|
Deutscher Spielfilm von 1921/22
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
92 Min.
Darsteller:
Graf Orlok Nosferatu: Max Schreck
Thomas Hutter: Gustav von Wangenheim
Ellen Hutter: Greta Schröder
Knock: Alexander Granach
Im Jahr 1838 schickt der Makler Knock seinen Sekretär Thomas Hutter von der kleinen norddeutschen Stadt Wisborg nach Transsylvanien. Er soll mit dem Grafen Orlok Nosferatu wegen eines Hauskaufes verhandeln. Den jungen Mann erwartet Unheimliches. Der angebliche Kunde ist ein Vampir, der seine Tage in einem Sarkophag verbringt und sich nachts auf die Suche nach frischem Blut macht. Er stürzt sich auch auf Hutter, doch der kann im letzten Moment fliehen. Nosferatu verfolgt ihn und quartiert sich, versteckt in einem Sarg, auf einem Segler ein. Seiner Blutgier fällt die ganze Mannschaft zum Opfer. Das Geisterschiff kommt nach
Wisborg, um auch dort Schrecken und Angst zu verbreiten. Erst der Mut einer Frau - der schönen Gattin von Hutter - wird die dämonischen Kräfte des Vampirs
besiegen.
Mit "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" schuf das im Alter von nur 43 Jahren verstorbene deutsche Kinogenie
Friedrich Wilhelm Murnau (1888 - 1931) einen der besten Horrorfilme überhaupt und den ersten, der den Vampir Graf Dracula, 1897 von dem Engländer Bram Stoker literarisch verewigt, auf die Leinwand brachte. Um die Kosten für die Rechte zu umgehen, benannte der brillante Drehbuchautor Henrik Galeen ("Der Golem, wie er in die Welt kam", "Der Student von Prag") die Hauptfiguren um und verlegte den Schauplatz von England in das Bremen des 19. Jahrhunderts.
"Murnau nutzt für sein Meisterwerk des deutschen Stummfilm-Expressionismus virtuos die technischen, poetischen und emotionalen Effekte des Mediums und entwirft - indem er den Einbruch des Dämonischen in die bürgerliche Idylle schildert - ein düsteres Spiegelbild kollektiver Ängste in der Weimarer Republik" (Lexikon des Internationalen Films). Der Film ist "wirklich das geworden, was der Untertitel verspricht - eine Symphonie des Grauens. Düstere Gewölbe und enge Gassen (Bauten: Albin Grau), Nebelschwaden, zuckende Lichter, geheimnisvolle Schatten und abgezirkelte Gesten, die das Pathos des Unheimlichen haben, beschwören eine drückende Atmosphäre. ... Er drehte in Lübeck und in den Karpaten und gewann der Natur durch Kameraeinstellungen und Montage die Stimmungen ab, die er brauchte" (Reclams Filmführer).
|
|