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PRESSESTIMMEN
"Das ist keine Besetzung mehr, sondern eine Hitliste mit geballter Starpower.
Kritiker und Publikum der Berlinale waren begeistert.
Die überraschendste Entdeckung des Wettbewerbs"
DER SPIEGEL
"Das erste cineastische Großereignis der Berlinale 2002. Perfekt, stilsicher, antinaturalistisch, zitatenreich und durch und durch originell.
Er wird seinen Siegeszug durch die Kinos antreten, nicht nur in Frankreich, wo sie ihn schon jetzt lieben wie ihr Kino überhaupt."
DER TAGESSPIEGEL
"8 FRAUEN setzen ihn fort, den unaufhaltsamen Siegeszug der französischen Kinos nach „Die Welt der Amélie“. Und wie sie das tun: Mit List und Tücke, mit Charme und Eleganz, mit Messern und Revolvern, kurz, mit den Waffen einer Frau, nein, mit denen von acht."
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
"Hitchcock hätte seine Freude gehabt. 8 FRAUEN ist ein Krimi,
Screwball-Comedy; Musical und Melodrama in einem."
DIE TAGESZEITUNG
"Ozon überrascht mit immer wieder neuen Wendungen. Agatha Christie könnte vor Neid erblassen."
BERLINER MORGENPOST
KURZINHALT
Frankreich in den 50ern: In einer verschneiten Villa trifft sich eine Großfamilie, um die Weihnachtstage miteinander zu verbringen. Doch anstatt der trauten Bescherung findet man das Familienoberhaupt ermordet unter dem Weihnachtsbaum. Die Mörderin kann sich nur unter den 8 FRAUEN befinden, die dem Mann am nächsten standen...
8 FRAUEN, jede ist verdächtig, jede hat ein Motiv, jede birgt ein Geheimnis. Sie sind schön, temperamentvoll, intelligent, sinnlich und gefährlich. Eine von ihnen ist schuldig, aber welche ist es?
Nach dem Theaterstück von Robert Thomas inszeniert François Ozon ("Unter dem Sand", "Tropfen auf heiße Steine") eine dramatische Komödie um die gegenseitigen Verdächtigungen und Schuldzuweisungen. Der Film glänzt mit der Spitzenriege französischer Diven, angeführt von CATHERINE DENEUVE, ISABELLE HUPPERT, EMMANUELLE
BÉART, FANNY ARDANT und nicht zuletzt Nachwuchsstar VIRGINIE LEDOYEN und Newcomerin LUDIVINE
SAGNIER.
8 FRAUEN wurde auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären für die herausragende Leistung des Schauspielerensembles ausgezeichnet. In Frankreich konnte der Film in den ersten fünf Wochen über drei Millionen Kinobesucher begeistern.
Für die deutsche Synchronisation hat sich ein beeindruckendes Ensemble deutscher Schauspielerinnen zusammengefunden: HANNELORE ELSNER, SENTA BERGER, KATJA RIEMANN, NINA
HOSS, RUTH MARIA KUBITSCHEK, NICOLETTE KREBITZ, JASMIN TABATABAI und COSMA SHIVA HAGEN geben den 8 FRAUEN ihre Stimme. Nach dem Motto: Das who is who des französischen Films trifft die Crème de la Crème der deutschen Schauspielerinnen. Es kommt zu einem einzigartigen deutsch-französischen Gipfeltreffen.
FAMILIENSTAMMBAUM
Mamy (Danielle Darrieux): Eine ältere Dame. Vom Schicksal gebeutelt. Sie träumt von ihren Aktienzertifikaten und vom Wohlstand, der mit ihnen verbunden ist. Irgendwann hat sie es sich im Haus ihrer Tochter Gaby bequem gemacht. Sie liebt ihre Familie. (Zumindest behauptet sie es!)
Gaby, die Hausherrin (Catherine Deneuve): Eine attraktive Frau. Elegant, tadellos in den Umgangsformen, ausgesprochen bürgerlich. Komfort misst sie große Bedeutung bei, ihren Töchtern ein bisschen, ihrem Mann am wenigsten. Ihre Schwester Augustine und ihre Mutter duldet sie ...
Marcel, der Vater und Hausherr (anonym): Er wurde ermordet.
Suzon, die ältere Tochter (Virginie Ledoyen): Hübsch, unbekümmert, charmant... Sie geht auf ein englisches Internat. Absolut chic!
Catherine, die jüngere Tochter (Ludivine Sagnier): Ein Wirbelwind... wie aus einem frühen
Nouvelle-Vague-Film. Sie liest nächtelang Kriminalgeschichten und ist der Familienclown. Zu bestimmten gesellschaftlichen Anlässen sollte man sie tunlichst nicht mitnehmen!
Augustine, Gabys Schwester (Isabelle Huppert): Eine alte Jungfer, die im Schlepptau ihrer Mutter ins Haus kam. Sie hat an allem und jedem etwas auszusetzen, am meisten an ihrer Schwester Gaby. Sie und alle anderen sollen jetzt gefälligst dafür büßen, dass sie nie einen Mann abgekriegt hat.
Pierrette, die Schwester des Opfers (Fanny Ardant): Eine sinnliche Erscheinung, aber alles andere als ‚pflegeleicht’. Sie ist sehr schlagfertig. Früher war sie eine Nackt-Tänzerin, sagen die Frauen. Rein wie Schnee und ein Opfer der Männer, so beschreibt sie Mlle. Chanel.
Mlle. Chanel, die Haushälterin (Firmine Richard): Ihre Herzlichkeit macht sie zum guten Geist des Hauses. Sie war schon die Amme der beiden Mädchen und gehört seit langem praktisch zur Familie. Sie kennt jede Menge kleiner Geheimnisse ihrer Arbeitgeber, aber die behält sie für sich. Eine absolut patente Frau (wahrscheinlich).
Louise, das neue Zimmermädchen (Emmanuelle Béart): eine sehr hübsche junge Frau mit einen leichten Hang zur Unverschämtheit und Perversion. Sie ist nicht willens, sich von irgendjemand auf ihre zarten Füße treten zu lassen... Explosiv.
INHALT
Märchenhaft erstreckt sich eine verschneite Parklandschaft um ein stattliches Landhaus, in das die junge Studentin Suzon (VIRGINIE
LEDOYEN) zu einer Familienfeier heimkehrt.
Die Großmutter (DANIELLE DARRIEUX) im Rollstuhl empfängt sie. Marcel, ihr Vater, ist der einzige Mann im Haus. Er schläft in der oberen Etage, und nach und nach erscheinen auch die anderen Frauen auf der Bühne des Salons: Gaby (CATHERINE DENEUVE), Suzons Mutter, die elegante Hausherrin mit großbürgerlichem Flair; Suzons jüngere Schwester Catherine
(LUDIVINE SAGNIER), das quirlige Nesthäkchen; und schließlich das ältliche Fräulein Augustine (ISABELLE HUPPERT), die immer giftige und leicht reizbare Schwester Gabys, die ausnahmslos jeden ihre Frustration über das Ausbleiben ihres Traumprinzen spüren lässt.
Dann ist da noch Mademoiselle Chanel, die Haushälterin (FIRMINE RICHARD). Seit Ewigkeiten ist sie praktisch Teil der Familie und hat bereits Suzon und Catherine aufgezogen. Sie weiß um die kleinen und (vor allem) die großen Geheimnisse eines jeden in diesem Haus, aber nie würde sie etwas davon ausplaudern.
Neu im Haus ist Louise (EMMANUELLE BEART). Als Zimmermädchen kam sie auf Betreiben des Hausherren in die Familie. Sie strahlt eine selbstgewisse Erotik aus.
