Frühling für Hitler

Kein Geld auf dem Konto und den Buchprüfer im Büro: Der abgewrackte Theaterproduzent Max Bialystock (Zero Mostel) hat eindeutig schon bessere Tage gesehen, an denen er nicht alten Damen mit ein bisschen Zuwendung das Geld aus der Tasche ziehen musste. Als er den schüchternen Buchprüfer Leo Bloom (Gene Wilder) kennen lernt, kommt ihm jedoch ein genialer Gedanke: Gemeinsam mit Bloom wird er das schlechteste Stück aller Zeiten am Broadway herausbringen, die Kosten für seine Geldgeber - besagte alte Damen - auf eine Million ansetzen, das Stück nach der misslungenen Premiere absetzen und sich mit der dank Blooms kreativer Buchführung als Verlust abgeschriebenen Million ein schönes Leben in Rio machen.
"Frühling für Hitler" ist bei weitem das schlechteste Stück, das die beiden finden können. Sein Autor (Kenneth Mars), ein minderbemittelter Nazi, der unter seinem Stahlhelm nur den Führer im Kopf hat. Regisseur des zukünftigen Fiaskos wird der notorisch erfolglose Musicalspezialist Roger De Bris (Christopher Hewitt), sein Hauptdarsteller ein abgetakelter Sänger, der Hitler als debile Tunte gibt. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen eklatanten Misserfolg und damit den zukünftigen Reichtum seiner Produzenten, doch hat leider niemand mit dem Publikum gerechnet. "Frühling für Hitler" wird als abgefahrene Faschismus-Satire der Renner der Saison, Max und Leo jedoch haben als betrügerische Bankrotteure ausgespielt. Da sie zuvor aber leider schon kräftig in das eigene Wohlergehen investiert hatten, sieht es mit der Gewinnausschüttung an ihre hoffnungsfrohen Kreditgeber mehr als finster aus.

"Frühling für Hitler", Mel Brooks erster Kinofilm von 1967, ist eine in jeder Hinsicht respektlose Satire auf die Methoden des Showbusiness, dessen Absurditäten den Film zu wüsten Gags jenseits aller Geschmacksgrenzen anstacheln. Albern, überdreht und weit entfernt von jeder politischen Korrektheit, wird vom Kulturbetrieb bis zum Faschismus gnadenlos alles durch den Kakao gezogen, was dem Regisseur vor die Kamera kommt. Die Stars des 1968 mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichneten Spektakels sind Zero Mostel und Brooks Dauer-Darsteller Gene Wilder.
"Einer der besten, irrsinnigsten Späße, seit die Marx-Brothers in die Oper einfielen." (Newsweek)

 

Komödie
USA, 1967

Regie: Mel Brooks 

84 Minuten

Darsteller: 
Max Bialystock (Zero Mostel
Leo Bloom (Gene Wilder)
                                               

 

© 2001 Dieter Herchenbach