unverbindliche, einzig auf Fun gerichtete Beziehungen, in den Konsum von Drogen, Medien und Menschen. Sie proben die Flucht nach vorne, indem sie ihre Verletzlichkeit hinter schnoddrigen Zynismen zu verbergen suchen. Oder sie ziehen sich zurück in die eigenen vier Wände, in Tagträumen auf der Suche nach dem inneren Gleichgewicht...

Erfrischend anders ist das Landei (nun nicht wirklich Landei, eher normal gebliebener Stadtmensch) Florian (OLIVER BOKERN), der nunmehr nach Berlin kommt und zunächst bei seinem vordem besten Freund Pit (JANNEK PETRI, im Bild rechts) unterkommt. Der hat sich inzwischen geoutet und das ist auch ok für Florian. Doch die richtig gute Idee ist das nicht, wie sich herausstellt, Pit geht ihm aus dem Weg und versucht ihn - trotz großer Bleibe - so schnell wie möglich in eine andere WG abzuschieben.

Wie Pit später zugibt, liegt das daran, dass er sich in Florian verguckt hat und ihn nicht so zu kriegen, damit käme er nicht klar. Jedenfalls ist auch Pit noch als größtenteils bodenständig zu bezeichnen. Abgesehen vom Fitness-, Schöhnheits- und Coolnesswahn, den er an den Tag legt, um sein Ziel eines Tages als Werbeboy für geile Männerslips groß rauszukommen, sucht er eigentlich 'nen richtigen Freund, will sich also schon binden und ist auch sonst gar nicht entwurzelt.

Ganz im Gegensatz zu Carsten (KNUT BERGER, im Bild links). Scheinbar (a modern) - oder wirklich ? - bi, treibt er die Beliebigkeit, Unverbindlichkeit und Bindungsangst ans Max. Bei seiner Freundin meldet er sich, auch wenn er es zehnmal versprochen hat, nicht, ihre Anrufe bleiben genauso unbeantwortet wie er sich die Freiheit des Verkehrs mit anderen Männlein und Weiblein herausnimmt. Das treibt seine Freundin Judith (KARINA PLACHETKA) zur Weißglut, bringt ihm aber auch nicht wirklich Erfüllung. Der Schlusspunkt fällt, als Judith ihn besuchen will, er sie reinlässt und ohne Vorwarnung ins Schlafzimmer schickt, um noch Brot zu holen. Denn da liegt just Pit, den Carsten tags zuvor aufgegabelt hatte. Dass der sich nun nicht mehr von der Gabel nehmen lässt und das Unmögliche - Carsten zu binden und zivilisieren - lässt sich da noch nicht absehen.

So wie diese, nennen wir es Liebe, auch wenn das nun wieder so nicht thematisiert wird, sich findet, sind auch zwei andere Suchende kurz davor sich zu finden, wenn es nicht vorher zur den Film fast beendenden Katastrophe käme: Auf einer Party lernt Florian nun seinerseits Petronella (RIKE SCHMID) kennen, Künstlerin und Clubausstatterin, die seit Jahren schon mit Till (SEBASTIAN REIß) zusammen ist ohne wirklich glücklich oder erfüllt zu sein. Klar, dass sie da auch offen ist für die Avancen Florians ...

Doch dann kommt die Katastrophe: ein nur wenig beachtetes Mitglied des Freundeskreises verliert die Kontrolle, nicht nur über sich, auch über das Auto, in dem er einige der Freunde kutschiert. Doch der tragische Unfall zeitigt auch Gutes: er bringt die Freunde auf den Boden der Tatsachen zurück.

WIR ist ein Ensemblefilm und erzählt mit viel Sympathie von den Träumen, Problemen (!) und Sehnsüchten großstädtischer Mittzwanziger. Er wirkt ehrlich und kommt authentisch rüber: ein Tipp also.

Bestellen kann man die bei Eurovideo erschienene DVD unter anderem bei bei amazon.de.

                    © 2008 D. Carius, GayStation

Jugend-Drama

D 2003

Eurovideo

DVD-Verkaufsstart
16.09.2004

 

 

Darsteller und ihre Rollen

Oliver Bokern .... Florian
Knut Berger ...... Carsten
Jannek Petri ....... Pit
Sebastian Reiß ... Till
Rike Schmid ....... Petronella
Karina Plachetka ..Judith
 

Katharina die Große

Eine prunkvolle Historienverfilmung mit Starbesetzung an Originalschauplätzen beispielhaft in Szene gesetzt. So machte Kino, auch wenn es "nur" Dolby 2.0 ist, Spaß und wird zum lehrreichen Erlebnis - und jetzt gibt es die DVD für das TV-Erlebnis zuhause. Bei 2 Teilen á 90 Minuten auch besser so.

Teil 1:

1745: Im Alter von 15 Jahren wird Prinzessin Sophia von Anhalt-Zerbst (Catherine Zeta-Jones) mit dem russischen Thronfolger Peter verheiratet, muss zur Orthodoxie konvertieren und den Namen Katharina annehmen. Und: unter Zarin Elisabeth (Jeanne Moreau) hat sie alles andere als etwas zu lachen. Im Gegenteil: sie fühlt sich als schlechteste Hofdame gehalten, bespitzelt und bevormundet.

Thronerbe Peter (Hannes Jaenicke) hat ja auch alles, nur nicht den Vollzug der Ehe mit der nicht geliebten Katharina im Kopfe. Schon lieber spielt er mit den Langen Hanseln, einem Bataillon hochgewachsener Soldaten, die er nach Lust und Laune hin- und herexerzieren und Krieg spielen lässt.

Die junge Katharina sucht Liebe und Zärtlichkeit bei Saltykov (Craig McLachlan), einem jungen Adeligen und gebiert schon bald den ersehnten, vermeintlichen Thronerben.

Zwischen Katharina, die ihr Kind nicht behalten darf, und ihrem Gatten wächst der Hass. Und als Zarin Elisabeth stirbt, ohne einen Nachfolger bestimmt zu haben, entflammt zwischen Katharina und ihrem Gatten ein erbitterter Kampf um die Krone.

Teil 2:

Nachdem ihr Ehemann ermordet wurde, besteigt Katharina den Zarenthron. Gemeinsam mit Potemkin, einem gebildeten und geistreichen Offizier (Paul McGann), gelingt es Katharina, die Macht des Klerus zu brechen und eine triumphalen Sieg gegen die Türken zu erringen. Doch in den aufflammenden politischen Wirren, muss sich Katharina zwischen Liebe und Macht entscheiden...

