Like it is 

New british cinema mit Roger Daltrey (ja, der von "The Who") und er mimt einen sehr geschäftstüchtigen Musik-Produzenten. Nett gemacht ist auch der Seitenhieb auf ein ?branchenübliches? Boygroup-Casting... Einer seiner Angestellten in London ist Matt (Ian Rose), der mit seinem Hauptarbeitsgebiet "Paula" (Dani Behr) zusammen wohnt. Er managt und promotet die Sängerin, die es genießt, einen gutaussehenden Mann an ihrer Seite zu haben. In diesem Zusammenhang tritt sie auch in einem Schwulen-Club in Blackpool auf. Man muss dazu sagen, dass Blackpool das Las Vegas Großbritanniens ist. Allerdings eine ziemlich heruntergekommene und "billig" Ausgabe von Las Vegas. Vor diesem Club nun steht der etwas unschlüssige Craig (Steve Bell), 21 Jahre jung, hübsch, der seinen Lebensunterhalt mit illegalen Boxkämpfen im Halbweltmilieu verdient. In der Gemeinschaft der rauen Sportler ist er akzeptiert, doch er weiß, dass er anders ist. Und so schleicht er Matt nach, der üblicherweise nichts anbrennen lässt. Sie landen in Craigs Zimmer und der Junge will aufs Ganze gehen. Das muss natürlich desaströs enden. Dennoch hinterlässt der ziemlich geplättete Matt seine Visitenkarte (wie Mann das halt so tut). Es dauert nicht allzu lange und "Blackpool" (wie in Matts Freunde nennen, weil er ihnen schon so viel von diesem merkwürdigen Typen erzählt hatte) steht vor der Tür. Er zieht bei Matt und Paula ein, was zu Reibereien zwischen den beiden um Matts Aufmerksamkeit buhlenden Bewohnern führt. Mit Matt lernt er die Club- und Musikszene Sohos kennen und auch fürchten; Drogenkonsum überall. Der auf Kampf gedrillte Junge kommt mit der Szene nicht zurecht und eckt ständig an. Als seine Liebe zu Matt zu zerbrechen droht, geht er nach einigen Verwicklungen (und seiner diesmal geglückten "Entjungferung" durch Matt, öhem...) zurück nach Blackpool, um sich in einem blutigen Kampf seinen Ängsten zu stellen. Matt indessen steht vor der Entscheidung seines Lebens: Erfüllung seines Traumes vom eigenen Gay-Club oder den bahnbrechenden Gefühlen für Craig nachgeben?

Der Film ist nichts für zartbesaitete Gemüter; damit meine ich die Faustkampfszenen. Insgesamt fand ich persönlich ihn sogar *so* "realistisch", dass ich mir danach erst einmal vergegenwärtigen musste: "Hey, das waren Schauspieler! Das war Fiktion, kein Dokumentarfilm!"

UK 1997, 93 Min, OV
Regie: Paul Oremland

 Steve Bell, Ian Rose, Roger Daltrey

 

© 2000 Dieter Herchenbach