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Joe (Matthew Modine) und Mary (Catherine Keener) sind schon lange ein Paar. Sie leben und arbeiten in der New Yorker Fashion- und Filmindustrie, in der Welt der Agenten und Starlets, der Fotografen und Models. Dabei hat Mary bisher in Sachen Karriere die Nase vorn: Während sie als erfolgreiche Maskenbildnerin wirkt, träumt Joe immer noch von einer Künstlerexistenz als großer dramatischer Schauspieler, muss sich aber mangels passender Angebote einstweilen als Kellner in Diensten des schwulen Catering-Chefs Ernest (Christopher Lloyd) über Wasser halten. Von solchen alltäglichen Frustrationen abgesehen, scheint das Leben der beiden jungen Leute völlig normal. Doch bei genauem Hinsehen knistert es ganz bedenklich im Beziehungsgebälk. Das Sexleben von Joe und Mary liegt weitgehend brach, und unter der Oberfläche des schönen Scheins macht sich bei beiden eine Sinnkrise breit. Sollte das wirklich schon alles gewesen sein? Hatte man nicht vom Leben, vom Beruf, von der Liebe mehr erwartet? Auf der Suche nach Antworten stürzt sich Mary mit Eifer in einen Selbstverteidigungskurs für Frauen, sieht sich aber schon bald gezwungen, das Erlernte gegen ihren aufdringlichen Karatelehrer Doug (Denis Leary) anzuwenden. Ihre einzige Erkenntnis aus diesem Abenteuer: Männer sind Schweine. Auch Joe macht auf eigene Faust Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Auf Druck seiner Agentin Dee Dee (Kathleen Turner) wirft er alle Prinzipien über Bord und bewirbt sich für eine würdelose Statistenrolle im neuesten Madonna-Video. Dabei trifft er die Kollegin Tina (Elizabeth Berkley), eine Wasserstoff-Blondine der Sonderklasse, die seinen Hormonhaushalt in heftigen Aufruhr versetzt. Vielleicht ist ja ein Seitensprung die Lösung aller existenziellen Probleme? Neidvoll schaut Joe auf seinen Freund Bob (Maxwell Caulfield), der die Jagd auf Blondinen zu seinem Hobby gemacht hat. Bob kann nicht nur angeblich auf den ersten Blick zwischen echten und falschen Blondinen unterscheiden, es gelingt ihm auch, beide Frauentypen ins Bett zu kriegen. Momentan hat er parallele Affären mit dem magersüchtigen Model Sahara (Bridgette Wilson) und der männermordenden Actrice Kelly (Daryl Hannah). Joe gerät ins Grübeln. Soll er es Bob nachahmen und ebenfalls auf die Suche nach der "echten Blondine" gehen? Aber was ist schon "echt" in einer Branche, wo nur das Image zählt und allen Beteiligten der Realitätssinn längst abhanden gekommen ist? "Echt blond" ist eine ebenso charmante wie fetzig-schräge Stadtneurotiker-Komödie um Männer und Frauen, Sex und Stress, Schein und Sein. Regisseur und Autor Tom DiCillo, bekannt für seinen skurrilen Humor, hat seinen New Yorker Mikrokosmos mit lauter liebenswerten Szene-Insidern bevölkert, die sich auf der Jagd nach Erfolg, Liebe und Lebenssinn mächtig abstrampeln, ohne doch recht vom Fleck zu kommen. Dabei müssen sie nicht nur gegen den knallharten Konkurrenzdruck ankämpfen, der im Showbusiness grassiert - mindestens ebenso sehr leiden sie unter dem Druck der längst verinnerlichten Leitbilder und Modetrends, die ihnen von den Medien ununterbrochen vorgegaukelt werden und denen es nachzueifern gilt. Tom DiCillo begleitet seine Figuren auf ihren jeweils unterschiedlichen Selbsterfahrungs-Trips mit bissiger Ironie, aber auch mit Anteilnahme und Mitgefühl. Keine Gnade dagegen kennt der Film, wenn es darum geht, der Medienbranche insgesamt den satirischen Spiegel vorzuhalten. "Echt blond" ist bis in die kleinen Nebenrollen hinein hochkarätig besetzt. Hauptdarsteller Matthew Modine ("Full Metal Jacket") hat schon in Filmen wie "Die Mafiosi-Braut" seine komödiantischen Talente unter Beweis stellen können. Catherine Keener, die einzige Brünette in diesem turbulenten Reigen echter und falscher Blondinen, war schon in den vorausgegangenen Filmen von Tom DiCillo mit dabei ("Johnny Suede", "Living in Oblivion", "Box of Moonlight") und spielte nach "Echt blond" u. a. an der Seite von George Clooney und Jennifer Lopez in "Out of Sight" sowie in Joel Schumachers "8 MM". Elizabeth Berkley als dralle Traumfrau zeigt, dass sie viel mehr kann als nur ihren attraktiven Körper vor der Kamera zu räkeln wie in "Showgirls", dem Stripper-Drama, das sie berühmt machte. Amüsante Auftritte haben außerdem Christopher Lloyd ("Zurück in die Zukunft" "Addams Family"), Kathleen Turner ("Der Rosenkrieg") und der Inbegriff der "echten Blondine" im neueren Hollywood-Kino, Daryl Hannah ("Blade Runner", "Roxanne", "Wall Street").
Joe arbeitet als Kellner und träumt davon, Schauspieler zu werden. Die Miete bezahlt derweil seine Freundin Mary. Eines Tages bekommt Joe das Angebot, in einem Madonna-Video mitzuspielen. Bei den Dreharbeiten verliebt er sich in die attraktive Blondine Tina. |
Komödie, USA 1997, 102 Min. The Real Blond 101 Minuten |
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Darsteller: Matthew Modine, Catherine Keener, Daryl Hannah, Maxwell Caulfield, Elizabeth Berkley, Marlo Thomas, Bridgette Wilson, Buck Henry, Christopher Lloyd, Kathleen Turner, Denis Leary, Isabella Rossellini |
© 2000 Dieter Herchenbach