Als Marcel mit einem Messer im Rücken auf seinem Bett gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Jede der Frauen rückt allen anderen mit schlimmen Enthüllungen und Schuldzuweisungen zuleibe, und schnell wird offensichtlich, dass eine von ihnen die Mörderin sein muss, deren Überführung aber deshalb so komplex ist, weil jede ein Geheimnis hat, dessen Aufdeckung sie unbedingt vermeiden möchte: Was hatte Augustine zum Beispiel fünfmal in der Nacht im Badezimmer verloren, und warum waren sowohl Catherine als auch die Großmutter spätabends noch im Zimmer des Vaters? Und weiß eigentlich jemand, dass Mademoiselle Chanel eine Schwäche fürs Pokern hat und deshalb oft viel länger wach ist, als sie offiziell immer erklärt? Diese scheinheilige Andeutung macht Louise, als man die Vorliebe des Ermordeten für junge Frauen andeutet. Bei einem Handgemenge zwischen Gaby und Augustine, den so unterschiedlichen Schwestern, steht die Großmutter plötzlich aus ihrem Rollstuhl auf und eilt zur Treppe – in der Aufregung kann sie auf einmal gehen. Nun geht es gegen sie: Sie sei vor allem geizig und schlafe mit ihren Aktien unterm Kopfkissen, heißt es. Wem war eigentlich in diesem Hause klar, so konterte sie, dass Marcel so gut wie pleite war? Großmutter hatte ihm mit ihrem Aktienpaket helfen wollen. Doch bevor es dazu kommen konnte, muss es jemand gestohlen haben – man spürt, wie der Verdacht im Raum schwebt, dass das nur vorgetäuscht ist.
Als die Spekulationen mit allen durchgehen, tritt plötzlich Pierrette (FANNY
ARDANT), die Schwester des Opfers, ehemalige Nackttänzerin und Intimfeindin der Hausherrin, in den Salon. Sie hat einen anonymen Anruf erhalten und will sofort ihren Bruder sehen. Der Schlüssel zu seinem Zimmer, das Catherine abgeschlossen hatte, damit niemand Spuren verwischen kann, muss jedoch vertauscht worden sein. Offiziell hat Pierrette noch nie einen Fuß in dieses Haus gesetzt, wie kann es dann sein, dass sie auf Anhieb das richtige Zimmer findet? Und wo man gerade dabei ist: Wann hat sie eigentlich ihren Bruder zuletzt gesehen? Noch am gestrigen Tag hätten sie sich heimlich getroffen. Des nachts aber habe sie mit Mademoiselle Chanel gepokert, gibt sie unumwunden zu ...
Man hat schon viel zu lange gezögert, die Polizei zu verständigen. Jedoch, das Telefonkabel ist durchtrennt worden. Auch das Tor des Grundstücks ist inzwischen zugeschneit, und das Auto springt ebenfalls nicht an. Fazit: man ist von der Außenwelt abgeschnitten und eingesperrt mit einem Mörder – oder vielmehr: einer Mörderin.
Die acht Frauen versuchen nun noch einmal systematisch, die vergangene Nacht Revue passieren zu lassen: die Laute in Marcels Zimmer, die Augustine in der Nacht hörte, waren das Schreie der Lust? Stammten sie von Gaby oder vielleicht eher von Louise? Ja, Louise war tatsächlich im Zimmer des Herren gewesen, und sie bekennt sich gern des Lasters schuldig, aber nicht des Mordes, entgegnet die Kammerzofe.
Sind denn aber wirklich schon alle Möglichkeiten durchdacht worden? Was ist eigentlich mit
Suzon? Kam sie tatsächlich erst an jenem Morgen im Haus an, fragt ihre kleinere Schwester, die bis in den frühen Morgen Kriminalromane in ihrem Zimmer gelesen hat? Tatsächlich war auch Suzon bereits in der Nacht bei ihrem Vater gewesen. Sie brauchte seinen Rat, und jetzt schließlich gesteht sie auch ihrer Mutter, dass sie schwanger ist.
Auf den Schock von Suzons Enthüllung folgt unmittelbar jener, dass sie gar nicht die leibliche Tochter ihres Vaters ist. Gaby hatte dem Mädchen bis heute ihren wahren Vater verschwiegen, der die große Liebe ihres Lebens war. Suzon in ihrer Nähe zu haben, sei für sie immer „eine Freude und ein Schmerz“ gewesen. Als die Haushälterin in das Verhör einbezogen wird, gesteht sie ihre leidenschaftliche Liebe für Pierrette. Welch schöne Gesellschaft, räsonniert die Großmutter kaltschnäuzig: lauter Lesben und ledige Mütter.
Jede offenbarte Lüge öffnet nur die Tür zu einem anderen Geheimnis: Louise und Marcel kannten sich zwar schon fünf Jahre. Hatte Gaby aber womöglich ausgerechnet gestern Nacht das Kammermädchen und ihren Gatten in flagranti erwischt? So mutmaßt ausgerechnet Augustine, die alte Jungfer, der es ein seltenes Glücksgefühl bereitet, ihre Schwester auf diese Weise zu demütigen. Aber kaum ist sie obenauf, offenbart Pierrette, die im gleichen Buchclub Mitglied ist wie Augustine, dass sie in einem ausgeliehenen Liebesroman einen Briefentwurf des späten Mädchens entdeckt habe, worin sie dem Hausherren ihre Leidenschaft gesteht.
Nicht nur die Integrität der einzelnen Charaktere wird immer obsoleter, auch Macht und Ohnmacht verteilen sich nach anderen Regeln als denen des sozialen Gefüges: kaum sind Augustine und Louise einmal allein im Salon, so fragt die verklemmte Tante die selbstsichere Maitresse über die Waffen der Weiblichkeit und Verführung aus. Und später, als Louise in einem anderen Zimmer Gaby unter vier Augen begegnet, legt die Kammerzofe demonstrativ die Domestiken-Attribute ab, öffnet ihr Haar und lässt das Foto einer früheren Herrin sehen – es ist ein Porträt von Romy Schneider – , die sie geliebt habe. Zugleich sieht Louise aus, zumal wenn sie vor einem prächtigen Ölporträt Gabys steht, wie eine Reinkarnation der jungen Catherine Deneuve.
Gegen Ende, der Show-Down der Diven: Gerade noch hat Pierrette ihrer Schwägerin an den Kopf geworfen, dass es ja sein mag, dass sie selbst eine gescheiterte Bürgerliche sei, Gaby jedenfalls sei eine gescheiterte Hure, da stürzen die beiden Damen schon wie Furien ineinander, nicht wissend und nicht sichtbar, wo der hasserfüllte Schlag endet und wo die lustvolle Umarmung beginnt.
Zwei Feindinnen, die ineinander verschlungen den Salon zur Arena machen. Ihr Kampf eröffnet wie in einer Schlussvolte weitere Geheimnisse um Geld, Begehren und Verzicht – und über allem das Drama der wahren (und unglücklichen) Liebe: „Il n’ y a pas d’ amour heureux“, so singt die Großmutter in einem letzten großen Chanson, nachdem zuvor bereits jede der jüngeren – wie in selbstverständlichen Offenbarungs-Exkursen – mit einem eigenen Solo brillieren konnte.
Alles kommt ans Licht, nur der Mord bleibt vorerst noch ungeklärt, und wahrscheinlich löst sich der Fall sowieso ganz anders ...
DIE BESETZUNG
Catherine Deneuve (Gaby, die Hausherrin)
Catherine Deneuve wurde als dritte Tochter eines Bühnenautors und einer Schauspielerin in Paris geboren. Sie gab ihr Filmdebüt im Alter von dreizehn Jahren und übernahm den Mädchennamen ihrer Mutter Deneuve, die ebenfalls Schauspielerin war. Ihre Schwester Françoise Dorleac war zum Zeitpunkt, da Cathérine Deneuve ihre Karriere begann, bereits ein international bekannter Star. Ihren großen Durchbruch hat sie dann auch in einem Film, den sie 1964 gemeinsam mit ihrer Schwester dreht – dem Musical DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG unter der Regie von Jacques
Demy. Der Film gewann den Grand Prix des Festival von Cannes.
Mit ihrer zerbrechlichen Schönheit entwickelte sie sich innerhalb kürzester Zeit zu dem französischen Top-Star und stieg bald zu einem der großen internationalen Leinwandidole auf – ein Status, den sie bis heute innehat.
