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Der Vergleich drängt sich auf: "My Big Fat Greek Wedding" und "Mambo Italiano" haben eine Gemeinsamkeit: Sie spielen im Mikrokosmos europäischer Auswanderer in Nordamerika. Waren es letztes Jahr die Griechen, die mit ihrer kulturellen Altlast in der Neuen Welt überall aneckten, so sind es nun die Italiener, die in Kanada in Montréal, im italienischen Viertel die heimatlichen Traditionen weiter- und hochleben lassen. Und damit hat es sich auch schon mit der Gemeinsamkeit. Denn was der schnuffige Angelo Barberini in diesem Film erlebt, ist sehr speziell. Schon als Kleinkind - wie wir in köstlich inszenierten Rückblenden erfahren - erfährt Angelo in der Familie die herkunftstypische Bevormundung durch die Familienoberhäupter. Ob jetzt Vater oder Mutter die Hosen anhat, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Seine Schwester - ein Bilderbuch-Suchtmensch - ist ihm keine Hilfe. Einzig der Nachbarsjunge Nino Paventi ist ein Lichtblick. Die zwei Jungs verstehen sich prächtig und verbringen viel Zeit miteinander. Das ändert sich allerdings, als sie auf die höhere Schule kommen. Dort ist Angelo schnell als "Schwuchtel" verschrieen und Nino wendet sich von ihm ab. Jahre vergehen und Angelo wird immer unglücklicher in der scheinbar heilen Welt der "familia". Denn er merkt, dass er den strengen Normen dieser Gesellschaft nicht genügen kann. Ein italienischer Sohn verlässt das Elternhaus nur als Bräutigam oder im Sarg. Ersteres kann sich Angelo nicht vorstellen (obwohl inzwischen in Quebec schwule Ehen möglich sind, hehe!) und zweiteres möchte er sich nicht vorstellen. Also ergreift er die Flucht und verlässt das Nest auf eigene Faust. Drama grandissima bei seinen Eltern... Prompt wird seine neue Wohnung ausgeraubt. Aber Wie alles hat auch dieses sein Gutes, denn Nino - inzwischen immer noch blendend aussehend und Polizist erscheint auf der Bildfläche und sofort funkt es wieder zwischen den Beiden. Natürlich darf das kein Mensch auf der Welt wissen. Selbst als die Beiden zusammenziehen, hat jeder offiziell sein eigenes Zimmer. Dummerweise platzt Angelos Schwester Anna in ein Schäferstündchen, aber mit einer gehörigen Portion Valium kommt sie darüber hinweg. Vorerst. Der erste Schritt zum Outing ist gemacht. Aber das verträgt sich nun leider nicht mit dem Macho-Bild eines Italieners. Nino schiebt Panik, dass seine Mutter, seine Kollegen oder sonst irgendwer auf dieser Welt herausbekommen könnte, dass er schwul ist. Er liebt Angelo, aber nur im stillen Kämmerlein. Für Angelo ist Nino sein Ein-und-Alles. Er steht in einem inneren Konflikt. Auf der einen Seite möchte er sich outen; seinen Eltern endlich die Wahrheit sagen. Auf der anderen Seite respektiert er Ninos Ängste. Klar, das das nicht gut gehen kann. Er findet Trost beim Anruf bei der Gay Help Line. Schließlich kommt es zum großen Knall. Angelos Eltern und Ninos verwitwete Mutter wollen sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass ihr Sohn mit einem Schwulen zusammen ist. Interessanterweise ist natürlich nur der schwul, der sich besteigen lässt. Die Moral ist eben dehnbar wie... Die Situation spitzt sich zu, als die Nachbarn in Little Italy Wind von der Sache zwischen Angelo und Nino bekommen. Und hinter den Rücken schmieden die paktierenden Eltern Heilungspläne... Eine Rassefrau soll die Jungs wieder umpolen. Das hört sich jetzt alles dramatischer an, als es im Film
transportiert wird, ja, eigentlich ist er ein Drama, aber mit soooo vielen
unglaublich treffsicheren Witzen über die italienische Mentalität und
die schwulen Klischees angereichert, dass man nahezu ununterbrochen
schmunzelt, lacht und sich vor lauter Spaß schier in die ... Backe kneift
- öhem. Handwerklich einwandfrei gemacht, mit einem ausgezeichneten Ensemble besetzt und voller übersprühendem Charme. Ein echtes Kinohighlight für die Schwulen und alle, die es werden wollen. Kaufen als DVD bei Amazon |
Komödie Kanada 2003 Regie: Émile Gaudreault |
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Darsteller & Rollen: Luke Kirby .... Angelo Barberini |