Not Angels but Angels

Wer hat nicht schon von den (billigen) Strichern in Prag gehört? Sie haben Namen und Gesichter. Und die unterschiedlichsten Geschichten zu erzählen.

Sehr einfühlsam schildert der Film die Situation dieser Jungs und ihre Einstellung zu ihrem Job. Einige sind schwul, andere tun es nur zum Überleben. Im Laufe der Dreharbeiten tauten die jungen Männer langsam auf und ließen ihre wahren Gefühle erkennen, ihre innersten Gedanken und Empfindungen. Es fehlt auch nicht der Seitenblick auf die Typen, die an der Vermittlung der Jungs Geld verdienen. Und auch den Sex ohne Kondom gutheißen.

Der Film ist auf Tschechisch mit deutschen Untertiteln und bewahrt so seine Authentizität. Einzig ein Junge spricht Englisch. Er ist gebürtiger Amerikaner und mit seiner Familie in Prag hängengeblieben. Da er von zuhause fortgelaufen ist, hält er sich mit Diebstahl und Prostitution über Wasser.
Überhaupt scheint das die große Gemeinsamkeit in den einzelnen Schicksalen zu sein. Weg vom Elternhaus, aus unterschiedlichen Gründen, hin zu der großen Stadt, und dann der Versuch, schnell an Geld zu kommen. Meist von Touristen, Ausländern, die oft nur zu diesem Zweck in die Stadt kommen.
Ehrlich, wenn ich mir diese Freier vorstelle, schäme ich mich, schwul zu sein.

 

© 2000 Dieter Herchenbach