|
|
Zwei schwule Schauspieler (James Dean und Rock Hudson) in diesem Drama um Öl, Geld und Macht. (Heh... das ist nicht "Dallas"!) Die Geschichte einer texanischen Großgrundbesitzerfamilie: Als Leslie Benedict als neue Herrin auf Raeta einzieht, ist der junge Ranchgehilfe Jett Rink einer von jenen vielen armen Leuten, die von den reichen Texanern mit Geringschätzung behandelt werden. Jahre danach - zum Ölmillionär aufgestiegen - stellt Jett Rink die Macht des Geldes prahlerisch zur Schau. "An sich gibt es auf dieser Welt gar keine Möglichkeit, wirklich großartig zu sein. Wir sind an unsere Lebensbedingungen gebunden, passen uns an. Ein Fisch im Wasser hat keine Wahl, er ist das, was er ist. Genial wäre, wenn er im Sand schwimmen könnte ... Wir sind Fische und ertrinken." James Dean Das monumentale Epos "Giganten", die Verfilmung eines Romans von Edna Ferber, war der letzte Film James Deans. Die Dreharbeiten begannen Ende Mai 1955, Dean stieß Anfang Juni in Marfa (Texas) dazu. Kurze Zeit später drehte er den in der Retrospektive wie eine Ironie des Schicksals anmutenden Werbespot für das National Highway Committee mit der Aufforderung an die Zuschauer, vorsichtig zu fahren. Am späten Nachmittag des 30. September 1955, 17.45 Uhr, stößt Deans Porsche mit überhöhter Geschwindigkeit bei der Kreuzung der Routen 466 und 41 mit einem Ford Sedan zusammen. In "Giganten" spielt Dean die zeitlich umfangreichste Rolle seiner Filmkarriere, denn als Jett Rink muss er im Laufe der sich über Jahre erstreckenden Handlung erheblich altern, bis er in der großen, so genannten "Abendmahl"-Szene wie ein tragischer Heroe Shakespeares quasi in sich selbst zusammenbricht. Die Dreharbeiten standen jedoch unter keinem guten Stern. Dean kam mit Regisseur George Stevens nicht zurecht, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Den Regie-Routinier alter Schule irritierten die Deanschen Improvisationen. Dennoch - der Film ist ein Meilenstein. Wie David Dalton und Ron Cayen in ihrem Buch über Dean richtig feststellten, führt ein direkter Weg von "Giganten" zu "Dallas", aber auch zu Terrence Malicks "In der Glut des Südens/Tage des Himmels": "Als Stevens die texanischen Ölfelder als Ort für die Todesriten seines Hollywood-Epos wählte, nahm er damit die praktisch endlos währenden Allegorien über Geld, Macht, Korruption und Sex vorweg, die im Fernsehen der 80er-Jahre zur täglichen Kost geworden sind." Und Malick schuf in "In der Glut des Südens/Tage des Himmels" jenseits von Hollywood und mit dem jungen Richard Gere in der Rolle, die auch ein James Dean hätte spielen können, das definitive Porträt einer Dreiecksbeziehung vor dem Hintergrund eines einsam gelegenen Hauses und einer Landschaft, die den Menschen in seinen kosmischen Bezügen zurechtrückt. Und eine Pose Deans für "Giganten", die ihn in leicht gebeugter Haltung mit dem Gewehr hinter den Schultern wie einen gekreuzigten Märtyrer aussehen lässt, wurde zur Ikone des früh verstorbenen Schauspielers. Der reiche Texasranger Jordan Benedict, Bick genannt (Rock Hudson), lernt in Maryland die schöne Farmerstochter Leslie (Elizabeth Taylor) kennen und führt sie voll Stolz als Braut auf seinen Besitz "Reata". Doch Leslie fällt es schwer, sich in Texas einzuleben. Zum einen, weil Bicks herbe Schwester Luz (Mercedes McCambridge) das Haus führt; zum anderen, weil die Geringschätzung der weißen Oberschicht gegenüber Mexikanern und Hilfsarbeitern sie irritiert. Unter den Ranchgehilfen weckt einer Leslies besonderes Interesse - der junge verschlossene Jett Rink (James Dean). Als Luz bei einem Reitunfall ihr Leben verliert, vererbt sie Jett mit ihrem Testament ein kleines Stück Land, das sich als wahre Goldquelle entpuppt: Jett findet dort Öl; eine Menge Öl, die ihn reich macht. Seinen Besitz, direkt unter Bick Benedicts Nase, nennt er "Klein-Reata". Doch eines kann Jett nicht wirklich erringen, wenn auch sein geschäftlicher Erfolg noch so groß ist - die Liebe Leslies ... |
Drama Regie: George Stevens ca. 189'
|
|
|
|
Mit James Dean (Jett Rink), Elizabeth Taylor (Leslie Benedict), Rock Hudson (Bick Benedict), Jane Withers (Vasthi Snythe), Chill Wills (Onkel Bawley) u.a. |
© 2000 Dieter Herchenbach