 

Das DVD-Set (2 DVDs)

DVD 1: Spielfilm, Teil 1 und 2
DVD 2: Making Of und weitere Extras

Bild:          4:3 Vollbild
Audio:       Englisch (OT) (DD 2.0), Deutsch (DD 2.0)

 

              © 2008 D. Carius, GayStation

Historienfilm

D/Ö/USA 1995

Regie: Marvin J. Chomsky
Buch:  John Goldsmith, Frank Tudisco

DVD-Start 13.05.2004

Darsteller und ihre Rollen

Catherine Zeta-Jones .... Katharina
Jeanne Moreau ............. Elizabeth
Hannes Jaenicke ........... Peter
Craig McLachlan ........... Saltykov
Paul McGann ................ Potemkin
Ian Richardson ............. Vorontzov
John Rhys-Davies ........ Pugachev
Veronica Ferres ............ Vorontzova
Mel Ferrer ................... Patriarch
Omar Sharif ................ Razumovsky
 

 

Sein Bruder

Schon als der neue Film von Patrice Chéreau auf der Berlinale 2003 vorgestellt wurde, avancierte er zum Geheimtipp und in der Tat kann man den Silbernen Bären, den er für die Beste Regie einsackte, nur unterstreichen! Dieser Film ist ein gefühl- und doch kraftvoll erzähltes Drama um zwei Brüder, die im Angesicht des nahenden Todes wieder zueinander finden. Das Drehbuch zum Film entstand in Teamarbeit von Regisseur Patrice Chéreau und Anne-Louise Trividic nach einem Roman von Philippe Besson, der erst kürzlich die neue premium-Reihe bei dtv eröffnen durfte.

Das Drehbuchgespann hat ja schon mit "Intimacy" (Goldener Bär 2002) ein Meisterstück intimer wie nahe gehender menschlicher Schicksale bzw. zwischenmenschlicher Gefühle vorgelegt und auch bei diesem Film setzten sie auf die bewährte Kameraführung von Eric Gautier.

Thomas (ein glänzender Bruno Todeschini), der ältere der beiden Brüder, ist erfolgreicher Infografiker, doch gerät sein Leben völlig aus der Bahn, als er von seiner fatalen Diagnose erfährt: sein Körper zersetzt seine Blutplättchen und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie völlig aufgefressen sind. Das Ergebnis: ein simples Anrempeln, geschweige denn ein Schnitt oder eine andere Wunde endet in nicht enden wollenden Blutungen. Trotz Vollpumpens mit Cortison zeichnet die Krankheit ihre Male auf den langsam verzehrt werdenden Körper wie auf die Psyche, Thomas ist ein Sterbender.

In einem letzten Aufschrei findet er zurück zu seinem schwulen Bruder Luc (Eric Caracava), der sich damals, da keiner ihn verstehen und der Bruder nichts mit ihm zu tun haben wollte, aus dem Staub gemacht hatte. Und Luc ist für ihn da! Das geht schon nahe! Vorbehaltlos schon, aber vergessen hat er keineswegs und macht das Thomas letztlich auch zum Vorwurf. Und erst im Laufe der gemeinsamen Leidens- und Lucs Mitleidensgeschichte kommen die beiden einander wieder näher und erst kurz vor Ende kann Thomas Luc gestehen, dass er ihn immer geliebt habe und immer noch liebe - als Bruder, als Menschen.

Wovon der Film lebt sind die glaubhaft - authentischen plastischen Räume - zunächst das Krankenhaus, ein Ort des Leidens und der Trostlosigkeit, insbesondere auch gestärkt durch Hilflosigkeit der trotz allem noch unnahbaren Chefärztin (Catherine Ferran). Als auch die Entfernung der Milz nicht die gewünschten Erfolge zeitigt, bricht Thomas seine Therapie ab, um ein letztes Mal im Haus der Familie am Meer und diesmal wieder zusammen mit seinem Bruder, der sich inzwischen von seinem Lebensabschnittgefährten getrennt hat, zu wohnen. Das Haus am Meer, die Klippe mit der Bank und der Strand selbst sind die anderen faszinierend trostlosen Orte, an denen Luc und Thomas ihre Entfremdung überwinden, zueinander kommen.

Bis eines Tages Thomas seinen sinnlosen Kampf gegen die Zersetzung seines Fleisches - nicht unerfüllt - aufgibt.

Einzig gewünscht hätte sich der Rezensent bei aller Betonung der Beziehung der beiden Brüder, die genauere Zeichnung der beiden Bis-dato-Bezugspersonen Nr. 1 in der Brüder Leben: von Thomas' Freundin Claire (Nathalie Boutefeu) und von Lucs Lebensabschnittgefährten Vincent (Sylvain Jacques). Während letzter dadurch auf der Strecke bleibt, dass sich Luc von ihm trennt (berechtigt bzw. aus welchen Gründen erfährt der Zuschauer nicht), hält Claire der psychischen Belastung, Zeuge des Niedergangs ihres Geliebten zu werden, nicht stand und lässt ihn über Luc wissen, dass sie nicht mehr wiederkomme.

Ein äußerst realistischer, nie Tränen drückender, nie heroisierender, nie kalter Film über zwei Männer, die ein Martyrium gemeinsam bestehen und dieses nutzen, um sich wieder zu finden. Ein Film, der uns vor Augen führt, dass es neben AIDS noch andere Krankheiten gibt, denen die Medizin ähnlich, wenn nicht gar noch hilfloser gegenüber steht. Trotzdem kein pessimistischer Film.

Keine Fernsehunterhaltung und auch kein Schwulenfilm als solcher, das Schwulsein des Bruders wird nur am Rande thematisiert. Aber ein nahe gehender Film, der die Möglichkeiten und Hindernisse tief empfundener Bruderliebe sowie die Sprachlosigkeit von Angst und eben dieser Liebe unter Brüdern auslotet und mit seinen überzeugenden Bildern und Figuren, denen man ihre Existenzkrise, Ratlosigkeit und Fürsorge in jeder Situation abnimmt, einen wohltuend anderen cineastischen Erlebnisraum eröffnet, ohne ins Experimentelle abzugleiten.

Aus diesem Grunde auch die zwei "Daumen hoch!" Die sind also durchaus beabsichtigt.

Über diesen Link könnt ihr die DVD, die neben der deutschen Synchron- auch noch die französische Originalfassung bietet, bei amazon.de bestellen. Ein Jammer, dass sie keine weiteren Zusatzangebote und Hintergrundberichte bietet.

                          © 2008 D. Carius, GayStation

Tipp für SchwuleDer besondere TippDer besondere TippKrebs-Drama

Originaltitel: Son Frère
Frankreich 2003

Regie: Patrice Chéreau
Drehbuch: Patrice Chéreau, Anne-Louise Trividic
 

DVD-Start: 08. April 2004

 

 

Darsteller und ihre Rollen

Bruno Todeschini ..... Thomas
Eric Caravaca ........... Luc
Maurice Garrel .......... Alter Mann
Nathalie Boutefeu ..... Claire
Sylvain Jacques ........ Vincent
Catherine Ferran ...... Chefärztin
Robinson Stévenin ... Manuel
 

Hitlerjunge Salomon

Kriegs- und Überlebensdrama nach einem wahren Fall!

