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zur Musik des schwulen Haus- und Hofkomponisten Lully. Wenn der König (Benôit Magimel) tanzt, herrscht ergriffenes Schweigen. Sein jugendlicher, glatter Körper ist über und über mit Gold bemalt. Er ist die Sonne und um ihn herum drehen sich die Planeten. Seine Tanzschritte verkünden mit jedem Stampfen aufs Parkett: Ich bin der Herrscher. L'état, c'est moi. Der französische Herrscher liebt die Künste, aber noch mehr sich selbst. Und der in ihn verliebte Komponist Jean-Baptiste Lully (Boris Terral) liefert dazu den Soundtrack zur Demonstration der Macht. Der Belgier Gérard Corbiau, hierzulande durch sein Porträt des Kastratensängers «Farinelli» bekannt geworden, hat sich mit «Der König tanzt» erneut ein musikalisches Thema gewählt und mit - im wörtlichen Sinne - barocker Pracht umgesetzt, das in vielen Teilen Vergleiche mit Milos Formans «Amadeus» nicht zu scheuen braucht. Insbesondere hat es der Regisseur auf das wechselhafte Verhältnis zu Lully und zu Molière (Tcheky Karyo) abgesehen. Lully, der Italiener in Frankreich, ist ein exzentrischer Künstler, der sich ganz auf sein Genie verlässt - und auf die Protektion des Sonnenkönigs. Mit Molière soll er die große französische Oper entwickeln und damit den vorherrschenden Italienern etwas Eigenes entgegen setzen. Doch nicht nur Molière fällt aufgrund seiner spöttischen Dramen in Ungnade, auch Lullys Tage als erster Komponist sind gezählt. Corbiau hat seinen Film, basierend auf einer Lully-Biografie von Philippe Beaussant, als klassisches Drama vom Aufstieg und Fall eines Anmaßenden gestaltet. Auf dem Totenbette liegend, resümiert der vergessene, verarmte Lully sein tragisches Schicksal. Mitleid will man als Zuschauer jedoch nicht empfinden. Dafür betrachtet man das alles zu sehr als musikalisches Märchen aus fernen Tagen. Wenn auch als sehr opulentes Märchen.
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Kostüm-Film, Drama |
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© 2001 Dieter Herchenbach