Weil ich ein Mädchen bin - But I'm A Cheerleader

 

Klasse Komödie um ein lesbisches Mädchen. Na ja, eigentlich ist sie noch keine Lesbe... noch...

Megans Eltern wollen nur das Beste. Deshalb muss die bekennende Vegetarierin und die augenfällige Hinwendung des Töchterchens zum eigenen Geschlecht schnellstens therapiert werden. Und das, obwohl sie sich seit Jahren vom begehrtesten Jungen der Schule abknutschen lässt und selbst als Cheerleaderin und Spitzenschülerin der perfekte Teenager zu sein scheint.
In einem Reha-Camp (mit Super Transvestit RuPaul als Ex-Schwuler Trainer, vertrockneter Schreckschraube als Gründerin und knackigem schwulen Sohn als Gärtner...) muss das völlig überraschte Mädchen mit anderen Jugendlichen eine Umerziehungstherapie ertragen, an deren Ende das heterosexuelle Paradies winkt.
Doch alles kommt anders...

Denn Megan verliebt sich in eine Leidensgenossin. Gemeinsam mit ein paar Anderen besuchen sie heimlich den "Cocksucker", eine schwul-lesbische Bar. Dort könnten sie ihre Bedürfnisse ausleben, hätte die Gehirnwäsche nicht schon langsam Wirkung gezeigt.

Zu den Methoden der Umerzieher: Ein 5-Stufen-Plan, an dessen Spitze das Eingeständnis der eigenen Homosexualität steht, dann die Suche nach den Ursachen ("Meine Mutter hat in Hosen geheiratet...") usw. Angelehnt an diverse Selbsthilfegruppen a la Anonyme Alkoholiker werden hier die offensichtlich schwachsinnigen Versuche der Umpolung karikiert.

Der ganze Film spielt mit den gängigen Klischees. Er nimmt sie aufs Korn (Butch-Lesbe, Tucke), prangert sie an, schwimmt sich jedoch nie frei davon. Man muss akzeptieren, dass der Streifen eine Ansammlung eben dieser Vorurteile ist, die er der Lächerlichkeit preisgibt.  

Das Spiel mit den Bonbonfarben ist ebenfalls auffällig. Nicht nur dass die Jungs von der Untergrund-Gay-Pride-Organisation in ihrem Hauptquartier *alles* mit Regenbogen habe, nein auch im Haus des "rechten Weges" hat jedes Zimmer eine vorherrschende Farbe; und alle zusammengenommen ergeben wieder den Regenbogen ;-)

Eine groteske Situation jagt die nächste; zur Freude des schenkelklopfenden Publikums. Doch wollen wir nicht vergessen, dass es in den USA tatsächlich über 100 solcher "Institutionen" gibt, die meinen, den Homos ein lebenswerteres Dasein bescheren zu können; um es mit einem Cheerleader-Spruch zu sagen: "1,2,3,4, Heteros, das werden wir! 5,6,7,8 Gott lässt Homos außer acht!"

Doch letztlich findet die wahre Liebe zueinander... Und das eben auch bei zwei schuffi-schnuckligen Jungs!

Lesben-Anteil 70%; trotzdem auch 'was für Schwule; die Probleme liegen ja ähnlich ;-)

But I'm A Cheerleader (Weil ich ein Mädchen bin). Suuuper Komödie über ein "Umerziehungslager". 

Der Film ist bei pro-fun erschienen

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But I'm A Cheerleader
USA 1999
Komödie 

Regie: Jamie Babbit







 

Megan: Natasha Lyonne
Graham: Clea Du Val
Mary Brown: Cathy Moriarty
Mike: RuPaul Charles
Rock Brown: Eddie Cibrian
Clayton Dunn: Kip Pardue

 

© 2003 Dieter Herchenbach