Deutschland wird immer gefährlicher für nicht-arische Mitbürger, wie sie die jüdische Familie Perel ist. So ergreift die Familie die Flucht nach Polen. Doch ist sie dort nicht lange sicher, fallen doch die Nazis bald schon in Polen ein.

Die Hauptperson, der 14jährige Salomon  (dargestellt von Marco Hofschneider, die reale Person schrieb in denn auch die Vorlage für diesen Film) und sein Bruder Isaac sollen nach Osten gehen. Doch durch den Hitler-Stalin-Pakt rückt von dort schon die Sowjetarmee vor, die sich den russischen Teil am polnischen Kuchen holt. Welches Übel wählen?

Die beiden Jungen entscheiden sich für die russische Seite und verbringen zwei Jahre in einem Umerziehungskinderheim, wo er de facto zum Kommunisten wird und natürlich auch Russisch lernt. Seiner Familie ergeht es schlechter, sie wandert gleich ins Ghetto.

1941 nun, nach dem Naziüberfall auf die Sowjetunion fällt auch Salomon in deren Hände. Sein Deutsch nicht vergessen habend und auch völlig deutsch aussehend, gibt er sich als Volksdeutscher aus, der angeblich zwei Jahre zuvor von den Russen verschleppt wurde. Und ein so hübscher Bursche wie der Jupp (wie er sich jetzt nennt) kann natürlich kein Jude sein, die würde man ja sofort an der Nase erkennen.

Nützlich kann er sich den Deutschen ja auch erweisen, eben weil er zwei Jahre lang die unverständliche andere Sprache gelernt hat, und so wird er denn auch Dolmetscher, bleibt an der Front. Das grausame Töten ist nichts für ihn, und so will er eigentlich überlaufen, aber aus der Desertion wird ein vermeintlicher Sieg und beeindruckt von den Heldentaten seines Schützlings will ihn der Kommandeur gleich adoptieren! Und er schickt ihn auf eine der Eliteschulen des Führers.

Damit ist er in einem Etablissement gelandet, dass gnadenlosen Hass auf seine Rasse zur Bildungs- und Alltagsnorm erhoben hat und die schärfsten Nazischergen ausbildet. Ein Drahtseilakt für die Psyche.

Und mit seiner Schülerschaft und den Regeln an der Schule zeigen sich auch andere, kleinlichere Probleme: Er wird - ungewollt - der Liebling der Truppe, muss aber immer darauf bedacht sein, alleine zu duschen, damit niemand sieht, dass er beschnitten ist. Auch bei seiner volksdeutschen Freundin muss er äußerst vorsichtig sein.

Mit einem schwulen Kameraden teilt er sein Geheimnis ...

Der Film beeindruckt durch seine auf Erinnerungen beruhende Authentizität und durch die schauspielerische Leistung des den Helden verkörpernden Marco Hofschneider. Völlig gerechtfertigt gewann er folglich auch den Golden Globe.

Leider kommt die DVD nur sehr dürftig daher. Weder gibt es eine Dokumentation, noch Interviews mit dem heute in Israel lebenden Salomon Perel oder Hintergründe.


Die DVD

Bildformat: 1:1,66
Audio: Deutsch DD 2.0

Extras:
- Kinotrailer
- 3 Vorschauen

FSK:   12
Laufzeit: 109 Min

       © 2008 D. Carius & D. Herchenbach; GayStation

Der besondere TippKriegs-Survival-Drama

D 1989

Buch: Salomon Perel
Regie: Agnieszka Holland 

DVD-VÖ 11.03.2004

 

Darsteller

Marco Hofschneider
.... Salomon Perel

Die Manns

"Dafür allein müsste schon ein Fernseh-Nobelpreis erfunden werden" schloss CINEMA seinerzeit in seiner Besprechung dieses dreiteiligen Fernsehfilmes, der in internationaler Koproduktion der öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Fernsehsender Deutschlands (WDR, NDR, BR), Österreichs (ORF) und der Schweiz (SRG-SF, DRS) entstand und von dem für seine minutiös recherchierten authentischen Spielfilme und Dokumentationen bekannten Regisseur Heinrich Breloer verfilmt wurde.

Es ist in der Tat verwunderlich, dass es 45 Jahre nach Thomas Manns Tod gedauert hat, dass sich ein Film seines und seiner für das Geistesleben Deutschlands im 20. Jahrhunderts so bedeutsamen Familie angenommen hat. Neben den gesammelten Werken inklusive Tagebüchern und Autobiografien der literarisch tätigen Manns (Thomas, sein Bruder Heinrich, Thomas' Kinder Klaus, Angelus Gottfried, genannt Golo und Erika, aber auch z. B. Elisabeth Mann-Borgese schrieb Theaterstücke) war es vor allem auch Thomas Manns Lieblingstochter Elisabeth Mann Borgese, genannt Medi, die dem Produktions- und Rechercheteam beim Nachverfolgen der bewegten Lebensgeschichte ihrer berühmten Familie tatkräftig zur Seite stand. Mal gut, dass man nicht noch länger gewartet hat, denn dann wäre eine weitere wichtige Quelle, die sich an solche Einzelheiten wie den genauen Aufstellungsort für das Klavier, die Farbe der Gardinen oder den genauen Weihnachtsschmuck erinnern konnte, verloren gegangen. Und das macht eben diesen Film auch aus: Detailverliebt- und versessenheit, selbst solche Kleinigkeiten sollten stimmen.

Einen Eindruck von den Vorbereitungs- und Recherchearbeiten sowie einen noch tieferen Einblick in die Lebenswelt, Sichtweisen und Schicksale der einzelnen Manns sowie deren Animositäten untereinander gewinnt man in der dreiteiligen Dokumentation Unterwegs zu den Manns (3 Teile á 90 Minuten), die nach ihrer singulären Ausstrahlung bei Erstsendung des Films dankenswerter Weise mit auf die nun als vorbildliche DVD-Ausgabe vorliegende Edition des Filmereignisses aufgenommen wurde. Darin kommt nicht nur Elisabeth prominent zu Wort, sondern sind wohl alle irgendwo auffindbaren Film- und Tondokumente zu den Manns, inklusive der seltenen Bilder von Erika und Klaus Mann, versammelt. Auch die Rundfunkaufzeichnungen und -interviews mit Mitgliedern der Familie Mann sind dort zu hören und Original- und heutige Aufnahmen von den einzelnen Lebensstationen und Wohnungen der Manns.

