|
|
Ein außergewöhnlicher, ein radikaler Film. Eine Stimme berichtet genau und unbewegt aus dem eigenen Leben: von der Odyssee eines drogensüchtigen Schwulen in Rom. Von flüchtigen Begegnungen, gleichgültigen Ausschweifungen, Sterbenden und Toten, ergriffenen Augenblicken und schmerzlicher Melancholie. Ein beherrschtes Protokoll, kühle Worte von roher Zärtlichkeit, eine bewegend ehrliche Analyse der eigenen Empfindungen. Mithin auch eine sentimentale Reise, unzeitgemäß präsentiert als Hörspiel mit langen, langen Einstellungen aus Roms öder Stadtlandschaft. Der Regisseur verweigert die verfälschende Illustration seiner Erzählung. Statt dessen Bilder, die uns in den Gemütszustand des Sprechers versetzen, ins ruhelose Warten an desolaten Orten. |
Frankreich, 1995; 68 Min. |
|
|
© 2000 Dieter Herchenbach