Ten Lizes: Andy Warhol

"Ten Lizes" (1963) von Andy Warhol (1928 - 1987)

Zehn schwarze Gesichter, die sich gleichen, in zwei Reihen auf einer riesigen, 5,65 m langen und 2 m breiten Leinwand. Doch sind sich die Gesichter wirklich ähnlich? Nicht unbedingt: Der Betrachter kann viele kleine Unterschiede ausmachen; zufallsbedingte Abweichungen ein und derselben Druckform. Er erkennt das Gesicht einer berühmten Schauspielerin. Elizabeth Taylor, "Liz". Dieser Siebdruck Andy Warhols stammt aus dem Jahr 1963 und entstand nach einem Foto des Filmstars, das er zehnmal als Vorlage verwendete. Warum dieses Gesicht? Warum diese Wiederholungen? Warhol war mit Erläuterungen zurückhaltend. "Ich wollte nie Maler werden," sagte er. "Ich wollte eigentlich Steptänzer werden." Der Zufall wollte es, daß er Maler wurde. Warhol, der seine Motive scheinbar willkürlich auswählte, arbeitete in den 60er Jahren in New York und galt als Hauptvertreter der Pop Art. Warhol, ein negatives Abbild der Konsumgesellschaft? Dieses Bild, das mit der traditionellen Porträtmalerei zu brechen scheint, läßt sich jedoch genauso gut wie ein älteres Bild entschlüsseln. Die vielfältigen Aktivitäten Warhols in seiner berühmten "Factory", der Kunsthochburg des damaligen New York, haben lange Zeit sein überbordendes Schaffen als Maler vergessen lassen. Worin besteht die große Faszination der Bilder Warhols?

Dokumentation von Alain Jaubert,
Frankreich 1999

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© 2000 Dieter Herchenbach