Außerdem besticht die DVD-Edition mit einer ganz neuartigen Enteractive-Technologie*, die während des Sehens des Filmes Verweise auf auf der DVD enthaltenes EduEntertainment-Material einblendend (die natürlich auch unabhängig vom Film funktionieren). Und neben den entsprechenden Szenen in den Dokumentationen, auf die hier verwiesen wird, ist es vor allem auch der Stammbaum der Manns mit den Kurzbiografien der einzelnen Clan-Mitglieder. Leider fehlt hier einiges Zusatzmaterial, welches aber dafür die Begleitseiten des Filmes im Internet (vom WDR vorbildlichst lekturiert und sehr liebevoll gestaltet) bieten - nämlich die Bibliografien der schriftstellerisch Tätigen samt Verweisen auf Verfilmungen ihrer Werke - und davon gibt es ja nun wahrlich einige.

Zurück zum Film, zur Verfilmung selbst: abgesehen von der Detailverliebtheit bezüglich der Örtlichkeiten und deren Möblierung und anderweitiger Staffage beeindruckt der Film sowohl durch die Auserlesenheit der SchauspielerInnen als auch ihrer frappierenden Ähnlichkeit zu den von ihnen dargestellten Personen - was natürlich auch in hohem Maße zur Authentizität des Filmes beiträgt:

Das fängt an mit Thomas Mann selbst, der in gewohnt patriarchalischer, die Ruhe weg habender Manier von ARMIN MUELLER-STAHL meisterhaft gespielt wird. Auch seine aus dem angesehenen Hause Pringsheim [das Esszimmer in der Pringsheim-Villa allein wirft einen um] kommende Frau, die das Szepter schwingende, die schöpferische Ruhe ihres Ehemannes wahrende Katia hat mit MONICA BLEIBTREU eine adäquate filmische Umsetzung gewonnen (man vergleiche das nur mit den wenigen erhaltenen Interviewszenen mit der Original-Katia in den Dokus). Einzig dem später eher sensiblen Klaus Mann, der sich schließlich selbst in Cannes das Leben nahm, haucht SEBASTIAN KOCH vielleicht doch ein bisschen zu viel Leben ein!? Ganz im Gegensatz zur burschikos-männlichen, kein Blatt vor den Mund nehmenden, dominanten Schwester Erika, die durch SOPHIE ROIS mit Bravour in Szene gesetzt wird. Doch deren Lover Therese Giese verkörpernde Katharina Thalbach steht ihr in dieser Beziehung in nichts nach. Schließlich beeindruckt Jürgen Hentsch in der Rolle des immer wieder zum Kommunismus streifenden Bruders von Thomas Mann Heinrich, noch mehr jedoch Veronica Ferres in der Rolle der aus einfachstem Zimmermädchenkreisen kommenden Nelly Kröger, die Heinrichs Frau wird.

Weiteres zum Verhältnis und zu den gemeinsamen Erlebnissen von Erika und Klaus Mann erzählt die DVD-Version der Arte-Produktion Die Erika-und-Klaus-Mann-Story (zu bestellen z. B. bei Amazon).

Überhaupt ist positiv hervorzuheben, dass auch aus dem starken homosexuellen Anteil in der Familiengeschichte der Manns kein Hehl gemacht, sondern auch dieser adäquat in Szene gesetzt wird. Sei es die amouröse Bevorzugung des Kellners am Züricher See durch Thomas Mann oder gar seine nur von Ehefrau Katja erahnte, nur einmal gelebte Affinität zu dem 17-jährigen Klaus Heuser (Ludwig Blochberger) während des gemeinsamen Aufenthaltes auf Sylt 1927 oder während dessen Aufenthaltes bei den Manns später. Auch Klaus' Experimente mit diversen Drogen und seine Liaisons mit wechselnden Männern während seiner Kolumnistentätigkeit in Berlin werden nicht verschwiegen, sondern als integraler Bestandteil Klaus' Persönlichkeit in Szene gesetzt. Und wer wollte die kaum denkbare, doch selten ergreifende Liebe von Erika Mann und ihrer Freundin, der Mit-Pfeffermühlerin und später nicht nur das deutsche Fernsehen dominierenden Schauspielerin Therese Giehse (glänzend gespielt von Katharina Thalbach ) vergessen!

Die ganze Lebensgeschichte oder den Inhalt des Filmes hier nachzeichnen zu wollen, würde den Platz dieser eh zu langen Besprechung noch weiter sprengen. Eine solche kann man aber auf den WDR-Begleitseiten des Filmes, und dort ganz speziell im öffentlich zugänglichen Presseheft, finden. Deshalb hier nur kurz die wesentlichen Stationen der Teile 1-3:

1. 1923 - 1933
Thomas wird mit dem 1901 verfassten Roman "Buddenbrooks" berühmt und erhält 1929 den Literatur-Nobelpreis. Mit Ehefrau Katja und 6 Kindern lebt er großbürgerlich in München. Thomas schließt sich meist zum Schreiben ein, doch bei Familienfeierlichkeiten mischt er gern mit und "zaubert" (wirklich). Bei einem Maskenball im Hause Mann 1923 können alle, vielleicht außer Thomas selbst, ihre Extravaganzen ausleben. Damit auch wieder Ruhe einzieht, muss Mutter Katia schon mal ein Machtwort sprechen. Einzig Grund zur Betrübnis bilden die Spannungen der Brüder Thomas und Heinrich: konservativ und vielleicht ein bisschen dem Leben entfremdet, lehnt Thomas dessen Verhältnis mit Lebedame Nelly Kröger ab. Allein die Machtergreifung durch die Nazis 1933 lässt all diese Querelen überflüssig erscheinen.

2. 1933 - 1941
Nazideutschland. Thomas und Familie emigriert zunächst in die Schweiz, 1938 nach Kalifornien. Tochter Erika macht mit Therese Giese antifaschistisches Kabarett und bringt ihren Vater dazu sich deutlich von Nazi-Deutschland zu distanzieren. Sohn Klaus, der kurz nach der Flucht noch einmal zurückkehrt und im Auftrag des Vaters dessen seine homosexuellen Neigungen verratenden Tagebücher aus der verlassenen Villa rettet, schreibt und veröffentlicht seinen Roman "Mephisto", mit dem er endlich auch die schriftstellerische Achtung seines Vaters erlangt. Thomas' Bruder Heinrich haart in Nizza aus, wo er 1939 die aus einfachsten Verhältnissen kommende Nelly Kröger heiratet. Entwurzelt wie die Familie jetzt ist, findet keiner wahres Glück.

3. 1942 - 1955
Der Krieg zerreißt die Familie weiter: Tochter Erika geht als Reporterin nach London, Bruder Klaus meldet sich im kalifornischen Exil zum Dienst in der US-Armee, mit der er nach dem Krieg nach Deutschland zurückkommt. Nur 4 Jahre später nimmt er sich in Cannes das Leben. Ebenfalls im Exil überwinden die Brüder Thomas und Heinrich ihre Entfremdung. Nach dem Krieg erwägt nur Heinrich Mann, dessen Ehe mit Nelly Kröger an deren Trunksucht zerbricht, wieder deutschen Boden zu betreten und eine Professur in der DDR anzunehmen, nur sein Tod hält ihn von der Verwirklichung dieses Planes ab. Thomas indes gibt in Deutschland nur eine Gastrolle: zu den Goethefeierlichkeiten 1949 (200. Geburtstag) stattet er beiden deutschen Staaten einen Kurzbesuch und hält in Weimar seine viel beachtete, durchaus nicht unkritische Goetherede.

