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EIN FILM VON LUKAS MOODYSSON, DEM REGISSEUR VON RAUS AUS ÅMÅL
1975. Elisabeth hat genug von ihrem Mann. Sie packt ihre Koffer, nimmt die
Kinder und zieht zu ihrem Bruder Göran. Elisabeth ist eine ganz normale
Hausfrau. Göran ist allerdings nicht ganz so durchschnittlich. Er lebt in
einer Kommune zusammen mit Langhaarigen, wo man über Politik diskutiert,
freien Sex praktiziert, Gemüse anpflanzt und eine Menge Rotwein trinkt. In
das Chaos dieses Haushalts begibt sich Elisabeth mit ihren Kindern. Der
Aufeinanderprall der zwei verschiedenen Welten löst eine Ereigniskette aus,
die alle verändern wird.
!Zusammen! ist ein Film über Leute, die versuchen, zusammenzuleben.
Manchmal gelingt das ganz gut, manchmal überhaupt nicht. Hier geht es um
Liebe und Scheidung, um Glück und Unglück der Familie, um Kinder und
Erwachsene, um Freundschaft, Sex und Fußball.
Lukas Moodysson
Lukas Moodysson wurde 1969 geboren. Als er 17 war, veröffentlichte er eine
Gedicht-sammlung, der Bücher über Poesie und ein Roman folgten. "Raus aus
Åmål" war Lukas Moodyssons erster Spielfilm. Er war ein großer Erfolg bei
Publikum und Kritik und wurde
in vielen Ländern verliehen. "Raus aus Åmål" wurde von der Europäischen
Film Akademie
als bester europäischer Film nominiert. Lukas Moodysson war Co-Autor der
beliebten schwedischen TV-Serie
"The New Country". !Zusammen! ist Lukas Moodyssons zweiter Spielfilm.
Filmography
1995 Showdown in the Underworld (kurz)
1997 Talk (kurz)
1998 Raus aus Åmål
2000 The New Country (Co-Autor)
2000 !Zusammen!
Ingmar Bergman über "Raus aus Åmål": "Das erste Meisterwerk eines jungen
Meisters"
Produziert von Memfis Film AB in Co-Produktion mit Zentropa Entertainments,
Film i Väst, SVT Drama Göteborg, Keyfilms Roma, Nordic Film- und TV-fund.
Unterstützt vom Swedish Film Institute/Mats Arehn, Danish Film Instititute/
Mikael Olsen in Zusammenarbeit mit TV1000.
DIE SCHAUSPIELER ÜBER IHRE ROLLEN
Lisa Lindgren über Elisabeth
Elisabeth ist eine Hausfrau, die mit ihrer Familie, Rolf, Eva und Stefan
in Hägersten (einem Vorort von Stockholm) wohnt. Sie liebt ihren Mann, aber
sie hat auch das Bedürfnis zu arbeiten, sich zu entwickeln und Neues zu
erleben... Sie wird sich ihre Wünsche erfüllen.
Michael Nyqvist über Rolf
Rolf bleibt allein zurück, als seine Frau und die Kinder in die Kommune
ziehen. Er weiß nicht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll und fängt an
zu trinken. Dann trifft er Birger, der die Einsamkeit auch kennt. Der hilft
ihm zu handeln.
Gustaf Hammarsten über Göran
Göran ist ein übertrieben optimistischer, konfliktscheuer Pazifist. Sein
Vorbild ist Gandhi. Er denkt nur Gutes - über jeden. Er würde eher allerlei
Leiden auf sich nehmen als seine Meinung zu sagen. Er versucht, für jeden
da zu sein. Also sitzt er häufig zwischen allen Stühlen. Er versucht, für
alles einen Kompromiss zu finden.
Anja Lundqvist über Lena
Lena ist mit Göran zusammen. Sie versuchen eine offene Beziehung zu leben.
Lena ist sehr emotional. Sie denkt nicht, bevor sie handelt. Lena ist nur
zufällig ein Hippie, genauso wie sie zufällig mit Göran befreundet ist und
zufällig in der Kommune lebt.
Jessica Liedberg über Anna
Anna hat einen Sohn: Tet. Sie war mit Lasse zusammen. Sie haben sich erst
vor kurzem getrennt. Alle drei leben in der Kommune. Sie sucht Liebe. Wer
nicht? Sie probiert verschiedene Möglichkeiten aus...
Ola Norell über Lasse
Lasse ist der Zyniker der Kommune, ein Medizinstudent ohne politische
Meinung. Das Wichtigste ist ihm sein Sohn Tet (so genannt nach der Tet
Offensive von 1968). Seine Beziehung mit Anna, der Mutter Tets, ist
zerbrochen. Der einzige Kommunarde, zu dem er
eine Beziehung hat, ist Klas.
Shanti Roney über Klas
Klas liebt Sex und Wein.
Sam Kessel über Stefan
Stefan ist 10 und er lebt zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester
in der Kommune. Die coolen Kids in der Schule schüchtern ihn ein bisschen
ein. Er hat ein geringes Selbstbewusstsein.
