Stonewall

Wer kennt dieses Wort nicht? Ist es doch der Inbegriff für schwulen Stolz. Eigentlich war es ja der Name DER Schwulenbar in NYC, in der erstmals eine Art Schwulenbewegung in Erscheinung trat. 1969 wehrten sich die Besucher gegen die Polizei-Razzien und Mißhandlungen. Es kam zu einer Straßenschlacht. Der US-Historiker Martin Duberman hat anläßlich dieses Jahrestages einige Überlebende aus dieser Zeit befragt und erkannte, daß jeder Beteiligte seine ganz ureigene Sicht der damaligen Ereignisse hat. In der Verfilmung von Nigel Finch ist die kleine Bar Stonewall Inn Dreh und Angelpunkt all dieser Geschichten. Ein Stück schwuler Historie (->GayHistory 1969).

New York im Sommer 1969. Matty Dean, jung, schwul und vom Lande, kommt mit einem Greyhound-Bus an und macht sich auf den Weg in die Innenstadt. Es ist die Zeit des Vietnamkriegs und der Mondflüge, und Homosexualität steht immer noch unter Strafe. Außerdem ist es der Sommer der Liebe - aber nicht für Schwule. Stonewall, das wilde Zentrum der Diven und "drag queens", ist die Heimat der Straßenkönigin LaMiranda. Matty trifft just in dem Moment ein, als die Polizei eine ihrer üblichen Razzien veranstaltet und LaMiranda sich von ihrer widerspenstigsten Seite zeigt. In einer Schwulengruppe lernt Matty den selbstbewußten und wortgewandten Ethan kennen, der das System von innen Welten: zwischen dem "normalen" Ethan, der um soziale Akzeptanz kämpft, und der Verrücktheit und Wärme von LaMiranda und ihrer Stonewall-Gang.

"STONEWALL mag die einschneidenden "drag queen"-Aufstände, die sich nach dem Tod Judy Garlands ereigneten, auf sehr kontroverse Art darstellen. Mit seiner Überschwenglichkeit und seinem farbigen Charme ermöglicht der Film jedoch einer neuen Generation den Zugang zu diesen historischen Ereignissen" (Kay Armatage, Toronto Film Festival).

 

© 2000 Dieter Herchenbach