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Den Namen im Originaltitel - Boleyn - hat sicher der Eine oder Andere schon gehört, Kenner der englischen Geschichte verbinden ihn auch gleich richtig mit Heinrich dem Achten aus dem Hause Tudor (Henry Tudor VIII). Ja, richtig - dem mit den vielen Frauen. Und Anne Boleyn sollte deren zweite sein. Zumindest offiziell zweite, also zweite Ehefrau. Nun erzählt uns der Film, wie es dazu kam, lässt uns sehen, dass Heinrich nicht nur der böse und nimmersatte Frauenheld war, als den ihn das Stereotyp und Halbwissen versteht, sondern vielmehr einfach nur ein Mann, den eine intrigante, psychologisch äußerst verständige Frau zum Narren gehalten hat, nämlich diese Anne Boleyn. Im Übrigen ist der Heinrich im Film auch ein richtig hübscher, man könnte gar sagen geiler, Mann, was natürlich die Sympathie für ihn - im Unterschied zu Anne Boleyn - noch weiter erhöht. Hauptheldin des Films ist jedoch das andere der beiden Boleyn-Mädchen, die Schwester Mary, die keiner kennt und von der noch nie jemand gehört hat. Jetzt lernen wie sie kennen und, von Scarlett Johansson beeindruckend dargestellt, mit ihr leiden. Mary soll eigentlich einen Grafen aus der Gegend heiraten, für die "gerissenere" der Schwestern (Anne) hat man sich gedacht, sie auf Heinrich anzusetzen, als der noch immer thronfolgerlose König sich zum Besuch ansagt. Doch die Sache geht schief, brüskiert Anne den König, weil sie mit auf die Jagd reitet (für Frauen ungewöhnlich, konnten sie auch zu dieser Zeit noch gar nicht reiten!) und ist schließlich dran schuld, dass der König vom Pferd stürzt und gepflegt werden muss. Während der Pflege ist es meist Mary, die Krankendienst leistet und die beiden vergucken sich ineinander, geben auch ein gutes Pärchen ab. Der genesene Heinrich findet Gefallen an ihr. Drum wird Anne aus dem Weg geschafft, indem man sie an den französischen Hof schickt - doch das kann diese gar nicht verknusen und rächt sich später bitterlich. Mary wäre sicher ein passendes Gegenstück geworden und sie hat dem König gar einen männlichen Nachfolger geboren - doch war sie eben nicht seine Frau. Kurz vor Geburt des Kindes nämlich kehrt Anne aus der Verbannung zurück und macht den König heiß, jedoch ohne ihn (da sie ja so katholisch, rein und wohlerzogen ist) ranzulassen. Die verbotene, nicht zugängliche Frucht haben wollend, lässt sich der König auf sie ein und sie verlangt, dass er Mary, ihre Schwester, verstoße und das Kind gar nicht erst ansehe, geschweige denn als legitimen Sohn anerkennen. Ein bitterer Fehler, weil Heinrich auch dann noch nicht rankommt. Und als der dann, weil Anne ihn erst ranlassen will, wenn sie verheiratet sind, auch noch mit dem Papst bricht und die englische Kirche aus dem Bund der katholischen Kirche rausnimmt, hat er die Welt gegen sich, ohne sein Glück gefunden zu haben. Anne ist weiterhin zickig und widerwillig, gebiert ihm, wie zuvor die stolze spanische Catarina, nur eine Tochter und bei der zweiten Schwangerschaft verliert sie auch noch das Kind. Als sie daraufhin mit ihrem Bruder nur andenkt, dass er sie erneut beschläft, damit es nicht auffällt, fliegt die Chose auf und Anne landet als Ehebrecherin auf dem Schafott. Die geborene Tochter jedoch soll später als Elizabeth I von England das Schicksal des Landes lange bestimmen - in einer dank des Vaters blendend vorbereiteten, goldenen Zeit. |
Drama / Historienfilm Drehbuch:
Peter Morgan Regie: Justin Chadwick |
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Darsteller Natalie Portman ... Anne Boleyn |