Emma Samuelsson über Eva
Eva Olsson ist 13. Sie ist ruhig und einsam. In der Schule wird sie
terrorisiert. Dies ist eine traurige Zeit für sie, weil ihre Eltern sich
gerade getrennt haben.
Olle Sarri über Erik
Politisch engagiert. Kommunist. Hasst die ganze bürgerliche Scheiße.
Frustriert, weil es keinen interessiert. Wobei diese Spießer eigentlich
ganz nett sind.
Cecilia Frode über Signe
Ich spiele Signe. Signe hält an ihren Überzeugungen fest. Sie hat etwas
Angst und ist deshalb ein bißchen verschlossen, aber voller guter Vorsätze.
Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Sigvard und ihrem Kind in der Kommune.
Signe hat genaue Vorstellungen davon, wie die Dinge sein sollten...
Lars Frode über Sigvard
Sigvard ist der totale Idealist, der seine Ideale um keinen Preis verraten
würde.
Henrik Lundström über Fredrik
Fredrik ist 14. Er lebt in dem Haus, das gegenüber der Kommune liegt. Er
hat strenge Eltern, die die Nachbarn überhaupt nicht mögen. Fredrik hat
keine Freunde. Er trägt eine dicke Brille. Er trifft Eva, die in der
Kommune lebt. Sie trauen sich sogar miteinander zu sprechen, weil sie beide
so dicke Brillengläser haben.
Claes Hartelius über Ragnar
Ragnar ist ein ziemlich durchschnittlicher Typ. Er lebt mit seiner Frau
Margit in dem Haus gegenüber der Kommune. Die Kommune stört sie sehr.
Therese Brunnander über Margit
Margit ist die ewig strickende Nachbarin in braun und beige. Sie ist
Fredriks Mutter und Ragnars Frau. Die neuen Hippie-Nachbarn versetzen sie
in Angst und Schrecken. Aber hinter ihrer Angst lauert auch eine
Faszination. Vor allem der Kontakt ihres Sohnes zu der Kommune macht ihr
Sorgen. Auf unerwartete Weise hilft ihr Sohn ihr, die Augen zu öffnen und
aus ihrem braun und beige auszubrechen.
Axel Zuber über Tet
Ich bin 8 Jahre alt und ich spiele Tet.
Sten Ljunggren über Birger
Besser gemeinsam Haferbrei essen als alleine Koteletts!
EIN GESPRÄCH MIT LUKAS MOODYSSON
War der Erstling ein Zufallstreffer? Der zweite Film nach einem
erfolgreichen Debüt gilt als Prüfstein für das Talent eines Filmemachers.
Mit "Zusammen" zeigt Lukas Moodysson, dass "Raus aus Åmål" mehr war als ein
einmaliges Kinoereignis. Moodysson scheint auch nicht unter einer kreativen
Blockade zu leiden: Er hat nur ein Jahr gebraucht, um "Zusammen"
fertigzustellen. Sein neuer Film über die Beziehungen in einer Kommune der
70er Jahre unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von "Raus aus Åmål".
Man kann die einzelnen Charaktere nicht für sich alleine betrachten, weil
der Film die Gruppe als Ganzes porträtiert. Auch der Zeitgeist spielt eine
wichtige Rolle. Die Zuschauer werden hier die Wohl-Fühl-Stimmung des ersten
Films ebenso wiedererkennen wie die etwas rauhe Fotografie und das einfache
Licht.
Lukas Moodysson kommt zum Interview ins Hotelzimmer, eingehüllt in einen
grünen Anorak. Er hat gerade seine Kinder in den Kindergarten gebracht.
Dies ist ein grauer, verregneter Tag in Malmö. Moodysson hatte erst kurz
vor unserem Treffen den Film fertiggestellt. Die Idee, einen Film über die
70er Jahre zu machen, kam ihm nachdem er die Ausstellung "Das Herz schlägt
links" gesehen hatte, eine Retrospektive schwedischer Politkunst zwischen
1964 bis 1974, die 1998 im Gothenburg Art Centre gezeigt wurde.
- Dies ist eine der besten Ausstellungen, die ich je gesehen habe. Ich
finde moderne Kunst oft ziemlich uninteressant. Doch diese Schau hat Spaß
gemacht, weil sie engagiert und persönlich war.
Moodysson war entschlossen, auf die angesagte Ironisierung der 70er zu
verzichten. Er wollte die linke Bewegung der 70er erforschen und Pro und
Kontra abwägen. Positiv bewertet Moodysson das Programm privater und
öffentlicher Rebellion und die Konzepte von Solidarität und Gemeinsamkeit.
Zu den negativen Seiten gehört für ihn das Theoretisieren und der
Fundamentalismus.
- Zu viel theoretisieren zerbricht dich am Ende. Freie Liebe, das klingt
großartig, aber wenn
es die Leute verletzt, dann ist es wohl doch nicht so gut. Religiöser und
politischer Fundamen-
talismus zielen auf den Ausschluß der Anderen ab und sind deshalb nicht
revolutionär.
