Velvet Goldmine

oder: Der Glitzer-Pop.
Wer erinnert sich nicht noch an die frühen 70er mit all den Glitzer-Stars, die wie von "anderen Planeten" zu kommen schienen? OK, Kiddies, *IHR* kennt das vielleicht nur aus der Retro-Disco... ;-)
Todd Haynes, seines Zeichens schwuler Aktivist im Big Apple zeigt in diesem Film die Geschichte von "Brian Slade" (Jonathan Rhys Meyer) und seiner großen Liebe "Curt Wild" (Ewan McGregor). Man kommt nicht umhin, Parallelen zu David Bowie und Iggy Pop zu erkennen... Aber bleiben wir bei Brian und Curt. In dem opulent ausgestatteten Streifen mit einem Soundtrack, der die Ikonen des Jahrzehnts wiederspiegelt, geht es um Musik, Show, Karriere, Liebe, Sex und Glitter. Brian liebt Curt und der hat aber durchaus auch eine Schwäche für Brian. Überhaupt scheinen die 70er keine Zeit für Schubladendenken gewesen zu sein. Die Frage der sexuellen Orientierung stellte sich nicht. Man vögelte, was man gerade begehrte. Das führt natürlich zu Verwicklungen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere verschwindet der exzentrische Rock-Star Brian Slade unter ungeklärten Umständen. Der Journalist Arthur Stuart greift den Fall zehn Jahre später wieder auf. Er trifft Slades Ehefrau und dessen Muse Mandy in einem Nachtlokal.

Der Journalist Arthur Stuart soll einen Artikel über den Popstar Brian Slade schreiben, der Anfang der siebziger Jahre unter mysteriösen Umständen seine Karriere beendet hatte. Die Recherche wird für Stuart zur Reise in eine vergangene Ära: eine Zeit des sexuellen und politischen Aufbruchs, in der "Camp" nicht nur das Wort für "Zeltlager" war ...

Live fast, die young? Im London der frühen siebziger Jahre wird der Glamrocker Brian Slade auf der Bühne unter den Augen seiner entsetzten Fans erschossen - ein Abgang, der zu dramatisch ist, um wahr zu sein. Tatsächlich handelt es sich bei dem angeblichen Attentat um eine jener Inszenierungen, mit denen Slade zum Liebling der Medien aufgestiegen war: Der Star ist nur untergetaucht. Zehn Jahre später soll der Journalist Arthur Stuart den Fall wieder aufrollen. Die Recherche wird für Stuart zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, denn Slades androgyne Erscheinung, seine exaltierten Auftritte und bittersüßen Songs hatten einmal eine ganze Ära des sexualpolitischen und kulturellen Umbruchs repräsentiert. "All that glitters - is gay": Der junge Reporter kann sich noch gut an die zögernde Entdeckung seiner eigenen Homosexualität erinnern, an die Stunden, die er mit den Platten und Starschnitten seines Idols in einem muffigen Elternhaus verbrachte. Stuart macht sich daran, die Menschen aufzuspüren, die für Slades Karriere wichtig waren, darunter sein erster Manager Cecil und seine Ex-Frau Mandy. Aber erst die Begegnung mit dem Prä-Punkrocker Curt Wild, einem wirklich radikalen Popkünstler, der Slades Karriere in einer schwierigen Situation Auftrieb gegeben hatte, dann aber auf der Strecke geblieben war, enthüllt die ganze Dimension des Geschehens. Stuart ist schließlich im Stande, das Rätsel um Slade zu lösen. Doch das Gefühl, etwas Unersetzliches verloren zu haben, wird ihn nie wieder verlassen. - Nach seiner Uraufführung in Cannes stieß der Film des eigenwilligen Außenseiters Todd Haynes zunächst auf Unverständnis: Seine historisch keineswegs korrekten Anspielungen auf Persönlichkeiten wie David Bowie oder Iggy Pop wirkten irritierend. Inzwischen aber hat "Velvet Goldmine" eine Kultgemeinde um sich versammelt. Der Film funktioniert tatsächlich nicht nur als perfekt produziertes Spektakel mit einfallsreichen, exaltierten, liebevoll gestylten Musiknummern - jede für sich ein "show stopper" -, sondern auch als große schwule Liebesgeschichte und als melancholischer Abgesang auf subkulturelle Traditionen. Inmitten eines glänzend aufgelegten Ensembles - darunter Christian Bale, Toni Collette und Jonathan Rhys Davies - beherrscht Ewan McGregor mühelos die Bühne: seine wahrhaft exhibitionistischen Auftritte in Iggy Pop-Manier brachten ihm eine "Oscar"-Nominierung ein - und legen eine zweite Karriere als Rockstar nahe. 

Bestellen bei JPC als VHS oder DVD in Deutsch.

Diesen Film kann man bei BlackStar in der Originalversion als DVD oder als VHS-Video bestellen. 

Drama Musikfilm
GB/USA 1998 

Regie: Todd Haynes

Länge 01:58

Buch: Todd Haynes, James Lyons 
Musik: Carter Burwell 
Original Titel: Velvet Goldmine 

 

Darsteller und Rollen:

Jonathan (Brian Slade)
Toni Collette (Curt Wild Mandy Slade)
Christian Bale (Arthur Stuart)
Eddie Izzard (Jerry Divine)
Emily Woof (Shannon)
Michael Feast (Cecil)
Janet McTeer (Weibliche Erzählerin)
Maraid McKinley (Hausmädchen der Wildes)
Luke Morgan Oliver (Oscar Wilde (8 Jahre)) 
                                                            

 

© 2000 Dieter Herchenbach