Fiesta

Spanien im Jahr 1936: Seit Monaten tobt der Bürgerkrieg. Der aristokratische Franco-Offizier De Los Cobos will, daß sein 16jähriger Sohn Rafael auf der Seite der Faschisten gegen die aufständischen "Roten", die Republikaner, kämpfen soll. Um ihn für die Front vorzubereiten, schickt er den Jungen in die Garnison seines Freundes Masagual, eines in seiner Morbidität faszinierenden rauschgiftsüchtigen Offiziers, der genießerisch eine faschistoide Todesästhetik zelebriert. Für Rafael werden die täglichen mörderischen Strafexpeditionen zur blutigen Routine. Erst die Bekanntschaft mit der jungen Engländerin Cecilia macht ihm die Unmenschlichkeit seines Tuns deutlich. Als ein 14jähriges Mädchen exekutiert werden soll, setzt er sich zur Wehr.

Mit "Fiesta" schrieb und inszenierte Pierre Boutron ein "Drama, das schonungslos aufzeigt, welchen psychischen Belastungen die Teilnehmer des Bürgerkrieges ausgesetzt sind" (Lexikon des Internationalen Films). Herausragend ist die Leistung des französischen Charakterdarstellers Jean-Louis Trintignant (geb. 1930), der hier eine faszinierende Variation seiner Rolle in Bernardo Bertoluccis Film "Der große Irrtum" durchspielt. Er liefert eine brillante Charakterstudie, als der homosexuelle Offizier Masagual, der Exekutionen genießerisch wie eine "Fiesta" zelebriert und den Bürgerkrieg als pervers ästhetisches Vergnügen lobpreist.

 

 

 

 

 

Französischer Spielfilm von 1995
Regie: Pierre Boutron

Rafael: Gregoire Colin
Colonel Masagual:
Jean-Louis Trintignant

De Los Cobos: 
Philippe Morier-Genoud

Cecilia: Dayle Haddon

 

© 2000 Dieter Herchenbach