Ob Thriller, Musical, Melodram oder Komödie – jedem ihrer Filme verlieh sie ihr spezifisches Deneuve-Charisma: In Polanskis EKEL (1965), spielt sie eine junge Schizophrene, in Buñuels BELLE DE JOUR (1967) und TRISTANA (1970) verkörpert sie Frauen zwischen Anstand und Abgrund, Behagen und Perversion, mondäner Erscheinung und geheimnisvollem Wesen. Diese Spannbreite faszinierte neben vielen anderen auch François Truffaut, der mehrfach mit ihr zusammenarbeitete, von DAS GEHEIMNIS DER FALSCHEN BRAUT (1969) bis DIE LETZTE METRO (1980). In den achtziger und neunziger Jahren ging sie mit mehreren Regisseuren kontinuierliche Kooperationen ein, so mit Alain Corneau (u.a. WAHL DER WAFFEN), Manoel de Oliveira (u.a. JE RENTRE À LA
MAISON), und André Techine (u.a. DIEBE DER NACHT) – und nie machte sie es sich selbst leicht mit ihren Rollen.
„Meine Natur ist es eher Kino zu machen, als Schauspielerin zu sein. Ich bin eine Dienerin des Films.“ Bei der Auswahl ihrer Filme ist für sie weniger der Stoff von Belang als der Regisseur, der diesen Stoff inszeniert. Sie gibt sich den Regisseuren als Medium und Projektionsfläche. Grundbedingung hierbei ist, wie sie einmal sagte: „Die Bereitschaft, sich vom Filmemacher etwas stehlen zu lassen sowie Vertrauen, dass der Filmemacher einerseits um den Abstand zwischen Leinwandexistenz und Leben weiß und es andererseits versteht, seine Inszenierung zu einer intimen Dokumentation der Persönlichkeit seiner Schauspieler zu machen.“
Bei den Frauenfiguren der Deneuve hat man nie den Eindruck, es handle sich bei ihnen um glückliche Personen, sondern um Menschen, die auf der Suche sind, ohne zu wissen wonach. Sicher ist nur, dass ihnen die Männer nicht geben können, was ihnen fehlt. Sie können sie bestenfalls davon ablenken – vorübergehend.
Ihre Filmographie umfasst insgesamt weit über 100 Filme, 1992 erhielt sie eine Oscar-Nominierung für ihre Rolle in Régis Wargniers
INDOCHINE.
Filmographie – Cathérine Deneuve (Auswahl):
Filmtitel Regie
1957 Les collegiennes André Hunebelle
(Junge Rosen im Wind)
1959 Les petits chats Jacques Villa
1960 Les portes claquent Jacques Poitrenaud
(Die kleinen Sünderinnen)
L’ homme à femmes Jacques-Gérard Cornu
(An einem heißen Nachmittag)
Les parisiennes Marc Allegret
(Die Pariserinnen)
1962 Le vice et la vertu Roger Vadim
(Laster und Tugend)
1963 Les parapluies de Cherbourg Jacques Demy
(Die Regenschirme von Cherbourg)
Vacances portugaises Pierre Kast
(Ferien in Portugal)
Les plus belles escroqueries du monde) Claude Chabrol
(Die Frauen sind an allem schuld)
1964 Un monsieur de compagnie Philippe de Broca
(Ich war eine männliche Sexbombe)
La chasse à l' homme Edouardo Molinaro
(Jagd auf Männer)
La constanza della ragione Pasquale Festa Campanile
1965 Le chant du monde Marcel Camus
(Und die Wälder werden schweigen)
Repulsion Roman Polanski
(Ekel)
La vie de chateau Jean-Paul Rappenau
(Leben im Schloß)
1966 Les creatures Agnes Varda
(Die Geschöpfe)
1967 Belle de jour Luis Buñuel
(Belle De Jour - Schöne des Tages)
Les Demoiselles de Rochefort Jacques Demy
(Die Mädchen von Rochefort)
1968 Manon 70 Jean Aurel
(Hemmungslose Manon)
La chamade Alain Cavalier
(La chamade – Herzklopfen)
Mayerling Terence Young
(Mayerling)
1969 The April Fools Stuart Rosenberg
(Darling, laß dich scheiden)
La sirène du Mississipi François Truffaut
(Das Geheimnis der falschen Braut)
Tristana Luis Buñuel
(Tristana)
1970 Peau d' âne Jacques Demy
(Eselshaut)
1971 Ca n' arrive qu' aux autres Nadine Trintignant
(Das passiert immer nur den anderen)
1972 Un flic Jean-Pierre Melville
(Der Chef)
Liza Marco Ferreri
(Allein mit Giorgio)
1973 L'Evenement le plus important depuis que
l' homme a marché sur la lune Jacques Demy
1974 Touche pas la femme blanche Marco Ferreri
(Berühre nicht die weiße Frau)
La femme aux bottes rouges Juan Buñuel
(Die Frau mit den roten Stiefeln)
1975 Hustle Robert Aldrich
(Straßen der Nacht)
Le sauvage Jean-Paul Rappenau
(Die schönen Wilden)
1976 Si c' étati à refaire Claude Lelouch
(Ein Hauch von Zärtlichkeit)
1977 March Or Die Dirk Richards
(Marschier oder stirb/In der Wüste ist die Hölle los)
1979 A nous deux Claude Lelouch
(Allein zu zweit)
Courage fuyons Yves Robert
1980 Je vous aime Claude Berri
Le dernier métro François Truffaut
(Die letzte Metro)
1981 Le choix des armes Alain Corneau
(Wahl der Waffen)
1982 Hotel des ameriques André Téchiné
(Begegnung in Biarritz)
1983 The Hunger Tony Scott
Fort Saganne Alain Corneau
Paroles et musique Élie Chouraqui
1986 Le lieu de crime André Téchiné
(Schauplatz des Verbrechens)
1987 Agent Trouble Jean-Pierre Mocky
(Agent Trouble – Die Exekution)
1988 Drole d'endroit pour une rencontre François Dupeyron
(Nächtliche Sehnsucht – Hemmungslos)
1992 Indochine Régis Wargnier
(Indochine)
1993 Ma saison preferée Andre Techine
(Meine liebste Jahreszeit)
1995 O convento Manoel de Oliveira
1996 Les voleurs André Téchiné
(Diebe der Nacht)
1997 Genealogies d' un crime Raul Ruiz
Place Vendôme Nicole Garcia
(Place Vendome)
1999 Le vent de la nuit Philippe Garrel
Pola X Léos Carax
(Pola X)
Le temps retrouvé Raul Ruiz
(Die wiedergefundene Zeit)
Est-Ouest Régis Wargnier
(Est-Ouest - Eine Liebe in Russland)
2000 Dancer In The Dark Lars von Trier
(Dancer In The Dark)
2001 Je rentre à la maison Manoel de Oliveira
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Isabelle Huppert (Augustine, Gabys Schwester)
Isabelle Huppert kann sich ebenso zur Ideal-Verkörperung der Verklemmtheit emporschwingen, wie sie sich Charakteren leiht, die jenseits jeglicher sexueller und / oder gesellschaftlicher Moral existieren – und am allerbesten ist sie, wenn sie die Abgründe zwischen diesen Polen ausmisst.
Geboren als jüngstes Mädchen nach vier Schwestern wuchs sie in Saint-Cloud bei Paris auf. Nach dem Abitur studierte sie Russisch und orientalische Sprachen, wusste aber nicht so recht, was sie damit anfangen sollte und begann 1968 im Konservatorium von Versailles mit ihrer Schauspielausbildung.
Dem Abschluss folgten eine Vielzahl kleinerer Rollen an verschiedenen Theatern, und 1971 drehte sie ihren ersten Film (FAUSTINE OU LE BEL
ÉTÉ) unter der Regie von Nina Companéez.
Den internationalen Durchbruch schaffte Isabelle Huppert 1976 mit Claude Gorettas DIE SPITZENKLÖPPLERIN. Kurz darauf drehte sie mit Claude Chabrol VIOLETTE
NOZIÈRE, und für ihre Darstellung der 18jährigen Mörderin wurde sie 1978 als Beste Schauspielerin mit der Goldenen Palme in Cannes und im darauffolgenden Jahr mit dem César ausgezeichnet. Dieser ersten Zusammenarbeit folgten bislang sechs weitere Huppert/Chabrol-Filme.
