Kiss Me, Guido

Schon 'mal 'was von "GWM" gehört? Nun, wenn Du einschlägige Ami-Presse gelesen hast, weißt Du, dass es die gängige Abkürzung für "Gay White Male" ist... Unser Filmheld hingegen hält es für "Guy With Money" als er die Anzeige, die ihm eine Mitwohnmöglichkeit anbietet, liest. Da er gerade seine Freundin mit seinem Bruder auf dem elterlichen Küchentisch erwischt hat, tapst die Schnuckelschnitte "Frankie" in die ungewollte "Falle" des zukünftigen Vermieters und dessen schwuler Freunde. Als dieser ihm dann auch noch ein lang ersehntes Engagement als Schauspieler verschafft, ist eine "gewisse Ich-schulde-Dir-'was-Situation" gegeben. Und dass der Ärmste dann auch noch einen Schwulen darstellen muss, ist einer der vergnüglichen Höhepunkte dieser Komödie. Allerdings kommen sich die beiden Gegensätze (intellektueller Schwuler und leicht unterbelichteter Heti) durch aufkeimende Sympathie langsam näher.

Dieser Film vergisst kein Klischee: Die Tunte, den Macho, die katholische Mama die sexgeile einsame Hausfrau... Aber er treibt alle so auf die Spitze, ja geradezu ad absurdum, dass man nur herzhaft darüber lachen kann. Ein Feuerwerk optischer und wortspielerischer Gags. Übrigens heißt niemand in diesem Film "Guido"... Das ist nur eine Typbezeichnung für einen goldkettchentragenden Italo-Ami.

 

© 2000 Dieter Herchenbach