Infam

Zwei Frauen leiten ein Internat - für Mädchen. Als das Gerücht auftaucht, daß die beiden eine lesbische Liebesbeziehung zueinander haben, geraten sie in große Schwierigkeiten, welche sogar in einen Selbstmord münden...

Typisches Beispiel für das Bild der Homosexuellen in der US-Filmindustrie im Jahre '61...

Lillian Hellman ist eine bedeutende Bühnenautorin und hat Drehbücher (originale und nach eigenen Stücken) geschrieben. Mit Mut und Engagement hat die langjährige Lebensgefährtin von Dashiell Hammett ihre politischen Rechte gegen die Verfolgungen und Verdächtigungen des Kommunistenfressers McCarthy und des "Un-American Activities Committee" verteidigt.

Es beginnt mit einem Gerücht, an dem nichts dran ist, und es endet in einer Katastrophe: Zwei Lehrerinnen werden von einer frühreifen und schwierigen Schülerin bezichtigt, eine lesbische Beziehung zu unterhalten. Das Gerücht verbreitet sich und wird an dem friedlichen und ländlichen Schauplatz zu einem Skandal mit tragischen Folgen.

"Infam" ist nach "Infame Lügen" (1936) die zweite Adaption desselben Bühnenstücks durch William Wyler. Dank der brillanten darstellerischen Leistung von Audrey Hepburn und Shirley MacLaine gerät Wylers pointiert inszenierter Film zu einer ebenso spannenden wie vielschichtigen Auseinandersetzung um gesellschaftliche Vorurteile; sie endet im Gegensatz zur ersten Filmversion ohne erzwungenes Happy-End.

 

Seit ihrer Studienzeit sind Karen Wright und Martha Dobie eng miteinander befreundet. Unter großen finanziellen Opfern haben die beiden jungen Lehrerinnen eine kleine Privatschule gegründet. Eine frühreife Schülerin fühlt sich vernachlässigt und bringt aus Rache das Gerücht in Umlauf, Karen und Martha wären ein "Liebespaar". Sie ahnt nicht, dass sie damit eine Tragödie heraufbeschwört.

Im Alleingang haben die beiden jungen Lehrerinnen Karen Wright (Audrey Hepburn) und Martha Dobie (Shirley MacLaine) im New England der späten 50er Jahre ein privates Mädchenpensionat aufgebaut. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten schreibt die Schule endlich schwarze Zahlen und Karen denkt daran, den Arzt Joe Cardin (James Garner) zu heiraten. Martha ist nicht glücklich über diesen Entschluss, denn sie fürchtet, dass sie die Schule nach Karens Heirat allein führen muss. Marthas Tante Lily Mortar (Miriam Hopkins), eine arbeitslose, exaltierte Schauspielerin, die gelegentlich als Lehrkraft aushilft, macht ihrer Nichte Vorhaltungen, es sei "nicht normal", dass eine junge Frau keine Beziehung zu einem Mann habe. Die boshafte, frühreife Schülerin Mary Tilford (Karen Balkin) wird Zeugin des Streits. Um sich an Karen und Martha für eine Bestrafung zu rächen, erzählt Mary ihrer Großmutter Amelia (Fay Bainter), ihre beiden Lehrerinnen seien ein Liebespaar, worauf alle Eltern ihre Kinder von der Schule nehmen. Weil die schwatzhafte Lily bei einer Gerichtsverhandlung fernbleibt und nicht als Entlastungszeugin gehört werden kann, ist die Karriere der beiden Lehrerinnen zerstört. Martha glaubt in ihren Gefühlen für die Freundin Karen ein Körnchen Wahrheit an dem Vorwurf der Homosexualität zu entdecken und begeht eine Verzweiflungstat.

Drama
(The children`s hour)
USA 1961

Regie: William Wyler

Drehbuch: John Michael Hayes, nach dem Bühnenstück "The children`s hour" von Lillian Hellman
Musik: Alex North
Kamera: Franz Planer

(103 Min.)

Karen Wright Audrey Hepburn
Martha Dobie Shirley MacLaine
Doktor Joe Cardin James Garner
Mrs. Lily Mortar Miriam Hopkins
Mrs. Amelia Tilford Fay Bainter
Mary Tilford Karen Balkin
Rosalie Veronica Cartwright
Studentin Mimi Gibson
Alte Dame Hope Summers
und andere

 

 

© 2004 Dieter