Als Frau, die das Kino liebt, machte sie sich mit wachsendem, auch internationalem Starruhm zunehmend dafür stark, hochkarätigen aber unkommerziellen Projekten zur Realisierung zu verhelfen – von Godards skurrilem RETTE SICH, WER KANN (DAS LEBEN) (1979) über Hal Hartleys schrulligem AMATEUR (1993) bis zu Michael Hanekes DIE KLAVIERSPIELERIN (2001). Und in diesem Zusammenhang nicht zu vergessen: die desaströse und ruinöse Produktion eines Meisterwerks des New Hollywood, HEAVEN’ S GATE (1979) von Michael
Cimino.
1990 dreht sie, erneut mit Claude Chabrol, MADAME BOVARY und richtet in den Folgejahren ihr Hauptaugenmerk aufs Theater. Herausragende Produktionen aus dieser Zeit: Peter Zadeks Pariser Shakespeare Inszenierung „Maß für Maß“. Und ihre „Medea“ fürs Theaterfestival von Avignon im Jahr 2000. Über diese Rolle der rachsüchtigsten Heldin des gesamten abendländischen Theaters sagte sie: "Ich hatte Lust, diese Medea zu spielen, obwohl ich das Stück nicht gut kannte, wusste ich instinktiv: Das ist meine Rolle."
Einmal sagte sie: „Mein Gesicht, mein Körper sind wenig gezeichnet vom Leben, sie sind wie Modelliermasse. Ich kann jede Frau spielen, eine Mörderin, eine Heilige, eine Verführerin.“ Das tut sie mühelos, nie offensichtlich und doch absolut treffsicher – fast möchte man sagen beängstigend selbstverständlich.
Filmographie Isabelle Huppert (Auswahl):
Filmtitel Regie
1971 Faustine ou le bel été Nina Companéez
1972 Cesar et Rosalie Claude Sautet
(Cesar und Rosalie)
1973 Les valseuses Bertand Blier
(Die Ausgepufften)
1974 Dupont la joie Yves Boisset
(Monsieur Dupont)
Serieux comme le plaisir Georges Benayoun
Rosebud Otto Preminger
(Unternehmen Rosebud)
1975 Docteur Françoise Gailland Jean-Louis Bertucelli
(Dr. med. Françoise Gailland)
Le juge et l' assassin Bertrand Tavernier
(Der Richter und der Mörder)
1977 Les indiens sont encore loin Patricia Moraz
(Die Indianer sind noch fern)
La dentelliere Claude Goretta
(Die Spitzenklöpplerin)
1978 Violette Noziere Claude Chabrol
(Violette Noziere)
Retour a la bien-aimée Jean-François Adam
1979 Les soeurs Brontë André Téchiné
(Die Schwestern Bronte)
Örökseg Marta Meszaros
(Erbinnen)
Loulou Maurice Pialat
(Der Loulou)
Sauve qui peut la vie Jean-Luc Godard
(Rette sich wer kann das Leben)
1980 Heaven's Gate Micahel Cimino
(Heaven's Gate)
La dame aux camélias Mauro Bolognini
(Die Kameliendame)
1981 Les ailes de la colombe Benoït Jacquot
(Die Flügel der Taube)
Coup de torchon Bertrand Tavernier
(Der Saustall)
1982 Passion Jean-Luc Godard
(Passion)
La truite Joseph Losey
(Eine Frau wie ein Fisch)
Coup de foudre Diane Kurys
Eaux profondes Michel Deville
(Stille Wasser)
1983 Storia di Piera Marco Ferreri
(Die Geschichte der Piera)
La femme de mon pote Bertrand Blier
1984 La garce Christine Pascal
1985 Signe Charlotte Caroline Huppert
(Gezeichnet Charlotte)
Sac de noeuds Josiane Balasko
1986 The Bedroom Window Curtis Hanson
(Das Schlafzimmerfenster)
Cactus Paul Cox
(Kaktus)
1988 Une affaire de femmes Claude Chabrol
(Eine Frauensache)
1989 La vengeance d'une femme Jacques Doilllon
(Die Rache einer Frau)
1990 Malina Werner Schroeter
(Malina)
1991 Madame Bovary Claude Chabrol
(Madame Bovary)
1992 Après l' amour Diane Kurys
(Nach der Liebe)
1994 Amateur Hal Hartley
(Amateur)
1995 La cérémonie Claude Chabrol
(Biester)
1996 Les affinités selectives Paolo und Vittorio Taviani
(Wahlverwandtschaften)
1997 Rien ne va plus Claude Chabrol
(Das Leben ist ein Spiel)
1998 Ecole de la chair Benoït Jacquot
(Schule des Begehrens)
1999 Pas de scandale Benoït Jacquot
2000 La fausse suivante Benoït Jacquot
Merci pour le chocolat Claude Chabrol
(Süßes Gift)
Les destinées sentimentales Olivier Assayas
2001 Die Klavierspielerin Michael Haneke
La comédie de l’ innocence Raul Ruiz
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Emmanuelle Béart (Louise, das neue Hausmädchen)
Ihre Attraktivität war nicht immer hilfreich. Die ersten Jahre wollten sie einige Regisseure, mit denen sie später gearbeitet hat, gar vom Casting ausschließen. „Nach so viel Schönheit kann nicht mehr viel kommen“, dieser Satz wird Claude Berri und Yves Montand gleichermaßen zugeschrieben. Dennoch spielt sie unter der Regie von Claude Berri und an der Seite von Yves Montand sowie Daniel
Auteuil, ihrem damaligen Ehemann, in der Pagnol-Verfilmung MANONS RACHE (1985) und erhält dafür ihren ersten César.
Ungefähr in dieser Zeit hat sie sich auch entschlossen, es sich nicht einfach zu machen mit und in ihrer Schauspielerei: sie schlüpft in die Rolle einer Drogenabhängigen in Yannick Bellons LES ENFANTS DU DÉSORDRE (1989), verkörpert eine rüde Prostituierte in J’ EMBRASSE PAS (1991) und gibt sich in Jacques Rivettes zehrendem Künstlerdrama DIE SCHÖNE QUERULANTIN (1991) als bis zur Erniedrigung formbares Maler-Modell der Kamera preis.
Vor allem ihre nächsten Filme EIN HERZ IM WINTER (1992) von Claude Sautet, DIE HÖLLE (1993) von Claude Chabrol und EINE FRANZÖSISCHE FRAU (1995) von Régis Wargnier sollten Emmanuelle Béart zur neuen Diva des anspruchsvollen französischen Unterhaltungsfilms machen. Nach einem Intermezzo in Hollywood – unter der Regie von Brian de Palma drehte sie 1995 MISSION IMPOSSIBLE – und nach der erneuten Zusammenarbeit mit Claude Sautet bei NELLY UND MONSIEUR ARNAUD (1995) beschrieb man sie als die Reinkarnation Romy Schneiders, und Christian Dior sah in ihr die Idealverkörperung seiner Mode- und Schönheitsideale. Dior zögerte allerdings auch nicht, sofort den Vertrag mit ihr zu kündigen, als sie sich zusammen mit vielen anderen französischen Filmschaffenden in der Kampagne für die Sans-Papiers engagierte.
Bisher hat sich noch jeder Regisseur, der mit ihr einen Film machte, in irgendeiner Weise auf ihre legendäre Charakterisierung durch Claude Chabrol bezogen: „Ihr Körper reizt zur Sünde, doch ihr Kopf scheint wie von einem Engel, der die Sünde natürlich verbietet.“ Es scheint, dass Emmanuelle Béart mit jeder neuen Arbeit dieser rätselhaften Unvereinbarkeit immer noch einen neuen Aspekt abzugewinnen vermag.
