Das Trio

Kaum zu glauben, aber wahr: Der Vorzeige-Macho Götz "Schimanski" George spielt wiederholt einen Schwulen!!! Und das, wo er doch um nichts in der Welt in die Nähe von solchen gebracht werden will!!! Er ist ein Drittel des Gauner-Trios, das er mit seinem Lebensgefährten und seiner Tochter (ooops) bildet. Der Freund stirbt, und ein Nachfolger in Berufsdingen ist bald gefunden. Allerdings bringt dieser Unruhe ins "Familienleben", da sowohl Vater wie Tochter ein Auge auf ihn geworfen haben...

Uns erwartet eine ungewöhnlich langweilige Dreiecks-Geschichte.

Zobel, Karl und Lizzi hausen gemeinsam in einem Wohnmobil. Auf den ersten Blick führen sie ein harmonisches Familienleben mit gemütlichen Fernsehabenden und Königsberger Klopsen, kleinen Streitereien und Versöhnungen. Eine ganz normale Familie eben, sieht man einmal davon ab, dass die "Eltern" ein in die Jahre gekommenes schwules Gaunerpärchen sind. Lizzi ist ein echtes "Früchtchen" und mischt bereits tatkräftig im väterlichen Gewerbe mit. Als eingespieltes Team erleichtern sie ahnungslose Passanten um ihre dicken Brieftaschen: Trickdiebstahl, perfekt in Planung und Ausführung. Eine ganz normale Arbeit, findet Zobel, jedenfalls wenn man das richtige Fingerspitzengefühl mitbringt.
In letzter Zeit jedoch macht "Mama Karl" Fehler. Er ist nicht mehr so flink wie früher, und das hat in diesem Gewerbe böse Folgen. Lebenspartner hin oder her, Zobel ist verärgert. Ein Kirmesbesuch bringt das Fass zum Überlaufen. Karl lässt sich von einem blutigen Anfänger die Tageseinnahmen klauen. Zobel fasst es nicht: ein Dieb, der sich bestehlen lässt. Aber Rudolf, so heißt der Debütant, bekommt zu spüren, wie unangenehm es ist, wenn man die falschen Leute abzockt.
Als Karl beweisen will, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört, geht ein neuer Coup erst recht daneben. Karl wird von einem Auto angefahren und landet schwer verletzt im Krankenhaus. Der Schock sitzt tief: Ohne dritten Mann sind Zobel und Lizzi aufgeschmissen. Da hat Lizzi die zündende Idee: Sie probieren es mit Rudolf. Die nötige Unverfrorenheit hat er bereits bewiesen. Jetzt geht es nur darum, ihn in die hohe Kunst des Taschendiebstahls einzuweihen.
Der Neue macht sich in der Tat prächtig. In jeder Beziehung.... Während einer "Arbeitspanne" im Flughafen kommen sich Lizzi und Rudolf näher. Ein klarer Verstoß gegen die Betriebsordnung, denn: Papa Zobel hat angeordnet, dass Sex und Geschäftsbeziehungen niemals vermischt werden dürfen. Aber wie sollte er dahinter kommen?
Als die beiden zum Wohnmobil zurückkehren, finden sie Zobel am Boden zerstört vor: Karl ist tot. Der Verlust des langjährigen Freundes lässt Rudolf schmerzlich fehl am Platz erscheinen. Doch dann ist es gerade er, der Zobel tröstet. Aus dem Trost wird mehr... Natürlich darf Lizzi nichts davon erfahren. Aber wie sollte sie dahinter kommen?
Rudolf steckt in der Zwickmühle: Von Lizzi wird er bedrängt, Zobel himmelt ihn an. Der Eklat lässt nicht lange auf sich warten. Als eine Autopanne die drei zwingt, in einem kleinen Gasthof zu übernachten, stehen sich Zobel, Lizzi und Rudolf plötzlich unbekleidet gegenüber. Und mit einem Schlag gibt es keine Geheimnisse mehr...

Bundesrepublik Deutschland 1998

Regie: Hermine Huntgeburth

Drehbuch: Horst Sczerba und Volker Einrauch 
Kamera: Martin Kukula 
95 Minuten 

Zobel Götz George
Karl Christian Redl
Lizzi Jeanette Hain
Rudolf Felix Eitner
Dorothee Angelika Bartsch
Motorradpolizist Uwe Rohde
Wirtin Tana Schanzara
und andere

 

© 2001 Dieter Herchenbach