Die DVD-Edition

besteht aus 3 DVDs im liebevoll gestalteten Schuber mit einem 20seitigen integrierten Booklet.

Jede DVD enthält jeweils einen Teil der Lebensverfilmung (á 105 Minuten) sowie einen Teil der dreiteiligen Dokumentation "Unterwegs zu den Manns" und den auf jeder DVD reproduzierten Stammbaum der Familie Mann mit den Kurzbiografien. DVD 3 enthält zusätzlich ein 45-minütiges Making of der Miniserie.

Tonformat: Deutsch 5.1 & 2.0

Zum Film erscheinen im Buchhandel zwei Bücher:

"Die Manns – Ein Jahrhundertroman" von Heinrich Breloer/Horst Königstein im Oktober 2001 und

"Unterwegs zur Familie Mann – Begegnungen, Gespräche und Interviews" von Heinrich Breloer im November 2001.

                               © Dirk Carius, Gaystation

Doku-Drama, Mini-Serie
Deutschland, 2001
Regie: Heinrich Breloer

DVD-Edition bei Eurovideo
VÖ 3. November 2003

 

 

Familienbild der Manns

 

Rolle und Darsteller

Thomas Mann: Armin Müller Stahl
Katja Mann: Monica Bleibtreu
Heinrich Mann: Jürgen Hentsch
Nelly Kröger: Veronica Ferres
Erika Mann: Sophie Rois
Klaus Mann: Sebastian Koch
Klaus Heuser: Ludwig Blochberger
Therese Giese: Katharina Thalbach
                                                   

Happy, Texas

Happy, Texas, ist der Name des Ortes, in dem dieser Streifen größtenteils spielt. Dorthin nämlich verschlägt es die beiden Knackis Wayne und Harry auf Ihrer Flucht. Zu diesem Behufe bedienten sie sich eines altersschwachen Wohnmobils, mit dem sie durch - nennen wir's 'mal Vorbestimmung - in diesem Kaff einen Zwischenstopp machen müssen.

Schmeckt wie... frischgepresst
Denn zur Qualifikationsrunde der diesjährigen Wahl der "Miss Frischgepresst" haben die Honoratioren der Stadt ein professionelles Künstler-Duo (Steve und David) als Lehrmeister für die Mädels gedungen. Dummerweise werden diese in eben jenem Karawan erwartet. Und dümmerweise sollen die beiden Miss-Wahlen-Koriphäen auch noch schwul sein! Das ist natürlich eine echte Herausforderung für unsere beiden Cowboy-Machos. Dümmsterweise macht sich auch noch Sheriff "Chappy" Dent an Harry alias Steve 'ran, der sich wiederum in die Bank-Besitzerin - Joe(sephine) verliebt. Da gerät der als leicht gedachte Bruch in die lokale Bank nun doch weit schwieriger als vermutet.

Irgendwie anders...
Eine Travestie-Comedy 'mal andersrum. Nicht die Schwulen verkleiden sich als (hetero) Frauen, sondern Hetero-Männer geben sich als Schwule aus; und sämtliche Kleinstadt-Klischees stehen zur Auswahl. Und die beiden Original-Schwulen zicken, was das Zeug hält.


Zwei trottelige Kleinganoven werden unfreiwillig zu Mitläufern eines Gefängnisausbruchs. Unverhofft in Freiheit, verstecken sie sich vor ihren Verfolgern in einem Nest im Süden der USA. Ihre improvisierte Verkleidung führt allerdings zu zahlreichen Missverständnissen, und unverhoffte amouröse Verstrickungen komplizieren ihre brenzlige Situation. Jeremy Northam und Steve Zahn sind die Protagonisten in Mark Illsleys schräger Komödie "Happy, Texas".

Als die flüchtigen Kleinganoven Harry Sawyer (Jeremy Northam) und Wayne Wayne Wayne Jr. (Steve Zahn) im texanischen Städtchen Happy landen, glauben sie zunächst, die perfekte Zuflucht vor der Polizei gefunden zu haben. Sie werden nämlich mit zwei schwulen Trainern für Kinder-Schönheitswettbewerbe verwechselt. Nicht nur von der überfreundlichen Lehrerin Miss Schaefer (Illeana Douglas) werden sie in dieser Funktion mit offenen Armen empfangen. Auch der örtliche Sheriff Chappy Dent (William H. Macy) scheint - trotz seiner Texas-Natur - die Flüchtlinge nicht zu durchschauen. Überhaupt gestalten sich zwischenmenschliche Beziehungen bald als grösseres Hindernis für die Pläne der Sträflinge als es jedes Gefängnis könnte. Beide Männer wissen, dass sie Happy, Texas so oder so bald verlassen müssen und dafür fette Beute brauchen.

Die schräge Komödie von Debütant Mark Illsley operiert zwar mit gängigen Genreversatzstücken: Sie stellt Figuren in ihnen völlig unbekannte Situationen, spielt mit falschen Identitäten, und Liebe entsteht unter scheinbar unmöglichen Voraussetzungen. Trotzdem nimmt die Geschichte ein paar unvorhersehbare Wendungen und ihre Figuren sind mit einer einnehmenden Warmherzigkeit gezeichnet. Der Film vereint den smarten Jeremy Northam ("Gosford Park", "Possession") und Proletengesicht Steve Zahn, der neben diversen Komödien ("Reality Bites") sein Talent im Drama "Riding in Cars with Boys" unter Beweis stellen konnte. Ergänzt wird das ungleiche Duo durch William H. Macy, den heuchlerischen Autoverkäufer aus "Fargo", Illeana Douglas ("Ghost World") und die aus der Fernseh-Serie "Profiler" bekannte Ally Walker.

Erschienen bei EuroVideo als DVD mit der englischsprachigen Originalfassung und der deutschen Synchronisation und zu kaufen bei Amazon.

Tipp für SchwuleDer besondere TippKomödie

USA 1999

Buch: Ed Stone, Mark Illsley, Phil Reeves 
Musik: Peter Harris 
Regie: Mark Illsley 

DVD-Verkaufsstart
16.01.2003

 

Darsteller und Rollen: 

Jeremy Northam (Harry Sawyer), Steve Zahn (Wayne Wayne Wayne Jr.), William H. Macy (Sheriff Chappy Dent), Ally Walker (Josephine McClintock), Illeana Douglas (Doreen Schaefer), M.C. Gainey (Robert 'Bob' Allen Maslow), Ron Perlman (Marshal Nalhober) 

Picking Up The Pieces

Skurrile Religionsgroteske mit einem wie immer aufgelöst-übertriebenen Woody Allen als Verursacher des Chaos und einem süßen David Schwimmer als Priester.

