|
Der US-Major Steven O´Rourke (Matt LeBlanc, aus der Serie "Friends")
trägt den Spitznamen "Spezial Agent Beinahe". Er arbeitet im Zweiten Weltkrieg als Spion für die Alliierten
hinter den feindlichen Linien. Dabei gelingen ihm seine Missionen immer nur
beinahe. Daher der Spitzname. Sein letzter Auftrag: den Deutschen die
Chiffriermaschine "Enigma" abzuluchsen. In einer waghalsigen Aktion gelingt es ihm, den Nazis ein solches Gerät
in Italien zu entwenden und es bis zur Stellung der Briten zu schaffen. Doch ein überkorrekte britische Offizier lässt die Enigma vernichten, da er sie für eine Schreibmaschine hält und "feindliche Hardware nicht-militärischer Natur" laut Handbuch zu zerstören ist. Vor Wut
beißt O´Rourke in der Hand des Offiziers und landet dafür umgehend im Militärknast.
Dort wird er 1944 von dem hochrangigen Secret-Service-Offizier Oberst Aitken
(Edward Fox) herausgeholt und erhält einen neuen Auftrag. Wieder soll er
eine Enigma besorgen, allerdings direkt aus einer Fabrik bei Berlin. Denn die
Deutschen bewachen die Dinger an zugänglicheren Orten immer strenger. Aber
damit nicht genug... Bis auf Kinder und Greise befinden sich in Deutschland ja alle Männer an der Front und
deshalb arbeiten in der Enigma-Fabrik ausschließlich Frauen.
O´Rourke werden der merkwürdige aber sympathische Code-Experte Johnno (David
Birkin) und der britisch-korrekte Bürohengst Archie (James Cosmo) zur Seite gestellt.
Der Transvestit Tony (Eddie Izzard) wird gezwungen, ebenfalls an der Mission
teilzunehmen, denn man benötigt seine besondere Fähigkeit, aus diesem Haufen mehr oder weniger gestandener Männer eine Handvoll deutscher Arbeiterinnen zu machen.
Als dieses Werk mehr schlecht als recht vollbracht ist, landet die Truppe
während eines Bombenangriffs nach einem Fallschirmabsprung auf den Feldern bei Berlin. Doch die Fabrik, die auf den Luftbildern
deutlich zu sehen war, entpuppt sich als Attrappe. Nun müssen die "Männer Ihrer Majestät" ihre Pläne ändern.
Der Film ist ein Eintopfgericht mit einem Schuss Anti-Kriegsfilm, ein bisschen Transvestiten-Klamauk, einer kleinen
Lovestory und einer Prise Action. Er stellt eine Mischung aus verschiedensten Genres dar, was
im Prinzip ja keine schlechte Grundlage für ein gelungenes Kino-Süppchen ist.
Leider ist er trotzdem kein echter Brüller geworden, weil es irgendwie an
Authentizität mangelt. und das, obwohl der Story eine wahre Begebenheit
zugrunde liegt.
Das hört sich jetzt negativer an als es wirklich ist, denn der Film ist durchaus
unterhaltend. Gekonnt vermeidet Ruzowitzky das Abdriften in actionüberladene Hollywood-Gefilde einerseits und in albernen Slapstick andererseits.
Die Truppe, die ein paar recht männlich anmutende Frauen abgibt, ist schon
sehenswert. Allen voran der "Friends"-Star Matt LeBlanc (der als vollbusige Italienerin Gina dem Nazigeneral Landsdorf den Kopf verdreht) und die britische Travestielegende
Eddie Izzard. Deutsche Kinostars wie Udo Kier ("End of Days", "Blade"),
Nicolette Krebitz ("Bandits") und Oliver Korittke ("Bang Boom Bang") haben in dieser internationalen Produktion allerdings nur die Nebenrollen
abbekommen.
Als komisches Drama im weitesten Sinn des Begriffs, erlaubt "Die Männer Ihrer Majestät" dem Zuschauer einen Blick hinter die
feindlichen Linien von Gesellschaft, Klassen und Geschlechter - und gleichzeitig einen neuen Blick auf sich selbst.
