The Hanging Garden

Der Titel wirft die Frage auf: "Warum?" Wieso heißt der Film so? Nun, es gibt da zwei Möglichkeiten... Die Näherliegende (oder sollte ich vielleicht besser sagen: "Näherhängende"...) ist die Assoziation zu den "Hängenden Gärten der Semiramis" (Weltwunder, man erinnere sich). Nuuuun, *das* ist nicht der Punkt. Aber zuviel verraten will ich ja nicht.

Worum geht's?
Zum Thema. In der kanadischen Provinz siedelt eine (wahrscheinlich) irischstämmige Auswanderer-Familie. "Wahrscheinlich" deshalb, da mir sonst bei Kanadiern ein solch' bigotter Katholizismus und Marienverehrung nicht geläufig ist. In dieser Familie wird unser kleiner Held "erwachsen". OK, er ist zwar "klein" aber nicht dünn. Um genau zu sein ist er sogar *sehr* dick. Und warum? Er entflieht damit einigen Zwängen der Gesellschaft.

Gartenbaukunde für Anfänger:
Wie ein roter Faden zieht sich aber dennoch ein ganz besonderer Zwang durch den Film: Die Pflege des väterlichen Gartens. So ganz nebenbei erfährt der geneigte Zuschauer auch noch die Blühperioden der angebauten Pflanzen. Aber das ist eine andere Geschichte. Dennoch spielt der Garten eine herausragende Rolle in dem nicht unbedingt auf Glaubwürdigkeit abzielenden Film. Er bezieht seine Wirkung aus den surrealistisch anmutenden Bildern und der Absurdität der Situationen. *Niemand* absolut *Niemand* scheint hier "richtig zu ticken". So ist es eine der kleineren Besonderheiten, daß unser kleiner "Dicki" schwule Gefühle für seinen besten Freund hegt. Der erwidert das Ansinnen zwar anfangs, jedoch werden die Zwei dabei überrascht. Und erst Jahre später - wir befinden uns nun auf der Hochzeit von "Dickis" Schwesterchen - könnte die Liaison eine Fortsetzung finden... Wäre der inzwischen zum Mann gereifte "Lover" nicht eben der Bräutigam. Obwohl... Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch... Denn "Dicki" ist in der Fremde zu einem stattlichen, attraktiven Kerl "mutiert". 
Als anfängliche Nebenfigur treibt sich noch ein Mädchen herum, die wohl 'mal eine Pracht-Lesbe abgeben wird; wenn man dem Klischee glauben darf. Sie ist jedenfalls ein wichtiger Teil des "dicken Endes"...

Fazit:
Ein Film, der die üblichen Konventionen der Filmemacher sprengt ohne dabei zum "Kritiker-Film" zu werden.

Drama

Canada/UK 1997, 91 Min
Regie/Drehbuch: Thom Fitzgerald
Produzenten: Louise Garfield, Arnie Gelbart

Darsteller: Chris Leavins, Kerry Fox, Troy Velnotte

 

 

© 2000 Dieter Herchenbach