El Niño - eine Kleinstadt in New Mexico - doch hat man im Film eher den Eindruck richtig in Mexico. Ruhig, ja regelrecht trist liegt sie danieder. Einzig die Hure Desi (Maria Grazia Cucinotta) bringt etwas Farbe ins Spiel und den süßen Priester des Ortes, in den sie sich verguckt hat, gar kostenlos ins Schwitzen.

Tja, und dann erwischt Woody Allen alias Tex als koscherer Metzger seine untreue Ehefrau Candy in flagranti  und bringt sie kurzerhand um. Danach zerlegt er die Leiche fachgerecht in Einzelteile und beschließt diese im gottverlassenen New Mexiko verschwinden zu lassen.

Das klappt auch ganz gut, wäre unterwegs nicht die Klappe seines Pickup runtergefallen und hätte dies nicht die Leichenteile in der Gegend verstreut. In der Hitze des Gefechts vergisst/übersieht Tex einen Teil seiner Frau - nämlich die rechte Hand samt Stinkefinger seiner Frau.

Prompt muss am nächsten Morgen eine blinde Frau über die Hand stolpern und auch noch aus heiterem Himmel ihr Augenlicht zurückbekommen. Klar, dass sie die "Hand der heiligen Jungfrau", wie sie fortan heißt, zum Priester von El Niño bringt, der, wie so oft, gerade beim Schäferstündchen mit Desi steckt.

Nach einiger Überlegung stellt der Priester die wundertätige Hand in einem Schrein in seiner Kirche aus und prompt verbreitet sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer und verwandelt sich das verlassene Kaff in einen florierenden Wallfahrtsort samt Reliquien- und Intarsienabsatz.

Als dann im Zuge der Wallfahrten sowohl eine Abordnung der katholischen Kirche als auch Tex, der die Hand seiner Frau samt Bericht im Fernsehen sah, sich auf den Weg nach El Niño machen, bricht sich das lustige Chaos seinen Lauf ...


Die DVD

Laufzeit:       93 Min
Bildformat:    1,85:1; 16:9 (anamorph)

Audio:          Deutsch und Englisch (OT) (DD 5.1)

Bonus
+ Featurette
+ B-Roll
+ Kinotrailer
+ Cast&Crew-Biografien
+ Trailervorschau anderer Filme

              © 2008 D. Carius, GayStation

Der besondere TippReligionsgroteske

USA 2000

Regie: Alfonso Arau
Buch:  Bill Wilson

DVD-VÖ 11.04.2002

Darsteller und ihre Rollen

Woody Allen ............ Tex Cowley
Sharon Stone .......... Candy
Kiefer Sutherland ..... Bobo
Cheech Marin ........... Mayor Machado
David Schwimmer ..... Leo Jerome
Maria Grazia Cucinotta .... Desi
 

 

Stadtgespräch

Äußerst unterhaltsame Beziehungskomödie mit teilweise konstruierten, dennoch amüsanten Verwicklungen und überwiegend spritzigen Dialogen. Dazu die Topbesetzung mit einer noch unzickigen Katja Riemann in der Hauptrolle, Kai Wiesinger als ihrem schwulen Bruder und einem äußerst schnuckeligen Moritz Bleibtreu als dessen zunächst vielleicht etwas tumb scheinenden, auf jeden Fall aber grundgütigen und alle überraschenden Freund Karl. Um die schwule Komponente mal gleich in der Zusammenfassung überzubetonen.

Denn das ist nicht alles, worum es geht. Die spritzigen Dialoge kann man hier eh nicht wiedergeben.

Als Radiomoderatorin gibt Monika Krauss (Katja Riemann) Rat in Beziehungsfragen. Und dabei teilt sie ganz schön aus und rät nicht selten zum Äußersten. Schließlich hat sie privat mit dem Thema Männer abgeschlossen. Der männlich dominierte Sender will die Sendung kippen, doch dagegen läuft ihre weibliche Zuhörerschaft Sturm. Darunter auch die etwas frustrierte Sabine Kirsch (eine wie immer brilliante, weil natürliche Martina Gedeck), die ihre Ehe mit Zahnarzt Erik (August Zirner) trotz dessen häufiger Überstunden zunächst noch in Ordnung wähnt und den Grund ihrer Probleme in sich selbst sucht!

Später lernt Monika im Fitnesscenter nämliche Sabine auch kennen, aber vorher, wen wundert es, bereits deren Ehemann. Und das kam so: nachdem die Ermahnungen ihrer Mutter (eine Marke für sich: Karin Rasenack!) nichts fruchten, gelingt es anlässlich Monikas Geburtstag ihrem schwulen Bruder René (eben jener Kai Wiesinger) sie zu überzeugen, dass mit einem Zeitungsinserat der Richtige zu finden sei - schließlich habe er so auch seinen Mann gefunden.

Gesagt, getan: Nach einigen Rückschlägen taucht tatsächlich der Traummann in Form eben von Sabines Ehemann auf. Um Erik noch mehr zu beeindrucken, lässt sie sich von den beiden Schwulen in Sachen Outfit beraten. Auf Empfehlung von Renés Lover Karl geht sie ins Fitnessstudio und lernt eben dort Sabine kennen. So lange sie sich nur im Fitnesscenter oder beim Einkauf sehen, geht auch alles gut, aber eines Tages kommt Zahnarzt Erik mal eher nach Hause und Monika werden die Augen geöffnet.

Wen wundert's, dass sie am nächsten Tag um so keifender gegen die Männer die Saiten zieht!

Ein ganz anderes Männerproblem hat ihr Bruder René. Selbst nicht der Hauptgewinn in Sachen Body und auch sonst mehr auf die kulinarischen und geistigen Genüsse ausgerichtet, hat er in ersterem mit dem süßen Karl (Moritz Bleibtreu) wirklich einen für seine Verhältnisse Traummann gefunden, und ob dieser Tatsache schwebt er wohl auch im siebten Himmel. Zunächst, denn immer mehr stört ihn, dass die Sätze, die eben jener Karl von sich gibt, alles andere als geistige Ergüsse sind und diesem auch noch jegliches Gefühl für Poesie, Literatur oder Theater abgeht.

Weil er sich damit nicht abfinden kann oder will, macht er Schluss mit Karl. Doch den hat es ganz schön erwischt und so überrascht er alle Beteiligten inklusive seines Lovers mit bis dato ungekannten Fähigkeiten und Interessensbekundungen. Der Minnesang des Karl sollte in die Liga der komischsten schwulen Filmszenen eingehen!!!

Doch alles hat seinen Preis, wenn Karl ihm bitte schön entgegen kommt, möge dieser doch etwas für seinen Körper tun!

Ein durch und durch gelungene deutsche Komödie zu deren neuer Blüte Mitte der 1990er entstanden, vom ZDF koproduziert und nach einem gelungenen Kinostart (lief viele Wochen!!!) leider nur selten im Fernsehen zu sehen!

