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Der schwule englische Regisseur Ken Russell inszenierte die legendäre Rockoper der britischen Gruppe "The Who" als rasanten, expressionistisch übersteigerten Pop-Bilderbogen. "Die optisch und akustisch orgiastische, zuweilen gewalttätige Adaption der gleichnamigen Rock-Oper von 'The Who' wurde in der Inszenierung von Ken Russell zum grellen Popbilderbogen, angereichert mit satirischen Seitenhieben auf die eigene Branche" (Lexikon des Internationalen Films). Ken Russell, der durch exzentrische Musikerbiographien bekannt gewordene "genialische Bürgerschreck des englischen Kinos" (Filmdienst) schuf ein facettenreiches, schillerndes Zeitpanorama der 60er und 70er Jahre, in dem das rebellische Aufbegehren der Subkultur und die utopische Erlösungssehnsucht der Rock-Generation ihren Ausdruck gefunden hat. Dabei sieht Russell von jeder Verklärung ab: abendländische Tradition und moderne Jugendkultur, metaphysische Tiefe und triviale Oberfläche, religiöse Sehnsucht und profitgierige Bauernfängerei werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern kritisch konfrontiert. Für die Frankfurter Allgemeine hat Russell "einen bedrückenden Film gemacht, in dem das traumatische Umfeld der 'Tommy'-Handlung überzeugend durch Bilder ergänzt und verdeutlicht wird." Die Titelrolle spielt das "Who"-Mitglied Roger Daltrey, der zusammen mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon auch die Musik schrieb. Zum glänzenden, prominent besetzten Ensemble gehören die "Who"-Mitglieder Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon, Popidole wie Eric Clapton, Elton John oder Tinin in der Hauptrolle des Frank Hobbs, der am 2. Mai diesen Jahres im Alter von 61 Jahren verstorbene Oliver Reed, Neffe des englischen Meisterregisseurs Carol Reed, zu dessen fast 100 Filmen die Welterfolge "Oliver", "Liebende Frauen", "Die drei Musketiere" zählen. |
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Tommy: Roger Daltrey |
© 2000 Dieter Herchenbach