Presseinfos:
Für die britische Stand-Up-Sensation Eddie Izzard war die kritische Auseinandersetzung mit alltäglichen Gegebenheiten und deren spöttische Entlarvung von jeher die Basis all seiner Programme. Und Matt LeBlanc, der hier als O'Rourke zu sehen ist, beweist, dass er nicht nur gut aussieht, sondern auch Intelligenz, Intuition und Sensibilität besitzt - Eigenschaften, die einen guten Schauspieler auszeichnen.
Obwohl die Geschichte um den bunt zusammengewürfelten, als Frauen verkleideten Haufen, der sich in Deutschland einschleichen und eine kriegswichtige Chiffriermaschine stehlen soll, auf Tatsachen beruht, dürfte es für viele Zuschauer eine Überraschung sein, wie das Thema Transvestismus hier behandelt wird - nämlich jenseits von purem Slapstick und tumbem Schenkelklopfer-Humor.
Das Drehbuch zu Die Männer Ihrer Majestät kursierte bereits seit etwa fünfzehn Jahren in Hollywood, ohne dass der richtige Produzent und die richtigen Stars dafür gefunden werden konnten. Im Frühjahr 1999 war es schließlich Marco Weber, der das Buch aus seinem Dornröschenschlaf erweckte, indem er den britischen Comedy-Schreiber David Schneider mit einer Neufassung des Stoffes betraute. Als Regisseur verpflichtete Weber Stefan Ruzowitzky, dessen "Alpen-Western" "Die Siebtelbauern" (1998) ihn beeindruckt hatte.
Ruzowitzky bringt ihre gemeinsame Vision des Films auf den Punkt, wenn er erläutert: "Wir hatten weder eine derbe Transvestiten-Nummern-Revue noch einen knallharten, Action-orientierten Kriegsfilm im Sinn. Die Männer Ihrer Majestät setzt sich vielmehr aus den zahlreichen, gänzlich unterschiedlichen Elementen verschiedener Genres zusammen."
Als nächstes wurde Jeff Stockwell engagiert, um eine zweite Drehbuchfassung von Die Männer Ihrer Majestät zu erstellen. Diese lag im Juni 2000 vor und schon kurz darauf wurde Matt LeBlanc unter Vertrag genommen. "Nachdem Matt an Bord war," erinnert sich Weber, "klappte alles wie am Schnürchen. Eddie (Izzard), James (Cosmo), David (Birkin) und Nicolette (Krebitz) sicherten postwendend ihre Mitarbeit zu."
Besonders wichtig für die Produktion war natürlich das Engagement Izzards, jenes Mannes, der Transvestismus "chic" gemacht hat. Eddie Izzard, der sich selbst als "Lesbe in einem Männerkörper" bezeichnet und das "Verkleiden" ins Zentrum seiner fünf umjubelten, unter anderem Emmy-gekürten One-Man-Shows stellte, meint dazu jedoch nur ganz bescheiden: "Matt, der Steven O'Rourke spielt, ist der wahre Held der Geschichte, ich wirble nur im Hintergrund herum."
Neben all den talentierten Darstellern war besonders ein realistischer Set vonnöten. Das Nazi-Deutschland vor und nach den alliierten Bombenangriffen wieder zum Leben zu erwecken, war eine des schwierigsten Aufgaben. Dennoch meisterte sie Produktionsdesigner Frank Bollinger, indem er Budapest als Drehort entdeckte. Die Innenstadt der Donau-Metropole gleicht den architektonischen Gegebenheiten des damaligen Berlin - und blieb im Gegensatz zur deutschen Hauptstadt von Bomben verschont.
|
Komödie
USA/GB/D 2001 Originaltitel: All the Queen's Men
Regie: Stefan Ruzowitzky
Drehbuch: David Schneider, Jeff Stockwell
Laufzeit 105 min.
|