Funkelnder Stern

Die Übersetzerin Shoko ist Alkoholikerin. Da bittet sie der Arzt Mustuki - auf Drängen seiner Eltern - um ihre Hand, nicht ohne daraufhinzuweisen, daß er schwul ist. Shoko läßt sich darauf ein und verliebt sich.

Die junge Japanerin Shoko lässt sich auf eine Vernunftehe mit dem homosexuellen Arzt Mutsuki ein. Das geht solange gut, bis sie sich sowohl in ihren Mann als auch in dessen Freund Kon verliebt und sich von beiden ein Kind wünscht. George Matsuokas ungewöhnliche Liebesgeschichte gibt einen faszinierenden Einblick in die japanische Gegenwart.

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Die junge Japanerin Shoko (Hiroko Yakushimaru) arbeitet als Übersetzerin für Italienisch in Tokio. Sie lebt bei ihren Eltern und hilft sich über ihre innere Leere mit Alkohol hinweg. Ein Außenseiter wie sie ist auch der homosexuelle junge Arzt Mutsuki (Etsuji Toyokawa). Um Karriere zu machen, muss er eine Ehefrau haben; so lässt er sich auf Drängen seiner Eltern auf eine Heirat mit Shoko ein, ohne ihr zu verschweigen, wie es um ihn steht. Auch Shoko betrachtet die Ehe nur als ein Zweckbündnis, das ihnen beiden mehr Freiheit gegenüber gesellschaftlichen Normen lässt. Bald zeigt sich jedoch, dass Gefühle stärker sein können als rationale Arrangements. Shoko empfindet mehr und mehr für ihren Mann und verliebt sich zugleich in dessen Freund Kon (Michitaka Tsutsui), einen Studenten. Am schönsten wäre ein Kind von beiden, aber kann das gut gehen...?

Der Autor und Regisseur George Matsuoka antwortet auf diese Frage mit nein und ja zugleich. Den unvermeidlichen Konflikt behandelt er mit leichter Hand, kombiniert Elemente der Komödie und des Melodrams und lässt die drei nach einer leichtfertig heraufbeschworenen Katastrophe den Versuch wagen, jenseits sexueller Schranken und gesellschaftlicher Konventionen eine Ehe zu dritt zu führen. "Funkelnder Stern" packt Tabuthemen an und weist Wege zum Umgang mit den Zwängen modernen Lebens. Dass dies vorwiegend heiter und unbeschwert geschieht, ist nicht nur dem Autor-Regisseur zu verdanken, sondern mindestens ebenso sehr Hiroko Yakushimaru, der Darstellerin der Shoko. Sie war ein Teenager-Idol der Achtzigerjahre und wechselte dann ins Charakterfach über - ein wahrhaft funkelnder Star des japanischen Kinos. Der nächste Film der Reihe "Japanisches Kino" mit dem Titel "Das Dorf meiner Träume" läuft am 1. März 2001.

 

 

(Kira kira hikaru)
Japanischer Spielfilm von 1992
Regie: George Matsuoka
Drehbuch: George Matsuoka
Musik: Masamichi Shigeno
Kamera: Norimichi Kasamatsu
Laufzeit: 97 Min.

 

Personen:
Shoko Kishida Hiroko Yakushimaru
Mutsuki Kishida Etsuji Toyokawa
Kon Fujishima Michitaka Tsutsui
Chiaki Kayama Mariko Kaga
Tadashi Kayama Masahiko Tsugawa
und andere

                                                      

 

© 2000 Dieter Herchenbach