Filmographie – Emmanuelle Béart (Auswahl)
Filmtitel Regie
1983 Un amour interdit Jean-Pierre Dougnac
(Eine verbotene Liebe)
1985 L' amour en douce Edouardo Molinaro
(Der Filou)
Manon des sources Claude Berri
(Manons Rache)
1987 Date With An Angel Tom McLaughlin
(Verabredung mit einem Engel)
1988 Les enfants du desordre Yannick Bellon
(Wilde Kinder)
A gauche en sortant de l'ascenseur Edouardo Molinaro
(Der große Blonde auf Freiersfüßen)
1990 Il viaggio di Capitan Fracassa Ettore Scola
(Die Reise des Capitan Fracassa)
1991 J' embrasse pas André Téchiné
(Ich küsse nicht)
La belle noiseuse Jacques Rivette
(Die schöne Querulantin)
1992 Un coeur en hiver Claude Sautet
(Ein Herz im Winter)
1993 L' enfer Claude Chabrol
(Die Hölle)
1995 Une femme francaise Regis Wargnier
(Eine französische Frau )
Nelly & Monsieur Arnaud Claude Sautet
(Nelly & Monsieur Arnaud)
1996 Mission Impossible Brian de Palma
(Mission Impossible)
1997 Voleur de vies Yves Angelo
Les destinées sentimentales Olivier Assayas
La buche Danièle Thompson
2000 La répétition Cathérine Corsini
2001 Le temps retrouvé Raul Ruiz
(Die wiedergefundene Zeit)
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Fanny Ardant (Pierrette, die Schwester des ermordeten Hausherren)
Fanny Ardant entstammt einer Offiziersfamilie, die halb Europa bereiste. Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie auf der Klosterschule. In Aix-en-Provence studiert sie Politologie, bricht aber ab und wechselt zur Schauspielschule. Ein Stück von Corneille macht sie bekannt. Dem Durchbruch folgen Engagements auf Bühnen in Paris, Rom und Palermo.
Über die TV-Serie „Les dames de la côte“ und Claude Lelouchs EIN JEDER WIRD SEINEN LOHN EMPFANGEN (1981) wird François Truffaut auf sie aufmerksam. Er ist von ihr hingerissen. Nicht nur von der Schauspielerin, sie werden ein Paar – für die kurze Zeit, die Truffaut noch bleibt. Fanny Ardant spielt in DIE FRAU NEBENAN (1981) und auch im letzten Truffaut-Film AUF LIEBE UND TOD (1982): Seitdem zählt sie zu den größten Charakterdarstellerinnen ihrer Generation. Ihr Rollenfach: die distanziert-selbstbewußte Frau, deren Schönheit und erotischer Reiz Männer und Frauen gleichermaßen verwirrt.
Filmographie Fanny Ardant (Auswahl):
Filmtitel Regie
1981 Les uns et les autres Claude Lelouch
(Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen)
La femme d' a cote François Truffaut
(Die Frau nebenan)
1982 La vie est un roman Alain Resnais
(Das Leben ist ein Roman)
1983 Vivement dimanche François Truffaut
(Auf Liebe und Tod)
1984 Un amour de Swann Volker Schlöndorff
(Eine Liebe von Swann)
1986 Conseil de famille Costa Gavras
(Ehrbare Ganoven)
Mélo Alain Resnais
(Melo)
1987 La famiglia Ettore Scola
(Die Familie)
1988 Fürchten und Lieben Margarethe von Trotta
1992 Afraid Of The Dark Mark Peploe
(Angst vor der Dunkelheit)
1994 Les cents et une nuits Agnès Varda
(Hundert und eine Nacht)
Le Colonel Chabert Yves Angelo
(Colonel Chabert)
1995 Sabrina Sydney Pollack
(Sabrina)
Par dela les nuages Michelangelo Antonioni
(Jenseits der Wolken)
Pedale douce Gabriel Aghion
(Auch Männer mögen's heiß)
Ridicule Patrice Leconte
(Ridicule)
1997 Elizabeth Shekar Kapur
(Elizabeth)
1998 La débandade Claude Berri
La cena Ettore Scola
1999 Le libertin Gabriel Aghion
2002 Callas Forever Franco Zeffirelli
8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Virginie Ledoyen (Suzon, die ältere Tochter des Hauses)
Im Alter von zwei Jahren absolvierte Virginie Ledoyen ihren ersten Job als Kinder-Model; als Neunjährige wurde sie in eine Pariser Kunstschule für besonders begabte Kinder aufgenommen; mit dreizehn schließlich spielte sie mit Nino Manfredi im Film MIMA (1990) von Philomène Esposito eine tragende Rolle. So viel zu den ersten Schritten Virginie Ledoyens im Showgeschäft...
1993 folgten Christian de Chalonges LE VOLEUR D' ENFANTS mit Marcello Mastroianni und Elie Chouraquis LES MARMOTTES mit Jacqueline Bisset und Jean-Hugues
Anglade. Einen ganzen Film auf den Schultern trug sie erstmals 1994 mit Olivier Assayas’ L' EAU
FROIDE. Für diese Rolle einer problematischen Heranwachsenden erhielt sie ihre erste Nominierung für einen César. Die nächsten Filme folgten Schlag auf Schlag, darunter LA FILLE SEULE von Benoît Jacquot – dieser Film ist praktisch ein neunzigminütiges Solo der jungen Darstellerin – , Claude Chabrols BIESTER und Olivier Assayas’ ENDE AUGUST, ANFANG SEPTEMBER. Über die beiden letztgenannten wurde Danny Boyle auf sie aufmerksam und besetzte sie als Partnerin von Leonardo di Caprio in der Hollywoodproduktion THE BEACH. Seither gilt Virginie Ledoyen in den USA als die größte Entdeckung des französischen Kinos der vergangenen Jahre.
Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin leiht Virginie Ledoyen ihr Gesicht und Charisma auch der weltumspannenden Kampagne von L’
Oreal. Sie ist eine der fünf Botschafterinnen des französischen Kosmetikkonzerns – neben Cathérine Deneuve, Andie McDowell, Milla Jovovich und Gong Li.
Filmographie – Virginie Ledoyen (Auswahl)
Filmtitel Regie
1990 Mima Philomène Esposito
1991 Le voleur d'enfants Christian de Chalonge
1992 La mouche (unvollendet) Marcel Carné
1993 La folie douce Frédéric Jardin
Les marmottes Elie Chouraqui
1994 La vie de Marianne Benoît Jacquot
L'eau froide Olivier Assayas
1995 La fille seule Benoît Jacquot
La cérémonie Claude Chabrol
(Biester)
1996 Mahjong Edward Yang
1997 Héroïnes Gérard Krawczyk
Jeanne et le garçon formidable Olivier Ducastel et Jacques Martineau
1998 A Soldier's Daughter Never Cries James Ivory
En plein coeur Pierre Jolivet
1999 Fin août, début septembre Olivier Assayas
(Ende August, Anfang September)
The Beach Danny Boyle
(The Beach)
2000 De l’amour Jean-François Richet
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Firmine Richard (Mlle. Chanel, die Haushälterin)
Firmine Richard stammt aus Guadeloupe. Kurz bevor sie eingeschult wurde, zog sie mit ihren Eltern nach Frankreich. Während ihres Studiums absolvierte sie Schauspielkurse und trat bei verschiedenen Studiobühnen auf. Bei einer dieser Aufführungen wurde sie von Coline Serreau entdeckt und sofort für ihren Film MILCH UND SCHOKOLADE engagiert. Zu ihren weiteren Filmen gehören: VALSE D’ AMOUR von Dino
Risi, ELISA von Jean Becker und UNE POUR TOUTES von Claude Lelouch.
Parallel zu ihren Filmauftritten spielt Firmine Richard regelmäßig am Theater.
Filmographie – Firmine Richard:
Filmtitel Regie
1988 Romuald et Juliette Coline Serreau
(Milch und Schokolade)
1990 Valse d’ amour Dino Risi
1995 Elisa Jean Becker
(Elisa)
1997 Riches, belles et cruelles Bunny Schpoliansky
1998 Une journée de rêve Miguel Courtois
2000 Une pour toutes Claude Lelouch
Le soleil des voyous Gilles Romera
2001 Trois-zéro Fabien Otoniente
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Danielle Darrieux (Mamy, Gabys Mutter)
Ihre Karriere umspannt inzwischen sieben Jahrzehnte: 1931, mit vierzehn Jahren, drehte sie ihren ersten Film: die französische Version von Wilhelm Thieles DER BALL. Zwischen diesem ersten Auftritt und 8 FRAUEN liegen weit über hundert Filme, und in ungefähr doppelt so vielen Theaterstücken stand sie auf der Bühne.
