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Vorurteile der deren Aufeinanderprallen, emotionale Gegensätze und skurrile Figuren bilden die besten Voraussetzungen für gelungene Komödien. Selbstfindungstrips haben auch schon einige Spitzentitel hervorgebracht. Hier nun eine Sinnfindung mit religiösem Hintergrund - und wahrlich unterhaltsam und nicht ohne Anspruch! Französisches Kino, wie wir es kennen und lieben!
Die Story: Als Großmutter Rosa stirbt indes, steht ihren Kindern und Enkelkindern eine seltsame Überraschung bevor: gerade sie, die Rabbihasserin hat sich für ihre letzte Ruhestätte ein Plätzchen auf dem jüdischen Friedhof reservieren lassen. Das heißt aber auch, so will es die Vorschrift, dass die Oma nach jüdischem Ritus beigesetzt werden muss. Was für ein Einfall! Und wie jetzt einen Rabbi finden, wenn man gar nicht in die Synagoge ging? Da hilft nur ein sehr liberaler Vertreter dieser Gattung, der, wen wundert's, vom orthodoxen Judentum natürlich nicht anerkannt ist. Mit ihrem Tod und der überraschenden Rückkehr zu den jüdischen Wurzeln löst Oma Rosa in ihren Kindern und Enkeln, in der gesamten Familie Rashevski eine turbulente Sinnkrise, ja man könnte gar sagen eine Epoche religiöser Sinnfindung aus. Enkelin Nina, die eigentlich, da ihre Mutter keine Jüdin war, streng genommen gar keine Jüdin ist, lebt fortan in dem Wahn, nur noch mit einem echten Juden ins Bett gehen zu können und will nur noch eins: eine echte jüdische Familie gründen. Da hat es ihr Freund, Antoine, ein nichtjüdischer Freund der Familie, recht schwer. (Die beiden kennen sich übrigens von der frühesten Kindheit, als Antoine mal babygesittet hat bei ihr, woran er sich zunächst jedoch nicht erinnert.) Na, jedenfalls als er sie auf der Beerdigung der Oma wieder sieht, funkt es zwischen den beiden und zumindest auf seiner Seite mächtig gewaltig. Also was hilft's, sagt er sich, konvertier' ich halt zum Judentum. Doch einen Konvertiten will Nina nicht bzw. der Gedanke daran "blockiert" sie, als sie es dennoch versuchen. Da hilft nur noch eins: die Geheimwaffe aller Rashevskis, von der Großmutter seinerzeit eingeimpft, auch wenn zu ihren Lebzeiten keiner tanzen wollte: Tango! (Extra für diesen Film geschrieben von Michael Galasso; unter den Extras in ganzer Länge). Der andere Enkel ist Ric, der sogar in der israelischen Armee in den besetzten Gebieten gedient hat. Seit 1,5 Jahren hat er eine Beziehung zu einer Araberin oder genauer Palästinenserin. Als er ihr nun anträgt, bei den Eltern um ihre Hand anzuhalten, gerät sie fast außer sich. Das gehe doch nicht, in den besetzten Gebieten brächten seine Landsleute ihresgleichen um, was sollte denn das. Sie trennen sich - doch halten sie es ohne einander aus? Und ein weiteres Mal muss der Tango die Wogen glätten, als bei einer Familienfeier (eigentlich Pessahfest), die alles andere als nach religiösem Ritual gefeiert wird, Ninas Mutter plötzlich ihren Neffen animiert doch ein jüdisches Lied zu singen. Man solle doch religiöse Feste durchaus auch in diesem Sinne feiern. Da platzt aus Dolfo, der guten Seele der Familie, dem Schwager Rosas, die er immer geliebt hat und der die gesamte Familie in Paris zusammenhält, heraus: "Na, so weit kommt es noch, dass uns eine Goi sagt, wie wir unsere Feste zu feiern haben!" Was für ein Fauxpas! Nun aber keine Angst: der Film ist kein Tanzfilm. Und er ist auch kein Familiendrama. Die Tragödien oder Probleme rund um die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Religion und inwieweit sie, die einem angeboren wird, für einen zutrifft und wichtig ist, wird nicht als Drama, sondern in leisen Untertönen erzählt. Rührig. Und gleichzeitig kommt der Film komödienhaft daher, dass man auch lachen kann, aber eben nicht nur. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren |
Französische Sinnfindungskomödie Le Tango des Rashevski Regie: Sam Garbarski 90 Min. (franz. Original: 100') DVD-VÖ 15.09.2005 |
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Darsteller und ihre Rollen Hippolyte Girardot .... Antoine |