Midnight Dancers

sind sie dir zwei ältesten Söhne einer philippinischen Familie, die nach Manila gekommen ist, um hier Geld zu verdienen, damit sie ihr Land zurückkaufen können. Die Mutter hat sich mit dem Job ihrer Söhne abgefunden, die allabendlich in einer Schwulenbar als Tänzer auftreten und auch mit Kunden eine Etage höher gehen. Sie verdienen nicht schlecht dabei und ernähren so Mutter, Vater und die Freundin plus Kind des Einen. Das Küken, der dritte Sohn, hat sein Studium aufgegeben und kommt zu seiner Familie in die Slums. Arbeit ist rar, aber frisches Fleisch in der Bar willkommen. So wird er von seinen Brüdern dort vorgestellt. Mommy, so nennt sich der Besitzer (eine dicke Tunte, wie sie im (Dreh-)Buche steht), findet Gefallen an Nr. 3 und gibt ihm eine Chance. Von seinen Brüdern und den Kollegen wird er in die hohe Kunst des Macho-Tanzes eingeführt. Brust, Bauch und Hüften machen Schlangenbewegungen zur Musik. Na ja, Geschmacksache, aber die Philippinos stehen drauf. Für unser Auge gibt's reichlich Tanzsequenzen zu sehen, in denen sich dunkelhäutige, z.T. formvollendet muskulöse Jungs im knappen Slip räkeln. Die Bettszenen sind zwar schweißtreibend, aber "jugendfrei". Zurück zum Plot... Das Dreier-Team kommt zunächst gut zurecht im schwulen Rotlicht-Viertel. Sie reden sich ein, "richtige Männer" zu sein und "es" nur für Geld zu machen. Doch es gibt da ein paar Hinweise... So unterhält ein Bruder schon seit Jahren eine enge Beziehung zu einem reichen Mann; und man merkt deutlich, dass es ihm dabei nicht (nur) ums Geld geht. Er liebt nicht nur seine Freundin, nein, auch ihn. Und das Küken verliebt sich in einen Transvestiten. Zugegeben, zu Anfang wusste er's nicht, aber er bekam's gesagt und spätestens im Bett ist an der harten Realität nichts mehr zu deuteln. Das Glück wird jedoch gestört durch polizeiliche Razzien und die kriminelle Karriere eines der Brüder. Die Schattenseiten eines Lebens in der Prostitution und im Slum werden schonungslos gezeigt. Die Familie gerät in den Teufelskreis der Gewalt und bricht auseinander.

 

 

© 2001 Dieter Herchenbach