Fire

Zwei liebende Frauen in Indien. Ein Ding der Unmöglichkeit. Diverse Verwicklungen, wer mit wem und so... Aber nur die Liebe zwischen den beiden Frauen ist die wahre.

Als frischgebackene Ehefrau kommt die hübsche Inderin Sita zur Familie ihres Ehemanns Jatin nach Neu Delhi. Sie wird wohlwollend von dem älteren Bruder Ashok und dessen Frau Radha aufgenommen. Auch die pflegebedürftige Mutter Biji und der Hausdiener Mundu scheinen den Neuzugang unter ihrem Dach zu akzeptieren. Sita fügt sich rasch in den von ehrwürdigen Traditionen bestimmten Alltag ein, doch erkennt sie bald, dass die Fassade einer intakten Großfamilie täuscht. Ihr eigener Mann weigert sich, seine chinesische Geliebte aufzugeben; Radha und Ashok, seit 16 Jahren verheiratet und kinderlos geblieben, führen eine Ehe ohne jede Zärtlichkeit.

Die beiden gedemütigten Frauen kommen sich rasch näher, die selbstbewusste Sita, die sich mit der traditionellen Frauenrolle nicht abfinden will, bringt auch ihre stille Schwägerin zum Nachdenken. Radha erwacht aus ihrer Lethargie und Resignation. Aus einer tiefen Zuneigung und Freundschaft wird Liebe, aus der Liebe Leidenschaft, die der Familie nicht verborgen bleibt. Mundu verrät ihr Geheimnis Ashok, der mit fassungsloser Wut reagiert. Die Frauen wagen einen radikalen Neuanfang, der sie in eine ungewisse Zukunft führt.

Mit ihrem Melodram um die Liebesbeziehung zweier Frauen eckte die kanadisch-indische Filmemacherin Deepa Mehta vor allem bei ihren männlichen Landsleuten an – männliche Homosexualität ist in Indien illegal, aber tolerabel, für die lesbische Liebe gibt es nicht einmal eine Vokabel.

 


 

 

 

Drama
Kanada 1996
Fire
Drehbuch und Regie: Deepa Mehta
Kamera: Giles Nuttgens
Musik: A. R. Rahman
102 Minuten

 

 

Radha Shabana Azmi
Sita Nadita Das
Ashok Kulbushan Kharbanda
Jatin Jaaved Jaaferi
Mundu Ranjit Chowdhry
Biji Kushal Rekhi
und andere

 

 

© 2000 Dieter Herchenbach