Sie hat mit fast allen bedeutenden französischen Regisseuren gedreht, mit Marcel
L’ Herbier wie mit André Téchiné, mit Julien Duvivier wie mit Claude Chabrol, und auch jenseits des Atlantiks hat man ihre mit musikalischer Leichtigkeit gepaarte Intensität geschätzt. Norman
Taurog, Joseph Mankiewicz und Robert Rossen gehörten zu ihren amerikanischen Bewunderern – und Regisseuren.
Ihr Spiel und ihre Erscheinung, das bedeutete immer auch jenes
Savoir-Vivre, das die Oberflächlichkeit zu einer Tugend machte und dabei auch nicht vor dem Leicht-Sinn zurückschreckte.
In den sechziger Jahren verfolgte sie eine Karriere als Chansonsängerin, und in jenem Jahrzehnt war sie auch schon einmal als die Mutter von Catherine Deneuve (und deren Schwester Françoise
Dorléac) in einem Film zu sehen: in DIE MÄDCHEN VON ROCHEFORT (1967) unter der Regie von Jacques
Demy. In den siebziger Jahren trat sie am Broadway auf, u.a. als Nachfolgerin von Katherine Hepburn im Musical „Coco“. Seit den achtziger Jahren war sie überwiegend im TV zu sehen.
Sie ist eine der wenigen weiblichen Offiziere der französischen Ehrenlegion.
Filmographie – Danielle Darrieux (Auswahl):
Filmtitel Regie
1931 Le bal Wilhelm Thiele
1933 Mauvaise graine Billy Wilder
1934 Quelle drôle de gosse Léo Joannon
1936 Mayerling Anatole Litvak
(Mayerling)
1941 Premier rendez-vous Maurice Tourneur
(Ihr erstes Rendez-Vous)
1942 La fausse maitresse André Cayatte
(Die falsche Geliebte)
1946 Adieu chérie André Bernard
(Adieu Chérie)
1950 La ronde Max Ophüls
(Der Reigen)
1951 Rich, Young And Pretty Norman Taurog
Le plaisir Max Ophüls
(Pläsier)
La vérité sur Bébé Donge Henri Decoin
(Die Wahrheit über unsere Ehe)
1952 Five Fingers Joseph L. Mankiewicz
(Der Fall Cicero)
1953 Madame de ... Max Ophüls
(Madame de ...)
1954 Le rouge et le noir Claude Autant-Lara
(Rot und schwarz)
1955 Napoléon Sacha Guitry
(Napoleon)
Alexander The Great Robert Rossen
(Alexander der Große)
1958 Marie-Octobre Julien Duvivier
(Marie-Octobre)
1961 I celebri amori di Enrico IV Claude Autant-Lara
(Das Bett des Königs)
1962 Landru Claude Chabrol
(Der Frauenmörder von Paris)
1967 Les Demoiselles de Rochefort Jacques Demy
(Die Mädchen von Rochefort)
1982 Une chambre en ville Jacques Demy
(Ein Zimmer in der Stadt)
1986 Le lieu du crime André Téchiné
(Schauplatz des Verbrechens)
1986 Corps et biens Benoît Jacquot
1987 Quelques jours avec moi Claude Sautet
1990 Le jour des rois Marie-Claude Treilhou
1999 Ça ira mieux demain Jeanne Labrune
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Ludivine Sagnier (Catherine, die jüngere Tochter des Hauses)
„Kleiner Stern ganz groß“, jubelte das Magazin Écran Noir über Ludivine
Sagnier, als 8 FRAUEN in die französischen Kinos kam. Sie gehört schon ein bisschen zur Familie von François Ozon, der sie bereits in seiner Fassbinder-Adaption TROPFEN AUF HEISSE STEINE besetzt hatte.
Bereits mit neun Jahren stand sie für verschiedene TV-Serien vor der Kamera und arbeitet seitdem auch als Synchronsprecherin. Ihre Rolle in 8 FRAUEN, als Nesthäkchen neben einigen der größten Schauspielerinnen, die das französische Kino derzeit aufzubieten hat, sieht sie auch als das beste Schauspiel-Stipendium, das man ihr überhaupt hätte anbieten können.
Filmographie – Ludivine Sagnier:
Filmtitel Regie
1988 Les maris, les femmes, les amants Pascal Thomas
1998 Les enfants du siècle Diane Kurys
Rembrandt Charles Matton
1999 Gouttes d’ eau sur pierres brulantes François Ozon
2000 Un jeu d’ enfants Laurent Tuel
2001 Ma femme est une actrice Yvan Attal
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
Petites coupures Pascal Bonitzer
DER STAB
François Ozon über seinen Film
Der Wunsch, einen Film nur mit Schauspielerinnen zu realisieren, geistert mir seit langem durch den Kopf. Nachdem ich George Cukors großen Film DIE FRAUEN gesehen hatte, versuchte ich mir die Rechte für die Theatervorlage zu sichern. Aber man sagte mir, dass Julia Roberts und Meg Ryan schon längst eine Option auf das Remake hätten, und so habe ich die Idee einer französischen Version von DIE FRAUEN schnell wieder fallen gelassen.
Dann stieß ich aber dank eines Hinweises von Dominique Besnehard auf eine Krimikomödie von Robert Thomas mit dem Titel 8 FRAUEN: er hat dieses Stück in den sechziger Jahren geschrieben. Der Autor ist zwar heute etwas vergessen, aber in den siebziger Jahren waren seine Stücke richtige Renner. Glück und Wohlstand winkten ihm, als Hitchcock sich die Rechte an einem seiner Theaterstücke sicherte. (Hitchcock starb allerdings, bevor er die Verfilmung in Angriff nehmen konnte.)
8 FRAUEN erschien mir für mein Vorhaben sofort als das ideale Ausgangsmaterial. Ich habe die Grundidee und die Schauplätze beibehalten, den Dialogen allerdings haben wir deutlich mehr Gift und Witz gegeben. Die Figuren haben an Tiefe hinzugewonnen, und die Spannungen und Probleme zwischen den Frauen sind komplexer und moderner geworden. Mir schwebte eine Mischung aus Komödie und Mörder-Such-Intrige à la Agatha Christie vor, und außerdem reizt mich die Struktur dieser Geschichten, in denen die Personen auf Gedeih und Verderb zusammengesperrt und einander ausgeliefert sind. Unter dieser Oberfläche wollte ich einige Beobachtungen über Weiblichkeit, Schauspielerinnen, Klassengegensätze und Familiengeheimnisse skizzieren.
Wie TROPFEN AUF HEISSE STEINE ist 8 FRAUEN ein anti-naturalistischer Film, der Stilisierung und Künstlichkeit nutzt, um weibliche Schönheit und Glamour zu vermitteln. Jede Schauspielerin sollte ein Schönheitsideal verkörpern, das das Publikum zum Träumen bringt, aber dadurch den Schrecken und die Grausamkeit noch geheimnisvoller und unheimlicher wirken lässt. Indem ich die Handlung in die fünfziger Jahre verlegte, konnte ich sowohl der ungewöhnlichen Situation dieser acht „eingeschlossenen“ Frauen als auch den raschen Sprüngen und Drehungen der Geschichte und den künstlichen Effekten des Films größere Plausibilität geben. Allerdings haben mich die französischen Filme der fünfziger Jahre – etwa von Julien
Duvivier, Jean Delannoy oder Claude Autant-Lara – , die zudem ja auch meist in Schwarzweiß gedreht waren, weniger beeindruckt oder beeinflusst, als die Technicolor-Musicals von Vincente Minelli oder die hinreißenden Melodramen von Douglas
Sirk.
Die Chansons, die die Schauspielerinnen vortragen, haben alle Arrangements im Stil der fünfziger Jahre, was noch zusätzlich dazu beiträgt, das Geschehen authentisch darzustellen.
