Das 1. Evangelium Matthäus

Inhalt
Ein Mann mit Überzeugung, ein Revolutionär, ein Mensch, der liebt, für seine Ziele kämpft und schließlich auch dafür stirbt. Das ist Christus in der sensationellen Verfilmung des Matthäus-Evangeliums von Pier Paolo Pasolini, die alle vorherigen Bibelverfilmungen in den Schatten stellt. Die kraftvolle und spannende Geschichte eines besonderen Lebens spielt in der wunderbaren, kargen Landschaft Kalabriens. Von der Geburt Christi bis zur Vollstreckung seines Todesurteils, vom Massaker an Unschuldigen bis zur Flucht nach Ägypten. Ob er Wunder vollbringt oder Ignoranz bekämpft – dieser Film setzte ganz neue Maßstäbe. Eine Offenbarung der Filmgeschichte!

Auszeichnungen
Venedig 1964 – Preis der OCK
Venedig 1964 – Sonderpreis der Jury


Technische Daten VHS
Ton & Bild Mono, 1:1,77; S/W

Pasolini - Ein schonungsloser Provokateur
Pier Paolo Pasolini wurde am 5. März 1922 in Bologna als Sohn eines faschistischen Offiziers geboren. Während des Krieges kam er erstmals mit dem Marxismus in Berührung, der die ideologische Basis seiner kreativen Arbeit werden sollte. 1943 -1949 arbeitete er als Lehrer, später als freier Schriftsteller. In den 50er Jahren begann Pasolini für den Film zu arbeiten, zunächst als Drehbuchautor, unter anderem für Federico Fellini und Bernardo Bertolucci. Zahlreiche eigene Filme machten ihn berühmt, wurden aber auch kontrovers diskutiert. Pasolini wurde am 1. November 1975 in Ostia ermordet.
Seine erste Regiearbeit, ACCATONE - WER NIE SEIN BROT MIT TRÄNEN Aß (1961), war wie der sehr erfolgreiche zweite Film MAMMA ROMA (1962) noch stark vom Neorealismus beeinflußt. 1964 drehte der Atheist Pasolini mit Laiendarstellern, darunter seiner Mutter in der Rolle der Maria, DAS ERSTE EVANGELIUM - MATTHÄUS, in dem er das Leben Jesu vor allem in seiner sozialen Bedeutung nüchtern und sachlich darstellte. Auf KLEINE VÖGEL - GROSSE VÖGEL (1966) folgten EDIPO RE - BETT DER GEWALT (1967), TEOREMA - GEOMETRIE DER LIEBE (1968), DER SCHWEINESTALL (1969) und MEDEA (1969) mit Maria Callas in der Hauptrolle. DECAMERONE leitete 1971 eine Trilogie von Verfilmungen erotischer Klassiker ein (CANTERBURY TALES, 1972; EROTISCHE GESCHICHTEN AUS 1001 NACHT, 1974). Den Vorwurf der Kritik, diese Filme trotz erkennbarer sozialkritischer Ansätze auf den Kassenerfolg hin produziert zu haben, 
beantwortete Pasolini 1975 mit seinem radikalsten und provozierendsten Film, 120 TAGE VON SODOM, in dem er durch schonungslose und bis ins letzte Detail konsequente Darstellung sadistischer Gewalt und sexueller Exzesse mit faschistischen Ideologien abrechnete. Dieser Film fiel in den meisten Ländern der Zensur zum Opfer.

Klassiker

129 Min

Italien 1964


Crew
Regie Pier Paolo Pasolini
Drehbuch Pier Paolo Pasolini
Kamera Tonino Delli Colli
Produzent Alfredo Bini

Darsteller
Enrique Irazoqui
Susanna Pasolini
Mario Socrate
Alessandro Clerici

 

© 2001 Dieter Herchenbach