Zwischen allen Fronten

Tipp für Schwule

Sélim, ein junger Algerier, ist homosexuell. In seinem strenggläubigen Elternhaus versteht ihn niemand. Deshalb meldet er sich als Freiwilliger zu den französischen Blauhelmen nach Bosnien. Aber auch dort wird er, wegen seines Glaubens und seiner Homosexualität, ausgegrenzt.

Der 19-jährige Algerier Sélim wohnt bei seinen Eltern in einem Vorort von Marseille. Seine strenggläubige und konservative Familie kann nicht akzeptieren, dass er homosexuell ist. Die Brüder und der Vater verstoßen ihn, nur bei der Mutter, deren Lieblingssohn er ist, findet er Halt. Um aus dem intoleranten Milieu zu entfliehen, tritt er seinen Militärdienst in Paris an und meldet sich als Freiwilliger zu den Blauhelmen nach Bihac in Bosnien-Herzegowina. Aber auch beim Militär stößt er auf Ablehnung. Wegen seines Glaubens ist der junge Algerier ein Außenseiter. Als zudem bekannt wird, dass er homosexuell ist, wird Sélim von allen Kameraden ausgestoßen. Nach der Blauhelm-Mission kehrt er wieder nach Marseille zurück und nimmt an der Hochzeit seiner Schwester Yasmina teil. Seine Eltern können sich noch immer nicht mit Sélims Art zu leben abfinden.

Regisseur Philippe Faucon, geboren in Marokko, war Regieassistent bei Léos Carax und anderen Regisseuren. Erstmals machte er mit seinem Werk "L'amour" (1989) auf sich aufmerksam, für das er den Publikumspreis des Festivals Belfort, den "Prix Perspective du Cinéma Français" und den Preis der "Fondation Gan pour le cinéma français" in Cannes erhielt. 1991 drehte er für ARTE France den Film "Sabine" (ARTE, 03. 04. 1995). Die Adaption der Lebensgeschichte der Aidskranken Agnès L'Herbier wurde als einziger französischer Film für die "Settimana della Critica" des Filmfestivals Venedig ausgewählt. 1994 folgte "Muriel treibt ihre Eltern zur Verzweiflung" (ARTE, 29. 02. 2000), 1996 "Mes 17 ans", dann die Milieustudie "Samia" und die ARTE-Koproduktion "Grégoire peut mieux faire". 

Der Film enthält viele spannungsgeladene Themen: Homosexualität, Rassismus, Intoleranz, Generationskonflikte, Brutalität und Krieg. In gekonnter Art und Weise verknüpft Philippe Faucon diese so unterschiedlichen Aspekte zu einem stimmigen Ganzen miteinander. Auf der Grundlage von Augenzeugenberichten beschreibt der Regisseur die Routine sowie Ängste und Konflikte im militärischen Mikrokosmos.

Drama
F 1999 Länge: 75 Min. 

Buch: Philippe Faucon 
Original Titel: Les étrangers 
Regie: Philippe Faucon 

Darsteller: 
Karim Ben Sadia (Sélim), Yamina Amri (Mutter), Lakdar Smadi (Vater), Assia Madi (Yasmina), Mohamed Chaouch (Bruder), Ernaux (Steve Arnt)

 

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