Dafür jetzt auf DVD zu haben.

Die DVD

Laufzeit          89 Min
Sprache          Deutsch DD 5.1
Region Code    2

Extras
- Audiokommentar mit Rainer Kaufmann (Regie), Katja Riemann und Henrik Meyer (Produktion)
- Kinotrailer
- OnAir: Cast and Crew Interviews
- Biografien und Filmografien von Cast und Crew

                          © 2008 D. Carius, GayStation

Tipp für SchwuleDer besondere TippBeziehungskomödie

D 1995

Regie: Rainer Kaufmann

DVD-VÖ 23.08.2001

 

 

Darsteller und ihre Rollen:


Katja Riemann ....... Monika Krauss
August Zirner ........ Erik Kirsch
Martina Gedeck ...... Sabine Kirsch
Kai Wiesinger ........  René Krauss
Moritz Bleibtreu .....  Renés Liebhaber Karl
Karin Rasenack ...... Monikas Mutter
 

 
 

East is East - Das Grauen vor dem Trauen 

Neuer Brits-Film mit Pakis erobert die Herzen der Zuschauer.

Gedreht 1999, spielt er im Manchester Anfang der 70er. Das leicht zum Despoten neigende Oberhaupt der Familie Khan, George (Om Puri) wünscht sich nichts mehr, als seine Kinder (und es sind deren 6!) im Geiste des Islam zu erziehen: Als gute Pakistani im fremden Land der Briten. Doch die wollen lieber in die Disco und rumknutschen als in die Koranschule.

In seiner Abwesenheit futtern sie auch noch Schweinswürstchen. Inkonsequenterweise hat er eine Einheimische - Ella (Linda Bassett) - geheiratet, was ihm doch einige Schwierigkeiten macht. Nicht nur, dass sie seiner "Herrschaft" immer wieder Paroli bietet, deckt sie auch die ganz und gar verbotenen, nicht mit dem Islam zu vereinbarenden Aktivitäten ihrer Kinder. Und sie weiß auch, dass einer ihrer Söhne längst eine Freundin hat.

Zum ersten Eklat kommt es, als der älteste Sohn, Nazir, seine groß angelegte Hochzeit platzen lässt und in letzter Minute, vor versammelter Mannschaft, davon rennt. Klar, dass er fortan für den Vater gestorben ist und aus dem Haus verstoßen. Nur hinter dem Rücken hält die Mutter samt Kindern den Kontakt zu ihm und rückt wöchentlich zur Telefonzelle vor, um wenigstens Hallo zu sagen.

Wie sich herausstellt, entspricht der Sohn auch ansonsten nicht gerade Vaters Traumvorstellung von einem Respekt erweisenden Sohn: schließlich wird er nach seiner Flucht der Lover eines reichen Modezaren (mit Hund, versteht sich).

Doch auch die erste Pleite hält den Vater nicht davon ab, auch für den Zweit- und Drittgeborenen, Tariq (Jimi Mistri, bekannt aus Hamlet) und Abdul (Raji James), nach Auserwählten zu suchen - tatkräftig unterstützt vom Mullah der Gemeinde. Der auch prompt fündig wird: in der fest in Paki-Hand befindlichen Stadt Bradford alias Bradistan. Diesmal ist es der Vater, der hinter dem Rücken seiner Familie die Bilder der Söhne zu dem angeblichen Familienausflug mitnimmt. Und nachdem die Frauen von den Männern getrennt sind und auch die Söhne unter einem Vorwand aus dem Zimmer, werden diese prompt verhökert - an ein wahrhaft "traumhaft" aussehendes Ladenhüter-Geschwisterpärchen aus "treu islamistischen Hause". Was geht ihn, den Vater, schließlich das Leid seiner Söhne an. Ein guter Sohn hat nur eins: Respekt zu erweisen und zu gehorchen.

Das tut auch ein anderer Sohn nicht, Saleem (Chris Bisson) ist an der Uni und studiert, so meint zumindest der Vater. Ingenieurwesen, doch bastelt er mit Wissen seiner Mutter und Geschwister an seiner Karriere als Künstler. Den ganzen Film hindurch ist er beschäftigt, seine Meisterskulptur fertig zu stellen. Und sie wird es auch und die Vorführung ist genau auf den Tag geplant, da die Familie der ausgewählten Schönheiten bei den Khans zu Besuch ist - und sorgt prompt für eine nicht geplante Überraschung!

Der jüngste Sohn Sajid (Jordan Routledge), der auch etwas hat, was mit dem Islam nicht vereinbar ist, hat es da leider nicht so gut. Seine nach der Geburt vergessene Beschneidung muss nun noch im Alter von 10 (?) prompt nachgeholt werden - und bitte nur in diesem einen Fall darf der Täter auch ein ansonsten verfeindeter Inder sein!

Mal gut, dass diesmal schließlich alle Betroffenen gegen den Vater sind. Sie können sich zwar zunächst nicht durchsetzen bzw. werden zur Ordnung geprügelt (wahrlich! selbst die Mutter wird verprügelt!) Doch unterstützt von der im Laden der Khans arbeitenden Nachbarin Stella (Emma Rydal) platzt der gesamte Vorstellungstermin der Schönen samt hyperkorrekter Mutter und die 4 ziehen unverrichteter Dinge wieder ab.

Ende gut, alles gut. Doch ist der Film eben weit mehr als eine Ethno-Komödie, sie schildert eindrucksvoll das Drama von Einwandererkindern, die von Babybeinen an, hier sogar schon von der Muttermilch, die Kultur ihres Gastgeberlandes aufgesogen haben und dennoch nicht aus vertrauten Kreisen ihrer Landsleute ausbrechen sollen oder damit leben müssen, dass die Community und vor allem auch die eigene Familie sie verstoßen.

Der Film schildert aber ebenso die Tragik der älteren Einwanderergeneration, die bestrebt ist, an den aus der Heimat überkommenen und ihnen eingebläuten Tradition festzuhalten und dafür unter Umständen gar den Zorn und stummen Protest der gesamten Familie auf sich zu nehmen.

Insofern ist hinter der Fassade einer nicht selten komischen Familie auch ein Stück Kulturgeschichte der Menschheit erzählt.

Die deutsche Synchronfassung ist nunmehr auch auf DVD von EuroVideo zu haben und kann über diesen Link bei amazon bestellt werden.

