Schiller

    

Dichterbiografie um den jungen Friedrich Schiller.

1782: Schillers erstes Dramas 'Die Räuber' wird am Mannheimer Hof- und Nationaltheater aufgeführt und schlägt ein wie eine Bombe. Sehr zum Leidwesen von Schillers Dienstherren, den Fürsten von Württemberg, der seinem Regimentsmedicus daraufhin auch erst einmal gefangensetzt und nur unter der Maßgabe wieder auf freien Fuß lässt, dass er sich fortan der "Schreibereien" enthalten möge.

Doch der zwangsweise an der Karlsschule des Landesherrn Ausgebildete hatte die Lunte schon gerochen, und nichts konnte für ihn verlockender sein, als sich fortan völlig dem Autorenleben hinzugeben. In einer Nacht- und Nebelaktion plant er zusammen mit seinem Freund, dem Musicus Andreas Streicher, die Flucht nach Mannheim. Überhaupt erwies sich der junge Schleicher für Schiller als ein echter Freund. Nicht nur dass er ihm bei der Flucht half, nein, er opferte für Schiller auch sein ganzes Geld und wich trotz der Chance in Hamburg bei Phillip Emanuel Bach zu studieren nicht von der Seite seines Freundes.

In Mannheim angekommen, ist Theaterintendant Freiherr von Dalberg nicht ganz so glücklich über die Ankunft des jungen Dichters. Natürlich war er ob der "Räuber" begeistert, aber den Dichter nun gleich hier zu haben - und dann noch als widerrechtlich dem Herzog Entflohenen, das ist bitte schön ganz etwas Anderes. Eben solch anderer Meinung ist indes Dalbergs Geliebte, die Schauspielerin Caroline Wiethoeft, die sich Chancen auf eine Hauptrolle in einem seiner kommenden Stücke ausmalt sowie noch vielmehr die junge Aktrice Katharina Baumann, in die sich Schiller verliebt.

Doch ist Schiller nicht der Einzige, der sich Chancen auf einen Posten am Mannheimer Theater ausrechnet: August Wilhelm Iffland, aufstrebender Theaterdichter und Schauspieler, will sich von Schiller nicht verdrängen lassen und hat es auch auf das Herz von Katharina Baumann abgesehen. Und nicht zu unterschätzen: Maestro Ifflands Stücke liegen im Trend, ecken nicht an und kommen somit auch bei der Landesherrin und Patronin des Theaters ganz anders an.

Und so lässt denn Schillers Erfolg und damit auch eine Aufbesserung seiner angeschlagenen monetären Situation erst einmal auf sich warten. Die Elendsbehausung und Mangelernährung hinterlassen immer deutlicher ihre Spuren an dem, wie wir heute wissen, an Tuberkulose leidenden jungen Schiller.

Schließlich fällt am Theater die Entscheidung: Schiller muss seinen Hut nehmen. Auch anderweitige Versuche, seine Stücke oder auch nur einzelne Gedichte an den Buchhändler Schwan zu verkaufen scheitern kläglich. Der Medicus und Dichter liegt finanziell und gesundheitlich am Boden, schon denkt er ernsthaft daran, wieder Mediziner zu werden und die Praxis eines Mannheimer Arztes zu übernehmen, da kommt die rettende Botschaft des Leipziger Juristen und Dichterförderers Friedrich Körner, bei dem Schiller einige Zeit verbringen wird und wo er unter anderem im heutigen Leipziger Schillerhaus, einer bescheidenen Bleibe im Vorort Gohlis, die "Ode an die Freude".

Aber mit dem Fortgang aus dem Mannheimischen ist er Film schon zu Ende. Er wurde an Originalschauplätzen in Baden-Würtemberg und mit der Situation angepasst unpompöser Ausstattung gedreht und kommt somit nicht als beeindruckender Historienschinken daher. Eher lässt er das ebenso Rebellische wie auch wenig Taktvolle, vielleicht sogar schon Eingebildete des "jungen Wilden" Schiller klar werden und ist insofern durchaus zu empfehlen.

Ein Interview zum Film mit Matthias Schweighöffer bei Arte.

Nun ist dieser Film nicht der erste, der sich mit Schillers Dichterjugend beschäftigte:

- Die restaurierte Fassung des Stummfilms von Kurt Görtz von 1923 (rekonstruiert aus der einzigen überlebenden Fassung bei der zentralen russischen Zensurbehörde) lief jetzt bei Arte (hier auch weitere Infos und Hintergründe über Schillers Jugend)

Siehe auch den Schwarz/Weiß-Tonfilm "Friedrich Schiller - Triumph eines Genies" von 1940, der jetzt ebenfalls auf DVD herausgekommen ist.
 

Die DVD

Bild:          16:9
Audio:       Deutsch (DD 2.0 und 5.1)

Bonus
+ Making of
+ Outtakes

 

 

Dichterbiografie

D 2005

Buch und Regie: Martin Weinhart

DVD-Start 06.05.2005

Darsteller

Friedrich Schiller ............. Matthias Schweighöfer
August Wilhelm Iffland ...  Robert Dölle
Katharina Baumann ........ Teresa Weißbach
Wolfgang von Dalberg .... Jürgen Tarrach
Caroline Wiethoeft .......... Barbara Auer
Andreas Streicher ........... Christian Näthe
Buchhändler Schwan ....... Ulrich Noethen

  © 2008 D. Carius, GayStation