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Die Lebensgeschichte des skandalumwitterten Schriftstellers Oscar Wilde
(1854-1900), der zunächst von der viktorianischen Gesellschaft gefeiert und
hofiert wurde, die er gleichzeitig herausforderte und mit seinem Witz und Esprit
immer wieder aufs Korn nahm und schließlich von ihr
vernichtet wurde. In der Titelrolle erweist sich der britische Autor und
Schauspieler Stephen Fry, dessen Bücher sämtlich in Deutsch vorliegen und gerade
vom Aufbau-Verlag neu herausgebracht wurden, als Idealbesetzung. Der Film zeichnet nicht nur die äußere Lebensgeschichte, mit viel Aufwand in
die viktorianische Zeit versetzt, nach; er lässt auch die emotionalen Wallungen
zwischen Wilde und seiner Frau als Lebenspartnerin, Wilde und seinem Geliebten
Bosie sowie auch die zwischen Wilde und Bosies Vater lebendig vor die Augen des
Betrachters treten. Das wohl größte Verdienst des Films ist, dass er den
Zuschauer erstmals die damals grandiose Wirkung und den offensichtlichen Charme
des Salonhengstes Oscar Wilde erahnen lässt. Selbst weiß Gott keine Schönheit
zog er dennoch alle mit seiner Eloquenz, seinem Wortwitz und seinem Dandytum in
Bann. Viel mehr noch als in seinem Roman "Das
Bildnis des Dorian Gray" (auch verfilmt mit Helmut Berger in der Titelrolle)
tritt diese ganz besondere Wirkung vor allem in Wildes Theaterstücken "Lady
Windermeres Fächer" (bislang nur die britische Originalversion verfügbar), "Ein
perfekte Ehemann" sowie "Ernst
sein ist alles" zutage. Die dankenswerterweise nunmehr aus Erzählungen
ehemaliger Gesprächspartner in den Salons rekonstruierten "Tischgespräche" (in
deutscher Übersetzung bei Blessing erschienen) hingegen lassen beim reinen Lesen
nicht den redegewandten Charmeur vor Augen treten, wie in Stephen Fry
überzeugend in Szene setzt. Letzterer ist dem deutschen Publikum als
Schauspieler bislang eher wenig - allenfalls aus seinen Gastauftritten in Monty
Pythons "Blackadder" bekannt. Nachdem der Film ja schon seit 1998 als Video vorliegt, hat Arthaus-Kinowelt den Film nunmehr als DVD herausgebracht. Diese bietet neben der originalsprachlichen Audioversion als Extra eine Dokumentation "Simply Wilde", in der Stephen Fry, der Regisseur Brian Gilbert und Drehbuchschreiber Julian Mitchell ihren persönlichen Zugang zur Person und zum Werk Oscar Wildes ebenso wie Schwierigkeiten bei der filmischen Umsetzung schildern. Auch erfährt man noch einige Hintergründe, leider ist diese Doku jedoch nur 23 Minuten lang. Erschienen als DVD bei Kinowelt - Arthaus. |
Drama |
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Darsteller & Rollen: Stephen Fry........Oscar Wilde
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