Love Is The Devil

Spielfilm über das Leben , Werk und Lieben des schwulen Malers Francis Bacon. Der 1909 geborene Ausnahmekünstler verliebt sich im London der 60er in George Dyer. Dieser wird sein Liebhaber, Modell und Muse. Bis zum dramatischen Ende.

Die bildhafte Inszenierung des Filmes unterstreicht dessen Thematik. 

London 1964: Der avantgardistische Maler Francis Bacon verliebt sich in den Kleinkriminellen George Dyer und macht ihn zu seinem Modell. Während ihre Liaison eine Reihe erstrangiger Kunstwerke hervorbringt, führt die persönliche Beziehung unaufhaltsam in die Katastrophe.

Swinging London 1964: Der berühmte Künstler Francis Bacon überrascht den jungen George Dyer, als dieser in sein Atelier einbricht. Statt ihn der Polizei auszuliefern, macht er ihn zu seinem Liebhaber. Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum der Londoner Bohème, in der ihn Künstler, Fotografen, Literaten, Modelle und Lustknaben hofieren. Dyer - der Kleinkriminelle aus dem Arbeiterviertel - entdeckt eine neue Welt. Eine Welt, in der er sich zwar unwohl fühlt, die ihn aber magisch anzieht. Dyer wird zum Modell und zur Muse des Malers, inspiriert den Künstler zu einigen seiner besten und erfolgreichsten Porträts. Doch schon bald betrügt Bacon ihn mit anderen Männern. Und der intellektuelle Freundeskreis des Künstlers hat nur noch Spott und Verachtung für den Proletarier übrig. Durch exzessiven Konsum von Alkohol und Drogen betäubt Dyer seine Frustration und verliert allmählich jeden Halt. Bacon will Dyer als Liebhaber loswerden, ihn allerdings als Modell halten. Dyer, unfähig die Beziehung zu lösen, zerbricht. Während Bacon bei der Vernissage einer triumphalen Retrospektive gefeiert wird, mischt sich sein Liebhaber im Hotel einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten.

"Love Is the Devil" ist das Spielfilm-Debüt von Regisseur und Drehbuchautor John Maybury. Der Filmemacher begann in den 70er Jahren mit Filmen über die Londoner Punkszene. Einen Namen machte er sich vor allem als Regisseur von Musikvideos und Avantgarde-Filmen für ein vornehmlich schwul-lesbisches Publikum. Mit dem filmischen Porträt "Love Is the Devil" nähert sich Maybury einem größeren Publikum an. Dabei interessierte ihn die Chronologie der Bacon'schen Biografie allerdings wenig: "Meine Lieblingsbilder von Bacon sind die von George Dyer. Mich interessierte diese besondere Beziehung zwischen den beiden, weil sie fast eine archetypische Beziehung zwischen einem Künstler und seinem Modell darstellt." Maybury setzt den Konflikt mit packender visueller Kühnheit um. Stilistisch ist er am Schaffen Bacons orientiert. Seine Bildsprache ist abstrakt, provokativ und grausam.

1998 und 1999 wurde "Love Is the Devil" auf internationalen Filmfestivals begeistert aufgenommen. Unter anderem erhielt er die Auszeichnung "Best New British Feature" in Edinburgh. Auswahl aus John Mayburys Filmografie von John Maybury: "Glistening with Energy" (1984), "Absurd" (1989), "Tunnel of Love" (1991), "Man to Man" (1992), "Remembrance of Things Fast: True Stories Visual Lies" (1994), "Genetron " (1996), "Love Is the Devil" (1998) und "Marlowe" (2003).

Bestellen bei JPC als VHS oder DVD in der Originalfassung mit Untertitel.

Drama

Buch: John Maybury
Musik: Ryuichi Sakamoto
Original Titel: Love is the Devil
Regie: John Maybury

GB/F/JP 1998 

Darsteller und Rollen: 

Derek Jacobi (Francis Bacon)
Daniel Craig (George Dyer)
Tilda Swinton (Muriel Belcher)
Anne Lambton (Isabel Rawthorne)
Adrian Scarborough (Daniel Farson)
Karl Johnson (John Deakin)
Annabel Brooks (Henrietta Moraes)
Richard Newbould (Blond Billy)
Tallulah (Ian Board)
Andy Linden (Ken Bidwell)

 

© 2003 Dieter Herchenbach