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ist ein mehrfach ausgezeichneter Film (Berlinale: Teddy Award,
Sundance: Directing Award) über ein schon fast "vergessenes",
aber nichtsdestotrotz immer noch brennendes Thema: Schwulenverfolgung im
Dritten Reich.
Kurz-Info
Etwa 100.000 Homosexuelle sind während der NS-Herrschaft in Deutschland
inhaftiert und gefoltert worden. Zu Tausenden wurden Schwule und Lesben in
Konzentrationslagern ermordet. Die Autoren und Regisseure Epstein und
Friedman, die bereits mit ebenfalls preisgekrönten Dokumentationen wie
"The Celluloid Closet" und "The Times Of Harvey Milk"
Furore machten, zeichnen mit diesem Film das Schicksal der Homosexuellen
im Dritten Reich nach - einer lange Zeit totgeschwiegenen Opfergruppe.
Zeitzeugen der Gräueltaten des Nazi-Regimes stellen sich vor der Kamera
ihrem Schmerz. Oft bitter, aber auch mit Ironie und Humor erzählen sie
ihre Lebensgeschichten, die von Nichtanerkennung, Ausschließung und dem
unbedingtem Willen zu überleben bestimmt sind.
Der Film gibt Einblicke in die Lebenswege schwuler Männer im Dritten
Reich - und dies ohne dokumentarische Bilder aus KZs. Es ist die alleinige
Vorstellungskraft des Zuschauers, der das Grauen noch intensiver macht.
Schicksale
Fünf schwule Männer - mittlerweile hoch in den 90ern - waren bereit,
über ihre Erlebnisse und traumatischen Erinnerungen zu berichten. Anfangs
die lockeren "Goldenen Zwanziger" in Berlin, mit Homokneipen und
schwulem Nachtleben; dann die ersten Repressalien unter der Nazi-Diktatur.
Für viele endet der real gewordenen Albtraum mit einem rosa Winkel im KZ.
Der Film ist durch die Einzelschicksale des Fotografen Albrecht
Becker, der Autoren Gad Beck ("Und Gad ging zu
David") und Heinz Dörmer ("Alles nur wegen
der Jungs") und des nach der Annektierung Frankreichs inhaftierten Pierre
Seel geprägt.
Hintergrund
1997 waren die Regisseure anlässlich der Premiere von The Celluloid
Closet in Amsterdam und trafen dort auf den deutschen Historiker Dr.
Klaus Müller, der als European Project Director für das US Holocaust
Memorial Museum tätig war. Er schlug vor, die Nazi-Verfolgung der
Homosexuellen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Davon
überzeugt, dass dieser Teil der Geschichte der Menschheit
unwiederbringlich verloren gehen würde, wenn nicht rasch die Berichte der
Überlebenden in Bild und Ton festgehalten würden, begannen im Oktober 97
die Dreharbeiten in Deutschland, Spanien, Frankreich und England.
Der Paragraph
Der § 175 stammt übrigens aus dem Allgemeinen Landrecht von 1794, in dem
von Preußen damals zwar die Todesstrafe abgeschafft wurde, jedoch die
"Sodomiterei und dergleichen unnatürlichen Sünden" mit
Zuchthaus belegten.
1871 wurde der Paragraph Bestandteil des deutschen Reichsstrafgesetzes.
1935 wurde er von den Nazis verschärft, indem der Straftatbestand über
die "beischlafähnlichen Handlungen" hinaus erweitert und die
Strafen heraufgesetzt wurden.
1969 erfolgte die Aufhebung des Strafe bei Handlungen unter erwachsenen
Männern (über 21 Jahre).
1973 wurde das Schutzalter auf 18 Jahre gesenkt.
In der ehemaligen DDR fiel das dortige Äquivalent § 151 schon 1989.
Bei der deutschen Wiedervereinigung wurde 1994 der § 175 gestrichen und
durch den omnisexuellen § 182 ersetzt.
Mehr Infos bei GayStations GayHistory.
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Doku
USA 1999
Regie: Rob Epstein & Jeffrey Friedman
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