|
|
Ein Film über eine Stadt in Wyoming. Über die Bewohner dieser Stadt. Über ihre Meinung, Gefühle und Taten nach dem grauenvollen Mord an dem Studenten Matthew Shepard. Die Täter - zwei junge Männer aus dieser Stadt - haben den Schwulen Matt Shepard in ihrem Auto entführt, ihn zusammengeschlagen, beraubt, an einem einsamen Weidezaun gefesselt, weiter misshandelt und schließlich zum Sterben 18 Stunden dort hängen lassen. Motiv: Schwulenhass. Der Fall und der Prozess ging seinerzeit durch die Medien aller Welt. Eine engagierte Theatergruppe nahm sich des Stoffes an und wollte ihn für ein Stück aufarbeiten. Die Idee war, die Menschen rund um Matt Shepard in ihrem Zuhause darzustellen. Zu untersuchen, was zu diesem unaussprechlichen Verbrechen aus Hass geführt hat. Ich glaube der Begriff "Hate Crime" wurde in diesem Zusammenhang erstmals weltbekannt. Die Mitglieder dieser Gruppe - z.T. auch Schwule und Lesben - machten sich auf den Weg von New York nach Wyoming, um mit den realen Personen und Zeitzeugen zu sprechen. Genauer gesagt, ihre Interviews dienten als Grundlage für das geplante Theaterstück. Und aus dem sehr erfolgreich in vielen Teilen der Staaten aufgeführten
Bühnenstück produzierte der US-Pay-TV-Sender HBO einen abendfüllenden Film.
Ein Dokudrama. Er konnte dafür eine ganze Reihe namhafter Schauspieler
gewinnen, die sich gerne für das ambitionierte Stück ins Zeug legten. Zeigte
doch der Fall um den Mord an Matt Shepard, dass die Auseinandersetzung mit dem
Themenkomplex "Homosexualität und Schwulenhass" dringend notwendig
war. Es ist erschreckend zu sehen, dass einige Bewohner dieser Stadt es immer
noch nicht begriffen haben, was für ein schreckliches Verbrechen an einem ihrer
Bürger begangen wurde. Nein, ich muss sogar sagen, sie wollen es nicht
begreifen. Es werden die fadenscheinigsten "Entschuldingungen"
angeführt aus denen entweder Ohnmacht oder blanker Hass zu erkennen ist. Dem Film gelingt es mit geradezu beängstigender Erzähldichte diese Vorgänge auf den Bildschirm zu bringen. Ganz bewusst steht nicht das Opfer im Mittelpunkt, auch nicht die Täter, sondern das Umfeld, das weitere Umfeld, die Stadt (deren Namen das Projekt trägt), der Staat Wyoming, ja sogar die ganze amerikanische Gesellschaft. Der Regisseur und Drehbuchautor unternimmt den Versuch, ein Bewusstsein zu wecken, welche sozialen, lokalen und persönlichen Hintergründe und Entwicklungen zu solch einem Ausbruch an Grausamkeit und Hass geführt haben könnten. Natürlich bleibt er eine einfach Antwort schuldig und jeder Zuschauer muss sich darüber seine eigenen Gehdanken machen, aus eigenen Erfahrungen schöpfen, sein eigenes Gewissen erforschen. Ein Film zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden. Unbedingt ansehen.
Bestellen bei JPC als VHS oder DVD in der deutschen Synchron- und bei DVD mit zusätzlicher Originalfassung.
|
Dokudrama |
|
|
|
Darsteller und Rollen: |