Sebastian

Ein liebevoll und unspektakulär erzählter Film über das Coming out eines jungen Mannes. Obwohl im "aufgeklärten" Skandinavien angesiedelt, wird wieder einmal mehr deutlich, wie schwierig die Erkenntnis zu verarbeiten ist, dass man sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Regisseur Sven Wam nutzt das Mittel des inneren Monologs, um die Gefühle seines Helden ein-, aber nie aufdringlich nachvollziehbar zu machen. Mit Hampus Björck besetzte er einen sehr natürlich agierenden Darsteller, der Sebastians Ängste und Hoffnungen einfühlsam gestaltet.

Der 17jährige Sebastian (Hampus Björck) ist ziemlich genervt von seinen Eltern (Ewa Fröling, Helge Jordal). Ihr wichtigstes Thema scheint zu sein, wann er sich das erste Mal verliebt. Dabei hat sich Sebastian schon verliebt - in seinen Kumpel Ulf (Nicolai Cleve Broch). Als der ihn eines Tages besucht, verleben die beiden einen ausgelassenen Abend. Der findet aber ein jähes Ende, als Sebastian Ulf im Überschwang der Gefühle küsst. Als die Eltern heimkehren und sich über das Chaos in der Wohnung beschweren, erzählt er ihnen, dass er schwul ist. Sie versuchen - ganz moderne Eltern - ihm Verständnis entgegenzubringen und können ihre Betroffenheit dennoch nicht verbergen. Mit klopfendem Herzen sieht Sebastian dem Wiedersehen mit Ulf entgegen. Doch der sieht die Situation gelassen: Er kann Sebastians Liebe nicht erwidern, was aber nichts an ihrer Freundschaft ändert. Ähnlich sehen es auch Lisbeth und die anderen aus der Clique, von denen sich Sebastian zurückgezogen hat, für sie ist ein schwuler Freund kein Problem.

Erschienen auf VHS und DVD.

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Norwegisch-schwedisch-dänischer Spielfilm von 1995
Regie: Svend Wam
Drehbuch: Svend Wam, Petter Venneröd und Hansi Mandoki,
nach dem Roman "Svart Cayal" von Per Knutsen
Kamera: Per Källberg

Sebastian: Hampus Björck
Ulf Nicolai: Cleve Broch
Christina, Sebastians Mutter: Ewa Fröling
Torbjorn, Sebastians Vater: Helge Jordal
Lisbeth: Rebecka Hemse
Linda: Lena Olander
Jan: Emil Lindroth
Inga: Karin Hagas
Lisa: Mira Mandoki
und andere

 

© 2004 Dieter Herchenbach