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Ich habe es doch schon immer gewusst: Doppelmoral ist eine der größten "Stärken" der US-Amis... Jetzt kommt der "Beweis" in Form dieses Filmes. Und zu meiner besonderen Freude versteht er es, eben diese Doppelmoral auf das Köstlichste der Lächerlichkeit preiszugeben.
Stellt Euch vor: Südstaaten, 1996 ...
In der Kleinstadt Azalea Springs wird das Leben von hochkonservativen Kreisen bestimmt. Die Damen der Gesellschaft beschäftigen sich in der
"League", einem der Wohltätigkeit verschriebenen Frauen-Verein. Als der Vorstand beschließt, ein paar freiwillige Arbeitsstunden im neuen AIDS-Hospiz des Ortes zu leisten, regt sich Tumult. Insbesondere die dumm-biestige Sloan (Nancy Chartier), die sich eigentlich gewünscht hatte, mit Babies zu "arbeiten" und sich jetzt vor den "schmutzigen" AIDS-Kranken ekelt. Einzig
Alex Stratton (Keri Jo Chapman, die weibliche Hauptdarstellerin) ist begeistert von der Idee. Das mag vielleicht auch damit etwas zu tun haben, dass sie an diesem ungewöhnlichen Ort eine alte Freundin aus Highschool-Tagen wieder trifft:
Grace Miller (Teresa Garrett) und
sie kommen einander näher. Ja, Mädels, es kommt zum klassischen Coming-Out-Dialog; herrlich "peinlich". Alex ist davon so beeindruckt, dass sie sich in der örtlichen Videothek mit den Klassikern des Lesbenfilms eindeckt und
sich in einer Nacht auf den aktuellen Stand bringt. So ganz nebenbei
wird ihr dabei bewusst, dass ihre öde Ehe mit dem Ekelpaket
Robert (Matthew Tompkins) vielleicht aus einem "gewissen" Grund so
wenig unterhaltsam oder gar erfüllend ist... Ihre Mutter – tragende Säule der "League" und beste Kundin im Friseursalon und beim Innenausstatter –
erfasst immer mehr das blanke Entsetzen, als sie erst vom skandalösen Austritt
ihrer Tochter aus der "League", dann von deren Dienstantritt im "Hope House" und
schließlich gar
von deren lesbischen Neigungen erfährt.
Das sei ja nun wirklich das Allerletzte, ob sie nicht einen Gedanken darauf
verschwendet hätte, was denn ein solcher widerlicher Schritt so nach sich ziehen
könnte: sie könne sich ja nicht mal mehr im Friseursalon sehen lassen. Die Dame ist wirklich allerliebst
(und das klasse gespielt von
Barbara Lasater, die Gestik einfach einzigartig!): Permanent nörgelt sie herum,
die Nase dabei kilometerhoch
in den Himmel gereckt, behandelt ihre Mitmenschen wie Dreck, macht sich aber jede Menge Sorgen darüber, was wohl die Leute sagen.
"That way..."
Die öffentliche Meinung wird stark mitgeprägt von der Lokalzeitung, für die auch
Mark (Derrick Sanders), der Sohn des Herausgebers, arbeitet. Alles, was
mitreißt und somit die Auflage stärkt, wird gedruckt. Auf dem Azaleen-Ball, dem alljährlichen Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens, verkündet der als "he is that way" (=homosexuell) bekannte Innenausstatter
Spencer (John Hallum),
dass der Grund für die zunehmenden homosexuellen Neigungen im örtlichen Wasser
läge: "It's in the water!" ist das natürlich ein gefundenes Fressen für die Presse. Mark versucht zwar, seinen Vater davon abzubringen, gibt eine Wasserprobe zur chemischen Analyse, aber vorerst nimmt das Gerücht seinen Gang und treibt herrliche Blüten.
"I'm a healthy heterosexual!"
Die Angst vor Homosexualität beiderlei Form feiert Urstände, jedermann besorgt sich Wasser aus Flaschen von auswärts
- vom Supermarkt oder gar vom Gourmet-Lieferanten - die Brunnenanlagen,
bislang Stolz der Vorgärten und beliebter Spielplatz der Kinder werden
abgestellt und den Kindern jegliches Trinken daraus untersagt. Ja, und dann ist
da noch die Selbsthilfegruppe für schwul empfindende Männer beim schwergewichtigen Pfarrer
Brother Daniel
(John Addington), die nunmehr enormen Zulauf bekommt. Unsere männliche Hauptfigur Mark besucht sie und
trifft dort auf
Tomas (Timothy
Vahle), eine Zuckerstange, in die er sich auf den ersten Blick verknallt. Ein paar Komplikationen später
landen sie im Bett und mit dem Travestie-Star "Ray Ray" einen echten Knaller für die Zeitung.
Überhaupt kommt der Film mit einigen sehr netten Gags und Seitenhieben daher. Die Handlung ist zwar weitestgehend vorhersehbar – weil sie sich der gängigen Klischees bedient, aber eben auch deswegen so amüsant – weil sie diese Klischees als
das behandelt und bloßstellt, was sie sind.
Der Film ist in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln erschienen bei
Pro-Fun. Und passend zur Story gibt es das Cover wahlweise in
schwul
oder in
lesbisch.
Kaufen als DVD bei Amazon
oder als VHS.
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Spielfilm
USA 1996
Drehbuch: Kelly Herd
Regie: Kelly Herd
Herd Film Company INC.
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