Wenn Männer fallen

Ein alternder Gauner tötet einen jungen Polizisten und wird von dessen Freund und Liebhaber verfolgt und gestellt. Der naive Johnny, Lehrling und Kuschelfreund des ersten, läuft nach dessen Tod zum zweiten über. Brillant konstruierter Thriller um Männerfreundschaft im Kleingangster-Milieu.
Marx, ein alternder kleiner Gauner, befördert den Polizisten Micky mit einer Kugel ins Koma, aus dem er nicht mehr aufwacht. Micky hatte sich von seinem älteren Liebhaber Simon aushalten lassen, einem dem Alkohol verfallenen Staubsaugervertreter und Amateur-Detektiv. Simon schwört Rache, läßt Frau, Beruf und sein ganzes ödes Leben hinter sich und jagt und stellt Marx. Der arbeitet mittlerweile nicht mehr allein. Der notorische Einzelgänger, typischer "negativer" Held des film noir, hat ein überraschendes Bündnis mit Johnny geschlossen, einem naiven jungen Mann, der ihm sozusagen zugelaufen ist und der sein "Lehrling" wird. Aus dieser Grundkonstruktion entwickelt der Film eine bizarre und faszinierende Dreiecks-Konstellation, die, direkter und enthüllender als üblich, die homoerotischen Untertöne intensiver Männerfreundschaft erforscht. Ein authentisches Beispiel der französischen Variante des Gangsterfilms: "handfest, in einer Atmosphäre schwarzen Humors, mit präzisem Timing und kunstvoll verknüpften Erzählsträngen." (Katalog Filmfest München 1995)

 

© 2000 Dieter Herchenbach