Warum läuft Herr R. Amok?

Das alltägliche Leben einer durchschnittlichen Familie: Herr R. ist technischer Zeichner, hat Frau und Kind, eine mittlere Wohnung in einem kleinen Mietshaus mit Gartenanteil. Den Abend verbringt das Ehepaar vor dem Fernseher, das Wochenende mit Spaziergängen oder im Plausch mit den Schwiegereltern. Die Arbeit zu Hause und im Beruf füllt Herrn R. aus, Hobbies bieten Abwechslung, außerdem liebt er die Ruhe. Die Kollegen sind nett, der Chef ist zufrieden. Aber das Leben hat kleine Schönheitsfehler. Die erhoffte Verbesserung im Beruf läßt auf sich warten, der Sohn hat Schwierigkeiten in der Schule, Herr R. leidet unter Kopfschmerzen und wirkt überhaupt oft etwas geistesabwesend. Nur als ein Schulfreund zu Besuch kommt, lebt er auf. Gemeinsam singen sie die Kirchenlieder, mit denen sie als Kinder traktiert wurden. Dann, eines Abends erschlägt Herr R. seine Frau, eine Nachbarin, die gerade zu Besuch ist, und seinen Sohn mit einem schweren Leuchter. Er selbst erhängt sich am nächsten Morgen kurz vor dem Eintreffen der Kriminalpolizei im Betrieb auf der Toilette.

"Fassbinder protokolliert schonungslos den banalen Alltag einer Durchschnittsexistenz und durchleuchtet die fatale Vorgeschichte einer vermeintlichen Kurzschlußhandlung - die Fallstudie eines Außenseiters, der an beängstigen normalen Verhältnissen zugrunde geht." (Lexikon des Internationalen Films)“

Drama, BRD 1969
Regie: Rainer Werner
Fassbinder

Buch: Michael Fengler,
Rainer Werner Fassbinder

Herr R.: Kurt Raab
Schulfreundin: Hanna Schygulla
R.s Sohn: Amadeus Fengler
Frau R.: Lilith Ungerer
Kollege: Harry Baer
Schulfreund: Peer Raben
Nachbarin: Irm Hermann
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© 2000 Dieter Herchenbach