Messias - Die ersten Morde

Tipp für Schwule

Folge 1/2, 
Das Montagskino präsentiert als Deutsche Erstaufführung einen britischen Fernseh-Zweiteiler der Extraklasse: "Messias", die Geschichte der verzweifelten Jagd auf einen Serienkiller, dessen Opfer scheinbar nichts verbindet - bis auf einen silbernen Löffel, der statt der Zunge in ihrem Mund steckt. Diese Verfilmung des gleichnamigen Romans von Boris Starling bewegt sich in der Tradition der spannenden, sehr gut gemachten BBC-Thriller, die inzwischen zu einem Markenzeichen für überdurchschnittlich intelligente Unterhaltung geworden sind.

Ein Serienkiller geht in London um. Seine außergewöhnlich grausam ermordeten Opfer haben nur eines gemeinsam: statt der Zunge steckt in ihrem Mund ein silberner Löffel. Die ersten beiden Opfer sind schwul und das führt die Polizei auf eine Spur. Chief Inspector Metcalfe (Ken Stott) und sein Team stehen angesichts der alttestamentarisch anmutenden Todesarten der Opfer vor einem Rätsel, das mit jedem weiteren Mord dringender gelöst werden muss. Dass der Inspector gleichzeitig mit privaten Problemen zu kämpfen hat, macht sein Leben nicht einfacher.

Sein jüngerer Bruder Eric (Kieran O'Brien) wird aus dem Gefängnis entlassen, lehnt jedoch jeden Kontakt mit dem älteren Bruder ab. Metcalfe nämlich hatte einst Eric nach dessen Mord an einer jungen Frau an die Polizei ausgeliefert - ein Verrat, den Eric nicht verzeiht. Und auch Metcalfe selbst trägt schwer an einem Trauma: die Bilder eines vor Jahren verursachten Verkehrsunfalls quälen ihn immer heftiger. Wäre da nicht die glückliche Ehe mit seiner tauben Frau Susan (Michelle Forbes), die unter seiner zunehmenden Arbeitsbelastung allerdings auch zu leiden hat, bliebe Metcalfe kaum noch Luft zum Atmen. Denn das der Mordserie zugrundeliegende Prinzip, von Motiven ganz zu schweigen, liegt auch nach dem fünften Opfer immer noch im Dunkeln ...

Ein Thriller, der nicht einfach die inzwischen gängige Serienkiller-Routine abspult, sondern seine Handlung mit intelligent konstruierten Nebenhandlungen und lebendig gezeichneten Figuren so gut unterfüttert, dass sich die Geschichte neben dem reinen Krimiplot noch weitergehenden Fragen zuwenden kann - zu Schuld und Sühne, Verdrängung, Reue und der oft qualvollen Konfrontation mit sich selbst. Nicht umsonst wurde "Messias" in Kommentaren häufig mit David Finchers Genre-Highlight "Seven" verglichen. Hauptdarsteller Ken Stott, der schon in Danny Boyles "Kleine Morde unter Freunden" (1994) einen hartnäckigen Inspektor spielte, ist einem deutschen Fernsehpublikum wahrscheinlich 1991 zum ersten Mal begegnet - als Onkel John in der skurrilen Serie "Der singende Detektiv". Lange Zeit auf prägnante Nebenrollen spezialisiert, tritt der 47-jährige Schotte mit dem leicht zerknautschten Gesicht inzwischen häufiger in Hauptrollen in Erscheinung. 


Fortsetzung 

Krimi, Thriller
GB 2001 
Original Titel: Messiah: Part 1: The First Killings 
Regie: Diarmuid Lawrence 

Darsteller und Rollen: 

Ken Stott (Red Metcalfe), Neil Dudgeon (Duncan Warren), Jamie Draven (Jez Clifton), Frances Grey (Kate Beauchamp), Michelle Forbes (Susan Metcalfe) 

 

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