Für die einzelnen Personen sind diese Chansons darüber hinaus auch das Medium, durch das sie ihre tieferen Charakterzüge, ja ihr Innenleben entäußern. Sie muten wie Monologe an – ebenso anrührend wie komisch.
Filmographie François Ozon:
Filmtitel
1992 Victor Thomas constitué (Kurzfilm)
1993 Une rose entré nous (Kurzfilm)
1994 La petite mort (Kurzfilm)
Action vérité (Kurzfilm)
1995 Scénes de lit (Kurzfilm)
Une robe d’été (Kurzfilm)
1996 Regarde la mer (Kurzfilm)
1997 Sitcom
(Sitcom)
1998 X2000 (Kurzfilm)
1998 Les Amants Criminels
2000 Gouttes d’ eau sur pierres brûlantes
(Tropfen auf heiße Steine)
2001 Sous le sable
(Unter dem Sand)
2002 8 FEMMES
(8 FRAUEN)
Pascaline Chavanne (Kostüme)
Einflüsse
Zusammen mit François habe ich mir einige Klassiker des französischen Films der fünfziger Jahre angeschaut. Leider fanden wir darin die Kostüme oft sehr bieder. Die aufregendste Leinwandgraderobe dieser Jahre findet man in den Technicolor-Filmen von Douglas Sirk oder Alfred Hitchcock. Hollywood idealisierte die Haute Couture bereits in den dreißiger Jahren – man sieht das besonders in den Filmen von George Cukor – und die Garderobe waren wirkliche Kunstwerke. Letztlich waren sie Bestandteil der Starexistenz eines Schauspielers oder einer Schauspielerin.
Plausibilität
Wenn man sich Cukors DIE FRAUEN genauer ansieht, merkt man, dass die Kostüme nicht wirklich dem entsprechen, was Frauen in den dreißiger oder vierziger Jahren tatsächlich trugen. Die Kleider drücken wirklich etwas aus und sind völlig jenseits des Gewöhnlichen. Bei 8 FRAUEN mussten wir natürlich darauf achten, plausibel zu bleiben, andererseits hatten wir aber auch keinen historischen Film vor, so dass wir uns bei den Kostümen durchaus einige Freiheiten heraus nehmen konnten (und wollten): Fanny Ardant hätte beispielsweise mit solchen Schuhen niemals wirklich im Schnee gehen können.
Bei all unseren Entscheidungen spielte die größte Rolle, dass die Kostüme auch die Beziehungen der Frauen untereinander ausdrücken sollten. Wir stellten uns vor, dass die jeweilige Kleidung eine Waffe in der Auseinandersetzung mit den anderen sollten.
Das Problem der Farbe(n)
Um die Technicolor-Stimmung wiederauferstehen zu lassen, wollte François, dass ich besonderen Wert auf die Farben lege. Das hat mir anfangs etwas Kopfzerbrechen gemacht, weil ich befürchtete, dass die Farbigkeit einen rund herum anspringen würde und man keinen Moment zur Ruhe käme. Die Farben des Sets trugen ja ihren Teil dazu bei, dass die Farbigkeit der Kostüme noch stärker hervortrat. Nachdem ich mir aber Douglas Sirks Filme noch mal angesehen hatte, wurde mir klar, dass die Künstlichkeit, auf die wir ja hinauswollten, diese außergewöhnlichen Kostüme direkt forderte. Sie geben den Charakteren Glaubwürdigkeit und schaffen zugleich eine gewisse Distanz. Wie bei TROPFEN AUF HEISSE STEINE, wo ebenfalls die Kostüme bereits Bestandteil des Dramas waren, wollte François solche Eindrücke verstärken. Deshalb könnte man bei 8 FRAUEN behaupten, dass es einen blauen Charakter, einen rosa Charakter, einen grünen Charakter etc. gibt ... eben so, wie die Papageien, die man anfangs im Salon sieht. Wie auch immer: wir hatten acht Stars und nichts sollte von ihnen ablenken.
Inspiration: Dior
Die fünfziger Jahre waren ein gutes Jahrzehnt für die Mode. Mit dem sogenannten Neuen Look revolutionierte Christian Dior 1947 die Modewelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag den Frauen daran, ihre Weiblichkeit stärker zu betonen, und genau das hat Dior verstanden. Einerseits hat er sich auf Schnitte aus den ersten Jahren des Jahrhunderts bezogen, andererseits auch das leichte, figurbetonende Korsett, das während des Kriegs undenkbar gewesen wäre, wieder entdeckt. In einer Vogue-Ausgabe von 1949 habe ich Photos von Robert Doisneau gefunden, in denen er solche Korsetts aufgenommen hatte und daher trauten wir uns auch, einige unserer Schauspielerinnen in diese Korsetts zu stecken.
Die französische Mode war für unsere Entwürfe zwar die Grundlage, aber die wesentliche Anstöße kamen schließlich doch über Hollywood zu uns zurück: Diors Präsentation des Jahres 1947 fand in New York statt und sorgte wirklich für Aufsehen. Es war unglaublich, wie sehr das amerikanische Kino auf die Entwürfen dieses französischen Modeschöpfers angesprungen ist! Im französischen Kino wurden diese Anregungen erst einige Jahre später aufgenommen.
Direkte Verweise
Einige Figuren haben direkte Vorbilder im amerikanischen Film: für Catherine Deneuves Charakter spielten die Melodramen von Lana Turner eine große Rollen; bei Firmine Richard orientierten wir uns an der Haushälterin aus Douglas Sirks IMITATION OF LIFE, und für Danielle Darrieux war die Schwiegermutter in David Lowell Richs MADAME X wichtig. Die Rolle von Fanny Ardant (sie trägt sogar die gleichen Ohrringe) ist an Ava Gardner in DIE BARFÜSSIGE GRÄFIN von Joseph Mankiewicz angelehnt, und wer vielleicht darüber hinaus an Cyd Charisse in Minellis VORHANG AUF! denkt, liegt auch nicht verkehrt. Isabelle Hupperts Charakter wiederum verdankt viel den meist rothaarigen Hausmädchen aus verschiedenen amerikanischen Filmen der fünfziger Jahre.
Das Einkleiden der Stars
Jede Schauspielerin hat meine Entwürfe vorher gesehen. Wir haben sie gemeinsam besprochen, und dann erst haben die Schneiderinnen angefangen.
Catherine Deneuve waren die Kostüme sehr wichtig, und sie hat sich viel Zeit genommen. Ich war sehr beeindruckt von ihrem Blick auch auf die kleinsten Details. Immerhin ist sie ja auch Yves Saint-Laurents Orakel! Gerade hat er seine neue Kollektion vorgestellt, sehr im Stil der fünfziger Jahre – man kann sich also vorstellen, wie kritisch (und fordernd) Catherine Deneuve von daher war.
Fanny Ardant spielt eine Person, die aus jeder Situation einen Auftritt macht. Sie ist jemand, genau wie die von Ava Gardner gespielte Gräfin bei Mankiewicz, die früher als Tänzerin durch die Cabarets getingelt ist. Sie ist gewissermaßen ein Eindringling in die Welt dieses Hauses und ist nach ihren eigenen Maßstäben sehr zurückhaltend gekleidet. Allerdings erscheint sie mit dem Schal, der ihr Haar verbirgt, tatsächlich wie ein Star und zieht um so mehr alle Aufmerksamkeit auf sich. Wenn sie dann ihren Mantel ablegt, trägt sie ein sehr gewagtes, hautnah sitzendes, schwarzrotes Kleid. François wollte, dass ich ihr Kostüm so eng nähe, dass sie schließlich keine Unterwäsche darunter anziehen konnte.
Virginie Ledoyen, die die Suzon spielt, trägt einen Pfefferhut von Dior zusammen mit einem rosa Kleid à la Barbie (das war François’ Wunsch), wodurch sie ein bisschen wie eine junge englische Studentin wirkt.