In Moodyssons Film sorgen die undogmatischen Leute für das Funktionieren
der Kommune und öffnen sie für die politisch weniger bewußten, "normalen"
Leute. Trotzdem fühlt sich Moodysson Erik, dem Fundamentalisten in der
Kommune, am nächsten.
- Trotz seiner Naivität und obwohl er sich Baader-Meinhof anschließen will,
fühle ich mit Erik mit. Sein Unwille und seine Rebellion stammen von mir.
Wir sprechen über die Sprache in seinen Filmen. Moodyssons Dialoge
reflektieren die gesprochene Sprache wirklicher Menschen.
- Dialoge interessieren mich. Ich investiere eine Menge Arbeit da hinein.
Ich lese sie mir laut vor, um sicher zu sein, dass sie glaubwürdig klingen
und den richtigen Rhythmus haben.
Lukas Moodysson wählt seine Worte mit Sorgfalt. Häufig beginnt er einen
Satz und fängt nach der Hälfte noch einmal von vorne an, um ihn neu und
genauer zu formulieren.
- Es kommt darauf an, so zu schreiben wie man spricht. Man kann einem
Charakter nur nahe kommen, wenn man ihn in sich selbst sucht.
Moodysson legt Wert auf Plot, Dialoge und Charaktere - nicht auf eine
raffinierte Filmsprache oder technische Bravour. Er ist Autor, nicht
Techniker. Er erzählt seine Geschichte in Bildern. Er führt dabei selbst
Regie, um sicher zu gehen, dass sie richtig erzählt wird.
- Schreiben ist für mich das Wesentliche. Ich bin nicht so sicher, wie gut
meine Texte sind: Selbstkritik fällt mir leicht. Filmen ist eine andere
Sache. Ich empfinde es als Privileg, die Vorteile beider Arbeitsweisen
genießen zu dürfen: Die selbstbezogene Einsamkeit und das chaotische
Kollektiv. Das Schwierigste für einen Autor ist der Anfang mit dem leeren
Blatt. Für den Regisseur ist das größte Problem, die richtigen Schauspieler
zu finden. Die richtigen Leute werden das Richtige tun.
Visuell wirken Moodyssons Filme fast wie Dokumentationen, während der
Aufbau der Geschichten amerikanischen Spielfimen nahe kommt.
- Ich kombiniere gerne die amerikanische Leichtigkeit mit europäischer
Schwere, sagt er, und fügt hinzu, dass er an die alte Hollywood-Vorstellung
glaubt, wonach die Helden eine Vorbildfunktion zu erfüllen haben.
- Allerdings vertrete ich nicht die gleichen Moralvorstellungen. Mein Bild
von einem Helden ist etwas anders.
- Man kann von der Kunst etwas lernen. Persönlich interessiere ich mich für
die Art von Kunst, die nicht nur Fragen stellt, sondern auch versucht,
Antworten zu geben. Moderne Kunst, und da schließe ich Popmusik und Film
mit ein, stellt Fragen. Da gibt es nicht die geringste Andeutung einer
Antwort. Mit den Mitteln der Kunst Hoffnungen wach zu rufen, gilt heute als
banal- je dunkler desto besser.
- Ich will Märchenenden ohne den letzten Satz, in dem es heißt "und wenn
sie nicht gestorben sind, dann...". Dieses Anhängsel ruiniert ein
ordentliches Ende. Ich will ein großes Finale, ohne dass es von diesem "So
ist es und wird immer so bleiben" festgenagelt wird. Ich will Raum für
Entwicklungen lassen.
Lukas Moodysson will Filme für ein breites Publikum machen.
- Ich kann mir aber vorstellen, dass ich davon genug haben könnte, und dass
ich dann kleinere Filme machen will. Manchmal kann dir die Filmwelt
ziemlich auf die Nerven gehen. Wenn das passiert, dann träume ich davon
etwas zu machen, was niemand gefällt.
ÜBER LUKAS MOODYSSON
Geboren: 1969 in Südschweden
Familie: Verheiratet, zwei Söhne, 2 und 5
Wohnort: Malmö
Musik: Eminems letzte, Neil Young: Zuma, Bob Dylan: Live 1966
Filme: Abbas Karostamis Filme und Harmony Korines "Gummo".
"Solche Filme drehe ich nicht. Allerdings würde ich auch manchmal gerne
einen unglaublich langsamen Film oder etwas Chaotisches oder
Fragmentarisches machen."
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Komödie
Schweden, 2000,
106 Minuten, 35 mm,
Farbe, Dolby SR/SRD
Buch und Regie Lukas Moodysson
Produzent Lars Jönsson
Kamera Ulf Brantås
Art Direktor Carl Johan de Geer
Kostüme Mette Möller
Make-up Linda Boije af Gennäs,
Jessica Cederholm
Schnitt Michal Leszczylowski,
Fredrik Abrahamsen
Ton Niclas Merits, Anders Billing
und Ljudligan
Tonmontage Morten Holm
Co-Produzent Peter Aalbaek Jensen
Line Producer Malte Forssell
Associate Producer Kermit Smith
Associate Producer Anna Anthony,
Kermit Smith
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