I love you, baby (Spanien 2001)

     

Die spanische Variante der deutschen Komödie "Coming in" - aber auch nicht wesentlich besser.

Oder hat man als schwuler Zuschauer nur ein Problem damit, wenn jemand dem eigenen "Glauben" abtrünnig wird?

Daniel (Santiago Magill, "No se lo digas a nadie") ist offen schwul in Madrid, lernt den netten, zugereisten Marcos (Jorge Sanz) kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden haben eine Affäre, passen aber eigentlich nicht wirklich zusammen. Ist Daniel Schauspieler und interessiert sich für Ballett, Kunst etc., ist Marcos eher hausbacken und typisch Mann. Als er Daní mit auf den Fußballplatz nimmt, sitzt dieser dort ähnlich verloren rum wie Marcos im Ballet.

Stellt Daní sich auch so weit es geht auf Marcos ein, bestärkt ihn in seinen Vorstellungen über ein eigenes Lokal und schenkt ihm gar ein Fußball-Fanshirt, wäre das auf Dauer wohl kaum die rechte Basis für eine Beziehung. Doch erfolgt die Trennung nicht aufgrund unterschiedlicher Interessen oder weil sie nicht mehr zueinander passten, sondern weil Marcos sich plötzlich nicht mehr sicher ist, ob er wirklich auf Männer oder nicht vielmehr auf Frauen steht.

Naja, und dann lernt er im Lokal seiner Tante und seines Onkels Marisol (Tiaré Scanda) kennen - eine Frau, die perfekt zu ihm passt, ist sie doch einer der nicht so häufigen weiblichen Fußballfans ...

Was jetzt ein bisschen klingt wie "Coming in", ist keineswegs so komödiantisch und eher flach wie sein deutsches Pendant, aber auch dieses Konzept hier überzeugt nicht wirklich.

Und ziemlich gegen den Film nimmt mich die hier gewählte "Wiedereroberungsstrategie" Daniels ein: Nach Wochen der Trauer, in denen er nicht einmal mit seiner besten Freundin Carmen (Verónica Forqué) spricht, kommt ihm die Erleuchtung. Wenn Marcos jetzt auf Frauen steht, muss er sich eben in eine verwandeln - wozu ist er schließlich Schauspieler? Ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt irgendwie lustig sein soll oder ob daraus die Verzweiflung eines alleingelassenen Verliebten spricht, auf jeden Fall befremdet es mich reichlich.

Der/die neue Daní kann "ihren" Marcos auch in der Tat becircen und verbringt viel Zeit mit ihm und Marisol. Doch als Daní ihm wieder Eifersucht rührend näher kommt, fällt es Marcos wie Schuppen von den Augen und er zieht die Notbremse ...

... Schnitt ... Fünf Jahre später sehen wir alle Beteiligten wieder. Daniel hat es geschafft und ist in der Tat als Schauspieler groß rausgekommen und hat einen anderen Großen und Bekannten der Schwulenszene zum Freund: Boy George.


Die DVD

In Deutschland ist der Film nicht auf DVD erhältlich und der Film lief auch nicht im TV.

Natürlich gibt es den Film in Spanien als rein spanische Fassung.

In den USA hat Strand Releasing eine englisch untertitelte DVD-Fassung des Filmes herausgebracht - zu kaufen z. B. von Amazon.com (Achtung: Höhere Versandkosten, z. Zt. ab ca. 7 USD)

Coming-in-Drama

Spanien 2001

Drehbuch: Alfonso Albacete;
Lucía Etxebarría

Regie: Alfonso Albacete,
David Menkes

DVD-VÖ in D nicht als DVD zu erhalten, nur in Spanien oder USA



Darsteller

Daniel (Santiago Magill)
Marcos (Jorge Sanz)
Marisol (Tiaré Scanda)
Carmen (Verónica Forqué)

  © 2008 D. Carius, GayStation