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"King George" ist verrückt (soll zumindest dafür verkauft werden), der Schauspieler und Regisseur zwar nicht, aber schwul ... Genau so wie Rupert Everett ("Ernst sein ist alles", "Ein Freund zum Verlieben", "Another Country") als Prince of Wales in dieser geistreichen Komödie aus dem Hause Windsor. Und auch der Hauptdarsteller Nigel Hawthorne ist uns nicht unbekannt, haben wir ihn doch schon als eher bemitleidenswürdigen, von seinem jugendlichen Lover langsam ad acta gelegten, äußerst kultivierten Theaterkritiker Rodney in Liebe in jeder Beziehung, der Verfilmung des großartigen Romans von Stephen McCauley, genießen dürfen. Letzterer Film ist übrigens ebenso von Nicholas Hytner gedreht worden wie eben der King George. Auch in dieser preisgekrönten, geistreichen Reflexion auf die Fallstricke der Macht besticht Hawthorne durch seine vollendete Darstellung, die die hintergründige Listigkeit wie auch den (vermeintlichen?) Wahnsinn des für verrückt erklärten Königs beeindruckend auf die Leinwand bringt. Der Film selbst ist sowohl eine köstliche Satire auf die Monarchie, die Machenschaften am Hofe als auch eine wahre Augenweide für Liebhaber des Ausstattungskinos. Das Leben von George III. ist ein ständiger Wechsel von Wahnsinn und Normalität, von Tragik und Komik. Humorvoll, derb und auch mit großer Zärtlichkeit integriert der Film die historischen Hintergründe um die königliche Krise des "Vaters der Nation". Wenn die Königin (gekonnt in Szene gesetzt von Helen Mirren, bekannt aus Calendar Girls) ihre Kinder anweist: "Lächelt und winkt. Dafür werdet ihr schließlich bezahlt", wird auch dem letzten Zuschauer klar, dass Nicholas Hytners Regiedebüt kein gewöhnlicher Historienfilm ist. Immer wieder nimmt das von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeierte Werk mit augenzwinkernder Ironie die moderne britische Monarchie aufs Korn, ohne sie bloßzustellen. Buchstäblich aus der Schlüssellochperspektive beobachtet die Kamera, wie das Privatleben des Königs zunehmend in seine staatlichen Angelegenheiten hineinwirkt. Dabei verzichtet Hytner, der bereits das dem Film zugrunde liegende Drama erfolgreich am Royal National Theatre inszeniert hatte, keineswegs auf die für ein Historiendrama obligatorische reiche Ausstattung. Der geniale Filmarchitekt Ken Adam ("Goldfinger", "Barry Lyndon") erhielt für seine Bauten den zweiten Oscar seiner Karriere. Nominiert waren zudem Drehbuchautor Alan Bennett, aus dessen Feder auch das Theaterstück stammt, Helen Mirren und der großartige Hauptdarsteller, der diese Rolle bereits auf der Bühne gespielt hatte. Helen Mirren wurde darüber hinaus 1995 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet.
Übrigens: Das im Film dargestellte Happy End blieb dem historischen George III., der an einer seltenen Stoffwechselkrankheit litt, verwehrt: Im Jahre 1811 wurde er, erblindet und geistig umnachtet, als König abgesetzt. Nun endlich gibt es den Film auch auf DVD, deren Ausstattung bietet jedoch keine weiteren Leckerbissen.
Bildformat: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Ländercode: 2 |
Spielfilm Regie: DVD-Start: 06. April 2005 |
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Rollen und Darsteller: George III ........... Nigel Hawthorne |