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Regisseur und enfant terrible Rosa von Praunheim - einer der streitbarsten schwulen Promis der Republik - hat mit "Tunten lügen nicht" in Anspielung an "Tränen lügen nicht" ein unstrittig einmaliges Denkmal für seine tuntigen Freunde und Bekannten geschaffen. Darüber hinaus ist es ein Zeitdokument, das auch eine Lebensphilosophie transportiert. In den 80er-Jahren lernen sich in Westberlin vier junge, schwule Männer kennen.
Der Krankenpfleger Bernd Bossmann, stammt aus Appeldorn. Ein
anderer hat bereits einige Semester Theologie in Münster hinter sich, als er auf eine Berliner Modedesign-Schule wechselt. Der gebürtige Münchener Timo Schrader beginnt an der Spree eine Schneiderlehre. Für Christoph Josten dagegen, der vor seiner rheinischen Großfamilie in die Großstadt geflüchtet ist, steht von Anfang an fest: er will zum Theater.
Die DVD enthält neben der Doku mit der Creme de la creme der Berliner
Tunten-Szene auch noch ein fast 60 minütiges Special mit vielen Filmausschnitten aus Rosa von Praunheims
frühen Werken. Teilweise in Schwarz/Weiß gedreht, sehen wir Dokumente der schwulen Filmgeschichte. Der Regisseur führt selbst durch die Fundstücke. Begleitet von Promis wie z.B. Desiree Nick. Oft werden die Bilder mit historischen Kommentaren konterkariert. Auch die legendäre Outing-Szene bei RTLs heißem Stuhl ist hier noch'mal zu sehen. Von Praunheim philosophiert über die Ursachen seiner Homosexualität und erzählt von seiner ersten Festnahme als 17-Jähriger auf einer Klappe und erklärt, wie er zu dem Künstlernamen kam. Erschienen beim Label "absolut medien" und liebevoll aufbereitet für den vollen Genuss auf DVD in kristallklarer Qualität. Auf umfangreichen Texttafeln kann der geneigte Zuschauer sein Wissen über Rosa von Praunheim erweitern. Sehr empfehlenswert.
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Doku, Spielfilm Deutschland 2001 Regie: Rosa von Praunheim |
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Mitwirkende:
Ovo Maltine |