|
ist die Persiflage auf die amerikanischen Seifen-Opern, in denen die täglichen Ereignisse in
"Otto-und-Maria-Normalverbraucher"-Haushalten in etwas konzentrierterer Form dargestellt werden (und insofern hat der Film mit *dem* Titel das Thema verfehlt; denn er müsste
"Soap" heißen...)
Doch genug des Vorgeplänkels, kommen wir zur Sache; oder genauer: zur Ratte. Der putzige, weissbefellte Geselle wird von Papa im Käfig mit nach Hause gebracht. Die Ratte übt eine seltsame Anziehung auf nacheinander fast alle Familienmitglieder und das spanische Hausmädchen aus. Und wenn sie mit ihr in direkten Kontakt kommen, verwandeln sich die Menschen auf merkwürdige Weise. Insbesondere die sexuellen Gefühle und Gelüste werden geweckt und gesteigert. So teilt der introvertierte Sohnemann der Familie beim festlichen Dinner plötzlich und unerwartet mit, dass er
homosexuell ist. Und damit beginnt die rasante Entwicklung des Jungen zur orgienfeiernden Gaultier-Tunte und der Verfall der Familie. Denk Dir 'was aus, was in einer Seifenoper a la "Gute Zeiten, verbotene Liebes-Springfied-Stories im Marienhof" an
sexuellen Exzessen passieren könnte...
Ja, kommt in Sitcom vor...
Ja, auch...
Selbstverständlich auch...
Nun, mehr fällt Dir nicht ein?
Macht nichts, Monsieur Ozon hält noch einige "Anregungen" für Dich bereit.
Wie wäre es mit einer Mutter, die den schwulen Sohn im Bett vernascht um sich dann mit dem Hausmädchen in lesbischer Zweisamkeit zu aalen? So in der Art...
Kein Film für Trauerklöße und schwache Gemüter, denn gegen Ende kommt es zu einem regelrechten
Horrorszenario, bei dem sich Fiktion und Wirklichkeit vermischen. Wer aber die Nase voll hat von den unsäglichen
Soaps, wird mit Sitcom trefflich bedient.
Erschienen auf VHS und brandneu als DVD. Bei Amazon bestellen als
VHS: Sitcom
oder DVD: Sitcom
|
Drama
Frankreich 1998, 85 Min.
Regie: Francois Ozon
Drehbuch: Francois Ozon, Maureen Meyer
Produzenten:
Olivier Delbosc, Marc Missonner
|