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Der Dokumentarfilm von Mike Hoolboom ist ein Porträt seines Freundes Tom Chomont und gleichzeitig eine Hommage an den avantgardistischen Videokünstler.
Wie ein Komponist mit der unterschiedlichen Ausdruckskraft der einzelnen Instrumente spielt, stellt Mike Hoolboom das Porträt seines Künstlerfreundes Tom Chomont zusammen, indem er auf die jeweilige Wirkung verschiedener Bildquellen setzt. Archivmaterial in Schwarz-Weiß, zeitgenössische Videoaufnahmen, Super-8-Material, Fotografien und Auszüge aus großen Hollywoodfilmen wechseln sich ab und überlagern sich, während Tom Chomont von sich erzählt. Der avantgardistische Videokünstler macht seit mehr als 30 Jahren meist homoerotische und autobiografische Experimentalfilme.
Choumont, der HIV-positiv ist und an der Parkinson-Krankheit leidet, wirkt im Film teils ausdrucksstark, teils sehr geschwächt. Toms Off-Stimme erzählt ganz offen von Ereignissen, die sein Leben entscheidend beeinflussten. So entsteht eine subjektive Biografie, die im Wesentlichen durch sein Verhältnis zu seinem jüngeren Bruder geprägt ist, zu dem er eine inzestuös gefärbte Beziehung
unterhielt.
Wie in "Passing on" (1997) ist der Tod in diesem neuen Werk von Mike Hoolboom ständig präsent. Beim Schnitt orientiert sich der Film immer wieder am Muster klassischer Horrorfilme. Hoolboom unterlegt die Bilder mit Angst einflößenden Geräuschen. Hinter jeder Tür scheinen Gefahren zu lauern und aus den Augen von Kindern spricht Furcht. Auf diese Weise verfremdet, verlieren die Bilder ihre ursprüngliche Bedeutung und erhalten etwas Albtraumhaftes, eine lyrische oder poetische Dimension. Damit ist "Tom" mehr als eine Hommage an den geschätzten Freund. Der Film wird zum Porträt existenzieller Ängste. Diese Ängste werden zum Schlüssel für das Verständnis der einzelnen Szenen. Angesichts lustiger Bilder aus einem Buster-Keaton-Film mag das überraschen. Doch bei den sadomasochistischen Szenen aus Toms Filmen bestätigen sich diese Zusammenhänge. Dank der vielen eingeschnittenen Referenzen fügt sich die Geschichte dieses Menschen, der sein Leben lang gegen Normen verstoßen hat, in die offizielle Geschichte seiner Zeit ein.
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Doku
CA 2002 Regie: Mike Hoolboom
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