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Kindheitsdrama oder Familienzusammenführungsdrama? Tränendrüsen drückende Produktion um eine Irrfahrt eines 12-jährigen durch Europa Anfang der 1950er Jahre. Bulgarien 1952: nach dem 2. Weltkrieg wurden in den unter kommunistischer Herrschaft stehenden Staaten Osteuropas nach Stalinmanier Andersdenkende in ebensolchen Konzentrationslagern gehalten wie denen, die eben jene siegreiche Sowjetarmee angetreten ist zu befreien und anzuklagen. Das ist die Ausgangssituation. Und in eben einem solchen Lager wird auch ein 12-jähriger Junge namens David (Ben Tibber) gefangen gehalten, der jedoch der Hölle schon bald entfliehen soll. Im Audioton hört man die Anweisungen seines Fluchthelfers, der ihm auch einen wichtigen Umschlag mitgegeben hat, den er unter allen Umständen im versiegelten Zustand an dänische Behörden überbringen soll. Nun hat eben jener David sein ganzes bisheriges Leben, so weit er sich erinnern kann, im Lager verbracht und weiß drum gar nicht so recht, wie er sich "draußen" benehmen soll. Ein Lächeln gar kommt, verständlicherweise, nicht über seinen Mund. Ein Bad, das er endlich allein und mit eigenem Stück Seife nehmen kann, gerät geradezu zu einem Akt der Befreiung. Auf seiner Odyssee durch Griechenland und Italien, wo der Hauptteil des Filmes spielt, fällt er immer wieder auf und begegnet den unterschiedlichsten Menschen. Erst als er auf die einsam auf einem Felsen zeichnende Sophie (eine wiederum glänzende Joan Plowright) trifft, die ihn auch mit zu sich in die Schweiz nimmt, lernt David, dass nicht alle Menschen böse sind, sondern dass man anderen vertrauen kann, dass sie Freunde sind und einem helfen. Wahrscheinlich wird ihm auch erst hier bewusst, dass er eigentlich schon einen solchen Freund hatte: den älteren Mithäftling Johannes (Jim Caviezel; "Die Passion Christi"), der sogar dadurch, dass er die Schuld für den immer wieder erinnerten Seifediebstahl Davids auf seine Kappe nimmt, sein Leben verspielt. Und erst in der Schweiz findet sich auch wieder ein Lächeln auf seinem Gesicht; das auch aus nachvollziehbarem Grund (der hier nicht verraten wird). Darüber hinaus gibt es dramaturgisch gesehen einen weiteren Überraschungseffekt zu dieser späten Zeit: es löst sich auf, wer ihm und warum die Flucht aus dem Lager ermöglicht hat. Nun ist die Story an sich nicht schlecht, nur hätte man mehr daraus machen müssen und können. So nachvollziehbar die einzelnen Begegnungen Davids sind, so wenig gehen sie einem nahe. Auch die Tragik der Lager sowie die Aufopferung Johannes' für einen ihn fremden Jungen wird nicht wirklich thematisiert. Was dem Film in meinen Augen viel an Brisanz nimmt.
FSK: 12 Audio Bildformat: 16:9, 2.35:1 |
Kindheitsdrama Drehbuch: Anne Holm DVD-VÖ 13.06.2005 |
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Darsteller David ........ Ben Tibber |