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Selbstbewusst schwul in Peru - geht das? Ein Drama um Schattendasein und Scheinfreundinnen und die alltägliche Diskriminierung nicht dazu Gehöriger Joaquín Camino (Santiago Magill; "I love you baby") ist Spross reicher Eltern und gehört materiell keineswegs zu denen in Lima, die im Abseits stehen. Und doch: er hat es nicht leicht. Schon in der Schule haben die anderen Jungs ihn irgendwie auf dem Riecher, und während er die Dankesrede der Absolventen hält, kichern und lästern seine Kommilitonen im Saal - sehr zur Verwirrung seiner Eltern. Sein Vater Luis Felipe (Hernán Romero) setzt daraufhin noch mehr Anstrengungen darauf, seinen Sohn zu machen. Er boxt mit ihm in der elterlichen Wohnung und fährt zu Jagd in ein Indiodorf, wo sich die reichen Hauptstädter rausnehmen dürfen, was sie wollen. Doch gelingt es Joaquín seinen Vater ohne eigenes Zutun zu erfreuen: während dieser mit dem Chef der Farm auf Jagd zieht, wird Sohnemann mit dem (Indio)sohn des Farmchefs auf die Pirsch geschickt. Dieser soll eigentlich nur als Tippgeber und Gehilfe mitziehen, doch letztlich ist er es, der das Reh erlegt. Natürlich nicht offiziell, die Lorbeeren sozusagen streicht Joaquín ein. Der will es wieder gutmachen, als die beiden Boys im Gebirgsbach baden und er immer wieder auf Sexuelles zu sprechen kommt. Doch als er seinem indianischen Begleiter einzureden versucht, er solle ihn doch ihm einen blasen lassen, damit er beweisen könne, dass er das besser könne als des Indios vermeintliche Freundin, rennt dieser abrupt weg. Joaquín hinterher - und hier fällt natürlich zum ersten Mal der Titel gebende Satz. Da der Indio überhaupt nicht reagiert und Joaquín Angst haben muss, er verpetzt ihn, stürzt er sich auf ihn und setzt das widerwillig beim Vater Gelernte ein. Als die beiden Erwachsenen dazu kommen, wird überhaupt nicht daran gedacht, dass eventuell der Hauptstädter der eigentlich Schuldige sein könne. Der Indio wird einfach aus dem Verkehr gezogen und sein Vater klopft Joaquín lobend auf die Schulter. Noch deutlicher tritt die Indioverachtung bzw. -diskriminierung auf der Rückfahrt nach Lima zutage, als der unaufmerksame Vater einen Fahrrad fahrenden Indio über den Haufen fährt und dennoch, da es mitten in der Prärie und ohne Zeugen ist, einfach weiterfährt. Diese Szenen sind symptomatisch für den Hochmut, die Arroganz und Verachtung, mit denen offensichtlich in Peru nicht dazu Gehörende nicht nur ausgegrenzt, sondern mitunter sogar tätlich angegriffen, wenn nicht wie hier geradezu getötet werden. Noch näher geht es Joaquín, als er an einem anderen Abend mit Kommilitonen der Universität unterwegs ist und diese einen Transvestitenstrich ansteuern. Als sich der TV-Stricher (Anibal Zamoa), den die beiden offensichtlich schon einmal hatten, nunmehr mit ihrer dreien in die Kiste zu hüpfen, machen sie ihn kurzerhand fertig - und wiederum greift keiner der Herumfahrenden ein, und natürlich auch Joaquín nicht. Und so passt sich auch Joaquín zunächst an und nimmt sich eine Freundin - Alejandra (Lucía Jiménez). Als diese ihm eines Abends ihre Freundin vorstellt, erkennen sich in ihm und deren Freund Gonzalo (Christian Meier) zwei Gleichgesinnte, die daraufhin auch eine heimliche, ebenso zärtliche wie leidenschaftliche, Affäre beginnen. Doch als Joaquín dieser auch einen öffentlichen Rahmen geben will und sich von seiner Freundin trennt, dreht Gonzalo durch. Wenig später, weil er ja seitens Gonzalos, der - wie offensichtlich eine ganze Reihe anderer "Betroffener" - Männersex einzig unter dem Deckmantel der Heimlichkeit und der Scheinbeziehung/-ehe mit einer Frau tolerieren kann, kein Verständnis findet, sucht Joaquín Gonzalos Freundin auf und gesteht ihr seine Liebe zu Gonzalo. Die lässt daraufhin die geplante Hochzeit mit Gonzalo natürlich platzen und des Abends lauert dieser seinem vormaligem Geliebten vor der Tür auf. Natürlich ist diese Situation unbefriedigend, zumal Joaquín auch an der Universität nicht wirklich vorankommt und einer seiner Professor ihn sogar schon auf dem Kieker hat. So scheint denn nur die Flucht nach vorn - in diesem Falle nach Miami - als eine Möglichkeit dem Trubel zu entfliehen und voranzukommen. Doch ob das wirklich gelingt? Das Bedrückende an dem Film ist natürlich die Engstirnigkeit, Intoleranz, Verklemmtheit und noch vielmehr die schnell auflodernde Gewalt zur Durchsetzung eigener Interessen bzw. Bewältigung eigener Konflikte. Ein Kinogenuss ist der Film insofern nicht, eher bedrückend, dass man unruhig auf seinem Stuhl hin- und herrutscht.
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Diskriminierungsdrama 120 Minuten Drehbuch: Giovanna Pollarolo DVD-VÖ: in Deutschland nicht erhältlich, bislang nur in Amerika unter dem Titel "Don't tell anyone" bei Picturethis! mit englischen UT |
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Darsteller und ihre Rollen Santiago Magill ..... Joaquín Camino |