Technische Angaben zur DVD

Sprache: Englische OV und Deutsche Synchronfassung (Dolby Digital 5.1), keine UT

Bildformat: 16:9 Vollformat

Extras:

- Geschnittene Szenen
- Interviews
- Hinter den Kulissen
- Audiokommentar von Regisseur Damien O'Donnell
- Filmografien der wichtigsten Darsteller

Ethno-Einwanderer-Drama und Komödie in Einem

Großbritannien 1999

Regie: Damien O'Donnell

Verkaufsstart DVD: 11. Januar 2001

 

Darsteller und ihre Rollen

Die KHANs:
Om Puri .............. George
Linda Bassett ...... Ella
Ian Aspinall ......... Nazir
Jimi Mistri ............ Tariq
Raji James ........... Abdul
Jordan Routledge ..Sajid
Archie Panjabi ..... Meenah
Emil Marwa ......... Maneer
Chris Bisson ....... Saleem
weitere
Emma Rydal ........ Stella Moorhouse

 

Echte Kerle

Wie bekommt man eine Hete zum Nachdenken über "ihre" Sexualität? Ein schnuckeliger Tim Bergmann macht's vor. Der Automechaniker schleppt den von seiner Freundin rausgeschmissenen Hetero ab und bringt den schier an den Rand seines Verstandes. Meiner Meinung nach eine köstliche Komödie mit viel Spielfreude. Ich musste sie mir unbedingt auf Video ansehen, da ich trotz dreifachen Kino-Besuchs einige der Gags immer noch nicht verstanden (im akustischen Sinne, bitte!) hatte, da das Publikum zu laut lachte... 

Aber eine Warnung noch: Der Film ist nichts für Bewegungsschwestern...

Es ist absolut kein Tag wie jeder andere für Christoph Schwenk, Hauptkommissar der Frankfurter Kripo, als er nach einem erfolgreichen Arbeitstag zu seiner Verlobten nach Hause kommt und sie mit einem anderen Mann überrascht. Innerhalb kürzester Zeit verliert Christoph seine Freundin, seine Wohnung, seinen Wagen, fast sein gesamtes Hab und Gut.

So richtig merkwürdig wird es aber erst, als er nach einer durchzechten Nacht im Bett eines anderen Mannes erwacht. Christoph kann sich weder daran erinnern, wie er dorthin gekommen, noch was in dieser Nacht passiert ist. Und eigentlich macht sein neuer Bekannter Edgar Sänger, ein Automechaniker, eigentlich einen ganz netten Eindruck. Da er nicht weiß, wo er sonst hin soll, zieht er kurzerhand in Edgars Gästezimmer, auch wenn dieser schwul ist, Autos frisiert und bis über beide Ohren in ihn verliebt ist. Wenn es schon privat drunter und drüber geht, kann man sich wenigstens im Beruf auf seine Sicherheiten verlassen, denkt Christoph - zumindest so lange, bis er und sein Partner Mike Niemcek mit der neuen Kollegin Helen Renmark konfrontiert werden. Sie ist selbstbewusst und clever und zeigt zunehmend Interesse an Christoph. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Kollegen über Christophs neuen Lebenswandel informiert sind, und die Tatsache, dass Edgar mit Autoschiebern zu tun hat, erleichtert die Situation nicht gerade. Als dann noch Edgars Mutter auftaucht, wird es zum einen ziemlich eng in der Wohnung, zum anderen höchste Zeit, einiges zu klären. 

Erschienen bei EuroVideo als DVD und zu kaufen bei Amazon.

 

 

Tipp für SchwuleDer besondere TippKomödie, Spielfilm

BRD 1996
96 Min.
Regie und Drehbuch: Rolf Silber und Rudi Bergmann
Kamera: 
Jürgen Herrmann
Musik: 
Peter W. Schmitt

DVD-Verkaufsstart
18.10.2001

Darsteller und Rollen:

Christoph M. Ohrt (Christoph Schwenk), Tim Bergmann (Edgar Sänger), Carin C. Tietz (Helen Renmark), Oliver Stokowski (Mike Niemcek), Daniela Ziegler (Iris Sänger), Rudolf Kowalski (Kallenbach), Dieter Brandecker (Deichsel), Ina Weisse (Karin), Andreas Pietschmann (Marco) 

Der Mann ohne Gesicht

Ein nahe gehendes Melodram um einen unverstanden Knaben und einen an den Vorurteilen seiner Umwelt fast zugrunde gehenden Lehrer.

Der kleine Chuck (Nick Stahl) verbringt die Sommerferien bei seiner Mutter und seinen Halbschwestern in einem Strandhaus in Maine.

Er fühlt sich einsam und von seiner Familie unverstanden. Chuck hat nur ein Ziel: er möchte in die Kadettenschule aufgenommen werden, die schon sein Vater besuchte.

Bei der Aufnahmeprüfung jedoch ist er durchgefallen, was ihm die Ferien zusätzlich vergällt. Er hat nur noch eine weitere Chance. Ohne Nachhilfe wird er es aber auch beim zweiten Mal nicht schaffen.

Eines Tages lernt er bei einem Strandausflug zufällig den ehemaligen Lehrer Justin (Mel Gibson) kennen. Dieser ist gezeichnet, trägt er doch eine gewaltige Narbe im Gesicht. Die hat er sich bei einem tragischen Unfall zugezogen. Aber natürlich erfüllt sie in dem Film auch eine dramaturgische Funktion.

Justin lebt zurückgezogen, ja geradezu isoliert, vereinsamt in seinem Haus am Strand, die anderen meiden ihn. Auch Chucks Familie.

Dennoch überwindet Chuck diese Ängste und Barriere und nähert sich Justin an.

Auch dieser muss, den menschlichen Verkehr ungewohnt und in gewisser Weise ebenso verroht wie verängstigt, seinen Widerstand erst überwinden.

Langsam kommen sie sich näher, lernen sich kennen und Chuck viel von ihm. Doch die Vertrautheit, die auch eine emotionale Verbindung der beiden einschließt, währt nur kurz. Justins vermeintliche Vergangenheit holt ihn ein: das Gerücht geht um, dass Justin in seiner früheren Stellung einen Schüler missbraucht haben soll ...

Meisterhafte Darsteller, allen voran natürlich die beiden Hauptpersonen, machen den Film zu einem nahe gehenden cineastischen Erlebnis.

Jetzt auf DVD von EuroVideo
 

Die DVD

Laufzeit         109 Minuten

Audio            Deutsch DD 2.0
Bildformat     4:3, 1,85:1 / PAL
RegionCode   2

Extras
- Darstellermenüe
- Filmografien von Mel Gibson und Margeret Whitton
- Trailer zu weiteren EuroVideo-Produktionen

     © 2008 D. Carius, D. Herchenbach; GayStation

Melodram

USA

Regie:          Mel Gibson
Produzent:   Mel Gibson
Drehbuch:    Malcold Macrury
nach einem Roman von Isabelle Holland

DVD-Start  22.02.2000

Rollen & Darsteller: 
Justin ........... Mel Gibson
Chuck ........... Nick Stahl

 

 

WO kaufen?

Immer wieder werden wir gefragt, wo mann die bei EuroVideo erschienen Filme auf Video/DVD kaufen könne. Am besten direkt im verlinkten Amazon-Shop des Verlages. 

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