Kommissar Beck - Die neuen Fälle

Der Lockvogel

... ist ein Junge, der die Polizei auf die Spur eines Kinderhändlerrings und den Mörder zweier afrikanischer Knaben bringen soll.
Der gewaltsame Tod eines 14jährigen Einwandererjungen stellt Kommissar Beck vor ein Rätsel: kein Motiv, keine Zeugen oder sonstige Hinweise. Als ein zweiter Junge aus Uganda ertrunken aufgefunden wird, spekulieren die Medien über rassistische Motive der Morde. Das anzügliche Foto auf einer Homepage für Pädophile, das die EDV-Expertin Lena Klingström im Internet findet, läßt eine Verbindung zwischen den beiden Verbrechen vermuten: Es zeigt die beiden Ermordeten zusammen mit einem unbekannten dritten Jungen in eindeutiger Pose. Lena gelingt es, den Absender der Foto-Dateien zu lokalisieren: Keith Karlsson, Manager einer Spielhalle. Als Beck ihn verhören will, findet er Karlsson ermordet in seinem Büro vor, die Festplatte seines Computers wurde gelöscht. Becks Mitarbeiter Gunvald Larsson spürt den dritten Jungen, Aron, auf. Von ihm erfährt Beck, daß Karlsson verwahrloste Straßenkids aufgegriffen und via Internet-Pornographie an zahlungskräftige Kunden vermittelt hat, um seine riesigen Spielschulden zu finanzieren. Beck vermutet, daß der Mörder ein Kunde ist, der von Karlsson erpreßt wurde. Mehr als eine verschlüsselte E-mail-Adresse steht ihm aber nicht zur Verfügung. Eine waghalsige Operation mit Aron als Lockvogel gerät zum Desaster. Der Mörder kann unerkannt entkommen, und auch Aron verschwindet. Die Anstecknadel einer Freimaurerloge führt Beck auf die Spur von Richter Lagerfeldt... 
- "Der Lockvogel" bildet den Auftakt einer spannend inszenierten vierteiligen Krimireihe. Im Gegensatz zu bisherigen Neuverfilmungen der Kultbücher von Maj Sjöwall und Per Wahlöö wurden um die Romanfiguren herum aktuelle und wirklichkeitsnahe Stoffe neu geschrieben. Die temporeichen Inszenierungen verbinden somit moderne, optisch reizvolle Kinoästhetik mit psychologisch präziser Zeichnung der Figuren und ihrer Milieus.

Die Todesfalle

Kommissar Martin Becks Kollege Nordmark wird erschossen auf einer Parkbank aufgefunden. Aus einem Abschiedsbrief an den Strichjungen Leonard erfährt Beck, daß der Tote unter seiner geheimgehaltenen Homosexualität gelitten hat. Lena Klingström fällt auf, daß Nordmark regelmäßig Daten aus dem Polizeicomputer abgefragt hatte, die mit seinen Fällen nichts zu tun hatten. Der mißtrauisch gewordene Beck findet heraus, daß der Abschiedsbrief des Toten gefälscht und daß Nordmark ermordet wurde. Aufgrund seiner Homosexualität wurde er erpreßt, um bei der Polizei als Maulwurf zu arbeiten. Ausgerechnet den Großkriminellen Gavling, gegen den die Polizei seit Jahren erfolglos ermittelt, hat Nordmark mit Informationen versorgt. Der skrupellose Gangster ist ein alter Bekannter, der bei Becks erstem Mordfall vor 19 Jahren aufgrund eines Formfehlers freigesprochen worden war und seither sein Unwesen treibt. Es gelingt Beck, die Zeugin Gunilla Enmark ausfindig zu machen, die von Gavling damals durch massive Drohungen mundtot gemacht worden war. Beck kann sie dazu bewegen, jetzt doch gegen Gavling, der seinerzeit ihren Säugling aus dem achten Stock geworfen hatte, auszusagen. Doch der Kommissar ahnt nicht, daß Gavling in der Zwischenzeit einen neuen Spitzel eingeschleust hat und über die Ermittlungen gegen ihn bestens informiert ist ...

Spielfilm, Schweden 1997
Regie: Harald Hamrell
Drehbuch: Rolf Börjlind
Musik: Ulf Dageby
Kamera: Olof Johnson

Martin Beck: Peter Haber
Gunvald Larsson: Mikael Persbrandt
Lena Klingström: Stina Rautelin
Joakim Wersen: Per Morberg
Sören Nordmark: Jan Nyman
Inger: Rebecka Hemse
Jens Loftegard: Frederik Ultvedt
John Banck: Michael Nyqvist
Oljelund: Ottfried Fischer
Gavling: Lennart Hjulström
Gunilla Enmark: Monica Edwardsson
und andere

 

 

© 2000 Dieter Herchenbach