Emmanuelle Béart trägt sicherlich ein, nun ja, unwahrscheinliches Dienstmädchenkostüm. Sie wirkt sehr sexy mit ihren Stiefeletten, womit wir in der Tat offen auf die Erotik in Buñuels TAGEBUCH EINER KAMMERZOFE anspielen wollten. Ihr Dekolleté würde bestenfalls der Dame des Hauses zustehen. Viele Zeichen verraten untrüglich, dass sie die Mätresse des Hausherren ist. Emmanuelle Béart hatte großen Spaß, unsere Exzesse in diese Richtung noch zu forcieren und schlug von sich aus vor, höhere Stiefel zu tragen.
Augustine
Die größte Herausforderung aber war es, Isabelle Huppert in eine strenge alte Jungfer zu verwandeln. Die Mittel, derer wir uns bei dieser Verwandlung bedienten, waren in erster Linie Schnitt und Farbe. Das Enge ihrer Kleidung sollte auch die Engstirnigkeit ihres Charakters andeuten. Außerdem wählten wir für sie Grün, das in dem Ruf steht, die Farbe des Unglücks zu sein, und der spezielle Ton innerhalb des Grünspektrums, den wir für sie ausgesucht haben, steht nun wirklich nicht für sicheren Geschmack!
Wir wollten ihr damit auch etwas Sadistisches geben. Isabelle Huppert mochte dieses Kostüm sehr, weil sie damit gleichsam in den Charakter hineinschlüpfen konnte. Später, nach ihrer Metamorphose, steckten wir sie in ein enganliegendes Kleid wie in
GILDA. Man muss in ihr dann wirklich die Rivalin all der anderen Frauen sehen können. Umso besser, dass das Kleid früher einmal Gaby, ihrer Schwester gehörte. Das macht ihre besitzergreifenden Ambitionen noch deutlicher. Was aber so unglaublich ist, ist die Tatsache, dass das altjüngferliche Kleid eigentlich viel besser zu Augustine zu passen scheint, was wiederum den Eindruck unterstreicht, dass niemand der Hausherrin etwas streitig machen kann. Diese wundert sich nur, warum jeder ihre Sachen stehlen will.
Filmographie Pascaline Chavanne:
Filmtitel Regie
1998 Julie est amoureuse Vincent Dietschy
Les amants criminels François Ozon
1999 Plus qu’ hier et moins que Demain Laurent Achard
2000 Gouttes d’ eau sur pierres brúlantes François Ozon
(Tropfen auf heiße Steine)
Paris – Deauville Isabelle Broué
2001 Sous le sable François Ozon
(Unter dem Sand)
Rue bleue Chad Chenouga
Un jeu d’ enfants Laurent Tuel
2002 8 FEMMES François Ozon
(8 FRAUEN)
DIE MUSIK
Die Musik wurde von Krishna Levy komponiert und arrangiert. Musikalische Ausführung durch das Bulgarische Symphonieorchester. Die musikalische Leitung bei den Songs hatte Mick Lanaro inne.
Orchesterchef war Bruno Fontaine.
Der Soundtrack wurde produziert von Olivier Delbosc und Marc Missionier.
Papa t’ es plus dans le coup
Gesungen von Ludivine Sagnier
Text von Jan & Jacques Plait
Musik von Jil
Pour ne pas vivre seule
Gesungen von Firmine Richard
Nach einem Text von Daniel Faure
Musik von Gene Kelly
Message personnel
Gesungen von Isabelle Huppert
Nach einem Text von Françoise Hardy
Musik von Michel Berger
Pile ou face
Gesungen von Emmanuelle Béart
Text von Franck Ivy
Musik von Jean-Louis d’ Onorio
A quoi sert de vivre libre
Gesungen von Fanny Ardant
Nach dem Stück Can’ t Give You Anything
Text und Musik von Luigi – Hugo – Weiss
Toi jamais
Gesungen von Catherine Deneuve
Text und Musik von Michel Mallory
Mon amour, mon ami
Gesungen von Virginie Ledoyen
Text und Musik von A. Popp und E. Bacri
Il n’ y a pas d’ amour heureux
Gesungen von Danielle Darrieux
Nach einem Gedicht von Louis Aragon
Musik von Georges Brassens
Der Soundtrack erscheint bei WEA Records.
Weihnachten auf dem Lande. Die Vorbereitungen für das Heilige Fest sind in vollem Gange. Plötzlich stirbt der Gastgeber - und keines natürlichen Todes! Als Täter kommen nur die Anwesenden in Frage: Eine treusorgende Familie von 8 Frauen, von denen jede mindestens einen guten Grund hat, den Hausherren zu beseitigen....
Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Ludivine Sagnier, Fanny Ardant, Virginie
Ledoyen, Firmine Richard, Emanuelle Béart und Danielle Derrieux - eine mörderisch hochkarätige Besetzungsliste hat Regisseur Francois Ozon für seine Krimikomödie „8 Frauen“ zusammengestellt. Und diese brillieren nicht nur als Schauspielerinnen, auch als Sängerinnen beweisen sie sich - jede auf ihre Art, jede auf ihre Rolle zugeschnitten. Der Soundtrack zum Film, Original Soundtrack „8 Frauen“, führt sie alle auf - und enthält damit Lieder von acht der faszinierendsten französischen Schauspielerinnen der Gegenwart.
So präsentiert die jungfröhliche Ludivine Sagnier in der Rolle der jüngsten Tochter Catherine einen spritzigen Rock’n’Roll Francais mit dem Titel „Papa t’es plus dans l’coup“, Isabelle Huppert übermittelt in der Rolle der verbitterten alten Jungfer und Tante Augustine eine romantische, pianobegleitete „Message Personnel“ und die wunderschöne Fanny
Ardant, als die umstrittene Pierette, von den einen als ehemalige Nackttänzerin, von den anderen als unbeflecktes Unschuldslamm bezeichnet, haucht ein laszives „A quoi sert de vivre libre“ in das Mikrophon.
Dreh- und Angelpunkt der Familie ist Gaby, Catherine Deneuve, die das hispanoide und schnippisch distanzierte „Toi jamais“ zum Besten gibt. Sie liebt die schönen Dinge im Leben - zu denen ihr Gatte nur bedingt gehörte. Um so mehr ihre älteste Tochter
Suzon, gespielt von Virginie Ledoyen, die mit „Mon amour mon ami“ die Liebe besingt. Sehr zur Freude von Großmutter
Mamie, Danielle Darrieux, die zumindest behauptet, dass die Famile ihr alles bedeutet.
Firmine Richard spielt die Nanny, als Kindermädchen ganz ein Teil der Familie, die mit „Pour ne pas vivre seul“ ein bißchen vom Leben erzählt und Emanuelle Béart übernahm die Rolle der Haushälterin. Blondes Gift oder Dynamit? - der Song „Pile ou face“ wird es nicht wirklich klären.
Weiterhin befinden 13 Melodien aus dem atmosphärischen Score des Films auf dem Soundtrack, komponiert von Krishna Levy, der seine Fähigkeiten bereits in den Dienst von Comment Je Me Suis Disputé (F, 1996) und Couleurs Du
Temps: Les Visiteurs (F, 1998) stellte.
Die Geschichte des Films beruht auf einem Theaterstück des englischen Autors Robert Thomas. Schon Alfred Hitchcock wollte sich des Stoffes annehmen, doch kam er nicht mehr dazu. Grund genug für Francois Ozon, der seine Filmerkarriere im Jahre 1992 mit einigen Kurzfilmen begann und 1998 seinen ersten Kinofilm Sitcom drehte, den Stoff einer eingehenden Bearbeitung zu unterziehen, die die Komödie mit der spannungsgeladenen Frage „Wer war es?“ verbindet. Ein wahrer Klassiker dazu, und dazu gehört ebenfalls, dass der Film in den späten 50ern des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist. Denn „keine Zeit eignet sich so hervorragend dazu, Glanz und Glamour von acht Schönheiten so deutlich herauszustellen,“ so Ozon.
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Drama
Produzenten:
Olivier Delbosc und Marc Missonnier
Regie und Drehbuch:
François Ozon
Nach einem Theaterstück von Robert Thomas
Filmlänge: 108 Minuten
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